Hetzles

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hetzles
Hetzles
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hetzles hervorgehoben
49.63524511.128615340Koordinaten: 49° 38′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Dormitz
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 11,74 km²
Einwohner: 1277 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91077
Vorwahl: 09134
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 137
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 3
91077 Hetzles
Webpräsenz: www.hetzles.de
Bürgermeister: Franz Schmidtlein (Bürger aus Hetzles und Honings)
Lage der Gemeinde Hetzles im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger Land Erlangen Landkreis Bamberg Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Bamberg Landkreis Bamberg Wiesenttal Igensdorf Hiltpoltstein Gräfenberg Hallerndorf Forchheim Hausen (bei Forchheim) Heroldsbach Eggolsheim Weißenohe Wiesenthau Weilersbach (Oberfranken) Unterleinleiter Pretzfeld Poxdorf (Oberfranken) Pinzberg Obertrubach Neunkirchen am Brand Leutenbach (Oberfranken) Langensendelbach Kunreuth Kleinsendelbach Kirchehrenbach Hetzles Gößweinstein Effeltrich Ebermannstadt Dormitz IgensdorfKarte
Über dieses Bild

Hetzles ist eine Gemeinde im Landkreis Forchheim (Regierungsbezirk Oberfranken) und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Dormitz. Ortsteile sind Hetzles und Honings.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Hetzles liegt zwischen Nürnberg und Bamberg und ist von beiden Städten jeweils ca. 30 Kilometer entfernt.

Direkt am Tor zur Fränkischen Schweiz unterhalb des 549 m hohen Hetzleser Berges gelegen, ist es als Kirschendorf bekannt. Für Wander- und Fahrradfreunde gibt es rund um den Hetzleser Berg befestigte Touren.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Hetzles gliedert sich in zwei Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Effeltrich, Kunreuth, Igensdorf, Neunkirchen am Brand, Langensendelbach

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem Hetzleser Berg, einem Tafelberg, befinden sich ein Ringwall und einige Abschnittsbefestigungen. Die dort gemachten Funde sind hallstatt- und laténezeitlich. Heinrich von Schweinfurt, auch Hezilo genannt, gab dem Ort seinen Namen. Der Name Hetzles wurde auf den langgestreckten Bergzug, der als Teil der Fränkischen Alb weit in die Regnitzfalte vorspringt, übertragen.

1109 wurde Hetzles zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Am Tage der Weihe der St.-Jakobs-Kirche in Bamberg am 25. Juli 1109 schenkte Bischof Otto I. dem Kloster St. Jakob neben anderen Dörfern auch Hetzles. In dem Testamantumbonorum, dem Verzeichnis der geschenkten Güter, kommt der Name Hetzles je fünfmal in deutscher und lateinischer Sprache vor („cemehezeles“, „villa hecelonis“, „curia hecelonis“). In der Schenkungsurkunde heißt es „Bischoff Otto von Bamberg an das Stift Jakob vermacht: vom Dorfe Cemehezeles und Honungen einen Herrenhof, sieben Sölden und vier Herdstellen im Dorfe Cembahe, eine Sölde mit aller Nutzung“.

Hetzles im heutigen Regierungsbezirk Oberfranken gehörte im Mittelalter und in früher Neuzeit zur Domdechantei des Hochstifts Bamberg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern.

Religion[Bearbeiten]

Hetzles ist ein katholisch geprägter Ort. Die Dorfkirche ist dem heiligen Laurentius geweiht. Die ehemalige Wehrkirche wurde abgerissen und aus den Steinen die heutige Kirche gebaut.

Der Kindergarten in Hetzles wird von der Kirche gefördert.

Durch die Zuwanderung neuer Bürger hat sich der Anteil evangelischer Bürger erhöht, für die es aber keine eigene Kirche gibt.

Politik[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Franz Schmidtlein (Bürger aus Hetzles und Honings). Für das Amt des Zweiten Bürgermeisters wurde Georg Regenfus und als Dritter Bürgermeister Michael Bayer (beide: Bürgerblock) gewählt.

Gemeinderat nach der Kommunalwahl 2014[Bearbeiten]

Sitze
Bürgerblock Hetzles 5
Bürger aus Hetzles und Honings 4
Bürgerforum Hetzles und Honings e. V. 3

Liste der Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1870–1882 Johann Bayer
  • 1882–1894 Johann Fees
  • 1894–1903 Friedrich Maier
  • 1903–1919 Sebastian Schmitt
  • 1919–1933 Johann Georg Albert
  • 1933–1935 Johann Kauper
  • 1935–1939 Johann Ludwig Mehl
  • 1939–1945 Franz Förtsch
  • 1945–1953 Peter Ziegelbauer
  • 1953–1964 Johann Albert
  • 1964–1984 Jakob Deinlein
  • 1984–1996 Bruno Braun
  • seit 1996 Franz Schmidtlein

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Über einem von Silber und Blau geteilten Schildfuß in Rot ein schräglinks gestellter silberner Bischofsstab, beseitet von drei gestielten Kirschen und einem silbernen Ammonshorn.

Der von Silber und Blau geteilte Schildfuß erinnert an die adlige Familie von Breitenstein, die schon im 14. Jahrhundert auf dem Hetzles ansässig war. Der Bischofsstab weist auf den aus Hetzles stammenden Michael von Deinlein hin, der von 1858 bis 1875 Erzbischof von Bamberg war. Die Kirschen sprechen für das Kirschendorf Hetzles; das Ammonshorn erinnert an fossile Funde.

Tradition und Trachten[Bearbeiten]

An zwei Festtagen des Jahres hat das Trachtenleben in Hetzles seine Höhepunkte: am Fronleichnams- oder Kränzelestag und an der Kirchweih am dritten Wochenende im August. Während am Fronleichnamstag der Charakter der Tracht festtäglich und feierlich ist, wird am Kirchweihtag mehr der fröhliche weltliche Sinn in den Trachten zur Schau getragen. Der verschiedene Charakter der beiden Feste spiegelt sich in der Tracht und in den Farben wider. Jährlich im August findet im Hof des Gasthauses Schwarzer Adler (Mendelwirt) Singen unter der Linde statt. Bei diesem Fest tritt die Kindertrachtentanzgruppe der Brauchtumspflege Hetzles auf.

Am Fronleichnamstag, dem Hochfest der Kirche, sind die Trachtenfarben vor allem der jüngeren Mädchen und der jungen Frauen mehr ernst, aber doch froh gestimmt. Der barocke Charakter dieser Festtagstracht stimmt überein mit den Barockheiligen, die die Mädchen tragen. Das Rot und Violett der Kirchenfahnen harmoniert mit den Farben der Trachten, die auch einen bläulichen und grünlichen Ton in das Farbengemälde mischen. Die schwerfallenden Röcke sind ein Kontrast zu den seidenen Schobben, die durch Zierborden und etwas Samt ausgeputzt, das barocke Bild ergeben. Die festtägigen weißen, roten und farbigen Kopftücher der Bäuerinnen vervollständigen die Farbenharmonie.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hetzles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111102/184045&attr=OBJ&val=1202