Hinayana

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Hinayana (Sanskrit हीनयान hīnayāna , „minderes Fahrzeug“) ist eine als abwertend betrachtete Bezeichnung[1] des Mahayana-Buddhismus für alle nicht zum Mahayana gehörenden Strömungen des Buddhismus. Sie bezieht sich vorwiegend auf den Theravada.

Ursprung und Bedeutung[Bearbeiten]

Der Name Hinayana kam erst mit dem Entstehen des Mahayana in Gebrauch, indem Letzteres den Anspruch erhob, in seiner Zielsetzung „größer“ (maha) oder umfassender zu sein als die Anhänger der alten Weisheitsschule, die man deshalb als „klein“ (hina) bezeichnete. Neben der Größenunterscheidung durch die Zielsetzung lässt sich die Namensgebung auch im Kontext des ersten Schisma der Buddhismusbewegung verstehen. Dieser vollzog sich nach dem zweiten buddhistischen Konzil, das einige Jahre nach dem Ableben Buddhas stattfand [2]. Hier sollten die bis dato mündlich überlieferten Lehren Buddhas von den teilnehmenden Mönchen verschriftlicht und auf einen Konsens gebracht werden. Die Konsensfindung scheiterte und das Konzil spaltete sich in zwei Lager. Aus dem traditionalistischen Schulzweig Theravada spaltete sich eine große Gruppe ab, in der die Meinung vertreten wurde, die strengen Ordensregeln des Theravada müssten gelockert werden. Die sich abspaltenden Mönche bildeten dabei die Mehrheit und nannten sich Mahasanghikas. Die zwei Fahrzeuge des Buddhismus entstanden, das Schisma war vollzogen. Das kleinere Fahrzeug (Hinayana) zeichnete sich durch traditionale disziplinäre Strenge aus und wurde dementsprechend als sehr exklusiv betrachtet - es war nur wenigen Menschen möglich, sich dieser Strenge zu unterwerfen um Erlösung zu finden. Das sich für eine besagte Lockerung der Regeln einsetzende und größere Fahrzeug trug den Namen Mahayana. Vor der Entstehung des Mahayana existierten wegen fehlender Notwendigkeit keine Sammelbegriffe für unterschiedliche Schulen. Der nach dem Schisma entstandene Begriff Hinayana wird trotz des abwertenden Charakters nach wie vor verwendet. [3]

Der Theravada, die größte und einzige überlebende Linie des Hinayana, ist in Sri Lanka und dem kontinentalen Südostasien (Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und teilweise auch in Vietnam) verbreitet und in diesen Ländern die vorherrschende Richtung des Buddhismus.

Eine besonders von Theravada-Buddhisten vertretene Meinung ist die folgende: da von den früheren Schulen des Hinayana allein der Theravada überlebte, erscheine es sinnvoll, nur noch vom Theravada und dem Mahayana als den beiden großen Linien des Buddhismus zu sprechen. Im historischen Kontext kann das jedoch irreführend sein, da auch andere Schulen des Hinayana existierten. Von den heute nicht mehr praktizierten Schulen des Hinayana sind die nachfolgenden die wichtigsten: Die Mahasanghika, der Pudgalavada, der Sarvastivada und die Sautrantika.

Im Mahayana wird statt Hinayana auch der Begriff Śrāvakayāna (Fahrzeug der Hörer) verwendet.

Eine weitere, bis heute weiterbestehende (wenngleich stark verändert und verkleinert) Schule des Hinayana im Verbreitungsgebiet des Mahayana (Ostasien) ist die Vinaya-Schule. Ihr kam im Bereich der Ordination und der Weitergabe der traditionellen Mönchregeln einige Wichtigkeit zu. In China verbreitete sie sich unter dem Namen Lü-zong, auf japanisch heißt sie Ritsu. In verschiedenen Zeiten (z.B. Nara-Zeit, Song-Dynastie) wurde von den Mönchen erwartet, dass sie von dieser Schule die Traditionsweitergabe empfingen.

Der Begriff „Hinayana“ im tibetischen Buddhismus[Bearbeiten]

In der tibetischen Tradition werden die Begriffe Hinayana und Mahayana ausschließlich im Sinne der persönlichen Motivation für die Erleuchtungsbemühung genannt; sie bezeichnen komplementär die Motivation des Übenden, für sich persönlich oder zum Wohle aller Wesen die Erleuchtung zu erlangen. Erstrebenswert gilt im tibetischen Buddhismus die Haltung des Mahayana. Hinayana bleibt somit ein theoretisches Konstrukt, in dem die meisten Übenden praktisch gesprochen feststecken, denn sie sind noch nicht rein altruistisch, während sie sich dessen aber bewusst sind und nach der Vervollkommnung der Bodhichitta streben, um so tatsächlich eine mahayanistische Haltung einzunehmen.

Im alten Indien scheint es die Unterscheidung nicht gegeben zu haben. Nach den wenigen Überlieferungen aus chinesischen und tibetischen Quellen (die islamische und hinduistische Zurückdrängung des Buddhismus hat in Indien selbst nichts übriggelassen, der Buddhismus wurde dort vollständig ausgelöscht) ist es teilweise unsicher, eine Zuordnung zu treffen.

Nach tibetischen Quellen haben sich in einem sehr frühen Konzil die Mahasanghika ('Große Sangha') und die Sthaviravadin ('Alter Weg') getrennt über der Frage, ob es zulässig sei, innerhalb der 'Großen Sangha' Unterschiede in der spirituellen Reife verschiedener Arhats anzunehmen oder (so wie bisher) nicht (daher die Namen). Insgesamt entstanden in der Folge 18 Schulen, von denen man heute nicht immer sicher ist, welcher dieser beiden Richtungen sie angehörten; es gibt auch Evidenz, dass dieser Unterschied unter Buddhisten wenig wichtig erschien. Jedenfalls hat letztendlich infolge der Auslöschung des westlichen und indischen Buddhismus nur eine Untergruppe der Sthaviravadin (= Theravadin) überlebt sowie eine Richtung der Mahasanghikas, nämlich die Prasanghika-Madhyamaka, die für alle nördlichen Traditionen (China bzw. Tibet) verantwortlich zeichnen.

Belege[Bearbeiten]

  1. Arvind Sharma: A Note on the Use of the Word Hīnayāna in the Teachings of Buddhism, Eastern Buddhist Society – Vol. 9, Issue 2, 1976 Digitalisat
  2. Katharina Ceming, Hans P. Sturm: Buddhismus (2005). S. 30f.
  3. Hans Wolfgang Schumann: Buddhismus: Stifter, Schulen und Systeme (2005). S. 133.

Weblinks[Bearbeiten]