Hillebille

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Hillebille

Eine Hillebille ist ein Schlagbrett aus Hartholz, welches, ähnlich der baskischen Txalaparta, als primitives Signalgerät diente, wahrscheinlich aber auch als Rhythmusinstrument verwendet wurde. Sie wurde freischwebend an einem Lederriemen aufgehängt und man brachte sie durch Schlagen mit einem Klöppel zum Tönen. Auf diese Weise konnten Nachrichten von Ort zu Ort übertragen werden.

Gebräuchlich war die Hillebille schon im frühen Mittelalter. Auch im Orient wurden vor der Einführung von Glocken Holz- oder Tonscheiben ähnlich den Hillebillen benutzt, um Versammlungen einzuberufen, Andachten anzukündigen oder Tageszeiten mitzuteilen. In Griechenland sind noch heute mancherorts Kirchen und Kapellen mit hölzernen oder metallenen Schlagbrettern, den sogenannten „Simandros“ (Zeichengeber), ausgestattet.

Noch bis ins 20. Jahrhundert wurden Hillebillen bei den Holzfällern und Köhlern in abgelegenen Gegenden des Harz[1] und des Thüringer Waldes[2] als Alarm- und Informationsinstrument verwendet. An jene Zeiten erinnert noch heute der Name eines Bergrückens im Harz. Auch im oberen Odertal in Brandenburg kann man einen „Hillebille-Felsen“ finden.

In manchen Gegenden gab es bei den Zimmerleuten einen Brauch, den sie „Hillebille“, „Hillebillekloppen“ oder „den Stockfisch weichkloppen“ nannten. Hierbei wurde am Vorabend des Richtfests mit Beilen und Äxten auf ein dickes Brett aus trockenem Buchenholz, dem „Stockfisch“, geschlagen, so dass ein weithin vernehmbarer, rhythmischer Lärm entstand. Die „bösen Geister“ sollten so aus dem Haus vertrieben werden.

Musikalisch sind die Hillebillen den Stabspielen, also den xylophonartigen Instrumenten zuzuordnen. Als solche gehören sie zur Gattung der Idiophone (Selbstklinger), das heißt zu den selbst klingenden Schlaginstrumenten.

Laut Duden besteht keine etymologische Verwandtschaft zu dem späteren amerikanischen Slangwort Hillbilly für (ungebildeter, einfacher) „Mann aus den Bergen“, „Hinterwäldler“, „Landei“ bzw. zu dessen ländlicher Hillbilly-Musik.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Hillebille – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anton Lübke: Uhren, Glocken, Glockenspiele. Müller Villingen, 1980, ISBN 3-920662-03-2.
  2.  A. Kirchhoff: Die Hillebille. In: Wartburg-Herold. Halbmonatsschrift für Thüringer Volkstum. Weimar / Eisenach 1896, S. 30 (Digitalisat).