Hiddenhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Hiddenhausen. Zum gleichnamigen Ortsteil siehe Hiddenhausen (Ortsteil).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hiddenhausen
Hiddenhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hiddenhausen hervorgehoben
52.1666666666678.616666666666792Koordinaten: 52° 10′ N, 8° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Herford
Höhe: 92 m ü. NHN
Fläche: 23,87 km²
Einwohner: 19.602 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 821 Einwohner je km²
Postleitzahl: 32120
Vorwahlen: 05221 (Herford), 05223 (Bünde), 05224 (Enger)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HF
Gemeindeschlüssel: 05 7 58 016
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
32120 Hiddenhausen
Webpräsenz: www.hiddenhausen.de
Bürgermeister: Ulrich Rolfsmeyer (SPD)
Lage der Gemeinde Hiddenhausen im Kreis Herford
Kreis Lippe Niedersachsen Kreis Gütersloh Kreis Minden-Lübbecke Kreis Minden-Lübbecke Bielefeld Nordrhein-Westfalen Enger Löhne Bünde Kirchlengern Herford Spenge Hiddenhausen Rödinghausen VlothoKarte
Über dieses Bild

Hiddenhausen Zum Anhören bitte klicken! [ˈhɪdnhaʊ̯zn]a a (niederdeutsch: Hiddenkussen) ist eine kreisangehörige Gemeinde im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen und liegt rund 20 km nordöstlich von Bielefeld, rund 5 km nördlich von Herford. Hiddenhausen ist die der Fläche nach kleinste Gemeinde im ostwestfälischen Kreis Herford (Regierungsbezirk Detmold). Die heutige Gemeinde Hiddenhausen entstand erst 1969 in einer Kommunalreform aus Gemeinden des Amtes Herford-Hiddenhausen, eine kontinuierliche Besiedelung des Gebietes lässt sich jedoch bereits seit dem 7. Jahrhundert belegen.

Geografie[Bearbeiten]

Topographie des Stadtgebietes

Geografische Lage[Bearbeiten]

Hiddenhausen liegt in der Ravensberger Mulde zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Die nächstgelegenen Großstädte sind das 20 km südlich gelegene Bielefeld und das 50 km westlich gelegene Osnabrück. Der östliche Teil liegt in den Flussniederungen der Werre, die überwiegend die Grenze im Osten bildet. Der tiefste Punkt liegt bei rund 55 m ü. NN im Norden, wo die Werre das Stadtgebiet Richtung Löhne/Kirchlengern verlässt. Etwa die Hälfte des Gemeindegebietes liegen unter 100 m. Höchste Erhebung ist der Schweichler Berg 165 m ü. NN Höhe. Von Enger kommend durchfließt der Brandbach an der westlichen Grenze und im Nordwesten das Gemeindegebiet. Er fließt dann weiter durch Bünde und Kirchlengern, um sich dann wie die Werre mit der Else zu vereinigen. Im Süden entwässert der Düsedieksbach das südliche Hiddenhausen.

Geologie[Bearbeiten]

Geothermische Karte von Hiddenhausen

Das Gebiet gehört naturräumlich größtenteils zur Ravensberger Mulde, ein leichtwelliges, zwischen 50 und 140 m ü. NN liegendes Hügelland. Zahlreiche kleine Täler (sogenannte Sieke) schneiden oft unvermittelt und tief in das sonst nur schwach kuppierte Land ein. Geologisch liegen im Wesentlichen Liasplatten mit Lößauflage vor, die durch Zertalung im Pleistozän zum Hügelland umgestaltet wurden. Unter der Lößdecke finden sich teilweise Geschiebelehme. Weitere Hinterlassenschaft der Eiszeiten sind die häufig anzutreffenden Findlinge.

Hiddenhausen eignet sich in den meisten Lagen gut bis sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte)[2].

Ausdehnung und Nutzung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Flächennutzung

Die Form des Gemeindegebietes ähnelt einem Oktagon. Hiddenhausen hat eine Fläche von 23,87 km² und ist damit die kleinste Gemeinde im Kreis Herford. Die Nord-Süd und West-Ost Ausdehnung beträgt etwa 5 km.

Hiddenhausen ist stark zersiedelt und bildet mit den Städten Herford und Bünde eine weitgehend durchgehende Agglomeration. Die Bevölkerungsdichte ist die höchste im dicht besiedelten Kreis Herford. Das nicht besiedelte Land weist kaum größere Waldgebiete auf. Die Gegend zählt aufgrund der hohen Fertilität zum Altsiedelland und wird wie der übrige Kreis Herford intensiv landwirtschaftlich genutzt. Hauptsächlich wird auf den fruchtbaren Lößgebieten Getreide und Mais, aber auch zunehmend Raps kultiviert. Die folgende Tabelle zeigt die genaue Flächennutzung.[3]

Fläche
nach Nutzungsart
Siedlungs- und
Verkehrsfläche
Landwirt-
schaftsfläche
Wald-
fläche
sonstige
Freiflächen
Fläche in Hektar 937 1.236 181 34
Anteil an Gesamtfläche 39,2 % 51,8 % 7,6 % 1,4 %

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hiddenhausen ist die einzige Gemeinde im Kreis Herford, die ausschließlich von Kreisgebiet umgeben ist. Hiddenhausen grenzt im Norden an Bünde, Kirchlengern sowie Löhne, im Osten und Süden an die Stadt Herford und im Westen an Enger. Eine genaue Abtrennung zu den angrenzen Gemeinden ist aber oftmals schwierig, da der zentrale Ort "Hiddenhausen" oftmals von den Gemeindeteilen recht weit entfernt ist und diese oftmals als Teil einer anderen Gemeinde (z.B. Herford) gesehen werden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gemeindegliederung

Hiddenhausen besteht aus sechs Gemeindeteilen, die vor 1969 als eigenständige Gemeinden bestanden. Bevölkerungsreichster Gemeindeteil ist Schweicheln-Bermbeck. „Verwaltungssitz“ ist jedoch Lippinghausen, denn dort steht das Rathaus. Die ehemalige Gemeinde Hiddenhausen – mittlerweile nur noch viertgrößter Gemeindeteil – war Namenspate für die neue Gemeinde Hiddenhausen nach 1969. Folgende Tabelle zeigt die Gemeindegliederung im Überblick:

Gemeindeteil Einwohner1
Eilshausen 4.909
Hiddenhausen 2.755
Lippinghausen 2.892
Oetinghausen 4.038
Schweicheln-Bermbeck 5.329
Sundern 1.578

Stand 2004[4]

Klima[Bearbeiten]

Niederschlagsdiagramm für Eilshausen

Das vorherrschende Klima ist das atlantische Seeklima. Klimadaten im langjährigen Mittel (1971–2000) für die Nachbarstadt Herford zeigt nachstehende Tabelle.

Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Temperatur in °C 1,8 2,2 5,3 8,4 13,0 15,6 17,7 17,4 13,8 9,8 5,4 3,1 9,5
Niederschlag in mm 72 49 65 53 65 82 69 71 73 61 64 80 804

Im langjährigen Mittel (1961–1990) hatte die Region durchschnittlich 1473 Sonnenstunden pro Jahr (Beobachtungsstation: Herford).[5] Die Wetterdaten für Hiddenhausen dürften im langjährigen Mittel nicht bedeutend von den angegebenen Daten aus Herford abweichen, da die Städte in etwa gleich hoch und in vergleichbarer naturräumlichen Lage an der Werre liegen.

Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Geschichte[Bearbeiten]

Frühzeit bis 800[Bearbeiten]

Die ältesten menschlichen Spuren lassen sich in Hiddenhausen bereits seit der mittleren Steinzeit zeigen. Aufgrund der etwas erhöhten und damit hochwassersicheren Höhenlage an der Werre war das Gebiet zur Besiedlung geeignet. So wurden beispielsweise Steinzeitbeile, Kleinwerkzeuge aus Stein (Mikrolithen) und eine jungsteinzeitliche Höhensiedlung auf dem Schweichler Berg gefunden. Im Westen wurden weiterhin Grabhügel aus der Bronzezeit sowie ein Bronzemesser gefunden. Aus der vorrömischen Eisenzeit stammen über 400 (Urnen)gräber. Aus 450 v. Chr.–Christi Geburt stammen über 250 Brandgrubengräber. Einem dieser Gräber aus der jüngeren vorrömischen Zeit war die als „Eilshauser Ente“ bekannte Plastik aus Bronze beigelegt, einem anderen eine umfangreiche Schmucksammlung. Die 1932 entdeckten 68 Brandgrubengräber stammen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. und enthielten Scherben römischer Importware. Aus der Zeit der Völkerwanderung (400–800 n. Chr.) stammen ein Schmelzofen, Überreste eines Hauses, Scherben einer römischen Amphore, Silberschmuck und zwei römische Münzen. Diese Hinweise auf eine feste Besiedelung zu dieser ungewöhnlich frühen Zeit lassen sich jedoch im Weiteren nicht kontinuierlich belegen.

Mittelalter und Reformationszeit (bis 1614)[Bearbeiten]

Erst um 800 lässt sich eine Besiedelung wieder nachweisen. Zu dieser Zeit waren bereits alle heutigen Gemeindeteile als kleine, sächsische Bauerschaften vorhanden, die sich im Mittelalter zu Dörfern entwickelten. Im frühen 10. Jahrhundert wurde die heutige evang.-luth. Kirche im Gemeindeteil (Alt-)Hiddenhausen gegründet und dem heiligen Gangolf geweiht. Zum Kirchspiel gehörten damals die Dörfer Hiddenhausen, Eilshausen, Oetinghausen und Lippinghausen sowie später auch Bustedt. Die Ländereien und Bauernhöfe gehörten zumeist zur Reichsabtei Herford. Im Waldgebiet „Sundern“ hatte die Herforder Äbtissin ihren Sommersitz. Als weltliche Schutzherren fungierten zunächst die Edelherren zu Köln, später dann die Grafen von Ravensberg, deren Ritter Heinrich Ledebur die Burg Bustedt 1415 erbaute. Nach einer verlorenen Fehde musste Ledebur 1417 auf die Wehrburg bei Spenge weichen; die Burg gehörte fortan zum Amt Enger. Ab etwa 1556 gehörten alle heutigen Gemeindeteile zur Grafschaft Ravensberg.

Leineweberzeit bis 1860[Bearbeiten]

1614 fiel die Grafschaft und damit auch das heutige Gemeindegebiet an Brandenburg-Preußen. Im 17. und 18. Jahrhundert begann in Hiddenhausen (wie auch anderswo im Ravensberger Land) der Flachsanbau und die Verarbeitung des Flachses zu Leinen. Oft war der Flachsanbau jedoch nur Nebentätigkeit oder Fülltätigkeit für die weniger arbeitsintensiven Wintermonate. 1798 wurde der Besitz des Frauenstiftes, darunter Wald und bisher gemeinschaftlich genutzte Flächen, aufgeteilt. Im Zuge dieser Aufteilung wurde auch Sundern eine selbständige Gemeinde. Neuen Siedlern wurde von den Altbauern als Erbpächtern oder Neubauern diejenigen dieser neuaufgeteilten Flächen überlassen, die sie (aus Kapazitätsgründen) nicht selbst bewirtschaften konnten. 1827 siedelten in Hiddenhausen 75 Erbpächter und Neubauern in Streusiedlung und verdrängten den Wald. Zuvor siedelten die Bauern in geschlossenen Drubbeln. Von 1808 bis 1810 gehörte Hiddenhausen zum Königreich Westfalen und von 1810 bis 1813 unmittelbar zu Frankreich, danach wieder zu Preußen. 1843 wurden die fünf Gemeinden des Kirchspiels Hiddenhausen mit elf Gemeinden des Landkantons Herford zu einem Amtsbezirk, dem „Amt Herford-Hiddenhausen“, zusammengefasst. Zum Landkanton Herford gehörten damals noch Schweicheln-Bermbeck und Sundern. Dieses Amt bestand bis 1968.

Zigarrenmacherzeit bis 1945[Bearbeiten]

Um etwa 1860 begann die Zigarrenindustrie, die ihr Zentrum in Bünde hatte, auch nach Hiddenhausen zu expandieren, und eröffnete Filialbetriebe. Um 1900 wurden die ersten Hiddenhauser Bürger selbst zu Zigarrenfabrikanten. Zwischen 1920 und 1930 gab es in Hiddenhausen etwa 70 Tabakfabrikationen. 1878 wurde die Brauerei Felsenkeller gegründet, 1894 das Margarinewerk Meyer, das quasi als Vorläufer des EMR (gegründet 1909) Teile von Hiddenhausen mit selbst erzeugtem Strom versorgte. Nach und nach entwickelte sich die Möbelindustrie zur vorrangigen Industrie in Hiddenhausen und löste die Tabakindustrie in ihrer Bedeutung ab. 1847 wurde die Köln-Mindener Eisenbahn gebaut, 1900 folgte die Eröffnung der Eisenbahnlinien Herford-Bünde und der Herforder Kleinbahnen; Hiddenhausen erhielt damit Anschlüsse ans Bahnnetz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Zwischen 1818 und 1978 verneunfachte sich die Bevölkerung Hiddenhausens. 1959 wurde in Hiddenhausen ein Wasserwerk erbaut. Die heutige Gemeinde Hiddenhausen wurde durch die Gebietsreform 1969 aus dem Amt Herford-Hiddenhausen gebildet. In Lippinghausen wurde 1974 ein Rathaus eingeweiht; der Verwaltungssitz wurde so in die Gemeinde Hiddenhausen verlegt. 1976 erfolgte die Eröffnung eines Schulzentrums, 1977 einer Sporthalle.

Einst wurden das Gebiet der heutigen Gemeinde Hiddenhausen auch durch die 1903 fertiggestellten, meterspurigen Herforder Kleinbahn von Wallenbrück nach Vlotho erreicht; Bahnhöfe gab es in Oetinghausen (1978 abgerissen) und „Oetinghauser Heide“ (ebenfalls abgerissen); durch ein mehr als zwei Kilometer langes Anschlußgleis wurde von Oetinghausen auch die Margarinefabrik Meyer in Lippinghausen an das Bahnnetz angeschlossen. Seit 1930 waren die Herforder Kleinbahn elektrifiziert. 1966 wurde der Betrieb der Herforder Kleinbahnen eingestellt; die Gleisanlagen wurden bald danach demontiert.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Hiddenhausen wurde durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Herford und der kreisfreien Stadt Herford vom 12. Dezember 1968 neu gebildet. Sie besteht seit dem 1. Januar 1969 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Eilshausen, Hiddenhausen, Lippinghausen, Oetinghausen, Schweicheln-Bermbeck und Sundern[6], die alle zum Amt Herford-Hiddenhausen gehörten – nicht jedoch unbedingt zum Vorgänger, dem Kirchspiel Hiddenhausen, sondern zum Landkanton Herford. Kleine Bereiche der Gemeinde gehörten darüber hinaus zu den bis dahin ebenfalls selbständigen Gemeinden Südlengern und Bustedt. Seit 1969 hat es keine weiteren Eingemeindungen gegeben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Amt Hiddenhausen1
Jahr Einwohner
1843 2.665
1852 2.926
1858 2.740
1864 2.763
1867 2.876
1871 2.977
Gemeinde Hiddenhausen2
Jahr Einwohner
1969 18.246
1974 19.562
1975 19.616
1980 19.674
1985 19.379
1990 19.945
1995 20.474
2000 21.039
2005 20.659
2012 19.602

1Die Angaben beziehen sich auf das Amt Hiddenhausen. Dieses umfasste die Gemeinden Bustedt, Eilshausen, Lippinghausen und Oetinghausen. Das Amt ist nicht deckungsgleich mit dem heutigen Gemeindegebiet.

2Die Angaben von 1969 beziehen sich auf den 1. Januar des Jahres, die von 1974 auf den 30. Juni.[7] Die anderen Angaben verweisen jeweils auf die Einwohnerzahlen am 31. Dezember.[3]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus Hiddenhausen

Hiddenhausen hat den Status einer kreisangehörigen Gemeinde. Sie gehört zum Kreis Herford. Kreisstadt ist Herford. Seit 1999 wählen die Bürger den Bürgermeister in einer Direktwahl. Weiteres zu wählendes Organ ist der Gemeinderat, der im Rathaus im Gemeindeteil Lippinghausen zusammentritt. Die Gemeinde Hiddenhausen beteiligte sich frühzeitig am Pilotprojekt „Neues kommunales Finanzmanagement“.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat von Hiddenhausen besteht zurzeit aus 32 Mitgliedern. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Rates und die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[8][9] 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
SPD 16 48,66 15 46,99 15 47,39 21 50,73 22 52,10 20 49,84 21 54,83 21 53,83
CDU 10 30,68 11 35,19 14 43,43 15 37,34 14 35,05 15 37,05 16 39,47 16 40,01
Grüne 3 10,30 3 9,30 2 5,77 3 9,30 3 7,89 4 10,10
FDP 2 5,87 2 4,50 1 3,40 0 2,63 0 4,56 0 3,01 2 5,69 2 6,15
UWG1 1 3,26 1 4,02
BL2 0 1,22
Einzelbewerber 0 0,40
Gesamt 3 32 100 32 100 32 100 39 100 39 100 39 100 39 100 39 100
Wahlbeteiligung 57,64 56,38 59,61 85,74 72,70 75,68 80,23 90,53

1Unabhängige Wählergemeinschaft
2Bürgerliste Hiddenhausen
3ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster durch die Ratsmehrheit gewählter ehrenamtlicher Bürgermeister der neuen Großgemeinde wurde 1969 der damalige Bürgermeister der Gemeinde Lippinghausen Wilhelm Feld (SPD). Nach dessen Tod bekleidete das Amt bis 1989 Ewald Inderlieth (SPD). Diesem folgte bis 1999 Harry Rieso (SPD). Aus der Direktwahl nach der Gemeindereform des Landes NRW ging mit 54,1 Prozent der gültigen Stimmen der damalige Gemeindedirektor Klaus Korfsmeier (SPD) als erster hauptamtlicher Bürgermeister hervor. 2004 wurde Ulrich Rolfsmeyer (SPD) mit 56,1 Prozent der gültigen Stimmen zum Bürgermeister gewählt, 2009 wurde er mit 65,66 Prozent im Amt bestätigt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Loitz, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, seit 13. September 1990
  • Czechowice-Dziedzice, Powiat Bielski, Woiwodschaft Schlesien, Polen, seit 13. März 1991. Die Partnerschaft geht auf eine Initiative des Gesangvereins „Freundschaft“ Hiddenhausen noch vor 1998 zurück.
  • Kungälv, Västra Götalands län, Schweden, seit 11. April 1991

Wappen[Bearbeiten]

Wappen hiddenhausen.svg

1973 wurde der Gemeinde vom Regierungspräsidenten in Detmold das Recht zur Führung eines Wappens, einer Flagge und eines Siegels verliehen. Die Gemeindeverwaltung nahm sich das Wappen der Adelsfamilie von Consbruch zum Vorbild. Sechs Generationen nacheinander, amtierten die Consbruchs weit über die Grenzen von Hiddenhausen hinaus als „Amtmann von Enger“. Ihr Wappen zeigt in blau über einem silbernen (weißen) gewellten Schildfuß wachsend einen goldenen Greif. Im Hiddenhauser Wappen trägt er im linken Fang einen silbernen (weißen) Schild mit einem hier hinzugefügten blauen, sechsspeichigen Schaufelrad.

Siehe auch: Liste der Wappen im Kreis Herford und Liste der Flaggen im Kreis Herford

Religion[Bearbeiten]

evang.-luth. Pfarrkirche St. Gangolf zu Hiddenhausen

Im Jahr 2007 gaben 62 Prozent der Bürger an, evangelisch zu sein. 9,7 Prozent waren katholisch, 1,6 Prozent lutherisch und 0,7 Prozent reformiert. Die verbleibenden waren konfessionslos (6 Prozent), machten keine Angabe oder gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft (18 Prozent) an.[10]

Evangelische Gemeinden[Bearbeiten]

Evangelisch-lutherischer Konfession sind die fünf Kirchengemeinden Lippinghausen, Eilshausen, Hiddenhausen, Oetinghausen und Schweicheln-Bermbeck-Sundern.

Katholische Gemeinden[Bearbeiten]

Einzige römisch-katholische Gemeinde ist die Katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius in Eilshausen.

Weitere Gemeinschaften[Bearbeiten]

Außerdem gibt es in Hiddenhausen eine Neuapostolische Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Auf der Kleinkunstbühne in der Olof-Palme-Gesamtschule treten regelmäßig überregional bekannte Kleinkünstler, Kabarettisten und andere Künstler auf.

Museen[Bearbeiten]

Holzhandwerksmuseum[Bearbeiten]

Das Museum ist in zwei Fachwerkscheunen von 1723 und 1742 untergebracht. Es zeigt in einer historischen Tischlerwerkstatt das Holzhandwerk. Zudem werden (historische) Handwerke wie Holzschuhmacherei, Holzbildhauerei, Zimmerei, Stellmacherei, Drechslerei und Böttcherei präsentiert.

Museumsschule[Bearbeiten]

Im Gemeindeteil Schweicheln befindet sich die Museumsschule Hiddenhausen, in der man Schule wie vor 150 Jahren erleben kann. Das Fachwerkhaus von 1847 war bis 1903 die Volksschule Schweichelns. Im Haus befinden sich neben der Schulstube, in der die Kinder zwischen sechs und 14 Jahren gemeinsam und gleichzeitig unterrichtet wurden, die zeitgenössisch ausgestattete Lehrerwohnung, eine Deele mit Kuhstall und ein Backofen im Originalzustand. Zum Gebäudekomplex gehört auch ein 200 Jahre alter Speicher, sowie ein Heuerlingskotten, von 1800 in unmittelbarer Nachbarschaft. Im Schulgarten werden alte Kräuter-, Gemüse-, Obst- und Rosensorten gezogen.

Musik[Bearbeiten]

Größte Chöre sind der Chor des Heimatvereins Eilshausen, der Shanty-Chor des Heimatvereins, der „INJOY“ Gospelchor Eilshausen, der Chor der „Garten- und Wanderfreunde“ Schweicheln-Bermbeck, der Gesangverein „Freundschaft“ Hiddenhausen, die Kirchenchöre in Eilshausen, in Schweicheln, in Hiddenhausen, in Oetinghausen und in Sundern, sowie der Chor der katholischen Gemeinde St. Bonifatius. Posaunenchöre existieren in Lippinghausen, Eilshausen, Schweicheln, Hiddenhausen sowie Oetinghausen.

Am Gut Bustedt findet seit 2013 ein großes Kinderfest vom Förderverein Wittekinds Kultur e.V. statt, bei dem u.a. Musik, Bewegung und das Thema Widukind kindgerecht erlebt werden können. Auch der Förderverein der Gemeindebücherei Hiddenhausen nimmt daran teil.

Bauwerke/Denkmale[Bearbeiten]

Gut Bustedt[Bearbeiten]

Gut Bustedt

Die Wasserburg Gut Bustedt liegt im Nordwesten der Gemeinde und wird heute als Biologiezentrum genutzt. Sie wurde 1415 vom Ritter Heinrich Ledebur als Wasserburg erbaut. Ledeburg musste nach einer verlorenen Fehde jedoch die Burg verlassen, die daraufhin an die Grafen zu Ravensberg fiel. Die Burg wurde von Wolf-Ernst Eller, einem Vertrauten des Großen Kurfürsten von Brandenburg, ab 1649 zum Wasserschloss umgebaut. 1964 wurde das inzwischen weitgehend verfallene Gut vom Amt Herford-Hiddenhausen erworben. Die Gebäude sind auf zwei Inseln angelegt, die Vor- und Hauptburg definieren. Auf der Hauptburg steht das Herrenhaus mit Wohnturm, die Gebäude entstanden in den Jahren 1649 bis 1662. Auf der Vorburg, die über eine barocke Brücke zu erreichen ist, standen bis ins 19. Jahrhundert ein Kuh- und ein Bauhaus. Als das Amt Herford-Hiddenhausen das Gut kaufte, wurden die landwirtschaftlichen Gutsflächen verkauft. Die Gemeinde Hiddenhausen wurde nach der kommunalen Gebietsreform Besitzer des Gutes und erwog mangels Nutzungsmöglichkeiten zunächst den Abriss der Gebäude. Anfang der 1980er Jahre wurde die Idee eines Biologiezentrums entwickelt, welches schließlich 1982 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten in das Gut einzog. In diesem Schulungszentrum werden Schulklassen aus ganz NRW mit der Welt der Biologie vertraut gemacht. Jährlich besuchen so über 30.000 Kinder und Jugendliche diese Einrichtung. Außerdem können sich Paare im Gut trauen lassen. Hierfür stehen zwei Räume mit restaurierten Wandmalereien aus napoleonischer Zeit zur Verfügung. Das Gut Bustedt ist das Wahrzeichen der Gemeinde Hiddenhausen.

Haus Hiddenhausen/Gut Consbruch[Bearbeiten]

Haus Hiddenhausen

Das Haus Hiddenhausen (auch: Gut Consbruch) ist ein Adelssitz im Besitz der Familie von Consbruch, die seit 1701 das Gut besitzt. Die Anfänge des Ansitzes liegen etwa 300 Jahre zurück, als die Familie Nagel begann, in Hiddenhausen, Oetinghausen und Eilshausen Bauernhöfe und Grundrenten (Zehnten) aufzukaufen. Sie wurde damit zu den Grundherren der betreffenden Bauern. Die Familie Consbruch, die das Haus von der Familie Nagel 1701 inklusive der zugehörigen Grundrechte übernahm, stellte den Amtmann von Enger; so war das Haus Hiddenhausen Verwaltungssitz für die Gemeinden Spenge, Enger und Hiddenhausen. Daher wird das Haus auch Amtshaus genannt. Die Consbruchs waren als in ihrer Funktion als Amtmann gleichzeitig auch Notare, Schiedsmänner und Richter. Die Gebäude mit dem Herrenhaus als Mittelpunkt stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und sind im Barockstil erbaut. In den drei zugehörigen Fachwerkscheunen wurden unter anderem die Abgaben (Zehnten) der Bauern der Umgebung eingelagert. In diesen Wirtschaftsgebäuden ist auch das Holzhandwerkmuseum untergebracht. Zum denkmalgeschützten Gut gehört ein ebenfalls denkmalgeschützter Park.

Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Gangolf[Bearbeiten]

St. Gangolf in Hiddenhausen ist eine im Kern romanische Pfarrkirche aus der Frühzeit der Christianisierung in Westfalen um 800. Sie ist eine der ältesten Kirchen Ostwestfalens.

Hof Niederbäumer[Bearbeiten]

Der Hof Niederbäumer in Sundern steht am Standort des einstigen Sommersitzes „Solitüde“ der Äbtissin des Frauenstifts Herford. Dieser war auch Zufluchtsort vor Pest und Reformationswirren. Solitüde wurde 1756 abgerissen, nur der Wirtschaftshof, von dem aus die Güter der Abtei in Sundern bewirtschaftet wurden, blieb erhalten. Als das Frauenstift infolge der Säkularisation aufgelöst wurde, fiel der Besitz an den Staat Preußen. Dieser teilte die Güter der Abtei auf und verkaufte sie. Der Gutshof wurde von der Familie Niederbäumer gekauft. A. H. Niederbäumer riss 1819 die alten Gebäude ab und ersetzte sie durch den heutigen Vierständerfachwerkhof mit seinem reich beschnitzten Deelentorgestell.

Posaunenengel[Bearbeiten]

Einige Höfe in Hiddenhausen haben reich ausgestaltete Giebel, Ständer und Deelentore. Die Torständer sind oft mit Ranken, Trauben oder Vögeln verziert. Die Balken über dem Deelentor sind oftmals mit biblischen Sprüchen oder mit Widmungen versehen. Seit 1790 tauchen im Ravensberger Land auch die „Posaunenengel“ an den Deelentoren auf: nackte Engelgestalten mit einer Tuba, Trompete oder einem Horn in der Hand. Daneben sind auch oft Zepter, Krone, Schlüssel und andere Symbole neben den eher zierlich wirkenden Engelfiguren abgebildet. Sie sind ein Hinweis auf die christliche Überzeugung der Erbauer der Gehöfte. Die Hiddenhauser Engeldarstellungen stammen aus der Zeit zwischen 1842 und 1920. Heute sind nur noch zehn dieser „Engeltorbogen“ erhalten und stehen zumeist unter Denkmalschutz.

Göpelhaus[Bearbeiten]

Zum Hof Harland in Lippinghausen gehört ein achteckiges Fachwerkgebäude, in dem sich eine Göpelanlage befand. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde hier durch im Kreis gehende Pferde oder Kühe eine Drehmaschine angetrieben. Diese „Maschine“ diente als Vorläufer des Elektromotors dem Antrieb unterschiedlicher Geräte z.B. einer Windfege oder dem Mahlen von Futterschrot. Mit der einsetzenden Elektrifizierung Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Göpelanlagen überflüssig. Das Göpelhaus ist eines von nur zwei im Kreis Herford erhaltenen, und steht unter Denkmalschutz.

Uhrenturm Lippinghausen[Bearbeiten]

Uhrenturm Lippinghausen

Ehemaliges Wahrzeichen von Lippinghausen war der Uhrenturm – einst Dachreiter des Kontorhauses von 1905 auf der 1984 abgerissenen Margarinefabrik H. Meyer-Lippinghausen. Der Uhrenturm ist als einziges Zeugnis dieser Fabrik geschont und erhalten worden. Die Uhr ist eine Arbeit der Firma Ed. Korfhage & Söhne, einer Manufaktur in Melle, und kann mit seinem interessanten Werk vor dem Rathaus betrachtet werden. Heute stellt er ein Wahrzeichen der Großgemeinde dar.

Sport[Bearbeiten]

Die größten Sportvereine Hiddenhausens sind der TuS Blau-Weiß Hiddenhausen (Fußball), SV 06 Oetinghausen, TSV Sundern (Tennis), TC Hiddenhausen 1973 (Tennis), SuS Schweicheln (u.a. Volleyball), Spvg Hiddenhausen (Fußball) und SG Schweicheln 1919 (Fußball, Turnen, Karate). Für den Jugendfußball gibt es außerdem die Jugend-Spielgemeinschaft JSG Hiddenhausen-Oetinghasen

Parks[Bearbeiten]

Park Gut Hiddenhausen[Bearbeiten]

Zum Gut Hiddenhausen gehört ein 2,5 Hektar großer Gutspark. Neben dem Gutshaus und den Wirtschaftsgebäuden wurde die Orangerie restauriert, sowie der dazugehörige Garten nach barockem Vorbild wieder angelegt. Der Park ist eine auf das 18. Jahrhundert zurückgehende, ursprünglich nur barocke Gartenanlage südlich der Orangerie. Der weitaus größte Teil ist heute jedoch ein Landschaftspark mit vielen Bäumen und einem integrierten Familienfriedhof.[11]

Park Gut Bustedt[Bearbeiten]

Zum Biologiezentrum auf Gut Bustedt gehört ein rund 3,5 Hektar großer Park im Tal des Brandbaches. Die Gartenanlage enthält Gartenreste aus dem 19. Jahrhundert, ist aber überwiegend eine moderne Schau- und Mustergartenanlage, die zur Schulung dient. Der ursprüngliche Teil wurde auf den teilverfüllten Hausgräften als Nutzgärten angelegt und um 1820 mit Pyramidenbäumen, Blumenbeeten und Gartenlauben verziert. Zur modernen Schauanlage gehört ein Feuchtwiesenareal und ein Bauerngarten.

Park „Taurus House“[Bearbeiten]

In Lippinghausen an der Milchstraße wurde 1926 eine Industriellen-Villa errichtet (heute Sitz des britischen Kommandeurs der 1st (UK) Armoured Division). Auf einem ca. 1,5 Hektar großen Gelände wurde eine großzügige Parkanlage (damals bereits im „englischen Stil“) geschaffen.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Bustedter Holz Bustedter Wiesen FüllenbruchHiddenhausen
Über dieses Bild

Auf dem Gemeindegebiet von Hiddenhausen befinden sich insgesamt drei Naturschutzgebiete, nämlich die Bustedter Wiesen, das Füllenbruch und das Bustedter Holz. An letzterem hat Hiddenhausen nur einen kleinen Gebietsanteil. Insgesamt stehen etwa 175,9 ha, beziehungsweise 7,37 % der Gemeindefläche unter Naturschutz. Dies ist der relativ höchste Wert im Kreis Herford.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Hiddenhausen-Schweicheln
Hauptartikel: Nahverkehr im Kreis Herford

Der Haltepunkt Hiddenhausen-Schweicheln im Gemeindeteil Schweicheln-Bermbeck liegt an der Bahnstrecke Bassum–Herford, die Bahnstrecken Löhne–Rheine und Hamm–Minden verbindet. Im Schienenpersonennahverkehr verkehren jeweils im Stundentakt die Regionalbahnen RB 61Wiehengebirgs-BahnBad BentheimRheineOsnabrückBündeHerfordBielefeld und RB 71Ravensberger BahnRahden–Bünde–Herford–Bielefeld (sonntags alle zwei Stunden).

Mit Regionalbussen sind die Städte Herford, Löhne, Bünde und Enger im Stunden- oder Halbstundentakt erreichbar. Hiddenhausen gehört dem Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH) an.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Hiddenhausen ist im Norden über die Landesstraße 545, die zwischen Bünde und Herford den Anschluss an die Bundesautobahn 30 herstellt, an das Fernstraßennetz angebunden.

Am Ostrand im Stadtteil Schweicheln verläuft die Bundesstraße 239.

Fahrradverkehr[Bearbeiten]

Durch Hiddenhausen führt unter anderem die BahnRadRoute Weser-Lippe (350 km von Bremen nach Paderborn).

Medien[Bearbeiten]

Als Tageszeitungen erscheinen jeweils mit einem Lokalteil für Hiddenhausen die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt. Das Lokalradio Radio Herford ist im Gemeindegebiet auf 94,9 MHz zu empfangen.

Gemeindebücherei Hiddenhausen[Bearbeiten]

Die im November 1991 eröffnete Gemeindebücherei befindet sich im "Haus des Bürgers" im Ortsteil Lippinghausen. Im Jahr 2011 zählte die Einrichtung 23.000 Medien, die 87.350 mal ausgeliehen wurden. 38.000 Leser nutzten die Bücherei.

Bildung[Bearbeiten]

Die größte Schule ist die Olof-Palme-Gesamtschule mit über 1.000 Schülern. Jeder der sechs Gemeindeteile verfügt über eine Grundschule, wobei diese zum Teil als Verbundschulen organisiert sind. Seit dem Schuljahr 2010/11 gliedert sich die Grundschule Regenbogen in den Hauptstandort Schweicheln-Bermbeck und den Teilstandort Lippinghausen. 2011/12 folgte die Paul-Maar-Grundschule mit Hauptstandort Eilshausen und Teilstandorten Hiddenhausen und Oetinghausen. Ferner existiert die Grundschule Sundern als Evangelische Bekenntnisschule.

Weitere Schulen sind die Eickhofschule, eine Schule für Erziehungshilfe mit Sekundarstufe I, das Johannes-Falk-Haus, Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung in Trägerschaft des Kirchenkreises Herford (Ganztagsschule), die „Arche“, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, und die Wittekindsschule, Förderschule des Kreises Herford mit Förderschwerpunkt Sprache.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Alter Sudkessel der Herforder Brauerei

Im 19. Jahrhundert begann die Industrialisierung in den verschiedenen Gemeindeteilen. Nach Gründung der Brauerei Felsenkeller auf der Ortsgrenze zwischen Sundern und Schweicheln und der Margarinefabrik in Lippinghausen spielte und spielt bis heute die mit mehreren Betrieben vertretene Möbelindustrie (darunter die Holzbearbeitungsfirma Heckewerth mit 220 Mitarbeitern) eine wichtige Rolle in der heutigen Gemeinde. Größter Arbeitgeber ist die Brauerei mit 360 Mitarbeitern. Ihre Hauptmarke ist Herforder Pils. Weitere große Arbeitgeber sind die Lackfabriken Peter-Lacke (220 Mitarbeiter) in Schweicheln-Bermbeck und 3H-Lacke (200 Mitarbeiter) in Oetinghausen. In Hiddenhausen hat auch die kreisweit tätige Entsorgungsfirma Berg Abfallbeseitigung ihren Hauptsitz. Außerdem ist auch die Teutonia Kinderwagenfabrik in Hiddenhausen ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Eduard Büchsel (1917–1980), Organist und Kantor und Kirchenmusikdirektor
  • Hermann Meyer, später Meyer-Lippinghausen (1841–1926), Landwirt, Fabrikant und Förderer der Gemeinde Lippinghausen
  • Bianca Shomburg (* 1974), deutsche Sängerin

Literatur[Bearbeiten]

  •  Leopold von Consbruch: Die Entwicklung des Dorfes Hiddenhausen. Vollmer, Wiesbaden 1950.
  •  Manfred Hörstmann: Hiddenhauser Straßengeschichten. 1. Auflage. Sutton Verlag, Erfurt 2006, ISBN 3-86680-060-6.
  •  Manfred Hörstmann: Das große Zigarrenbuch. Über die Zigarrenarbeit in der Gemeinde Hiddenhausen. 1. Auflage. Projekte Verlag, Halle 2007, ISBN 978-3-86634-299-6.
  •  Ulrich Rottschäfer: Die evang.-luth. Kirche in Hiddenhausen. Pfarrkirche St. Gangolf. Gemeinde Hiddenhausen, Hiddenhausen 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hiddenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage (PDF; 369 kB)
  3. a b Kommunalprofil Hiddenhausen, PDF, Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, Stand 2007
  4. Website der Gemeinde Hiddenhausen, html, Stand 31. Dezember 2004
  5. Meteorologische Angaben (Version vom 19. Juni 2007 im Internet Archive), html, Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, Abrufdatum: 2. Juli 2007
  6.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 74.
  7.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 102f.
  8. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05758016
  9. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  10. Website der Gemeinde Hiddenhausen, Statistik, Stand: 5. Februar 2007
  11. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Gutspark Hiddenhausen in LWL-GeodatenKultur