Herzogtum Guise

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Die Grafschaft Guise bzw. das Herzogtum Guise waren Herrschaften im Norden Frankreichs. Ursprünglich eine Seigneurie, wurde Guise 1417 für René von Anjou, den jüngeren Sohn von Ludwig II., Titularkönig von Neapel zur Grafschaft erhoben. Um den Besitz gab es Auseinandersetzungen mit dem Haus Luxemburg (1425–1444), die zugunsten Anjous entschieden wurden.

1520 ging Guise an eine jüngere Linie des Hauses Lothringen, beginnend mit Claude de Lorraine, für den die Grafschaft 1528 zum Herzogtum erhoben wurde.

Der Titel erlosch 1688, Guise ging an Anna, Pfalzgräfin von Simmern, eine Urenkelin von Charles II. de Lorraine, duc de Mayenne (dessen Mutter den 5. Herzog von Guise geheiratete hatte), obwohl sie nicht die Primogenitur-Erbin war (das war der Herzog von Mantua und Montferrat). Der Herzogstitel wurde 1704 für sie und ihren Ehemann, Henri III. Jules de Bourbon, prince de Condé, neu verliehen.

Nach dem Aussterben der Familie Condé in männlicher Linie 1830, gingen Herzogtum und Titel an das Haus Orléans, Nachkommen von Annas Enkelin Louise Elisabeth de Bourbon-Condé und deren Tochter Louise Henriette de Bourbon-Conti, Herzogin von Orléans; der Titel wurde im 19. Jahrhundert als Höflichkeitstitel für Familienmitglieder benutzt, zuerst für die drei Söhne von Henri d'Orléans, duc d'Aumale, dann für Jean, den Sohn von Robert d'Orléans, duc de Chartres. Jean Pierre Clément Marie d'Orléans, duc de Guise wurde 1926 der orléanistische Prätendent für den französischen Thron.

Herren von Guise (um 950-1417)[Bearbeiten]

Der Donjon von Guise wurde um 950 von Walter I., Graf von Amiens, Vexin und Valois, errichtet.

Nicht erbliche Herren von Guise[Bearbeiten]

Die Grafen von Valois gaben Guise nicht erblich an Kastellane. Darunter befinden sich:

  • 1010: Rainer/René'
  • 1048: Burchard/Bouchard
  • 1058: Walter I. (Gautier I.) de Guise, der erste erbliche Herr von Guise.

Es gibt einen Walter von Vexin, Sohn von Rudolf III., Graf von Valois, der Guise von seinem Bruder Rudolf IV. erhielt. Man kann annehmen, dass beide Walter identisch sind, und dass Walter I. die Streitigkeiten um die Nachfolge Simon von Crépys nutzte, um Guise an seinen Sohn zu vererben.

Erstes Haus Guise[Bearbeiten]

  • Godefroy de Guise, dessen Sohn, ∞ Ada von Montdidier
  • Guy de Guise (* um 1070, † 1141), dessen Sohne, ∞ Adélaïde de Montmorency
  • Bouchard II. de Guise, ab 1141, dessen Sohn, ∞ Adélaïde de Soupir
  • Adelvie de Guise, dessen Tochter, ∞ Jacques, Herr von Avesnes

Haus Avesnes[Bearbeiten]

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Haus Châtillon[Bearbeiten]

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1360 verheiratete er seine Tochter Maria mit Ludwig I., Herzog von Anjou, und gab ihr Guise als Mitgift.

Jüngeres Haus Anjou[Bearbeiten]

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Ludwig II. gibt Guise an seinen zweiten Sohn René, König Karl VII. macht Guise zur Grafschaft.

Grafen von Guise (1417–1528)[Bearbeiten]

Jüngeres Haus Anjou[Bearbeiten]

  • René, (* 1409 † 1480); ∞ Isabella von Lothringen

Haus Luxemburg-Ligny[Bearbeiten]

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Die luxemburgischen Ansprüche stammen von Guy de Châtillon, dem älteren Bruder Hugos, Herr von Guise. Sie forderten, dass Guy anstelle Hugos Guise hätte erben müssen, und Guise nunmehr ihnen zustehe. Johann von Luxemburg ließ sich die Burg von Guise von den Engländern zusprechen und eroberte sie 1425.

Jüngeres Haus Anjou[Bearbeiten]

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Karl von Anjou, Bruder Renés, beansprucht 1440 Guise und heiratete 1443 Isabella von Luxemburg, Ludwigs Schwester. Schließlich spricht ihm König Karl VII. Guise zu, während die Nachkommen Renés die Grafschaft weiterhin für sich beanspruchen.

Haus Armagnac[Bearbeiten]

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  • Louis d'Armagnac, † 1503, Herzog von Nemours, dessen Neffe, Sohn von Jacques d'Armagnac, Graf von La Marche und Herzog von Nemours, und Louise d'Anjou
  • Marguerite d'Armagnac, † 1503, 1503 5. Herzogin von Nemours, Gräfin von Guise, Tochter von Jacques d'Armagnac, 2. Duc de Nemours; ∞ Pierre I. de Rohan, †1513, Seigneur de Gié, du Vergier, de Ham, Comte de Marle, 1476 Marschall von Frankreich, 1485 Prince, Witwer von Francoise de Penhoet
  • Charlotte d'Armagnac, † 1504, 1503 6. Herzogin von Nemours, Gräfin von Guise, Tochter von Jacques d'Armagnac, 2. Duc de Nemours; ∞ Charles de Rohan, Seigneur de Gié, etc., Sohn von Pierre de Rohan aus dessen Ehe mit Francoise de Penhoet

Haus Rohan[Bearbeiten]

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  • Charles de Rohan, † 1528, Sohn von Pierre de Rohan und Françoise de Penhoet, Seigneur de Gié, Graf von Guise bis 1526, seitdem Graf von Orbec; ∞ Charlotte d'Armagnac, † 1504, Herzogin von Nemours und Gräfin von Guise, Schwester von Louis d'Armagnac und Marguerite d'Armagnac, keine Nachkommen aus dieser Ehe

Haus Lothringen-Guise[Bearbeiten]

René II. von Lothringen, Enkel von René I. von Anjou, versuchte ab 1480, dem Todesjahr seines Großvaters, seine Ansprüche auf Guise durchzusetzen. Er starb 1508 und vermachte seine gesamten französischen Besitzungen (und Ansprüche) seinem zweiten Sohn Claude. Dieser kämpfte mit König Franz I. in der Schlacht bei Marignano, und ließ sich 1520 die Grafschaft Guise vom Parlement in Paris zusprechen.

Herzöge von Guise (1528–1789)[Bearbeiten]

Haus Guise[Bearbeiten]

Armoiries ducs de Guise.svg

König Franz. I. macht Guise 1528 zum Herzogtum und Pairie.

Das Herzogtum Guise fällt an die Krone zurück und wird an die Bourbon-Condé gegeben.

Haus Condé[Bearbeiten]

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Mit dem Tod von Louis VI. geht der Titel an König Louis Philippe.

Haus Orléans[Bearbeiten]

  • Henri Léopold Philippe Marie d’Orléans (1847–1847), Enkel von Louis-Philippe

Höflichkeitstitel[Bearbeiten]