Heterosexualität

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Heterosexualität (seltenst auch Alloiophilie) ist die sexuelle Orientierung, bei der Liebe, Romantik und sexuelles Begehren ausschließlich oder vorwiegend für Personen des anderen Geschlechts empfunden werden. Das Adjektiv heterosexuell wird auch auf sexuelle Handlungen mit andersgeschlechtlichen Partnern angewendet, wenn die Beteiligten nicht überwiegend heterosexuell sind.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Etymologie

Der Begriff „Heterosexualität“ ist eine hybride Wortneubildung aus dem Jahre 1868, geprägt vom Schriftsteller Karl Maria Kertbeny aus Griech. ἕτερος heteros „der andere, ungleich“ und lat. sexus „das männliche und das weibliche Geschlecht“. Gleichzeitig prägte er als Antonym den Begriff „Homosexualität“.

Der Begriff „Heterosexualismus“ wird manchmal vor 1933 verwendet, danach nur sehr vereinzelt und in neuerer Zeit vereinzelt als Synonym für Heteronormativität. Der Begriff „Heterosexualisten“ wird in neuerer Zeit vereinzelt als Antonym in Verbindung mit dem historischen Wort „Homosexualisten“ verwendet.

Der Begriff „Alloiophilie“ wurde von Magnus Hirschfeld[1] spätestens 1918[2] aus den Griechischen Wörtern ἄλλος allos „der andere“ und φιλία philia „Freundschaft“ geprägt. Es wird seit je her äußerst selten verwendet.

In der Schreibweise „Allophilie“ wird es in anderem Kontext in der Literaturwissenschaft und Biologie/Zoologie/Anatomie verwendet. Alloerotik wurde von Sigmund Freud eingeführt für die Ausrichtung der Libido auf andere Personen zu beschreiben, im Gegensatz zur Autoerotik die Kertbeny „Monosexualität“ genannt hatte.

[Bearbeiten] Evolution

Heterosexualität hat sich innerhalb der Evolution der Sexualität vor ca. 600 Millionen Jahren etabliert, und bei der Sicherstellung der genetischen Mischung und der Fortpflanzung bewährt. Dabei finden männliche und weibliche Lebewesen einander sexuell anziehend, um in einem daraus resultierenden Geschlechtsakt Nachwuchs zu zeugen. Dennoch kann sich Sexualität manchmal auch anders manifestieren, zum Beispiel als Bi- oder Homosexualität. In einer Studie aus Schweden von 2008 an eineiigen Zwillingen wurde belegt, dass die Faktoren, die die sexuelle Orientierung steuern, sehr komplex sind.[3]


Quellenangaben
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[Bearbeiten] Heterosexualität bei Sigmund Freud

Für Sigmund Freud beruhte die Heterosexualität, ähnlich wie die Homosexualität, auf einer lebensgeschichtlichen „Einschränkung der Objektwahl“. Alle „Normalen“ ließen daher, so Freud, „neben ihrer manifesten Heterosexualität ein sehr erhebliches Ausmaß von latenter oder unbewusster Homosexualität“ erkennen.[4]

[Bearbeiten] Heterosexualität aus Sicht von Homosexuellen

In Teilen der Queer Theory und den Gay&Lesbian Studies, wird Heterosexualität als gesellschaftliches Organisationsprinzip verstanden und als Heteronormativität bezeichnet.[5] In der lesbisch-schwulen Szene werden Menschen heterosexueller Orientierung im deutschen Sprachgebrauch oft umgangssprachlich als „Heten“ (oder engl. straight (deutsch etwa: geradlinig)) bezeichnet. Weiterhin ist die Kurzbezeichnung „Hetero“ üblich, für heterosexuelle Frauen auch „Hetera“.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Journal of Social Studies, 1940, Nr. 1-6, S. 28
  2. Magnus Hirschfeld: Sexualpathologie. Ein Lehrbuch für Ärzte und Studierende. Band II: Sexuelle Zwischenstufen. Das männliche Weib und der weibliche Mann, A. Marcus & E. Weber, Bonn 1918, S. 214
  3. So nah am anderen Ufer (Eine Studie zeigt: Schwulsein hat komplexe Wurzeln), Die Zeit 27/2008
  4. fehlender Beleg für Freuds Aussage; Über die Psychogenese eines Falles von weiblicher Homosexualität, Seite ?
  5. fehlender Beleg für die Einschätzung von Homosexuellen
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