Duke of Somerset

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Wappen der Seymour, Herzöge von Somerset

Duke of Somerset ist ein englischer Adelstitel, der in der Geschichte schon mehrfach vergeben wurde. Besonders verbunden ist er mit zwei Familien: den Beaufort, die den Titel seit der ersten Verleihung 1448 innehatten, und den Seymour, die ihn seit der Verleihung im Jahre 1547 bis heute führen.

Im 11. Jahrhundert standen die Grafschaften Somerset und Dorset unter der Jurisdiktion eines einzigen Sheriffs und für längere Zeit wurden die von diesen Grafschaften abgeleiteten Titel von ein und derselben Person getragen.

Nachgeordnete Titel[Bearbeiten]

Der einzige nachgeordnete Titel des Herzogs von Somerset ist heute der Baron Seymour, der als Höflichkeitstitel für den ältesten Sohn und Erben des Herzogs verwendet wird. Damit sind die Herzöge von Somerset die Herzöge mit dem rangniedrigsten nachgeordneten Titel, vor den Herzögen von Manchester, deren Subsidiärtitel der eines Viscounts ist, während alle anderen Herzöge die Titel eines Marquess oder eines Earls als nachgeordnete Titel innehaben.

Im Laufe der Geschichte hatten die Herzöge von Somerset verschiedene andere Titel inne, die aber sämtlich erloschen sind. Dazu gehören: Earl of Kendal (verliehen 1443; erloschen 1444), Viscount Rochester (verliehen 1611; erloschen 1645), Viscount Beauchamp of Hache (verliehen 1536; erloschen 1750), Earl of Hertford (verliehen 1537, 1559; erloschen 1750), Marquess of Hertford (verliehen 1640; erloschen 1675), Baron Seymour of Trowbridge (verliehen 1641; erloschen 1750), Baron Percy (verliehen 1722; erloschen 1750), Baron Cockermouth (verliehen 1749; erloschen 1750), Earl of Egremont (verliehen 1749; erloschen 1750) und Earl St. Maur (verliehen 1863; erloschen 1885).

Earl of Somerset, Erste Verleihung (1141)[Bearbeiten]

William de Mohun of Dunster († um 1155) war ein Günstling der Matilda von England, Tochter Heinrichs I. und Ehefrau Kaiser Heinrichs V., (Empress Maud) und ein loyaler Mitstreiter im Krieg gegen Stephan von Blois, wo er sich den Beinamen "Die Geißel des Westens" (Scourge of the West) erwarb. Maud ernannte ihn 1141 zum Earl of Somerset. In der Gründungsurkunde des Priorats Bruton nennt Wilhelm sich selbst "Willielmus de Moyne, comes Somersetensis". Der Titel wurde weder von König Stephan noch von Heinrich II. anerkannt und Wilhelms Nachkommen führten ihn nicht mehr.

Die Earls (Zweite Verleihung) und Dukes (Erste und Zweite Verleihung) von Somerset-Beaufort[Bearbeiten]

1397 erhielt das von den Plantagenets abstammende ältere Haus Beaufort die Earlswürde und 1443 den Herzogstitel von Somerset.

König Richard II. verlieh im Jahre 1397 den Titel Earl of Somerset an John Beaufort (um 1373–1410), den ältesten der drei illegitimen, später aber legitimierten, Söhne von John of Gaunt, 1. Duke of Lancaster und der Catherine Swynford, Ehefrau von Sir Hugh Swynford, und Tochter von Sir Payne Roelt.

Ihm folgten seine drei Söhne:

  1. Henry, 2. Earl of Somerset, der 1418 unverheiratet starb;
  2. John (1404–1444), 3. Earl of Somerset, der 1443 zum Earl of Kendal und 1. Duke of Somerset ernannt wurde, beide Titel erloschen nach seinem Tod;
  3. Edmund, 4. Earl of Somerset, der 1441 zum Earl of Dorset, 1443 zum Marquess of Dorset und 1448 zum 1. (2.) Duke of Somerset ernannt wurde.
    (Anmerkung: Edmund war eigentlich ein weiterer erster Duke of Somerset, da der Titel nach dem Tod seines Bruders für ihn am 31. Mai 1448 neu errichtet wurde, trotzdem wurde er einfach als zweiter Duke weitergezählt)

Nach der Hinrichtung von Edmunds Sohn Henry, dem 5. Earl und 2. (3.) Herzog von Somerset, durch die Anhänger der Yorks im Jahre 1464, galten seine Titel durch Parlamentsbeschluss als verwirkt. Aber sein Bruder Edmund wurde von diesem Tage an bis zu seinem Tod im Mai 1471 von den Anhängern des Hauses Lancaster als (3. bzw. 4.) Duke of Somerset bezeichnet. Mit der auf Eduards IV. Befehl erfolgten Enthauptung Edmunds nach der Schlacht bei Tewkesbury, starb das Haus Beaufort aus.

Ein natürlicher Sohn des dritten Herzogs Henry Beaufort nahm den Familiennamen Somerset an, und dessen Nachkommen sind 1514 Earl, 1642 Marquess of Worcester, 1682 aber wieder Duke of Beaufort geworden, so dass die jüngeren Söhne dieses Herzogshauses Lord Somerset hießen.

Unter ihnen ist hervorzuheben Lord Granville Charles Henry Somerset (* 27. Dezember 1792; † 23. Februar 1848), unter Liverpool Lord des Schatzamtes, unter Peel Domänenminister und 1841 Chancellor of the Duchy of Lancaster.

Dessen Onkel war Feldmarschall Lord Fitzroy James Henry Somerset, später Baron Raglan, der britische Oberkommandierende im Krimkrieg.

Lord Raglans Bruder war General Lord Robert Edward Henry Somerset (1776–1842), der dritte Sohn des 5. Herzogs von Beaufort und ein bedeutender britischer Kavalleriegeneral im Krieg auf der Halbinsel.

Duke of Somerset, Dritte Verleihung (1499)[Bearbeiten]

Im Jahre 1499 nominierte Heinrich VII. seinen kleinen Sohn Edmund anlässlich seiner Taufe zum Duke of Somerset. Da das Kind innerhalb weniger Monate starb, wurde es wahrscheinlich niemals formell zum Peer und Herzog erhoben.

Duke of Richmond und Somerset, vierte Verleihung (1525)[Bearbeiten]

Der illegitime Sohn Heinrichs VIII., Henry Fitzroy (1519–1536), wurde am 18. Juni 1525 zum Earl of Nottingham, Duke of Richmond und Duke of Somerset ernannt. Er starb am 22. Juli 1536 ohne Erben und seine Titel erloschen.

Earl of Somerset, Dritte Verleihung[Bearbeiten]

Den Titel Earl of Somerset führte seit dem 3. November 1613 Robert Carr (1590–1645).

Carr stammte aus einer schottischen Adelsfamilie, kam als Page an den Hof Jakobs I., gewann durch seine Schönheit dessen Gunst, wurde von ihm 3. November 1611 zum Viscount of Rochester erhoben und erhielt großen Einfluss auf die britische Regierung.

1613 vermählte er sich mit Frances Howard, Countess of Essex, deren Ehe mit Robert Devereux, 3. Earl of Essex, zu diesem Zweck getrennt werden musste. Einen Gegner dieser Verbindung, Sir Thomas Overbury, ließ der mächtige Günstling im Tower vergiften, wurde aber später durch George Villiers, den nachmaligen Herzog von Buckingham, aus des Königs Gunst verdrängt und samt seiner Gemahlin als Mörder Overburys zum Tod verurteilt.

Nachdem beide mehrere Jahre im Gefängnis gesessen, woselbst Somerset mit der Enthüllung von Geheimnissen drohte, die den König kompromittieren würden, erhielten sie die Freiheit und lebten seitdem in stiller Zurückgezogenheit.

Somerset starb im Juli 1645. Aus der Ehe seiner einzigen Tochter Anne mit William Russell entsprang der unter Karl II. hingerichtete Lord William Russell.

Herzöge von Somerset-Seymour, fünfte Verleihung[Bearbeiten]

Schon im 16. Jahrhundert war der Herzogstitel von Somerset an die Familie Seymour gekommen.

1. Duke of Somerset[Bearbeiten]

Der erste Herzog war Edward Seymour (um 1500–1552), der Lord Protector of England und Bruder der Jane Seymour, der dritten Ehefrau König Heinrichs VIII.

2. Duke of Somerset[Bearbeiten]

Sein Enkel William Seymour ging 1610 eine heimliche Ehe mit Lady Arabella Stuart, einer Verwandten König Jakobs I., ein und musste deshalb ins Ausland flüchten, während seine Gattin 1615 im Tower starb. Gleichwohl bewies er sich nachmals als treuer Anhänger der königlichen Sache, wurde 1640 zum Marquess of Hertford erhoben und 1660 nach Karls II. Restauration wieder mit dem Titel eines Duke of Somerset ausgestattet. Er starb am 24. Oktober 1660.

6. bis 11. Duke of Somerset[Bearbeiten]

Charles Seymour, 6. Duke of Somerset, geb. 12. August 1662, spielte unter Karl II., Wilhelm III., Anna und Georg I. als erster Peer des Reichs eine hervorragende Rolle, trug durch seine Gemahlin, die Erbin der Percy, wesentlich zum Sturz Marlboroughs bei, wurde Lord-Oberkammerherr und starb 2. Dezember 1748. Da sein einziger Sohn, Algernon Seymour, 7. Duke of Somerset, am 7. Februar 1750 ohne männliche Nachkommen starb, trat jene frühere Klausel in Kraft, und die Titel des Duke of Somerset und Lord Seymour gingen auf Sir Edward Seymour, 6. Baronet of Berry Pomeroy, einen Nachkommen des 1. Herzogs aus erster Ehe, über, der am 15. Dezember 1757 unverheiratet starb.

Sein Nachfolger in der Herzogswürde wurde sein jüngerer Bruder Webb Seymour (1718–1793), der der 10. Duke of Somerset wurde. Dessen Sohn Edward Adolphus Seymour (1775–1855) war ein bekannter Mathematiker. Er wurde nach dem Tode seines Vaters der 11. Duke und änderte den Familiennamen in St. Maur, was die ursprüngliche Schreibweise des Namens gewesen sein soll, aber der Name Seymour wurde trotzdem noch häufig gebraucht.

Earl St. Maur und 12. Duke of Somerset[Bearbeiten]

Dem 11. Herzog folgte sein Sohn Edward Adolphus, 12. Duke of Somerset, geb. 20. Dezember 1804. Er gelangte 1834 für Totnes ins Parlament. Als eifriger Whig wurde er 1835 zum First Lord of the Treasury, 1839 zum Sekretär des indischen Amtes und 1841 für einige Zeit zum Unterstaatssekretär des Innern ernannt. Von 1849 bis Februar 1852 war er Oberkommissar der Wälder und Forsten, zog sich aber durch Willkürlichkeiten viele Gegner zu und wurde beim Wiedereintritt der Whigregierung 1855 übergangen, dagegen 1859 in das Whigministerium unter Palmerston als Erster Lord der Admiralität berufen, welches Amt er bis 1866 verwaltete. Seitdem gehörte Somerset keiner Regierung mehr an und starb am 28. November 1885 im Alter von 81 Jahren in London.

Earl St. Maur, genannt "Ferdy"[Bearbeiten]

Der älteste Sohn des 12. Herzogs war Edward Adolphus Ferdinand Seymour, Earl St. Maur, (1835–1869), der, bis er den 1863 seinem Vater verliehenen Titel Earl St. Maur of Berry Pomeroy als Höflichkeitstitel annahm, als Lord Seymour bekannt war. Ferdy war ein Abenteurer, der unter dem Namen Capt. Richard Sarsfield in Garibaldis Armee eintrat. Seit 1866 hatte der Earl St. Maur ein Verhältnis mit der damals 17-jährigen Rosina Swan, die ihn zunächst auf seinen Reisen begleitete und 1868 mit ihm nach England (Brighton) zurückkehrte. Ferdy und Rosina hatten zwei Kinder: Ruth (1867–1953), geboren in Tanger, und Richard Harold St. Maur (1869–1927), kurz vor dem Tod seines Vaters in Brighton geboren. Wären der Earl und Rosina verheiratet gewesen, wäre Harold als 13. Herzog der Erbe der Herzogswürde seines Großvaters geworden. Aus diesem Grund versuchte Harold Beweise dafür beizubringen, dass seine Eltern in den Niederlanden geheiratet hätten, hatte aber keinen Erfolg.

Vom 13. Duke bis heute[Bearbeiten]

Da der 12. Herzog alle seine Söhne überlebt hatte, folgte ihm sein ebenfalls schon betagter Bruder Archibald (* 30. Dezember 1810) als 13. Duke of Somerset.

Als dieser 1891 starb, wurde der jüngste Bruder Algernon Percy Banks St. Maur (1813–1894) der 14. Duke. Dreieinhalb Jahre später starb auch er und sein Sohn Algernon Seymour (1846–1923) wurde der 15. Duke.

Da dieser kinderlos starb, ging der Titel auf seinen entfernten Cousin Edward Hamilton Seymour (1860–1931) über. Er war der Ururenkel von Francis Seymour, Dean of Wells (1726–1799), des jüngsten Sohnes des 8. Duke.

Ihm folgte sein Sohn Evelyn Francis Seymour (1882–1954), der den Titel an seinen Sohn Percy Hamilton Seymour (1910–1984) weitergab. Gegenwärtiger 19. Duke ist dessen Sohn John Michael Edward Seymour (* 1952), dessen ältester Sohn Sebastian Edward, Lord Seymour (* 1982), sein Erbe ist.

Liste der Earls und Herzöge von Somerset[Bearbeiten]

Earls of Somerset, Erste Verleihung (1141)[Bearbeiten]

Earls of Somerset, Zweite Verleihung (1397)[Bearbeiten]

Herzog von Somerset, Erste Verleihung (1443)[Bearbeiten]

Herzöge von Somerset, Zweite Verleihung (1448)[Bearbeiten]

Herzöge von Somerset, Dritte Verleihung (1499)[Bearbeiten]

Herzöge von Somerset, Vierte Verleihung (1525)[Bearbeiten]

Earls of Hertford (1559)[Bearbeiten]

Herzöge von Somerset, Fünfte Verleihung (1547)[Bearbeiten]

Percy Seymour; 18. Herzog von Somerset, vor Bradley House, Maiden Bradley, Somerset

sein Erbe und Sohn: Sebastian Edward Seymour, Lord Seymour (* 1982)