Hessischer Ministerpräsident
Der hessische Ministerpräsident ist der Regierungschef des Landes Hessen und führt somit den Vorsitz der hessischen Landesregierung. Rechte, Pflichten und Wahlmodus des Ministerpräsidenten werden in der Verfassung des Landes Hessen festgelegt. Der Amtssitz des hessischen Ministerpräsidenten ist die Staatskanzlei.
Der Ministerpräsident leitet die Geschäfte der hessischen Landesregierung und trägt die Verantwortung gegenüber dem hessischen Landtag, er besitzt also eine Richtlinienkompetenz. Bei Stimmengleichheit in der Landesregierung gibt seine Stimme den Ausschlag. Der Ministerpräsident wird vom hessischen Landtag auf eine Dauer von fünf Jahren gewählt. Ihm stehen das Recht zu, die Zahl der Ministerinnen und Minister und ihre Geschäftsbereiche festzulegen. Außerdem besitzt er das Begnadigungsrecht und vertritt Hessen nach außen.
Nach der Wahl durch den hessischen Landtag hat der Ministerpräsident im Landtag folgenden Eid abzulegen:
- „Ich schwöre, dass ich das mir übertragene Amt unparteiisch und nach bestem Wissen und Können verwalten sowie Verfassung und Gesetz in demokratischem Geiste befolgen und verteidigen werde.“
Der Ministerpräsident und die Minister können jederzeit zurücktreten. Beim Tod des Ministerpräsidenten muss die gesamte Landesregierung zurücktreten. Der Landtag kann dem Ministerpräsidenten das Misstrauen aussprechen. Ein solcher Antrag muss von einem Sechstel der Abgeordneten gestellt und in einer namentlichen Abstimmung von mehr als der Hälfte der gesetzlichen Abgeordneten befürwortet werden. Kommt ein ungünstiger Beschluss zu Stande, so muss der Ministerpräsident zurücktreten.
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Ministerpräsidenten Hessens [Bearbeiten]
Die beiden ersten Ministerpräsidenten nach Kriegsende, Ludwig Bergsträsser (SPD) und Karl Geiler (parteilos), waren nicht gewählt, sondern von der amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzt worden. Die erste Landtagswahl nach dem Krieg fand am 1. Dezember 1946 statt.
| Ministerpräsident | Kabinett | Beteiligte Parteien | Amtszeit |
| Karl Geiler | Geiler | SPD, CDU, KPD, Parteilose | 1945–46 |
| Christian Stock | Stock | SPD, CDU | 1946–50 |
| Georg August Zinn | Zinn I | SPD | 1950–54 |
| Georg August Zinn | Zinn II | SPD, GB/BHE | 1954–58 |
| Georg August Zinn | Zinn III | SPD, GB/BHE | 1958–62 |
| Georg August Zinn | Zinn IV | SPD, GDP | 1962–66 |
| Georg August Zinn | Zinn V | SPD | 1966–69 |
| Albert Osswald | Osswald I | SPD | 1969–70 |
| Albert Osswald | Osswald II | SPD, FDP | 1970–74 |
| Albert Osswald | Osswald III | SPD, FDP | 1974–76 |
| Holger Börner | Börner I | SPD, FDP | 1976–78 |
| Holger Börner | Börner II | SPD, FDP | 1978–84 |
| Holger Börner | Börner III | SPD, Grüne | 1984–87 |
| Walter Wallmann | Wallmann | CDU, FDP | 1987–91 |
| Hans Eichel | Eichel I | SPD, Grüne | 1991–95 |
| Hans Eichel | Eichel II | SPD, Grüne | 1995–99 |
| Roland Koch | Koch I | CDU, FDP | 1999–2003 |
| Roland Koch | Koch II | CDU | 2003–2009 |
| Roland Koch | Koch III | CDU, FDP | 2009–2010 |
| Volker Bouffier | Bouffier | CDU, FDP | ab 2010 |
Dienstvilla [Bearbeiten]
Die Villa von Schertel in der Rosselstraße 19 in Wiesbaden ist die denkmalgeschützte Dienstvilla des Hessischen Ministerpräsidenten. Die Villa wird zu repräsentativen Zwecken genutzt. Die Privatwohnung im Obergeschoss wurde letztmals durch Hans Eichel genutzt.
Siehe auch [Bearbeiten]
- Geschichte Hessens
- Hessischer Landtag #Wahlergebnisse
- Liste der Ministerpräsidenten der deutschen Länder
Weblinks [Bearbeiten]
Staatskanzlei | Ministerpräsident | Finanzministerium | Innenministerium | Justizministerium | Kultusministerium | Sozialministerium | Umweltministerium | Wirtschaftsministerium | Wissenschaftsministerium