Hildegard Wegscheider

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Hildegard Wegscheider, geborene Ziegler, (* 2. September 1871 in Berlin; † 4. April 1953 ebenda) war eine deutsche Lehrerin, Schulreformerin, Politikerin der SPD und Frauenrechtlerin. Sie war die erste Frau, die in Deutschland den Doktortitel erwarb.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Wegscheider legte 1894 ihr Abitur (Durchschnitt: 1,3) in Sigmaringen ab. Damit war sie die erste Frau in Preußen, die diese Prüfung erfolgreich absovlierte. Anschließend studierte sie in Zürich. 1898 promovierte sie in Halle zum Dr. phil und war damit eine der ersten Frauen, die an einer deutschen Universität den Doktortitel erwarben. Nachdem Wegscheider in Kiel das Staatsexamen für Gymnasiallehrer bestandt, war sie Dozentin an der Humboldt-Akademie zu Berlin und Lehrerin an Gymnasialkursen. Sie gründete 1900 die erste private Schule mit gymnasialem Unterricht für Mädchen in Berlin-Charlottenburg. Nach 1906 war sie Oberlehrerin in Bonn.

Wegscheider gehörte von 1919 bis 1921 für die SPD der verfassunggebenden preußischen Landesversammlung an und war seit 1921 Abgeordnete im Preußischen Landtag.

Später kehrte Wegscheider von 1929 bis 1933 als Oberschulrätin in Berlin in den Schuldienst zurück. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde sie aus allen Ämtern entfernt.

Im März 1949 beteiligte sich Wegscheider aktiv am Internationaler Frauentag und erläuterte dabei unter anderem, wie ihr zunächst von Heinrich von Treitschke die Immatrikulation in Berlin verwehrt wurde, so dass sie gezwungen war, ihr Studium in der Schweiz aufzunehmen.

Im Jahre 1958 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz zweiter Klasse, dies wird aber nicht, wie sich herausstellen wird, ihr einziges bleiben.

Im Alter von 79 Jahren erhielt sie erneut aufgrund ihreres sozialen Engagement, ihrer Leistung und ihrem Mut die erste Frau Preußens mit Abitur zu werden das Bundesverdienstkreuz erster Klasse von dem damaligem Bundespräsidenten. Sie konnte diesen Ruhm leider nicht allzu lange genießen, zwei Jahre nach dieser Ehrung verstarb sie im Alter von 81 Jahren in Berlin und wurde auf dem Friedhof Wilmersdorf in einem Ehrengrab beigesetzt.

[Bearbeiten] Ehrungen

In Berlin-Grunewald ist die Hildegard-Wegscheider-Schule nach ihr benannt.

[Bearbeiten] Veröffentlichungen

  • Hildegard Ziegler (verheiratete Wegscheider): Chronicon Carionis: ein Beitrag zur Geschichtsschreibung des 16. Jahrhunderts, Halle (M. Niemeyer) 1898 (Dissertation, auch als Hallesche Abhandlungen zur neueren Geschichte; 35)
  • Hildegard Wegscheider: "Die Frau im demokratischen Staat, An unsere Frauen", Verlag "Das Volk" Berlin, Dezember 1945

[Bearbeiten] Weblinks

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