Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem deutschen Feuerwehrfahrzeugtyp "Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug", für die österreichische Variante siehe Hilfeleistungslöschfahrzeug (Österreich).

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (kurz: HLF) ist die Bezeichnung für einen Typ deutscher Feuerwehrfahrzeuge verschiedener Größenordnung. Dieser Fahrzeugtyp ist eng mit dem Löschgruppenfahrzeug verwandt und wie dieses für eine Gruppe als Besatzung ausgelegt. Wesentlicher Unterschied zum Löschgruppenfahrzeug ist die umfangreiche Ausrüstung für die Technische Hilfeleistung.

Als Kombination von HLF und Tanklöschfahrzeug wurde in Hessen teilweise das nicht DIN-genormte Hilfeleistungstanklöschfahrzeug eingesetzt.

Aufgabenbereiche[Bearbeiten]

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10

Fahrzeugdaten
Abkürzung: HLF 10
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/8/9
Feuerlöschpumpe: FPN 10-1000
Löschwasser: mind, 1.000 Liter
Schaummittel: 6 x 20 Liter
Zul. Gesamtmasse: 12.000 Kilogramm
Antrieb: Straße/Allrad

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge sind die vielfältigsten Fahrzeuge im deutschen Feuerwehrwesen. Sie haben sich aus den Löschgruppenfahrzeugen entwickelt, als die Feuerwehren erkannten, dass sich ihr Einsatzspektrum von der Brandbekämpfung zunehmend zur technischen Hilfeleistung verschiebt und deshalb ihre Löschgruppenfahrzeuge mit zusätzlicher Beladung zur Unfallhilfe ausrüsteten. Bereits vor ihrer Normung waren die HLF somit die vielfältigsten Geräte der Feuerwehr, die für alle denkbaren Einsatzsituationen wie Verkehrsunfälle, Gefahrguteinsätze und natürlich herkömmliche Brandeinsätze Verwendung fanden.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ist ein vergleichsweise junger genormter Fahrzeugtyp der deutschen Feuerwehren, der seit seiner Normung 2004 existiert. Zuvor verwendeten viele Feuerwehren eigene Konstruktionen die sich außerhalb der gängigen Normen für Tanklöschfahrzeuge, Tragkraftspritzenfahrzeuge und Löschgruppenfahrzeuge bewegten oder mussten auch für kleinere Einsätze Rüstwagen mitführen. Oft wurden solche Eigenkonstruktionen dann "Hilfeleistungslöschfahrzeug" (HLF) genannt. Die Norm des zunächst allein genormten HLF 20/16 (heute HLF 20) vom November 2004 sollte einen Kompromiss zwischen der alten Norm des LF 16/12 und den ungenormten Sonderkonstruktionen darstellen. Dementsprechend wurde 2007 dann auch das HLF 10/6 (heute HLF 10) geschaffen, das sich an die ehemalige Norm für das LF 8/6 mit Zusatzbeladung für technische Hilfeleistung anlehnt.

Typen[Bearbeiten]

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10[Bearbeiten]

Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10 (kurz: HLF 10) ist die kleinere Ausführung dieses Fahrzeugtyps und hieß früher (seit 2006) HLF 10/6. Es ist seit 2012 in DIN 14530 Teil 26 genormt. Zuvor war es zusammen mit dem damaligen LF 10/6 in DIN 14530 Teil 5 genormt. Seine Ausrüstung gemäß neuer Norm umfasst einen Wassertank von mindestens 1000 Litern Inhalt sowie einen Vorrat von 120 Liter Schaummittel. Im Fahrzeugheck befindet sich eine Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Förderleistung von minütlich mindestens 1.000 Liter Wasser bei einem Ausgangsdruck von 10 bar. Weiterhin führt es eine vierteilige Steckleiter und die übliche Beladung zur Brandbekämpfung und Menschenrettung mit. Hinzu kommt noch eine umfangreiche Ausrüstung zur technischen Hilfeleistung, zu der unter anderem ein Rettungsspreizer, eine Rettungsschere, ein Stromerzeuger, Beleuchtungsgeräte sowie eine Motorsäge und eine Elektrosäge gehören. Es ist stark verwandt mit dem Löschgruppenfahrzeug 10.

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10/10[Bearbeiten]

In Rheinland-Pfalz wurde von den Unfallkassen die Vorgabe erlassen, dass eine Feuerwehr nur noch dann ohne stabile Wasserversorgung einen Innenangriff durchführen darf, wenn sie mindestens 1.000 Liter Wasser an der Einsatzstelle zur Verfügung hat. Aufgrund dieser Vorgabe wurde mit der technischen Weisung Nr. 10 das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10/10 (kurz: HLF 10/10) geschaffen, das dem HLF 10 entspricht, jedoch eine Mindesttankgröße von 1.000 Litern hat. Mit der neuen DIN-Norm für das HLF 10 erübrigt sich diese Vorgabe für die Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge.

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20[Bearbeiten]

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20

Fahrzeugdaten
Abkürzung: HLF 20
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/8/9
Feuerlöschpumpe: FPN 10-2000
Löschwasser: mind, 1.600 Liter
Schaummittel: 6 x 20 Liter
Zul. Gesamtmasse: 15.000 Kilogramm
Antrieb: Straße/Allrad

Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (kurz: HLF 20) ist die größere Ausführung dieses Fahrzeugtyps und war seit 2006 als HLF 20/16 gemeinsam mit dem damaligen LF 20/16 in der DIN 14530 Teil 11 genormt. Die aktuelle - leicht veränderte Norm - lautet DIN 14530 Teil 27. Es verfügt über einen mindestens 1.600 Liter fassenden Löschwassertank, 120 Liter Schaummittelvorrat und 12 kg Löschpulver. Seine Feuerlöschkreiselpumpe kann pro Minute 2.000 Liter Wasser bei einem Ausgangsdruck von 10 bar fördern. Zu seiner umfangreichen Beladung zur Brandbekämpfung gehören auch eine vierteilige Steckleiter, eine dreiteilige Schiebleiter, eine Haken- und eine Klappleiter. Gegenüber dem LF 20/16 verfügt es zudem über eine umfangreichere Beladung zur technischen Unfallhilfe, zu der unter anderem ein Mehrzweckzug, ein Trennschleifer, ein hydraulischer Rettungssatz (Rettungsspreizer, Rettungsschere, Satz Rettungszylinder), ein pneumatischer Hebesatz, ein Glasschneider sowie diverse Rüstmaterialien gehören. Darüber hinaus kann das HLF 20/16 mit einer Seilwinde, einer Zusatzbeladung zur Wasserwehr und Absturzsicherung oder mit einer Zusatzbeladung für Gefahrguteinsätze, seltener auch mit einer zusätzlichen Tragkraftspritze beladen werden. Das Fahrzeug kann über einen Allradantrieb verfügen und hat eine zulässige Gesamtmasse von 15 Tonnen. Es ist mit dem Löschgruppenfahrzeug 20 eng verwandt.

Hilfeleistungslöschfahrzeug 24/14-Schiene[Bearbeiten]

Das HLF 24/14-S ist ein nicht genormtes Löschgruppenfahrzeug/Spezialfahrzeug, welches vor allem bei Berufsfeuerwehren anzutreffen ist und besonders für Schienenverkehrsunglücke ausgerüstet ist. Zu diesem Zweck kann es auch auf Schienen fahren. Es hat in der Regel einen mehr als 1.400 Liter großen Wassertank und eignet sich neben der normalen Brandbekämpfung auch für die Brandbekämpfung in Tunnelanlagen sowie die technische Unfallhilfe auf der Schiene.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hamilton: Handbuch für den Feuerwehrmann. Boorberg-Verlag, ISBN 3-415-01705-2.
  • Cimolino, Zawadke: Einsatzfahrzeuge für Feuerwehr und Rettungsdienst (Typen). Ecomed Sicherheit, ISBN 3-609-68667-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien