Hilla von Rebay

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48.128387.8118Koordinaten: 48° 7′ 42″ N, 7° 48′ 42″ O

Das Hilla-von-Rebay-Haus in Teningen

Hilla von Rebay (* 31. Mai 1890 in Straßburg als Hildegard Anna Augusta Elisabeth Baronin Rebay von Ehrenwiesen; † 27. September 1967 in Westport, Connecticut, USA) war eine deutsche Malerin und Gründungsdirektorin der Solomon R. Guggenheim Foundation in New York. Sie war eine der wenigen Malerinnen abstrakter Bilder zu Beginn des 20. Jahrhunderts und verhalf der Abstrakten Malerei zum internationalen Durchbruch.

Leben[Bearbeiten]

Studium und erste Kontakte in der Kunstszene Berlins[Bearbeiten]

1907 bis 1913 studierte Rebay Malerei in Paris (Académie Julian) und München, wo sie sich an den Malern der Scholle (Fritz Erler, Leo Putz und anderen) und der Secession orientierte. Außerdem verband sie eine Bekanntschaft mit Georges Braque. In dieser Zeit erfolgten Ausstellungen im Kölner Kunstverein (1912) und in München. 1916 begegnete sie Hans Arp in Zürich. Danach bewegte sie sich in Berlin im Umkreis der Künstlergruppe um Herwarth Waldens Galerie und Zeitschrift „Der Sturm“ und freundete sich mit Rudolf Bauer, Otto Nebel und Wassily Kandinsky an. Sie wurde Mitglied der Novembergruppe in Berlin. 1923 gründete sie zusammen mit Otto Nebel und Rudolf Bauer die Künstlergruppe Der Krater. 1925 reiste sie für längere Zeit nach Italien. Sie interessierte sich ebenso wie Kandinsky auch für Themen wie Theosophie und Spiritualität und besuchte in Berlin um 1904 Kurse bei Rudolf Steiner zu dem Thema.[1]

New York[Bearbeiten]

1927 ging sie nach New York, wo sie 1928 Solomon R. Guggenheim kennenlernte. Sie gewann sein Vertrauen, während das Verhältnis zu seiner Familie, insbesondere zu Peggy Guggenheim, eher gespannt war.

Im Jahr 1929 gründete Rudolf Bauer in Berlin das Museum für Gegenstandslose Malerei: „Das Geistreich“ – welches auf Rat Hilla von Rebays stark von Solomon R. Guggenheim unterstützt wurde. Hilla von Rebay war, bis es zum Bruch kam, eng mit Rudolf Bauer befreundet. Dabei überschätzte sie seine künstlerischen Leistungen. Dies ist kaum zu erklären, weil sie bei dem beginnenden und künstlerisch von ihr verantworteten Aufbau der Sammlung von Irene und Solomon R. Guggenheim neben den Bildern Bauers zielstrebig alle die (zunächst ausschließlich abstrakten) Bilder der Moderne einkaufte, die den späteren Weltruhm des Guggenheim-Museums begründeten.

Guggenheim-Museum in New York City, Architekt: Frank Lloyd Wright

1936 organisierte sie die Wanderausstellung der non-objective art (Gegenstandslose Kunst). Ein Jahr später wurde die Solomon R. Guggenheim Foundation gegründet. 1939 folgte die Eröffnung des ersten Museum of Non-Objective Painting / Art of Tomorrow in Manhattan, New York City (24 East 54th Street). Sie unterstützte den experimentellen Film und die synästhetische Kunst. Während des Zweiten Weltkriegs förderte Hilla von Rebay zahlreiche in Europa gebliebene Künstler aus eigenen Mitteln und durch Ankäufe von Bildern.

1943 begann Hilla von Rebay zusammen mit dem von ihr ausgewählten Architekten Frank Lloyd Wright die Planung des heutigen Guggenheim-Museums, 1071 Fifth Avenue, New York City, im Anschluss an Wassily Kandinskys und Gertrud Grunows Projekte. Auch dabei war ihr Einfluss maßgeblich. So scheint die berühmte Schneckenform auf sie zurückzugehen. Außerdem bestand sie darauf, das Guggenheim-Museum weiß zu streichen und nicht rot, wie von Frank Lloyd Wright geplant.

1947 erhielt von Rebay die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. 1949 starb Solomon R. Guggenheim. Hilla von Rebay verlor dadurch jeden Rückhalt in der Familie Guggenheim und bei der Solomon R. Guggenheim Foundation. 1952 musste sie deshalb ihre Leitungsfunktion aufgeben. 1959 zur Eröffnung des Guggenheim Museums wurde sie nicht einmal mehr eingeladen. Verbittert zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück und setzte nie einen Fuß in das Museum. Den Rest ihres Lebens verbrachte sie in ihrem Anwesen in Greens Farms, einem Stadtteil von Westport, Connecticut. Dort starb sie im Jahr 1967.

Andenken[Bearbeiten]

Grab in Teningen

Auf ihren Wunsch hin wurde sie im Familiengrab in Teningen beigesetzt, wohin die Familie 1919 gezogen war; im ehemaligen Wohnhaus der Familie befindet sich eine Erinnerungsstätte; H. v. Rebay hatte 1938 das Haus der Gemeinde geschenkt.

Seit 1983 liegt die grundlegende Biographie von Joan Lukach: Hilla Rebay: In Search of the Spirit in Art vor – der Titel ist eine deutliche Anspielung auf Kandinskys Buch Über das Geistige in der Kunst, von dem sie sehr beeinflusst war.

2005 folgte eine Gedächtnisausstellung im Guggenheim-Museum; diese war 2006 auch in der Villa Stuck in München zusammen mit dem biografischen Film Die Baroness und das Guggenheim von Sigrid Faltin zu sehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hilla Rebay: Innovation. Une nouvelle ère artistique, Paris 1937 (Vorwort Yvanhoé Rambosson, 27 Illustrationen u.a. von Wassily Kandinsky, Rudolf Bauer, Fernand Léger, Pablo Picasso, Robert Delaunay).
  • Joan Lukach: Hilla Rebay: In Search of the Spirit in Art, Verlag George Braziller, New York 1983.
  • Sigrid Faltin: Die Baroness und das Guggenheim, Libelle Verlag, Lengwil 2005, ISBN 3-909081-45-2.
  • Jo-Anne Birnie Danzker, Brigitte Salmen, Karole Vail (Hg.): Art of Tomorrow. Hilla Rebay und Solomon R. Guggenheim, New York 2005.
  • Katja von der Bey: Hilla von Rebay. Die Erfinderin des Guggenheim Museums. Edition Braus Berlin 2013, ISBN 9783862280513

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hilla von Rebay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Guggenheim. Die Sammlung", Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2006, S.147