Heuliez

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Opel Tigra TwinTop, von 2004 bis 2009 bei Heuliez produziert

Heuliez [øˈlje] ist ein 1920 gegründetes französisches Unternehmen, das Pkw-Karosserien herstellt. Das Hauptwerk befindet sich im Kanton Cerizay, Departement Deux-Sèvres.

Die Nutzfahrzeugherstellung wurde 1980 nach Rorthais bei Bressuire in die Firma Heuliez Bus ausgegliedert und Anfang der 1990er Jahre verkauft.

Wegen des im März 2009 angemeldeten Insolvenzverfahrens sieht Heuliez einer unklaren Zukunft entgegen.

Geschichte[Bearbeiten]

Pferdefuhrwerke[Bearbeiten]

Heuliez wurde 1920 von Adolphe Heuliez zur Produktion von Pferdewagen gegründet.

Pkw-Karosserien[Bearbeiten]

Die Produktion von Pkw-Karosserien begann 1925 mit der Fertigung des Typs 177B für Peugeot. Im Oktober 2007 bat Heuliez um gerichtlichen Gläubigerschutz.[1]

Im August 2008 übernahm die indische Autofirma Argentum 60 Prozent der Anteile gegen die Verpflichtung, 25 Mio. Euro in die Firma zu investieren, davon 10 Mio. sofort. Eine Minderheitsbeteiligung übernimmt Frankreichs Staatsinvestor CDC, der 5 Mio. Euro investiert. Argentum-Chef Ajay Singh erklärte, Argentum wolle die starke Vertriebsplattform und die Entwicklungsabteilung der Firma nutzen, um eine globale Autodesignfirma zu schaffen. Außerdem wolle man den schnellwachsenden Markt für Elektroautos erschließen.[2] Ab 2011 wird das als „Heuliez Friendly“ entwickelte Elektroauto als Elektroauto Mia von dem deutsch-französischem Unternehmen Mia electric gefertigt. Nach der Insolvenz von Heuliez wurde dafür die Elektrofahrzeugsparte am 1. Juli 2010 vom Hauptgesellschafter und Pharmaunternehmer der mia electric GmbH, Prof. Edwin Kohl (73,4 %), übernommen.

Omnibusse[Bearbeiten]

Heuliez O 305 G Gelenkbus in Grenoble in den 1980er Jahren

1937 fertigte die Firma Heuliez ihren ersten Omnibus.

In den 1970er Jahren wurde die Omnibusfertigung von Heuliez durch die anderen französischen Bushersteller boykottiert, indem sie keine Fahrgestelle für Busaufbauten mehr lieferten. Aus diesem Grund griff Heuliez auf ausländische Fahrgestelle zurück und baute Omnibuskarosserien in großer Zahl insbesondere auf deutsche Fahrwerke von Daimler-Benz (Mercedes-Benz O 305 und O 305 G) und Magirus-Deutz.

1980 wurde die Firma Heuliez Bus gegründet, die eine Kooperation mit Renault einging. Heuliez Bus wurde 1991 von Renault und Volvo übernommen. 1998 übernahm Renault die Anteile der Volvo Bus Corp., und 1999 wurde Heuliez Bus eine Tochterfirma von Irisbus, worin die Busaktivitäten von IVECO und Renault zusammengelegt wurden. 2002 übernahm IVECO die Anteile von Renault an Irisbus.

Produktbeispiele[Bearbeiten]

Pkw-Karosseriebau[Bearbeiten]

Produkte der jüngeren Vergangenheit[Bearbeiten]

Omnibusse[Bearbeiten]

dreitüriger Heuliez O 305
  • Heuliez O 305 / O 305 G (auf dem Fahrgestell des Standard-I-Busses Mercedes-Benz O 305)
  • GX 17 / GX 77 H
  • GX 107 / GX 187
  • GX 44 (Nantes)
  • GX 113 (Marseille) / GX 117 / GX 117 L / GX 127 / GX 127 L
  • GX 217 / GX 217 CNG (Vilnius) / GX 217 GNV
  • GX 317 / GX 317 GNV / GX 317 GPL / GX 327 / GX 327 GNV
  • GX 417 / GX 417 CNG (Vilnius) GX 417 GNV / GX 427 / GX 427 GNV

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Lutz Meier: Inder retten Karosseriefirma Heuliez
  3. [2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Als Entwickler, Karosseriebauer und Kleinserienhersteller ähnelt Heuliez Firmen wie

Weblinks[Bearbeiten]