Hexapla
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Die Hexapla (griech. „die Sechsfache“) ist eine von Origenes um 245 herausgegebene mehrsprachige sechsfach synoptische Version des alttestamentlichen Textes.
- In der ersten Spalte fand sich der hebräische Konsonantentext,
- in der zweiten der hebräische Text in griechischer Umschrift,
- in der dritten die griechische Übersetzung Aquilas,
- in der vierten die griechische Übersetzung von Symmachus dem Ebioniten,
- in der fünften die von Origenes rezensierte Septuaginta (auch Origenische Rezension oder Hexapla genannt) und
- in der sechsten die griechische Übersetzung von Theodotion.
[Bearbeiten] Die Hexapla in der Frühzeit
Einzelne Teile des Textes, z.B. die Psalmen, versah er mit mehr Spalten, die unbekannte Übersetzungsquellen wiedergeben. Origenes nannte sie „Quinta“, „Sexta“ und „Septima“.
Das gesamte Werk soll 50 Bände mit 6000 Blättern umfasst haben. Wahrscheinlich existierten vom Gesamtwerk keine Kopien. Das Original wurde in der Bibliothek des Pamphilos in Cäsarea gesehen. Spätestens seit dem Arabereinfall 638 gilt sie als verschollen.
Eine andere Schrift von Origenes fand sich ebenfalls in dieser Bibliothek: die Tetrapla, die vier Spalten enthielt. Sie enthielt die Werke von Aquila, Symmachus dem Ebioniten, der Septuaginta und Theodotion. Ob sie eine Vorarbeit oder eine Kurzfassung der Hexapla war, lässt sich heute nicht beantworten.
Vom Gesamtwerk existieren keine Kopien mehr. Pamphilos und Eusebius stellten Kopien der Origenischen Rezension her. Eusebius zitierte in seiner Demonstratio Fidei daraus.
[Bearbeiten] Die Hexapla im 19. Jahrhundert
Giovanni Mercati entdeckte und entzifferte 1895 eine Abschrift der Hexapla in fünf Spalten mit ca. 150 Psalmversen. Es handelt sich um ein Palimpsest mit liturgischen Texten der Griechisch-orthodoxen Kirche, die Mercati in der Bibliothek Ambrosiana in Mailand studierte. Es ist als Codex Rescriptus Bibliothecae Ambrosianae O 39 sup. (Mailänder Fragmente) bekannt. Der Minuskeltext stammt aus dem 9. oder 11. Jahrhundert und enthält die griechische Umschrift der hebräischen Buchstaben, die Werke von Aquila und Symmachus dem Ebioniten sowie, etwas überraschend, die Quinta. Die Umschrift gibt einen Einblick in die Aussprache des Hebräischen im 3. Jahrhundert.
Etwas älter ist die Veröffentlichung des Codex Ambrosianus C. 313 Inf. durch A. M. Cercani im Jahre 1874. Sie enthält eine syrische Übersetzung der von Origenes rezensierten Septuaginta (LXX) in der 5. Spalte und viele Randlesungen von Aquila, Symmachus und Theodotion, die von dem Bischof Paul von Tella 615/617 angefertigt wurde.
Friderick Field gab 1875/76 zwei Bände mit dem Titel Origenis Hexaplorum heraus. Sie gibt die damals vollständige Sammlung der Hexaplafunde wieder. Er ordnete den Text aber nach anderen Kriterien an.
[Bearbeiten] Literatur
- Alison Salvesen (Hrsg.): Origen’s hexapla and fragments. Papers presented at the Rich Seminar on the Hexapla. Oxford Centre for Hebrew and Jewish Studies, 25th July – 3rd August 1994. Texts and studies in ancient Judaism 58; Tübingen: Mohr Siebeck, 1998, ISBN 3-16-146575-X
- Erich Klostermann: Analecta zur Septuaginta, Hexapla und Patristik. Leipzig: Deichert, 1895

