Himmelsberg (Kirchhain)

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50.8588888888898.9163888888889290Koordinaten: 50° 51′ 32″ N, 8° 54′ 59″ O

Himmelsberg
Stadt Kirchhain
Wappen von Himmelsberg
Höhe: 290 m
Fläche: 2,97 km²
Einwohner: 198 (30. Jun. 2014)
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 35274
Vorwahl: 06422
Karte

Lage von Himmelsberg in Kirchhain

Der Kirchhainer Stadtteil Himmelsberg ist ein Dorf im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Blick auf Himmelsberg, rechts des Kirchturmes die fast 1000-jährige Sommerlinde. Im Hintergrund der gut 43 km entfernte, 773 m hohe Vogelsberg, davor der unbewaldete, 358 m hohe Hochberg (Nördliches Vogelsberg-Vorland) mit dem Basaltwerk in Homberg-Nieder-Offleiden (rechts des Kirchturmes); rechts davon das bis 407 m hohe Lumda-Plateau, davor halbrechts die Amöneburg. Links des Kirchturmes im Hintergrund das Neubaugebiet Kirchhain-Nord am südlichen Fuße des Burgholz.
Kirche

Himmelsberg im Landkreis wird umrahmt von den Ausläufern des südlichen, nicht mehr komplett bewaldeten Burgwaldes, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Deutschland. Aufgrund seiner Höhenlage von rund 290 m ist unter anderem ein Ausblick in das angrenzende Amöneburger Becken möglich.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf das Jahr 1243 wird die erste urkundliche Erwähnung als „Himelesberg“ datiert; Graf Berthold von Ziegenhain übergab der Urkunde zufolge durch Schenkung den Ort an das Zisterzienserkloster Haina. Um 1360 erwarb der Mainzer Erzbischof im Tausch gegen andere Dörfer von dem Grafen von Ziegenhain unter anderem den Ort Himmelsberg, womit dieser der Mainzischen Amts- und Gerichtsverwaltung in Amöneburg unterstand. Von 1526 bis 1608 war Himmelsberg bedingt durch die Reformation protestantisch. Mit Vertrag von 1608 zwischen dem Mainzer Erzbischof Johann Schweickhard und dem hessischen Landgrafen Moritz bekam Himmelsberg den katholischen Glauben zurück und unterstand dem Zuständigkeitsbereich des Amöneburger St.-Johannes-Stifts.

Weitere Ereignisse in tabellarischer Übersicht:

  • 1803 – nachdem das Kurfürstentum Mainz seine Selbständigkeit verlor, kam das Amt Amöneburg und somit auch Himmelsberg zu dem neu errichteten Kurfürstentum Hessen.
  • 1821 – Himmelsberg wurde dem Amte Rauschenberg eingegliedert und gehörte zu dem neu geschaffenen Kreis Kirchhain, der bis 1932 bestand.
  • 1827 – Bau eines gemeindlichen Backhauses
  • 1871 – Einweihung der neu errichteten St. Nikolaus-Kirche
  • 1891 – Anschaffung einer Feuerspritze von J. Klee & Sohn Spritzen-Fabrik Marburg
  • 1914 – mit der Inbetriebnahme der Wohratalbahn wird Himmelsberg an das Eisenbahnnetz angeschlossen und erhält eine Haltestelle; die Strecke wurde zum 1. Januar 1982 stillgelegt
  • 1923 – Anschluss an das Elektrizitätsnetz
  • 1932 – Himmelsberg gehört dem Landkreis Marburg an
  • 1950 – Anschluss an das Allendorfer Wassernetz
  • 1960 – Errichtung einer Gemeinschaftsgefrieranlage, stillgelegt am 1. März 2006
  • 1970 – Auflösung der Schule nach fast 300-jährigem Bestehen

Am 1. Februar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Himmelsberg in die Stadt Kirchhain eingegliedert.[1]

  • 1973 – Errichtung des Dorfgemeinschaftshauses mit Feuerwehrgeräteraum
  • 1983 – Errichtung einer Grillhütte
  • 1987 – Erstes gebrauchtes Feuerwehrfahrzeug TSF Ford Transit (Baujahr: 1976, Aufbau: Ziegler)
  • 1993 – Feier zum 750-jährigen Bestehen und Herausgabe einer Dorfchronik
  • 1998 – Silbermedaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft
  • 2001 – Herausgabe der Briefmarke im Rahmen der Sonderpostwertzeichen-Serie „Naturdenkmäler in Deutschland“
  • 2004 – Erstellung eines Gemeindewappens
  • 2008 – Eröffnung eines Premiumwanderweges „Extratour Himmelsberg“
  • 2009 – Erweiterung/Umbau der Grillhütte
  • 2010
    • Erweiterung/Umbau des Feuerwehrgeräteraumes
    • Herausgabe eines Kinderbuches „Fast wie im Himmel: Geschichte von der Linde in Himmelsberg“
  • 2011 – Ersatzbeschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W Mercedes-Benz Sprinter (Aufbau: Ziegler)
  • 2011/12 – Erweiterung/Umbau des Dorfgemeinschaftshauses mit energetischer Sanierung
  • 2012 – Gründung des Fördervereins Dorfgemeinschaftshaus Himmelsberg e.V.
Sommerlinde in Gesamtansicht
Stamm der angeblich 1000-, mindestens aber 700-jährigen Sommerlinde
Briefmarke Naturdenkmäler in Deutschland – Linde zu Himmelsberg

Kultur- und Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Direkt im Ortskern befindet sich eine einst als Tanzlinde fungierende, mindestens 700 Jahre alte (angeblich 1000-jährige) Sommerlinde vor der St.-Nikolaus-Kirche. Der Baum ist etwa 25 Meter hoch bei einem Stammumfang von rund 9 Meter; der Stammdurchmesser beträgt zirka 2,9 Meter. Die Krone misst 22 Meter im Durchmesser.

Der Baum ist seit 1971 ein Naturdenkmal; zu seinen Ehren ist 2001 eine Sondermarke Linde zu Himmelsberg der Deutschen Post in der Serie Naturdenkmäler in Deutschland erschienen.[2]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Dorfgemeinschaftshaus

Vereine[Bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Himmelsberg
  • Verschönerungsverein Himmelsberg e.V.
  • Verein für Heimat, Brauchtum und Kultur Himmelsberg e.V.
  • Förderverein Dorfgemeinschaftshaus Himmelsberg e.V.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • A. Preis Malerfachbetrieb
  • FEGRA Gravuren und Werbetechnik

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Schneider: Himmelsberg – Der Werdegang eines oberhessischen Dorfes. Hrsg. Ortsbeirat des Stadtteiles Kirchhain-Himmelsberg, 1993.
  • Ute Verena Schneidewindt: Fast wie im Himmel: Geschichte von der Linde in Himmelsberg. Hrsg. Magistrat der Stadt Kirchhain, 1. Auflage, Oktober 2010, ISBN 978-3936291476.
  • Chronik „Himmelsberg – Der Werdegang eines oberhessischen Dorfes“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 402.
  2. Briefmarke Linde zu Himmelsberg bei briefmarken-archiv.de.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Himmelsberg (Kirchhain) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien