Heybeliada

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Heybeliada
Blick auf Heybeliada
Blick auf Heybeliada
Gewässer Marmarameer
Inselgruppe Prinzeninseln
Geographische Lage 40° 52′ 40″ N, 29° 5′ 30″ O40.87777777777829.091666666667136Koordinaten: 40° 52′ 40″ N, 29° 5′ 30″ O
Heybeliada (Türkei)
Heybeliada
Länge 1,2 km
Breite 2,7 km
Fläche 2,34 km²
Höchste Erhebung Değirmen Tepesi
136 m
Einwohner 5529
2363 Einw./km²
Hauptort Heybeli
Der Hafen von Heybeliada
Der Hafen von Heybeliada

Heybeliada (griechisch Chalki Χάλκη, altgriechisch Dēmonēsos Δημόνησος) ist die zweitgrößte Insel der Prinzeninseln im Marmarameer. Administrativ gehört Heybeliada zum Istanbuler Stadtteil Prinzeninseln.

Der höchste Punkt der Insel bildet mit 136 m der Değirmen Tepe. Andere Hügel sind Taş Ocağı Tepe (128  m), Ümit Tepe (85 m) und Makarios Tepe (98 m). Heybeliada hat vier Häfen (Bahriye, Mendirek, Değirmenburnu und Çam). Der Çam-Hafen bildet dabei den größten Hafen.

Geschichte[Bearbeiten]

Heybeliada war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts eine Fischerinsel, doch mit der Errichtung von Schulen (Erste private osmanische Handelsschule, osmanische Marineakademie) und durch die wohlhabende griechische Kommune erlebte die Insel eine Aufwertung. Erster Bürgermeister wurde 1887 der Grieche Papa Yani. 1894 beschädigte ein schweres Erdbeben die Gebäude der Insel. Nach Gründung der Türkei 1923 wurde auf Heybeliada ein Sanatorium für Tuberkulosekranke eingerichtet. Die Marineakademie wurde aus Sicherheitsgründen während des Zweiten Weltkrieges nach Mersin verlegt und 1946 wieder zurückverlegt. Wegen des Pogroms in Istanbul gegen die griechische Minderheit im September 1955, wanderte ein Teil der Inselgriechen nach Griechenland aus.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Insel hat einige griechisch-orthodoxe Bauwerke. Beim Çam-Hafen steht das Terki-Dünya-Kloster aus dem Jahr 1868. Daneben gibt es noch das Aya-Yorgi-Uçurum-Kloster (Hagios Georgios - Der Heilige Georg) von 1758 und die Jungfrau-Maria-Kirche, die 1341 von Kaiser Johannes V. errichtet worden ist. Auf der Spitze des nördlichen Ümit-Tepe (ehemals Papaz-Tepe) steht ein griechisch-orthodoxes Kloster aus dem 11. Jahrhundert, in welchem das Seminar von Halki untergebracht ist. Das Seminar von Halki war bis 1971 die wichtigste Theologische Hochschule des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Die Schule ist heute geschlossen und zieht Touristen aus Griechenland und der Türkei an. Neben diesen christlichen Bauten existiert noch die Bet-Yaakov-Synagoge und die Heybeliada Camii.

Auf dem Grundstück der Marineakademie befindet sich das Grab des englischen Botschafters Edward Barton, welcher der zweite Botschafter Großbritanniens im Osmanischen Reich war. Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich die einzige erhaltene byzantinische Kirche namens Kamariotissa. Kamariotissa war die letzte Kirche, die vor dem Fall Konstantinopels 1453 erbaut worden ist. Die türkische Marine hat das Schiff der Milgem-Klasse TCG Heybeliada nach der Insel benannt.

Verkehr[Bearbeiten]

Um die Luft und Umwelt von Heybeliada nicht zu verschmutzen, sind auf der Insel keine motorisierten Fahrzeuge gestattet. Ausnahmen bilden Fahrzeuge der Ambulanz, Polizei, Feuerwehr und ähnliche Fahrzeuge. Fortbewegungsarten auf der Insel sind zu Fuß, per Fahrrad oder Kutsche. Heybeliada hat keinen Flughafen, sondern nur einen Schiffshafen.

Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Im Winter beträgt die Einwohnerzahl der Insel etwa 5600, steigt jedoch im Sommer wegen der Besitzer von Sommerwohnungen auf ungefähr 10.000 an. Hauptattraktionen im Sommer sind die Open-air-Konzerte, ein Schwimm- und Fitnessclub am Meer und der jährliche Umzug der Marineband zum Unabhängigkeitstag.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]