Hildur Guðnadóttir

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Hildur Ingveldardóttir Guðnadóttir (* 4. September 1982) ist eine klassisch ausgebildete isländische Cellistin und Komponistin, die neben ihren eigenen Projekten viele bekannte Künstler mit ihrem Cello begleitet.

Überblick[Bearbeiten]

Hildur Guðnadóttir begann als Kind, Cello zu spielen und studierte später an verschiedenen Hochschulen in Reykjavík sowie an der Universität der Künste in Berlin. Nach ihrem Studium ging sie zurück nach Island, wo sie sich stark in der jüngeren Kunst- und Musikszene engagierte. So betreibt sie zusammen mit dem befreundeten Jóhann Jóhannsson die Organisation Kitchen Motors, eine Kombination aus Think Tank, Label und Künstlerkollektiv. Sie spielte in den isländischen Gruppen Múm und Angel (mit Ilpo Väisänen und Dirk Dresselhaus) und ist Mitglied des von griechischer und bulgarischer Tanzmusik inspirierten Ensembles Stórveit Nix Noltes. Auch über die Grenzen ihres Landes hinaus hat sich Guðnadóttir an zahlreichen Musikprojekten beteiligt, so beispielsweise an Aufnahmen der finnischen Experimentalband Pan Sonic oder des deutschen Elektro-Musikers Dirk Dresselhaus, der sich Schneider TM nennt. Sie arbeitete mit dem schwedischen Klangkünstler BJNilsen und der ebenfalls schwedischen Band The Knife.

Guðnadóttir ist außerdem als Dirigentin und Komponistin tätig. Zu ihren bekannteren Arbeiten zählt der live aufgeführte Soundtrack zu Derek Jarmans Film In The Shadow Of The Sun von 1980, an dem neben den englischen Industrial-Pionieren Throbbing Gristle der von ihr dirigierte „New London Chamber Choir“ beteiligt war. Sie komponierte den Soundtrack für das Theaterstück Sumardagur ("Sommertag") welches im Isländischen Nationaltheater uraufgeführt wurde.

2007 brachte sie unter dem Namen Lost in Hildurness ihr folkinspiriertes Solodebüt Mount A heraus, das beim isländischen Label 12tónar erschien und fast im Alleingang eingespielt wurde. Die Aufnahmen entstanden teilweise in New York, teilweise in einem isländischen Holzhaus, welches für seine dem Cello entgegenkommende Akustik berühmt ist. Guðnadóttir spielte dort neben Cello Vibraphon, Viola und Harfe, und ergänzte das Instrumentarium durch dezente Stimmarbeit. 2009 folgte das zweite Soloalbum Without Sinking, welches auf dem britischen Label Touch herauskam. Neben Johannsen wirkt auch Guðnadóttirs Vater, der Klarinettist Gudni Franzson, an den Aufnahmen mit. Guðnadóttir tritt regelmäßig live auf, dort meist in Begleitung eines Trompeters und eines Saxophonisten. Sie tourte bereits mit Johannssón, mit Fever Ray und mit der amerikanischen Indie-Folkband Animal Collective.

Diskografie[Bearbeiten]

Solo[Bearbeiten]

  • Mount A (as Lost in Hildurness) (12 Tónar 2006, wiederveröffentlicht als Hildur Guðnadóttir auf Touch)
  • Without Sinking (Touch 2009)
  • Leyfðu Ljósinu (Touch 2012)

Kollaborationen und Gastbeiträge[Bearbeiten]

  • Rúnk - Ghengi Dahls (Flottur kúltúr og gott músik 2001)
  • Mr. Schmucks Farm - Good Sound (Oral 2005)
  • Stórsveit Nix Noltes - Orkídeur Hawai (12 Tónar/Bubblecore 2005)
  • Angel and Hildur Guðnadóttir - In Transmediale (Oral 2006)
  • Hildur Guðnadóttir with Jóhann Jóhannsson - Tu Non Mi Perderai Mai (Touch 2006)
  • Nico Muhly - Speaks volumes (Bedroom Community 2006)
  • Valgeir Sigurðsson - Equilibrium Is Restored (Bedroom Community 2007)
  • Ben Frost - Theory of Machines (Bedroom Community 2006)
  • Skúli Sverrisson - Sería (12 Tónar 2006)
  • Pan Sonic - Katodivaihe/Cathodephase (Blast First Petite 2007)
  • Múm - Go Go Smear the Poison Ivy (Fat Cat 2007)
  • Hildur Guðnadóttir, BJ Nilsen and Stilluppsteypa - Second Childhood (Quecksilber 2007)
  • The Knife - Tomorrow, in a Year (2010)
  • Hildur Guðnadóttir & Hauschka - Pan Tone (2010/12)

Weblinks[Bearbeiten]

Island Anmerkung zu isländischen Personennamen: Isländer werden mit dem Vornamen oder mit Vor- und Nachnamen, jedoch nicht allein mit dem Nachnamen bezeichnet. Weiterführende Informationen finden sich unter Isländischer Personenname.