Hibernia 41-E

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Henschel-„Typ Bochum“
Hibernia 41-E vor dem Starlight Express Theater in Bochum
Hibernia 41-E vor dem Starlight Express Theater in Bochum
Nummerierung: Hibernia 41-E und 42-E
Anzahl: 2
Hersteller: Henschel
Baujahr(e): 1942
Ausmusterung: 1972
Achsformel: E h2t
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 12.770 mm
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Indizierte Leistung: 625 kW / 850 PS
Treibraddurchmesser: 1.200 mm
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 600 mm
Kolbenhub: 600 mm
Wasservorrat: 9,0 m³
Brennstoffvorrat: 2,7 t

Die Hibernia 41-E und 42-E waren Dampflokomotiven der Hibernia AG. Während die Lok 42-E verschrottet wurde, ist die 41-E erhalten und steht heute als Denkmal und Blickfang vor dem Starlight Express Theater in Bochum.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1942 kaufte die Hibernia AG drei Lokomotiven von Henschel für ihre Werkbahnen. Die Beschaffung dieser Lokomotiven mitten im Zweiten Weltkrieg wurde möglich, weil der Auftrag als „kriegswichtig“ eingestuft wurde. Die Hibernia stellte synthetisches Benzin aus Kohle her. Neben den beiden Lokomotiven mit fünf gekuppelten Radsätzen umfasste dieser Auftrag auch eine vierfach gekuppelte Lokomotive. Da die Loks auf dem Gleisnetz der ehemaligen Bergwerks-AG Recklinghausen eingesetzt wurden, erhielten die erstgenannten nach deren Schema die Betriebsnummern 30 und 31, die im Jahr 1953 im Rahmen der Vereinheitlichung der Betriebsnummern auf 41-E und 42-E geändert wurden.

Die 42-E wurde um 1970 abgestellt und bald darauf verschrottet; dagegen konnte die 41-E nach ihrer am Jahresende 1971 erfolgten Abstellung erhalten werden. Die inzwischen zur Bergbau AG Herne/Recklinghausen umfirmierte Bergwerksverwaltung, die die Lok zuletzt beim Bergwerk General Blumenthal in Recklinghausen eingesetzt hatte, verkaufte sie an das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen. Weil die Untersuchungsfrist bereits abgelaufen war, konnte die Lok nicht – wie einige andere Fahrzeuge des Museums – während der Ölkrise 1973 leihweise auf Werkbahnen im Ruhrgebiet eingesetzt werden.

Hibernia 41-E vor dem Starlight Express Theater in Bochum

Zur Premiere des Musicals Starlight Express in Bochum wurde die Lok 1988 kurzfristig als Blickfang vor dem neugebauten Theater aufgestellt, danach jedoch zunächst wieder im Eisenbahnmuseum ausgestellt. Zur 5000. Aufführung des Musicals wurde die Lokomotive im Sommer 2000 wiederum an das Starlight Express Theater ausgeliehen und sollte zusammen mit einem ehemaligen Bauzugwagen drei Jahre auf dem Vorplatz präsentiert werden.[1] Die Rückholung der Lokomotive ins Eisenbahnmuseum unterblieb jedoch, und sie wirbt noch heute für das Musical.

Technik[Bearbeiten]

Es handelt sich um normalspurige, fünffach gekuppelte Zweizylinder-Heißdampf-Tenderlokomotiven; die Bauartbezeichnung lautet somit E h2t. Die Lokomotiven ähneln dem Henschel-Typ E800, unterscheiden sich von diesem jedoch in einigen Details. Die Bauart wird daher auch als Typ Bochum bezeichnet.

Aufgrund der Kriegszeit konnte die gewünschte Kupfer-Feuerbüchse nicht ausgeführt werden, die Lokomotiven erhielten eine solche aus Stahl.

Im Jahr 1956 erfolgte im Rahmen einer Hauptuntersuchung ein Umbau, die Loks erhielten Rollenlager und einen Mischvorwärmer der Bauart Henschel. Auch die zuvor vorhandene Dampfbremse wurde durch eine Druckluftbremse ersetzt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Joachim Leitsch: Nur ein Glasplattennegativ XXIII (Kriegslok). In: drehscheibe-online.de. Abgerufen am 29. September 2013 (html, deutsch).
  • Fahrzeuge: 41 E. DGEG - Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, abgerufen am 28. September 2013 (html, deutsch).
  • Harald Vogelsang: Die Fahrzeuge und Anlagen des Eisenbahnmuseums Bochum-Dahlhausen (Museumsführer). Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V., Bochum 2002, ISBN 3-921700-99-X, S. 30.

Einzelnachweise und Quellen[Bearbeiten]

  1. Starlight Express rollt zum 5000. Mal: Jubiläumsgäste skaten durch Bochum und Herne, 13. Juni 2000. Unter: idruhr.de

51.492587.233167Koordinaten: 51° 29′ 33″ N, 7° 13′ 59″ O