Himmelsstämme

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Die Himmelsstämme sind Bestandteil des chinesischen Kalenders. Jedem Jahr wird ein Himmelsstamm zugeordnet. Es gibt „zehn Himmelsstämme“ (chinesisch 天干Pinyin tiāngān oder 十干shígān; jap. jikkan, dt. „zehn Stämme“). Diese sind eine Kombination aus den fünf Wandlungsphasen sowie Yīn und Yáng, hier im Japanischen als jüngerer Bruder to () und älterer Bruder e () bezeichnet. Kombiniert mit den zwölf Erdzweigen (地支dìzhī) ergeben die Himmelsstämme den 60er-Zyklus des chinesischen Kalenders.

  Zeichen Pinyin Japanische Schrift Koreanische Schrift Yīn und Yáng fünf Wandlungsphasen
On-Lesung Kun-Lesung Bedeutung Hangeul Revidiert
1 jiǎ kinoe 木の兄 gap Yáng Holz ()
2 otsu kinoto 木の弟 eul Yīn
3 bǐng hei hinoe 火の兄 byeong Yáng Feuer (huŏ)
4 dīng tei hinoto 火の弟 jeong Yīn
5 bo tsuchinoe 土の兄 mu Yáng Erde ()
6 ki tsuchinoto 土の弟 gi Yīn
7 gēng kanoe 金の兄 gyeong Yáng Metall (jīn)
8 xīn shin kanoto 金の弟 sin Yīn
9 rén jin mizunoe 水の兄 im Yáng Wasser (shuĭ)
10 guǐ ki mizunoto 水の弟 gye Yīn

Da die On-Lesungen und ki doppeldeutig sind, werden in der Regel die Kun-Lesungen benutzt.

In der chinesischen Sprache basiert die Nomenklatur für einfache organische Verbindungen weitgehend auf dem Himmelsstämme-System. Die Himmelsstämme werden im heutigen Gebrauch anstelle des Alphabets verwendet, um Dinge durchzunummerieren, z.B. in der Medizin (Hepatitis A: 甲型肝炎jiǎxíng gānyán; Hepatitis B: 乙型肝炎yǐxíng gānyán, Hepatitis C: 丙型肝炎bǐngxíng gānyán; seltener auch für Blutgruppen des AB0-Systems oder Vitamine A, B, C, D, E, K). Ferner werden sie auch verwendet, um Schulklassen, Sportligen oder Wettkampfklassen durchzunummerieren (Liga A, B, C) oder abwechselnde Gesprächspartner z.B. in einem Theaterskript als Sprecherin oder Sprecher anzugeben ( spricht, antwortet).

Zur praktischen Anwendung kommen die Himmelsstämme beispielsweise in der Akupunktur.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Himmelsstämme – Schriftzeichen der 10 Himmelsstämme

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ute Engelhardt, Carl-Hermann Hempen: Akupunkturscheibe zur Errechnung der optimalen Wirkzeiten. Urban & Schwarzenberg, München, 1995, ISBN 3-541-16101-9