Herwig Mitteregger

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Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Kein Mut - kein Mädchen
  DE 48 30.01.1984 (6 Wo.) [1]
Immer mehr
  DE 46 23.12.1985 (9 Wo.) [1]
Wie im Leben
  DE 87 22.06.1992 (2 Wo.) [1]
Singles
April
  DE 67 22.06.1992 (4 Wo.) [1]
[1]

Herwig Rudolf Mitteregger (* 6. September 1953 in Mautern in Steiermark) ist ein in Österreich geborener Schlagzeuger, Sänger, Komponist und Produzent.

Musikalisches Wirken[Bearbeiten]

1976 stieg Mitteregger bei der Berliner Band Lokomotive Kreuzberg als Schlagzeuger und Perkussionist ein. Nach deren Auflösung im Folgejahr spielte er 1978 und 1979 mit der Nina Hagen Band zwei deutschsprachige, international erfolgreiche Alben ein. Da die vier Musiker (Herwig Mitteregger, Reinhold Heil, Manfred Praeker und Bernhard Potschka) sich mit der Sängerin Nina Hagen überwarfen, wurde das bereits vertraglich vereinbarte zweite Album „Unbehagen“ zunächst instrumental eingespielt. Anschließend wurde Hagens Gesang in Abwesenheit der Musiker aufgenommen.

Nach dem endgültigen Bruch mit Nina Hagen gründeten die vier Musiker die West-Berliner Rockband Spliff (Synonym für Joint), in der Mitteregger Schlagzeug spielte und sang. Spliff veröffentlichte von 1980 bis 1984 vier Alben, darunter die als „Rock-Oper" aufgeführte „The Spliff Radio Show“ mit Alf Klimek, Rik De Lisle und zwei weiteren Sängerinnen; außerdem das nach seiner Bestellnummer benannte Album „85555“, das Spliff deutschlandweiten Erfolg bescherte und auch als englischsprachige Ausgabe erschien. Es folgte das Album „Herzlichen Glückwunsch“.

Bereits vor der Auflösung der Band veröffentlichte Mitteregger 1983 sein erstes Solo-Album „Kein Mut - kein Mädchen“, das er komplett alleine komponiert, getextet, produziert, eingespielt und eingesungen hatte. Mit der Band wurden noch der Soundtrack zum Film „Baby“ von Uwe Friesner, die Musik zum Schimanski-TatortZweierlei Blut“, sowie das vierte Album „Schwarz auf Weiß“ eingespielt. Eine für 1986 geplante fünfte Spliff-LP wurde aufgrund von Solo-Projekten der Bandmitglieder verworfen; die vier Mitglieder trennten sich nach der Abschiedstournee Ende 1984, wenngleich der Split der Band nie offiziell verkündet wurde. Seitdem veröffentlichte Mitteregger, der sich bald in Spanien niederließ und sich dort ein Tonstudio einrichtete, bis 1997 fünf weitere Alben, auf denen verschiedene Musiker mitspielten. 1985 war die Single „Immer mehr“ erfolgreich.

1986 trat er unentgeltlich beim Anti-WAAhnsinns-Festival gegen die geplante Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf auf die Bühne.

Neben den erwähnten Projekten wirkte der Multiinstrumentalist unter anderem bei Ulla Meinecke, Manfred Maurenbrecher, Sternhagel, Michael Fitz und Cosa Rosa mit. Seit 1999 scheiterten zwei Comeback-Versuche mit Spliff bereits im Vorfeld.

Nach 1997 arbeitete Mitteregger in Spanien hauptsächlich als Komponist, trat nur noch selten in Deutschland auf und gründete eine Familie: 1999 wurde er Vater eines Sohnes. Seit 2006 wohnt er mit Ehefrau und Sohn in Hamburg, wo er wieder aktiv an eigenen Projekten arbeitet. Nach dem Ende Mai 2008 auf seinem eigens gegründeten Label „Manoscrito Music“ erschienenen Album „Insolito“, mit dem er seinen Stil aus der Phase Mitte der 1990er Jahre weiterentwickelt hat, fanden zunächst keine Live-Auftritte mit Band statt. Stattdessen erschien im Juni 2009 ein weiteres Album mit dem Titel „Fandango“, das auch eine neue Version des Spliff-Songs „Notausgang“ enthält.

Diskografie[Bearbeiten]

Solo-Alben[Bearbeiten]

  • 1983: „Kein Mut, kein Mädchen“
  • 1985: „Immer mehr“
  • 1987: „Jedesmal“
  • 1989: „Mitteregger“
  • 1992: „Wie im Leben“
  • 1993. „Die besten Songs 1983 − 1993“ (Digipak) (CD)
  • 1997: „Aus der Stille“
  • 2008: „Insolito“
  • 2009: „FanDango“

Alben mit anderen Künstlern[Bearbeiten]

  • 1977: Lokomotive Kreuzberg – „Mountain Town“
  • 1978: Bakmak – „Forward flight“
  • 1978: Nina Hagen Band – „Nina Hagen Band“
  • 1979: Nina Hagen Band – „Unbehagen“
  • 1980: Spliff – „The Spliff Radio Show“
  • 1980: Ulla Meinecke – „Überdosis Großstadt“
  • 1981: Ulla Meinecke – „Nächtelang“
  • 1982: Spliff – „85555“ (auch als International Version)
  • 1982: Manfred Maurenbrecher – „Maurenbrecher“
  • 1982: Spliff – „Herzlichen Glückwunsch“
  • 1982: Sternhagel – „Sternhagel kommt“
  • 1983: Manfred Maurenbrecher – „Feueralarm“
  • 1983: Ulla Meinecke – „Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig“
  • 1984: Spliff – „Schwarz auf Weiß“
  • 1985: Manfred Maurenbrecher – „Viel zu schön“
  • 1986: „Schimanskis Tatort-Hits“ (vier Lieder von 1983; Sampler)
  • 1989: Fitz – „Fitz“
  • 1994: Lokomotive Kreuzberg – „Gesammelte Werke“

Singles[Bearbeiten]

  • 1978: Nina Hagen Band – „Aufm Bahnhof Zoo/Der Spinner“
  • 1979: Nina Hagen Band – „Naturträne/Heiß“
  • 1979: Nina Hagen Band – „TV-Glotzer (White punks on dope)/Heiß“
  • 1979: Nina Hagen Band – „Unbeschreiblich weiblich/Der Spinner“
  • 1979: Nina Hagen Band – „African Reggae/Wir leben immer… noch“ (verschiedene Ausgaben und B-Seiten; auch als Maxi)
  • 1980: Nina Hagen Band – „Auf’m Rummel/Wenn ich ein Junge wär“
  • 1980: Nina Hagen Band – „Herrmann hieß er/Wau wau“
  • 1980: Nina Hagen Band – „My way/Alptraum/No way“ (auch als Maxi)
  • 1980: Nina Hagen Band – „My way/Auf’m Bahnhof Zoo/Superboy“ (auch als Maxi)
  • 1980: Spliff – „Jet set star/Cheap chicks“ (auch als Maxi)
  • 1981: Spliff – „Rock’n’Roll refugee/Tooled fool“
  • 1982: Spliff – „Heut’ nacht/Notausgang“ (auch als Maxi)
  • 1982: Spliff – „Déjà vu/Müller/Jerusalem (live)“ (auch als Maxi)
  • 1982: Spliff – „Carbonara/Duett komplett“ (auch als Maxi)
  • 1982: Spliff – „Das Blech/Tag für Tag“ (auch als Maxi)
  • 1982: Sternhagel - „Fahrrad fahr'n/Eskimo“
  • 1983: Spliff – „Herzlichen Glückwunsch/Die Maurer“ (auch als Maxi)
  • 1983: Spliff – „Augen zu/Es ist soweit“ (auch als Maxi)
  • 1983: „Rudi/Ocean“ (auch als Maxi)
  • 1983: „Kalt wie ’n Stein/Du und ich“ (auch als Maxi)
  • 1984: Spliff – „Telefon-Terror/Bahnhofshotel“ (auch als Maxi)
  • 1984: Spliff – „Labyrinth“ (auch als Maxi)
  • 1984: Spliff – „Radio/Der Clan“ (auch als Maxi)
  • 1985: „Immer mehr“
  • 1987: „Blinder Passagier/Reprise“ (auch als Maxi)
  • 1987: „Wo/Wie am ersten Tag“ (auch als Maxi)
  • 1990: „Weg ins Glück/Blues“ (auch als Maxi)
  • 1990: „Albatros/Niederrhein“ (auch als Maxi)
  • 1990: „Orkan/Einmal noch“ (auch als Maxi)
  • 1992: „Party/Wo ist das Geld/Die Nacht“ (auch als Maxi)
  • 1992: „April/Regen“ (auch als Maxi)
  • 1992: „Wo Ist Das Geld“ (CD Single)
  • 1993: „Unterwegs“ (CD Single)
  • 1997: „Kann Sein“ (CD Single)
  • 2005: Mit Knutson – „Marie-Johanna“ (Coverversion von „Carbonara“)
  • 2008: „Leicht“ (Radio-Single)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Herwig Mitteregger in den deutschen Charts / Chartdaten