Pfalzgrafenweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pfalzgrafenweiler
Pfalzgrafenweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pfalzgrafenweiler hervorgehoben
48.5283333333338.5677777777778636Koordinaten: 48° 32′ N, 8° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Freudenstadt
Höhe: 636 m ü. NHN
Fläche: 44,72 km²
Einwohner: 7034 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72285
Vorwahl: 07445
Kfz-Kennzeichen: FDS, HOR
Gemeindeschlüssel: 08 2 37 054
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 1
72285 Pfalzgrafenweiler
Webpräsenz: www.pfalzgrafenweiler.de
Bürgermeister: Dieter Bischoff
Lage der Gemeinde Pfalzgrafenweiler im Landkreis Freudenstadt
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Über dieses Bild
Ortsmitte Pfalzgrafenweiler

Pfalzgrafenweiler ist eine Gemeinde im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Luftkurort Pfalzgrafenweiler liegt in 500 bis 750 Metern Höhe über NN auf einem Höhenrücken zwischen Schwarzwald und Heckengäu. Das Gemeindegebiet reicht im Westen im Bereich der Nagoldtalsperre bis fast an die Nagold und im Osten etwas über das Tal von deren großem Zufluss Waldach hinweg auf die rechte Randhöhe.

Gliederung der Gemeinde[Bearbeiten]

Zu Pfalzgrafenweiler gehören noch die Ortsteile Bösingen, Durrweiler, Edelweiler, Herzogsweiler, Kälberbronn und Neu-Nuifra.

Geschichte[Bearbeiten]

Pfalzgrafenweiler wurde 1165 erstmals urkundlich erwähnt, als die dort liegende Burg Pfalzgrafenweiler der Pfalzgrafen von Tübingen zerstört wurde. Das Gebiet gehörte seit der Zeit Karls des Großen zum Nagoldgau unter Gaugraf Gerold. Nachdem den Gaugrafen im 11. Jahrhundert auch der Schönbuch unterstellt worden war, verlegten sie ihren Sitz nach Tübingen und durften den Titel Pfalzgrafen führen. Die kleine Jagdniederlassung Wylare wurde zur Pfalzgrafenburg ausgebaut. Während der Fehde von Pfalzgraf Hugo II. mit dem Welfengraf Welf VI. belagerte letzterer die Burg und zerstörte sie schließlich 1165.

Nach dem Wiederaufbau wurden Burg und Umland 1228 an das Bistum Straßburg abgetreten, Pfalzgraf Rudolf II. erhielt sie aber umgehend als Lehen zurück. Durch Heirat kam das Gebiet um Pfalzgrafenweiler Mitte des 13. Jahrhunderts an die Grafen von Eberstein. Um 1420 kam das Gebiet durch Erbteilung je zur Hälfte an die Markgrafschaft Baden und die Grafschaft Württemberg; Pfalzgrafenweiler wurde württembergisch.

1729 erhielt der Ort das Marktrecht. Bei einem Großbrand am 25. April 1798 wurde die Gemeinde fast vollständig zerstört.

Ende der 1920er Jahre wurde mit dem Bau einer Nebenbahn der Gäubahn von Dornstetten über Hallwangen nach Pfalzgrafenweiler begonnen, der jedoch nie vollendet wurde. Umfunktionierte Bahndämme erinnern heute an dieses Kapitel.

Historischer Marktplatz

Am 11. August 1955 stießen während einer Fallschirmjägerübung zwei US-amerikanische Transportflugzeuge in der Luft zusammen. Bei dem Absturz in einem Kornfeld bzw. Waldgebiet bei Edelweiler kamen 66 US-Soldaten ums Leben.[2]

Religionen[Bearbeiten]

Ende des 15. Jahrhunderts erhielt Pfalzgrafenweiler eine eigene Kirche. Seit der Einführung der Reformation 1534 ist der Ort in starkem Maße evangelisch geprägt. Die kleine römisch-katholische Gemeinde wird von Waldachtal aus betreut. Die evangelische Kirchengemeinde des Ortsteils Bösingen gehört zum Kirchenbezirk Nagold, obwohl Pfalzgrafenweiler politisch dem Landkreis Freudenstadt angehört. In der Gemeinde gibt es auch eine Neuapostolische Kirche.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1912: 1200
  • 2000: 6802
  • 2005: 7057

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1. Januar 1972: Edelweiler
  • 1. Januar 1975: Bösingen, Durrweiler, Herzogsweiler, Kälberbronn

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[3]
Wbt.: 52,1 % (2004: 54,3 %)
 %
50
40
30
20
10
0
49,5 %
41,9 %
8,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+5,3 %p
+5,4 %p
-10,7 %p

Die Kommunalwahl am 7. Juli 2009 ergab die folgende Sitzverteilung:

FWG 49,5 % 11 Sitze (+1)
CDU 41,9 % 9 Sitze (+1)
SPD 8,6 % 1 Sitz (–3)

Partnerschaften[Bearbeiten]

Pfalzgrafenweiler unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu La Loupe in Frankreich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

In Pfalzgrafenweiler gibt es eine Grund- und Hauptschule sowie eine Realschule. Die Realschule und die Hauptschule sind im selben Gebäude untergebracht, ein Teil der Grundschulklassen befindet sich in einem neueren Anbau.

Darüber hinaus befindet sich im Ort die DRK-Landesschule Baden-Württemberg, an der unter anderem die Ausbildungen zum Rettungshelfer, Rettungssanitäter, Rettungsassistenten, Betriebssanitäter sowie Aus-, Fort- und Weiterbildungen für Führungskräfte im Katastrophenschutz durchgeführt werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfalzgrafenweiler liegt an der Fernwanderstrecke Ostweg, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Jakobskirche Pfalzgrafenweiler

Beim Ortsteil Kälberbronn liegt das Naturschutzgebiet Hohe Tannen, das für seine extrem alten und hohen Bäume bekannt ist. Manche erreichen eine Höhe von über 50 Meter. Hier stand bis zum Orkan Lothar im Jahr 1999 auch Deutschlands vermutlich höchste Weißtanne mit 55 Metern Höhe, deren Alter auf 300 Jahre geschätzt wurde. Solche Bäume wurden früher an die niederländischen Werften verkauft, die daraus Masten für Großsegler herstellten.

Hohlenstein an dem Hang über dem Vörbächle

Der Hohlenstein, auch Hohler Stein genannt, ist ein freiliegender Fels aus Buntsandstein.[4] Er liegt am Hang des Vörbächles, einem Zufluss zur Waldach.

"Ameisen" (der Spitzname für die Einwohner von Pfalzgrafenweiler) zieren den Ortseingang aus Richtung Durrweiler

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Anatomy of a formation accident, private Webseite, abgerufen am 11. Dezember 2010
  3. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2009/GTabelle.asp?G=GE237054
  4. Geologische Naturdenkmale im Regierungsbezirk Karlsruhe

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfalzgrafenweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien