Heute (österreichische Zeitung)

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Heute
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Beschreibung Wiener Gratiszeitung (auch NÖ, OÖ, Burgenland)
Verlag AHVV Verlags GmbH
Erstausgabe 2004/5
Erscheinungsweise Mo - Fr
Reichweite (Österreichische Media-Analyse 2010[1]) 0,935 Mio. Leser
Chefredakteur Christian Nusser
Herausgeberin Eva Dichand
Weblink http://www.heute.at
ZDB 2171258-X

Heute ist eine Gratis-Tageszeitung, die unter anderem in Wiener U-Bahn-Stationen, Bäckereien, Spitälern und an öffentlichen Plätzen zur freien Entnahme aufliegt. Sie ist die indirekte Nachfolgerin des im März 2004 eingestellten „U-Express“. Heute erscheint mit einer Auflage von über 620.000 Exemplaren täglich in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Burgenland und erreicht damit täglich knapp 1 Million Leser.

Verlag[Bearbeiten]

Herausgegeben wird Heute von der AHVV-Verlags-GmbH. Die Geschäftsführung setzt sich aus Eva Dichand und Wolfgang Jansky zusammen. Chefredakteur war bis Februar 2011 Richard Schmitt und wurde von Wolfgang Ainetter abgelöst.[2] Derzeit ist Christian Nusser Chefredakteur.[3] Die Herausgeberin ist Eva Dichand, die Schwiegertochter des verstorbenen Hans Dichand.

Eigentümer[Bearbeiten]

Eigentümer der Gratiszeitung sind die Pluto Privatstiftung mit 74 Prozent sowie die Periodika Privatstiftung mit 26 Prozent. Die Pluto Privatstiftung ist eine Familienstiftung, als Stifter fungieren Eva Dichand und ihr Bruder Georg Kriebernegg, Begünstigte sind Eva Dichand und Kinder. Die Finanzierung von "Heute" erfolgte laut Eva Dichand ausschließlich über einen Drei-Millionen-Kredit der Bank Austria. "Es gab keine weiteren Geldmittel von Außen, keine Garantien, keine Haftungen, außer über die beiden Eigentümer-Stiftungen. Und es gibt auch keine anderen Optionen, auf 'Heute' Einfluss zu nehmen, außer über die zwei Gesellschafter-Stiftungen.

Verteilung[Bearbeiten]

Gerichtlich umkämpfte[4] Entnahmeboxen für die Gratiszeitungen Heute und Österreich in Wiener U-Bahn-Stationen, 2008.

Die Verteilung der insgesamt 620.000 Exemplare täglich erfolgt über rund 3.500 Entnahmeboxen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Burgenland. Kerngebiet ist die Bundeshauptstadt Wien sowie das Wiener U-Bahn-Netz, in dem nach einem geheimen Vertrag mit den Wiener Linien[5] das Blatt exklusiv verteilt werden darf (täglich werden hier rund 260.000 Exemplare angeboten). Weitere Exemplare werden über Entnahmeboxen im Freien (z.B. in Fußgängerzonen), Schulen, Universitäten sowie über rund 400 Bäckereifilialen (Mann, Ströck Brot, Felber, Ankerbrot) zur freien Entnahme angeboten. Die 400.000 Exemplare für Wien werden durch die Druckerei Herold gedruckt. In Niederösterreich sind Heute-Entnahmeboxen auf allen größeren Bahnhöfen, in den Bezirkshauptstädten auch auf öffentlichen Plätzen, in Krankenhäusern, bei Bushaltestellen, Shopping-Centern und Bäckereien aufgestellt. Die eigens mutierte Niederösterreich Auflage beträgt täglich 140.000 Exemplare und wird seit September 2007 bei der Mediaprint Druckerei GmbH gedruckt.

Seit 28. August 2006 erscheint Heute auch in den oberösterreichischen Städten Linz, Wels und Steyr, wo nahezu parallel das Gratisblatt Neue der Neue Medien Verlags GmbH eingeführt wurde. Seit Juni 2010 erscheint HEUTE auch im nördlichen Burgenland.

Das Blatt wurde auch in Graz verteilt, man zog sich allerdings nach einer Zeitlang wieder zurück: Am Freitag, dem 6. Juli 2007 erschien die letzte Steiermark-Ausgabe der Heute. Gleichzeitig stellte auch die Styria-Gruppe das Erscheinen ihrer Gratiszeitung "ok" ein.

Auflage[Bearbeiten]

Derzeit werden laut ÖAK (Österreichische Auflagenkontrolle) täglich 623.000 Stück österreichweit aufgelegt. Damit gilt Heute als die auflagenstärkste Gratis-Zeitung in Österreich. In Wien wurde laut Mediaanalyse 2013 eine tägliche Reichweite von 39,2 % erzielt.[6] die nationale Reichweite von Heute liegt bei 13,8 % (999.000 Lesern) Die Auflage in Niederösterreich beträgt laut ÖAK 140.000 Stück (Reichweite 17,3 %), in Oberösterreich 84.000 Stück.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Inhalt umfasst die üblichen Themengebiete einer Tageszeitung wie Politik, Sport und Chronik. Die Artikel weisen einen simplen Satzbau auf und sind sprachlich einfach gehalten. Heute bedient die emotionale Gefühlsebene, indem sie meist mit reißerischen Überschriften und Schlagzeilen ihr Blatt betitelt. Auch das obligatorische Page-3-Girl ist in jeder Ausgabe vertreten, etwa einmal wöchentlich das erotische Bild eines Mannes, statt das einer Frau.

Zielgruppe[Bearbeiten]

Die Zielgruppe der Tageszeitung stellen größtenteils Personen dar, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen (auf dem Arbeitsweg oder auf dem Weg zur Schule/Uni). Im Gegensatz zu normalen Kaufzeitungen hat Heute in der Zielgruppe der jungen Leser unter 30 Jahren die höchste Reichweite-laut Mediaanalyse 42,7 %.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Heute gilt als Konkurrenzprodukt der Tageszeitung Österreich, die in einer abgespeckten Variante ebenfalls gratis verteilt wird. Seit 2010 ist Österreich laut ÖAK ebenfalls eine Gratiszeitung, da Großteile der Auflage nun ebenfalls gratis verteilt werden.[7] Eine Verbindung zwischen Mediaprint bzw. der Familie Dichand wird von beiden Seiten mit Nachdruck verneint.[8][9] Hans Dichand hat jedoch mehrmals öffentlich betont, sich für die Zeitung Heute zu interessieren und über ein Kauf- oder Kooperationsangebot nachzudenken.[10]

Zu einem Eklat führte am 7. Dezember 2012 die Berichterstattung der Heute-Redakteure Michner und Höllrigl zu einer Gewalttat in Klagenfurt, bei der sie den mutmaßlichen Mörder Harald P. in Staaten "hinterm Halbmond" sowie "wo das Gesäß beim Beten höher ist als der Kopf" einordneten[11]. Nach Protesten entschuldigte sich Chefredakteur Christian Nusser für die rassistischen Formulierungen[12] und beurlaubte die Verantwortlichen[13].

Zukünftiges[Bearbeiten]

Die ausschließlich von Werbeanzeigen finanzierte Zeitung erreichte nach nur 15 Monaten die Gewinnschwelle. Laut der Herausgeberin wird derzeit der gesamte Cash-Flow in Auflagensteigerungen und örtliche Expansion investiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. media-analyse.at: Österreichische Mediaanalyse 2010, Tageszeitungen total
  2. "Heute": Chefredakteur Ainetter geht - Kurier Online vom 23. November 2011 (Link nicht mehr abrufbar 2. Mai 2012)
  3. "Heute" Impressum
  4. Kartellgericht erlaubt "Österreich" in U-Bahn-Boxen, Der Standard, 4. Februar 2014
  5. dossier.at: Das Phänomen "Heute" 17. Oktober 2012
  6. 39,8 Prozent: "Krone" verliert - 397.000 lesen den STANDARD, Der Standard, 6. Oktober 2010 laut Daten von Media-Analyse (Österreich)
  7. Für ÖAK ist "Österreich" ganz Gratisblatt, Der Standard, 24. August 2010
  8. ‘Heute’: Gratis ist geiler, extradienst.at, Nr. 4/06 vom 5. Mai 2006, Seite: 26 (Interview mit Eva Dichand)
  9. Der Zeitungszar, Konrad & die Brüder, extradienst.at, Nr. 1/06 vom 3. Februar 2006, S. 31 (Interview mit Hans Dichand)
  10. Dichand will "Heute" haben Der Standard vom 3. Februar 2006, S. 27
  11. "Heute" überschreitet Grenzen - daStandard.at vom 7. Dezember 2012
  12. "Heute"-Entschuldigung aus aktuellem Anlass - Heute.at vom 7. Dezember 2012
  13. "Heute"-Eklat: Beide Redakteure beurlaubt - kurier.at vom 7. Dezember 2012