Hideo Kojima

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Hideo Kojima 2007 in Perth

Hideo Kojima (jap. 小島 秀夫, Kojima Hideo; * 24. August 1963 in Setagaya, Tokio) ist ein japanischer Spieleentwickler und Vizepräsident von Konami. Bekannt wurde er für die Videospielreihe Metal Gear.

Leben[Bearbeiten]

Kojima zog mit drei Jahren mit seinen Eltern nach Kōbe und verbrachte dort seine Kindheit. Schon in jungen Jahren interessierte er sich für Filme und schrieb mit 14 kurze Geschichten und erstellte 8-mm-Filme. Er wollte eines Tages als Regisseur arbeiten. Doch es kam anders: 1986 bewarb sich der 23-jährige Kojima bei Konami als Spieleentwickler und brachte ein Jahr später Metal Gear heraus. Das Spiel erbrachte nur einen mäßigen Erfolg, obwohl es als innovativ und originell galt.

1988 erschien das Spiel Snatcher für MSX und später in einer überarbeiteten Fassung für die Sony PlayStation. Von der Spielhandlung ähnelt das Science-Fiction-Adventure dem Film Blade Runner. 1990 kam die Fortsetzung von Metal Gear: Metal Gear 2: Solid Snake. Es erschien für den MSX-Standard, der seinen Zenit schon überschritten hatte, und brachte nicht den erhofften Durchbruch.

Zwei Jahre später wurde Snatcher für verschiedene Spielekonsolen umgesetzt und 1994 erschien Policenauts zuerst für PC9801 und später nochmal Neuauflagen für Konsolen. Zudem produzierte Kojima auch für den japanischen Markt Tokimeki Memorial, eine Ren’ai-Simulation. Alle Spiele waren in Japan sehr erfolgreich.

Erst mit Metal Gear Solid für die PlayStation wurde Hideo Kojima 1998 berühmt. Die vielschichtigen Figuren, die komplexe Handlungsgeschichte und die innovativen Ideen brachten eine große Fangemeinde mit sich. Es zählte mit über 5,5 Millionen verkauften CDs zu den erfolgreichsten Spielen des Jahres. Weitere Auszeichnungen kamen hinzu.

Für den Game Boy Color erschien Metal Gear Ghost Babel. Doch anders als die vorherigen Metal-Gear-Teile enthielt dieser Teil eine alternative Handlung zu Metal Gear Solid.

Der offizielle Nachfolger zu Metal Gear Solid kam erst 2002 heraus. Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty war ebenfalls sehr erfolgreich. Die optischen Aspekte wie zum Beispiel die Detailverliebtheit der Grafik und auch der technische Aspekt machten die Metal-Gear-Solid-Reihe abermals zum Verkaufsschlager: Mit sieben Millionen verkauften Kopien brach das Spiel sogar den Verkaufsrekord des ersten Teils.

Doch bevor Sons of Liberty kam, erschien 2001 das Mecha-Actionspiel Zone of the Enders für PlayStation 2, welches ebenfalls erfolgreich war.

2003 produzierte Kojima Zone of the Enders: The 2nd Runner für PS2 und Boktai: The Sun Is in Your Hand für Game Boy Advance. Das besondere bei Boktai ist, dass das Spiel mit einem Lichtsensor für ein besonderes Spielerlebnis ausgestattet ist.

Nach Boktai produzierte er ein Remake zu Metal Gear Solid für den GameCube. Die Zwischensequenzen von Metal Gear Solid: The Twin Snakes übernahm diesmal Ryuhei Kitamura.

2006 arbeitete er an Metal Gear Solid: Bande Dessinée (von frz. Bande Dessinée) bzw. Metal Gear Solid: Digital Graphic Novel für die PSP, welches den ersten Metal-Gear-Solid-Teil komplett in gezeichneter Form von Ashley Wood (unter anderem verantwortlich für die Zwischensequenzen in MGS: Portable Ops) darstellt. 2008 erschien in Japan sowie in den USA der Nachfolger Metal Gear Solid 2: Bande Dessinée bzw. Metal Gear Solid: Digital Graphic Novel 2, der die Geschichte des zweiten Teils Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty darstellt. Hierbei entschloss man sich jedoch, statt eines PSP-Nachfolgers eine DVD-Variante zu veröffentlichen. Dieses Produkt besteht dazu aus zwei DVDs, der Digital Graphic Novel 2 und zusätzlich der komplett synchronisierten ersten Digital Graphic Novel.

Im Juni 2008 erschien mit Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots für die PlayStation 3 der vorerst letzte Teil der Metal-Gear-Reihe. Im November 2008 bekam Hideo Kojima einen MTV-Games-Award (Lifetime Achievement Award) für sein Lebenswerk, darunter für die Schöpfung der Metal-Gear-Reihe.

Im März 2009 hatte Hideo Kojima einen Kurzauftritt in einem Video der bekannten Videospiel Fangruppe Mega64. Zuletzt war diese Ehre Shigeru Miyamoto zuteilgeworden.

Laut zweier Spiegel-Online-Berichte leidet Kojima an Spielübelkeit, was dazu führe, dass er zwar Spiele entwickeln, aber diese nicht spielen könne, da ihm dabei schlecht werden würde.[1][2] In einem Interview aus 2006 relativiert er, dass es sich um eine partielle Motion Sickness handelt wie zum Beispiel bei First-Person Shooter, die einen schnellen Kamerawechsel haben.[3] Hideo Kojima arbeitet seit 2001 mit dem Hollywood-Komponisten Harry Gregson Williams eng zusammen.

Einflüsse[Bearbeiten]

Hideo Kojima ist ein bekennender Cineast, in einem Interview mit der Time sagt er: „… ich mag Filme wirklich sehr. Ich versuche täglich mindestens einen Film zu sehen, wenn nicht mehr. Durch Filme habe ich viel über politische, kulturelle und ökonomische Themen gelernt, für die ich mich vorher nicht interessiert habe oder die mir nicht bewusst waren.“[4]

Spiele von Hideo Kojima (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • MTV Game Awards 2008: Bad Motherfucker (bester Endgegnerkampf) für den Kampf gegen Screaming Mantis in Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots (PlayStation 3)
  • MTV Game Awards 2008: Lifetime Achievement Award (Auszeichnung für sein Lebenswerk)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hideo Kojima – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Warum Hideo Kojima nicht mit der Xbox spielt
  2. Nicht schlecht – nur wird mir schlecht!
  3. http://www.neoseeker.com/forums/32186/t655466-kojima-productions-report/
  4. http://time.com/2862423/interview-hideo-kojima/