Herza-Gebiet

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Dieser Artikel befasst sich mit der territorialen Kontroverse über das Herza-Gebiet (Herța). Mehr über den administrativen Distrikt der Ukraine unter Rajon Herza.
Historische Regionen: rot: nördliche Bukovina, blau: Herza, grün: nördliches Bessarabien
Ethnische Gebiete in der Oblast Czernowitz mit ukrainischen, rumänischen, russischen (lipowanischen) und jüdischen Bereichen angezeigt in weiß, blau, rot und gelb. September 2007

Das Herza-Gebiet (rumänisch Ținutul Herța, ukrainisch Край Герца/Kraj Herza) ist ein Gebiet in der südwestlichen Ukraine an der rumänischen Grenze, das bis auf die Gebiete von drei Dörfern (Poljana, Turjatka und Nyschni Syniwzi), die im Rajon Hlyboka liegen, und drei nicht zum Gebiet gehörenden Dörfern (Bukiwzi, Ostryzja und Zuren) dem heutigen Rajon Herza der Ukraine entspricht. Die Bevölkerung betrug 2001 etwa 32.300 Menschen, von denen 93 % ethnisch Rumänen waren. Der Name leitet sich vom Hauptort des Gebietes, der Stadt Herza ab.

Das Territorium gehörte seit dem Mittelalter zum Fürstentum Moldau, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts ein Teil Rumäniens (in der Region Moldau) und wurde ab dem 28. Juni 1940 von der Sowjetunion besetzt und der Ukrainischen SSR angegliedert. Es wurde von Rumänien im Zuge der Angriffe der Achsenmächte auf die Sowjetunion an der Ostfront des Zweiten Weltkrieges 1941 zurückerobert, dann aber 1944 von der Roten Armee wieder eingenommen. Die Annexion des Territoriums wurde durch die Pariser Friedensverträge im Jahre 1947 international anerkannt.

Rumänien und die Ukraine haben ein Grenzabkommen ratifiziert und unterzeichnet und sind Mitunterzeichner internationaler Verträge und Allianzen, die jegliche territorialen Ansprüche verurteilen. Rumänische Organisationen in der Region betrachten das Gebiet um die Stadt Herza als historisch Rumänien zugehörig und in Missachtung internationaler Gesetze 1940 durch die Sowjetunion besetzt.

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