Heusinger-Steuerung

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Dampflokdetail
Arbeitsweise der Heusinger-Steuerung einer Dampflokomotive
Legende:
1 - Schwinge
2 - Gegenkurbel (Schwingenkurbel)
3 - Schieberschubstange
4 - Voreilhebel
5 - Kreuzkopf
6 - Steuerzylinder mit Schieber
7 - Dampfzylinder
8 - Steuerstange

Die Heusinger-Steuerung oder Walschaert-Steuerung ist eine Dampfmaschinensteuerung bei Lokomotiven.

Geschichte und Verbreitung[Bearbeiten]

Edmund Heusinger von Waldegg erfand die Steuerung im Jahre 1849. Jedoch hatte der Belgier Egide Walschaerts das gleiche Prinzip schon im Jahre 1844 unabhängig von ihm, also fünf Jahre früher erfunden, weshalb diese Steuerung außerhalb des deutschsprachigen Raumes als Walschaert-Steuerung bezeichnet wird.

Der weitaus größte Teil der europäischen Dampflokomotiven ist mit dieser Steuerung ausgestattet. Weiterentwicklungen der Heusinger-Steuerung sind die Winkelhebelsteuerung sowie die in den USA verbreitete Baker-Steuerung.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Anstatt mehrerer Exzenter ist an der Treibachse eine zum Kurbelzapfen versetzte Gegenkurbel angebracht. Von dort geht eine Schwingenstange zum unteren Ende einer Kulisse mit festem Drehpunkt. Diese überträgt die Bewegung auf die Schieberschubstange. Die Richtung und der Hub der Schieberschubstange kann durch die Position des Kulissensteins verstellt werden; befindet sich der Kulissenstein in der Mitte (also in der Drehachse der Kulisse), bewegt sich die Stange nicht; je weiter der Stein nach unten oder oben ausgelenkt wird, desto mehr bewegt sich die Schieberschubstange in der entsprechenden Richtung.

Der Voreilhebel wird am unteren Ende über eine Stange (Lenkerstange) vom Kreuzkopf aus, das obere Ende von der Schieberschubstange bewegt. Dazwischen ist der Voreilhebel mit dem Schieber verbunden. Kombiniert aus den phasenversetzten Bewegungen der Schieberschubstange und der Lenkerstange ergeben sich so Richtung und Hub des Schiebers.

Da die Bewegungsrichtung und der Hub der Schieberschubstange mittels der Steuerstange vom Führerstand aus verstellt werden können, lassen sich so Arbeitsrichtung und Füllungsgrad der Dampfzylinder steuern.

Weblinks[Bearbeiten]