Himmel ohne Sterne

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Filmdaten
Originaltitel Himmel ohne Sterne
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1955
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Helmut Käutner
Drehbuch Helmut Käutner
Produktion Harald Braun
Musik Bernhard Eichhorn
Kamera Kurt Hasse
Schnitt Anneliese Schönnenbeck
Besetzung

Himmel ohne Sterne ist ein deutsches Filmdrama von Helmut Käutner aus dem Jahre 1955, eine der wenigen Leinwandproduktionen jener Jahre, die die Deutsche Teilung zum zentralen Thema haben. Der mehrfach ausgezeichnete Film verschaffte den Jungstars Erik Schumann, Horst Buchholz und Eva Kotthaus den Durchbruch.

Handlung[Bearbeiten]

Im geteilten Deutschland 1952: Die junge Ostdeutsche Anna Kaminski, eine Näherin im Volkseigenen Betrieb, lebt in Thüringen, unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. Ihr Sohn Jochen, dessen Vater im Krieg gefallen ist, lebt gezwungenermaßen bei den Großeltern Elsbeth und Otto Friese in Bayern, nur wenige Kilometer entfernt von der innerdeutschen Grenze. Elsbeth und Otto, saturierte und kaum zu Empathie fähige, gutbürgerliche Repräsentanten des westdeutschen Wirtschaftswunders, waren einst nur dann bereit, Anna zu helfen, wenn diese ihr Kind und das des Friese-Sohnes den Frieses zur Adoption überlassen würde, um Jochen die vermeintliche „Schande“ einer unehelichen Herkunft zu ersparen. Da Anna im Osten ihre alten Großeltern versorgen muss, sträubt sie sich, endgültig in den Westen zu gehen und willigte dieser Forderung ein. Und so muss Anna, wenn sie Jochen regelmäßig sehen möchte, jedes Mal heimlich die Grenze überschreiten.

Bei einem ihrer Grenzgänge trifft sie auf den bayerischen Grenzpolizisten Carl Altmann. Er hat ein großes Herz und verspricht Anna, ihren Sohn Jochen zu ihr in den Osten zu bringen. Bei den folgenden Grenzübertritten lernen sich Anna und Carl immer besser kennen und verlieben sich ineinander. Die einzige Möglichkeit sich fortan an einem Ort zu treffen, ist ein zwischen den Grenzen liegender verlassener Bahnhof. Carl hilft ihr, jedes Mal rechtzeitig in den Osten zurückzukehren, damit sie nicht zu spät zum Dienstbeginn erscheint und dadurch auffällt. Als Anna eines Nachts an der Grenze wieder nach Carl sucht, damit er beide, sie und den Jungen, in den Osten fahren kann, springt der Junge heimlich vom Lkw ab, ohne dass es die beiden Erwachsenen es bemerken. Carls Kumpel Willi Becker bringt Anna diesmal rüber. Nun ist Anna wieder im Osten und Carl, zunächst ohne sein Wissen, mit Jochen im Westen.

Carl plant daher, den Jungen endgültig zu seiner Mutter zurückzubringen – nicht ungefährlich für ihn, da auch er durch solche Aktionen hochgradig gefährdet ist. Annas Liebe zu Carl und die Hoffnungslosigkeit, die sie bei der Vorstellung auf ein Leben in der DDR beschleicht, lassen in der Näherin endgültig den Entschluss reifen, in den Westen zu fliehen. Daran ändert auch nichts die Begegnung mit dem jungen Sowjetsoldaten Mischa Bjelkin, der sich, ganz anders als erwartet, äußerst mitmenschlich verhält. Anna will mit ihrem Sohn und Carl einen Neuanfang in der Bundesrepublik wagen, aber die Grenzen werden immer besser bewacht, ein Entkommen über die deutsch-deutsche Grenze wird zum lebensgefährlichen Wagnis.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden zwischen dem 13. Juli und dem 12. September 1955 statt. Drehorte waren unter anderem Ludwigsstadt, Naila, Töpen und Wolfratshausen. Die Atelieraufnahmen entstanden im Bavaria-Atelier in Geiselgasteig.

Der Film erlebte seine Erstaufführung am 14. Oktober 1955 in Nürnberg und wurde von der FSK für Zuschauer ab 12 Jahren zugelassen. Die Fernseherstausstrahlung erfolgte am 19. Dezember 1963 im ZDF.

Himmel ohne Sterne erhielt 1956 gemeinsam mit Teufel in Seide das Filmband in Gold. Das Filmband in Silber ging an die Schauspieler Eva Kotthaus (Beste Nachwuchsschauspielerin), die bis dahin ausschließlich bei der DEFA gefilmt hatte, Horst Buchholz (Bester Nachwuchsschauspieler) und Erich Ponto (Beste Nebenrolle).

Für den 22-jährigen Buchholz bedeutete Himmel ohne Sterne der Durchbruch zum nationalen Filmstar. Aufgrund seiner hier gezeigten Leistung wurde er 1956 bei den Filmfestspielen in Cannes zum besten Schauspieler gewählt. Aufgrund des heiklen politischen Themas wäre dieser deutsche Beitrag beinahe nicht zugelassen worden, wie die Film Revue in ihrer Ausgabe vom 1. Mai 1956 berichtete. Offenbar hatte die Festspielleitung anfangs erhebliche Bedenken, Käutners Film vorzuführen. Auch kommerziell muss der Film als Reinfall gewertet werden. „Die Leute wollen das einfach nicht sehen“.[1]

Kritiken[Bearbeiten]

Curt Riess‘ Erinnerungsbuch 'Das gibt‘s nur einmal' nannte den Film einerseits „[e]ine etwas triviale Geschichte – aber so trivial, so banal ist eben die Realität in Deutschland heute.“ Positiv äußerte sich Riess zu der Ausarbeitung der einzelnen Charaktere: „Im Hintergrund ein paar vorzüglich gesehene Figuren. Die schon satten Westler, die die Brüder im Osten fast abgeschrieben haben. Ein russischer Soldat mit einem guten Herzen. Ein Berliner Lastwagenfahrer, der mit allen Wassern gewaschen ist. Als Russe ist der blutjunge Horst Buchholz – noch hat er kaum gefilmt – eine kleine Sensation. Als Chauffeur zeigt Georg Thomalla endlich einmal, daß er mehr kann, als Klamauk machen. In anderen kleinen Rollen herrlich: Gustav Knuth, Camilla Spira, Erich Ponto. Nur das Liebespaar bleibt ein wenig blaß.“[2]

In Heinrich Fraenkels 'Unsterblicher Film' ist zu lesen: „Ein durch die Aufrichtigkeit seiner Aussage nicht minder als durch starke Dramatik erschütternder Film von zwei Menschen, deren Liebesglück an der Zonengrenze zerbricht.“[3] An anderer Stelle geht Fraenkel auch auf einzelne Schauspielerleistungen ein: „Daß Käutner sich für Himmel ohne Sterne die Hauptdarstellerin Eva Kotthaus aus dem Osten holte, war nicht nur gewissermaßen symbolisch, sondern hat auch den Film um eine bedeutende schauspielerische Leistung bereichert. Unvergeßlich bleiben Lucie Höflich und Erich Ponto in den Rollen der Großeltern. Die Höflich spielte die schon etwas irre Greisin, in deren armen Kopf die gespenstische Wirklichkeit der Gegenwart nicht mehr hineingeht, weil die nicht minder gespenstische Irrealität der Vergangenheit lebendig blieb – das war tief empfunden und die reife Kunst einer großen Schauspielerin.“[4]

Das Lexikon des Internationalen Films schrieb: „Ausgezeichnet fotografiert, gut gespielt, doch ungleichwertig in der Gestaltung und mit einem prätentiösen Dialog belastet.“[5]

Das große Personenlexikon des Films nannte den Film ein „Ost-West-Problemstück“.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Curt Riess: Das gibt‘s nur einmal, Das Buch des deutschen Films nach 1945, S. 366, Hamburg 1958
  2. ebd.
  3. Heinrich Fraenkel: Unsterblicher Film. Die große Chronik. Vom ersten Ton bis zur farbigen Breitwand. München 1957, S. 439
  4. Unsterblicher Film, S. 194
  5. Klaus Brüne (Red.): Lexikon des Internationalen Films, Band 3, S. 1618. Reinbek bei Hamburg 1987.
  6. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films, Band 4, Berlin 2001, S. 324