Hillesheim (Eifel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hillesheim
Hillesheim (Eifel)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hillesheim hervorgehoben
50.2930555555566.675440Koordinaten: 50° 18′ N, 6° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Hillesheim
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 20,62 km²
Einwohner: 3139 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54576
Vorwahl: 06593
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 029
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Burgstraße 6
54576 Hillesheim
Webpräsenz: www.hillesheim.de
Stadtbürgermeister: Matthias Stein (CDU)
Lage der Stadt Hillesheim im Landkreis Vulkaneifel
Scheid Hallschlag Ormont Kerschenbach Reuth Stadtkyll Jünkerath Schüller Gönnersdorf Esch Feusdorf Lissendorf Birgel Steffeln Wiesbaum Berndorf Hillesheim (Eifel) Oberbettingen Basberg Kerpen (Eifel) Üxheim Nohn Oberehe-Stroheich Walsdorf Dohm-Lammersdorf Duppach Kalenborn-Scheuern Rockeskyll Pelm Berlingen Hohenfels-Essingen Gerolstein Neroth Birresborn Kopp (Vulkaneifel) Mürlenbach Densborn Salm Dreis-Brück Betteldorf Daun Dockweiler Hinterweiler Kirchweiler Kradenbach Nerdlen Sarmersbach Gefell Hörscheid Darscheid Utzerath Schönbach Steiningen Steineberg Demerath Winkel (Eifel) Immerath Strotzbüsch Mückeln Strohn Gillenfeld Ellscheid Saxler Udler Mehren Schalkenmehren Üdersdorf Brockscheid Bleckhausen Oberstadtfeld Wallenborn Niederstadtfeld Weidenbach Schutz Meisburg Deudesfeld Borler Bongard Boxberg Neichen Beinhausen Katzwinkel Hörschhausen Berenbach Kötterichen Höchstberg Kaperich Lirstal Oberelz Arbach Retterath Uersfeld Mannebach Bereborn Kolverath Sassen Gunderath Horperath Ueß Mosbruch Kelberg Gelenberg Bodenbach Reimerath Welcherath Brücktal Kirsbach Drees Nitz Landkreis Mayen-Koblenz Landkreis Cochem-Zell Landkreis Bernkastel-Wittlich Eifelkreis Bitburg-Prüm Nordrhein-Westfalen Landkreis Ahrweiler BelgienKarte
Über dieses Bild

Hillesheim ist eine Stadt und nach der Zahl seiner Einwohner drittgrößte Gemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Hillesheim ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Naturpark Vulkaneifel und an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen annähernd in der Mitte zwischen Köln und Trier (Luftlinie 70 bzw. 60 km) und etwa 30 km von der belgischen Grenze entfernt. Zu Hillesheim gehören die Stadtteile Bolsdorf und Niederbettingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zum 17. März 1974 wurden im Rahmen der Gebietsreform die Gemeinden Bolsdorf (damals 211 Einwohner) und Niederbettingen (225 Einwohner) eingemeindet. Die um 1800 verlorenen Stadtrechte erhielt Hillesheim am 24. Oktober 1993 erneut.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hillesheim bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 877
1835 1.215
1871 1.419
1905 1.616
1939 1.854
1950 1.902
Jahr Einwohner
1961 2.032
1970 2.348
1987 2.520
1997 3.137
2005 3.198
2013 3.139

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Hillesheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[4]

Wahl SPD CDU FWG WGR Gesamt
2014 2 8 10 20 Sitze
2009 2 6 6 6 20 Sitze
2004 2 7 5 6 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe in der Verbandsgemeinde Hillesheim e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten durch eine eingeschweifte blaue Spitze, darin auf liegendem goldenem Halbmond eine silberne gekrönte Madonna mit Reichsapfel in der rechten und Christuskind in der linken Hand, beide golden nimbiert, vorn in Silber ein durchgehendes rotes Balkenkreuz, hinten in Gold eine aufrechte schwarze Wolfsangel (Doppelhaken), auf dem Schildrand eine gebogene, schwarzgefugte silberne Zinnenmauerkrone mit offenem Portal“.

Das rote Balkenkreuz weist auf die frühere Zugehörigkeit zu Kurtrier hin; die Wolfsangel ist aus einem Wappen eines Hillesheimer Geschlechtes übernommen, deren Angehörige teilweise auch als Schöffen fungierten; Die Madonna war schon im Stadtsiegel von 1306 sowie in den Schöffensiegeln des 14. und 15. Jahrhunderts abgebildet; die Mauerkrone über dem Wappen symbolisiert das im Mittelalter erhaltene Stadtrecht von Hillesheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hillesheim (Gemälde von Fritz von Wille)

Die Stadt ist eine der wenigen „Europäischen Beispielstädte“ und ihre Stadtsanierung wurde daher durch die Städtebauförderung subventioniert. Es gibt einen mittelalterlichen Stadtkern mit sehenswerter Kirche, der teilweise von einer Stadtmauer umgeben ist. Das Stadtgebiet von Hillesheim ist nahezu kreisrund, vom historischen Stadtkern aus breitete es sich in alle Richtungen aus und wuchs aus seiner Tallage durch zahlreiche Neubaugebiete an den umliegenden Hängen.

Siehe auch

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Marktplatz von Hillesheim

Als ländliches Grundzentrum verfügt Hillesheim mit zwei Schulen, zwei Sporthallen, einer Tennishalle, einem Hallenbad, einem Kino, mehreren Supermärkten, Tankstellen sowie zwei Baumärkten über eine gute Infrastruktur.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr

Der Bahnhof Oberbettingen-Hillesheim liegt an der Eifelstrecke (KölnEuskirchenGerolsteinTrier), auf der im Schienenpersonennahverkehr

  • der Eifel-Express (RE 22) Köln – Euskirchen – Gerolstein mit Durchbindung nach Trier Hbf (RB 83) und
  • die Eifel-Bahn (RB 24) Köln – Euskirchen – Kall, in der Hauptverkehrszeit (HVZ) bis Gerolstein, verkehren.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT) und der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Bis 1973 war der Bahnhof Hillesheim (Eifel) direkt über die 1912 eröffnete Mittlere Ahrtalbahn Dümpelfeld – Abzw Insul – Ahrdorf (Ahr) – Hillesheim (Eifel) – Lissendorf – Jünkerath mit der Unteren Ahrtalbahn sowie der Eifelstrecke Köln – Trier verbunden. Die zum Teil durch Luftangriffe während des Zweiten Weltkriegs eingetretenen massiven Kriegsschäden wurden bis 1946 weitgehend beseitigt, nur das beim Rückzug der Wehrmacht 1945 gesprengte Bogenviadukt der Bahnstrecke Hillesheim–Gerolstein wurde nicht wieder instand gesetzt. Nach der Stilllegung des Personenverkehrs sowie des Güterverkehrs nach Dümpelfeld (1973) und Lissendorf (1982) erfolgte jeweils kurze Zeit später die Demontage der Bahngleise. Richtung Niederehe verläuft ein Radweg teilweise auf dem alten Bahndamm.

Straßen

Durch Hillesheim verläuft die Bundesstraße 421 in west-östlicher Richtung.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Der Ort ist Sitz des KBV-Verlages.

Tourismus[Bearbeiten]

Stadtmauer

Die Stadt Hillesheim ist Ziel von Touristen, die vor allem aus den städtischen Bereichen Nordrhein-Westfalens und der Niederlande kommen. Neben dem mittelalterlichen Stadtkern samt Kirche hat vor allem das Naherholungsgebiet „Bolsdorfer Tälchen“ hohen Freizeit- und Erlebniswert, da dort ein See, Rundwanderwege sowie Sport- und Freizeitmöglichkeiten und Lokale einladen. Das Bolsdorfer Tälchen stellt mit seinem Wegenetz die unmittelbare Verbindung zum Kylltal-Radweg dar, der über 115 km von der Stauanlage Kronenburg bis zur Mündung der Kyll in die Mosel in Trier-Ehrang führt. Hillesheim liegt am Eifelsteig[5] und ist mit dem Kriminalhaus [6] Station des „Eifel-Krimi-Wanderwegs“, der auf Büchern der Krimiautoren Jacques Berndorf und Ralf Kramp basiert. Der Geopfad Hillesheim[7] erläutert an 30 Stationen in der Umgebung der Stadt die Geologie der Eifel und die Zeugnisse des Vulkanismus in der Vulkaneifel.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Verwaltung
In Hillesheim ist der Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Hillesheim, welche einwohnermäßig die drittgrößte des Landkreises ist.
  • Bildung
In Hillesheim gibt es zwei Kindergärten, eine Grundschule sowie eine Realschule plus. Die Volkshochschule wird ehrenamtlich durch das „KEB Bildungswerk Hillesheim - Katholische Erwachsenenbildung“ geführt.
  • Soziales
Es sind ein Altenheim und das St.-Josefs-Haus, in dem betreutes Wohnen angeboten wird, vorhanden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Franziska Bram (* 1860 in Hillesheim), Dichterin und Schriftstellerin
  • Stefan Drößler (* 1961 in Hillesheim), Filmhistoriker, Museumsdirektor und Filmrestaurator
  • Ralf Kramp (* 29. November 1963 in Euskirchen), Autor und Verleger (KBV-Verlag)
  • Annelie Runge (* 1943 in Hillesheim), Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Journalistin

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Wagner: Hillesheim in der Eifel (Rheinische Kunststätten, Heft 4/1976). Neuss 1975
  • Hermann Meyer: Hillesheim - Die Geschichte eines Eifelstädtchens (463 Seiten / Arbeitsgemeinschaft für Landesgeschichte / Verlag: Neu GmbH, Trier 1990)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hillesheim (Eifel) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 179, 204 (PDF; 2,6 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Homepage des Eifelsteigs
  6. Das Kriminalhaus in Hillesheim. www.eifel.info, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  7. Geopfad