High Frame Rate

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High Frame Rate (hohe Bildrate), abgekürzt HFR, ist ein Format für digitale Kinofilme, bei dem eine höhere Bildwiederholfrequenz als die aus der klassischen Filmtechnik bekannten 24 Bildern pro Sekunde genutzt wird. Wenn HFR für dreidimensionale Filme verwendet wird, wird es als „HFR 3D“ bezeichnet.

Der HFR-Standard der Digital Cinema Initiatives (DCI) ist nicht sehr weit verbreitet. Die DCI hat 2005 vorläufige inoffizielle Standards für digitale Filmproduktionen festgelegt. Die Standardisierung in der wird sonst in der digitalen wie analogen Filmtechnik von der Society of Motion Picture and Television Engineers (SMPTE) dominiert.[1] Befürworter des Formats sagen, dass es durch die höhere Bildwiederholrate die Qualität des Bildes, insbesondere des 3D-Bildes verbessert, indem Ruckeln und Bewegungsunschärfe vermindert werden. Kritiker der Technik bemängeln den Verlust des „Kinostils“ (cinematic look) und vergleichen es mit Material, das mit einer Motion Interpolation bearbeitet wurde, insbesondere dem „Soap-Opera-Effekt“.

Filme im HFR-3D-Format[Bearbeiten]

Der erste Kinofilm, der im HFR-3D-Format veröffentlicht wurde, ist Peter Jacksons Der-Hobbit-Filmtrilogie, beginnend mit Der Hobbit – Eine unerwartete Reise im Dezember 2012 und einer Bildwiederholfrequenz von 48 Bildern pro Sekunde.[2] Andere Filmschaffende, die das Format nutzen wollen, sind James Cameron für seine Avatar-Fortsetzungen[3] und Andy Serkis in seiner Adaption von George Orwells Farm der Tiere.[4]

Aufrüstung der Projektionstechnik[Bearbeiten]

In Deutschland haben vor allem die Kinoketten Cinestar, KINOPOLIS, Cinemaxx, UCI Kinowelt und die Cineplex-Gruppe zum Filmstart der Der-Hobbit-Trilogie in eine Umrüstung auf HFR 3D investiert. Den ersten HFR-3D-Projektor mit 60 Bildern pro Sekunde (was der Higher Frame Rate von James Camerons Filmprojekten entspricht) in Österreich installierte das Cinepoint in Seefeld in Tirol im Mai 2013.[5] Für HFR 3D in 4K-Auflösung gibt es noch keinen Projektor, der die erforderlichen 96/120 Hz beherrscht.

Heimanwender[Bearbeiten]

Verschiedene Camcorder bieten Hobbyfilmern die Möglichkeit, mit 1080p50 und 1080p60 zu filmen. Der Hobbit – Eine unerwartete Reise ist aktuell noch nicht als HFR-Fassung auf Blu-ray Disc erhältlich, da für die Blu-ray Disc noch keine Spezifikation existiert, die es ermöglicht, einen Film bei der maximalen Auflösung von 1920x1080 Pixeln im Vollbildverfahren mit mehr als 24 Bildern pro Sekunde auf dem Datenträger zu speichern. Ein Update für die Endgeräte ist momentan (Stand: März 2013) nicht in Sicht. Heimanwender haben jedoch bei vielen TV-Geräten die Option, Motion Interpolation zu verwenden, was geräteabhängig sogar noch höhere Frameraten erlaubt. Die bei dieser Technik errechneten zusätzlichen Frames enthalten jedoch keine zusätzlichen Bildinformationen und können so mit einer nativen erhöhten Framerate, in diesem Fall 48fps, qualitativ nicht mithalten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MKPE, FAQ
  2. Carolyn Giardina: Showeast 2012: Major Exhibitors Sign for High Frame-Rate ‘Hobbit’ Despite Format Challenges. The Hollywood Reporter, 7. November 2012, abgerufen am 20. November 2012 (englisch).
  3. Carolyn Giardina: James Cameron ‘Fully Intends’ to Make ‘Avatar 2 and 3’ at Higher Frame Rates. The Hollywood Reporter, 30. März 2011, abgerufen am 20. November 2012 (englisch).
  4. Carolyn Giardina: Andy Serkis to Direct Adaptation of ‘Animal Farm’. The Hollywood Reporter, 19. Oktober 2012, abgerufen am 20. November 2012 (englisch).
  5. Eines der modernsten Kinos von ganz Europa – in Seefeld! auf meinbezirk.at vom 18. Mai 2013, abgerufen am 25. Januar 2013.