Hieronymus Ämiliani

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Hieronymus und seinen Schülern erscheint die Mutter Jesu (Bild von Carlo Carlone)

Hieronymus Ämiliani; italienisch Girolamo Emiliani oder Miani (* 1486 in Venedig; † 8. Februar 1537 in Somasca bei Bergamo, Italien) war der Ordensgründer der Somasker und ist der Schutzpatron der Waisen.

Leben[Bearbeiten]

Hieronymus wurde in eine wohlhabende venezianische Familie geboren. Nachdem ihm eine aufwändige Erziehung und Ausbildung zuteilgeworden war, schloss er sich im Alter von 15 Jahren dem Militär an. Dort machte er Karriere und brachte es bis zum General. 1508 gerät er im Konflikt der Republik Venedig gegen die Liga von Cambrai in französische Gefangenschaft, weswegen er in Darstellungen oft mit einer Kette zu sehen ist. Der Legende nach erschien ihm im Kerker die Jungfrau Maria, die ihm einen Schlüssel zum Öffnen der Fesseln reichte. Aus der Gefangenschaft entkommen widmete er fortan sein Leben dem Ziel, Priester zu werden. Außerdem gründete er mehrere Waisenheime, in denen Kinder, die im Krieg die Eltern verloren hatten, Unterschlupf fanden. Nachdem er mehrere dieser Heime in Venedig gegründet hatte, weitete er seine Tätigkeit auf Mailand, Pavia und Verona aus. 1518 wurde er zum Priester geweiht, 1528 gründete er die Somasker. 1537 starb er an der Pest.

Die Somasker wurden 1568 von Papst Pius V. den Augustinern zugeordnet. Hieronymus wurde 1747 von Papst Benedikt XIV. seliggesprochen, 1767 von Clemens XIII. heiliggesprochen und 1928 von Pius XI. zum Schutzpatron der Waisen und der vernachlässigten Jugendlichen (Patrono universale degli orfani e della gioventù abbandonata) ernannt. Sein katholischer Gedenktag ist der 8. Februar.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hieronymus Ämiliani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien