Heyersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heyersdorf
Heyersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heyersdorf hervorgehoben
50.84861111111112.351666666667290Koordinaten: 50° 51′ N, 12° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Altenburger Land
Erfüllende Gemeinde: Gößnitz
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 3,78 km²
Einwohner: 135 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04626
Vorwahl: 03762
Kfz-Kennzeichen: ABG, SLN
Gemeindeschlüssel: 16 0 77 017
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 34c
04626 Heyersdorf
Bürgermeisterin: Helga Leitholdt
Lage der Gemeinde Heyersdorf im Landkreis Altenburger Land
Altenburg Nobitz Langenleuba-Niederhain Altkirchen Dobitschen Drogen Fockendorf Frohnsdorf Gerstenberg Göhren (bei Altenburg) Göllnitz Göpfersdorf Gößnitz Haselbach (bei Altenburg) Heukewalde Heyersdorf Jonaswalde Jückelberg Kriebitzsch Löbichau Lödla Lucka Lumpzig Mehna Meuselwitz Monstab Nöbdenitz Ponitz Posterstein Rositz Nobitz Schmölln Starkenberg Thonhausen Treben Vollmershain Wildenbörten Windischleuba Ziegelheim Thüringen Landkreis Greiz Sachsen-Anhalt SachsenKarte
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Heyersdorf ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Gemessen an der Einwohnerzahl ist sie die kleinste Gemeinde des Landkreises. Heyersdorf ist zusammen mit Ponitz beauftragende Gemeinde für Gößnitz, das heißt, dass einige Verwaltungsaufgaben im Gößnitzer Rathaus erledigt werden.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Heyersdorf befindet sich nördlich der Bundesautobahn 4 und nordwestlich der Stadt Crimmitschau am Übergang des Zeitzer-Schmöllner-Lösshügellandes in die Vorgebirgslagen zum Thüringer Schiefergebirge und Erzgebirge. Die nächsten Städte sind neben Crimmitschau (3 km südöstlich) Schmölln (3 km nördlich), Gößnitz (5 km nordöstlich) und Meerane (5 km östlich).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Ponitz, die Stadt Schmölln und Thonhausen im Landkreis Altenburger Land sowie die Stadt Crimmitschau im sächsischen Landkreis Zwickau.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche

Heyersdorf wird 1296 erstmals in der sächsischen Kirchengalerie erwähnt. Die ältesten erhaltenen Teile der Kirche, die Grundmauern des Kirchenschiffes, stammen aus dem 13. Jahrhundert. Der Turm ist jünger. Bis 2012 vermutete man, dass der Turm der älteste Teil der Kirche sei; archäologische Grabungen widerlegten das allerdings.[2] Der Turm wurde 1740 teilweise abgerissen. Im Jahre 1805 erhielten das Kirchendach und der Turm eine umfassende Reparatur, wobei Letzterer eine vergoldete Spitze bekam. Einen weiteren Umbau erfuhr das Kirchenschiff 1833, als es nach oben erweitert wurde und den jetzigen Westeingang erhielt. Im Jahre 1858 wurde von Christoph Opitz eine Orgel eingebaut, die sich heute noch im Originalzustand befindet.

Heyersdorf war 1687–1688 von Hexenverfolgung betroffen. Dorothea, Witwe von Michael Seiffart, geriet in einen Hexenprozess.[3]

Das Schulgebäude wurde 1890 errichtet. Durch den Charakter eines Straßendorfes begünstigt, wurde im Jahre 1865 eine befahrbare Straße durch den Ort gebaut. In den Jahren 1936 und 1937 wurde eine Autobahn gebaut; dafür mussten Anlieger eine Fläche von 10,56 Hektar auf einer Länge von 1,775 km abgeben. Der Ort gehörte bis 1952 zu Sachsen und kam dann erst zum Kreis Schmölln.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Lebten 1896 in Heyersdorf noch 323 Einwohner,[4] so sank die Bevölkerungszahl bis 1933 bereits auf 280[5] und bis 1939 auf 251.[5]

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 184
  • 1995: 183
  • 1996: 184
  • 1997: 177
  • 1998: 166
  • 1999: 166
  • 2000: 159
  • 2001: 153
  • 2002: 157
  • 2003: 150
  • 2004: 151
  • 2005: 153
  • 2006: 144
  • 2007: 144
  • 2008: 145
  • 2009: 147
  • 2010: 154
  • 2011: 138
  • 2012: 136
  • 2013: 135
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeindeverwaltung

Die Zusammensetzung des aus sechs Mitgliedern bestehenden Gemeinderats wurde bei der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt.

Die Wahlbeteiligung lag bei 72,1 %.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Helga Leithold gewann die Bürgermeisterwahlen 1994 (94,3 %), 1999 (94,5 %), 2004 (92,4 %) und 2010 (43,1 %).

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Offizielle Partnergemeinde ist die württembergische Stadt Neuenbürg im Partnerkreis des Altenburger Landes, dem Enzkreis, aufgrund des gemeinschaftlichen Auftretens mit der Stadt Gößnitz. Des Weiteren besteht seit 1993 eine freundschaftliche Beziehung zu Kieselbronn, ebenfalls im Enzkreis. Das gleiche besteht zu der französischen Gemeinde Bernin seit 1995.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Heyersdorf befindet sich direkt an der Bundesautobahn 4 (Anschlussstelle 61 Schmölln) und besitzt ein Gewerbegebiet. Die Gemeinde liegt im Mitteldeutschen Verkehrsverbund und ist über die an Werktagen außer an Samstagen verkehrende Buslinie 354 Thonhausen–Heyersdorf–Crimmitschau/Gößnitz–Schmölln erreichbar. Die nächsten Bahnstationen befinden sich in Ponitz und Crimmitschau an der Bahnstrecke Leipzig–Hof sowie in Schmölln an der Bahnstrecke Gößnitz–Gera.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Steche: Heiersdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 12. Heft: Amtshauptmannschaft Zwickau. C. C. Meinhold, Dresden 1889, S. 28.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heyersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Archäologe korrigiert Alter der Kirche in Heyersdorf. OTZ, 9. August 2012, abgerufen am 18. Oktober 2012.
  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 656.
  4. Chronik – Interessantes aus der Geschichte Heyersdorf. Stadt Gößnitz, abgerufen am 18. Oktober 2012.
  5. a b Stadt und Landkreis Zwickau. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 18. Oktober 2012.