Hindernisbahn

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Die Hindernisbahn (kurz auch H-Bahn, HiBa, auch Sturmbahn) ist eine militärische Ausbildungseinrichtung, die die Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit der Soldaten schulen soll und ist somit mit dem Zirkeltraining vergleichbar. Die Hindernisbahn ist jedoch in der Regel nicht kreisförmig angeordnet. Die Hindernisbahn wird entweder einzeln oder im Gruppenrahmen überwunden. Bei letzterer Methode sollen die Soldaten vor allem lernen, dass sie durch Zusammenarbeiten leistungsfähiger sind und wie sie sich gegenseitig helfen können.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aufbau

Eine Hindernisbahn befindet sich meist in jeder Kaserne und wird normalerweise so angelegt, dass sie vollständig von Bäumen umgeben ist. Sie ist einige Hundert Meter lang und der Boden besteht aus Erde, Sand und Gras.

[Bearbeiten] Stationen

Zu jeder Hindernisbahn gehören mindestens folgende Stationen:

  • eine Steigbahn: hierbei handelt es sich um eine ca. 45 Grad ansteigende, glatte Holzrutsche, die mit Anlauf auf eine in ca. 250 cm Höhe liegende Plattform erklommen werden muss. Oben angekommen wird in eine Sandkiste heruntergesprungen. Ziel ist es den Sprung aus großer Höhe (mit geschlossenen Beinen) zu lernen. Alternativ zu der glatten Holzwand können auch mehrere quer verbaute Holzbalken für den Aufstieg zur Anwendung kommen.
  • eine Eskaladierwand: dies ist eine etwas über zwei Meter hohe Holzwand, die überwunden werden muss. Eine fortgeschrittene Variante ist ca. drei Meter hoch. Bei dieser Variante fehlt auf etwa einem Meter ein Brett, so dass der Absprung nicht vom Boden erfolgen kann, sondern zunächst ein Fuß in die Aussparung gesetzt werden muss.
  • ein Balancierbalken: er besteht aus einem einige Meter langen Baumstamm in etwa 50 cm Höhe, der in voller länge überquert werden muss.
  • ein Gleithindernis: auf niedriger Höhe über Sand gespannte Drähte, die in niedrigster Gangart (Gleiten) durchquert werden müssen.
  • ein Schützengraben: dies ist ein etwa 120 cm tiefer Schacht, in den man hinspringen und wieder herausklettern muss.
  • Stolperdrähte: ein niedriges Drahtgeflecht, durch welches der Soldat hindurchlaufen muss ohne hängenzubleiben.
  • Spanische Reiter, mehrere x-förmig angeordnete Holzbalken, die überstiegen werden müssen.

[Bearbeiten] Steigerungen

Je nach Ausbildungsstand kann der Schwierigkeitsgrad gesteigert werden durch:

  • Mitnahme von Waffe und Gepäck
  • Tragen von ABC-Schutzbekleidung
  • Straffere Zeitlimits
  • Ausbildung bei Nacht oder Regen
  • Transport eines „verwundeten“ Kameraden oder ersatzweise eines Baumstammes

[Bearbeiten] Variante der NVA

Die ca. 400m lange Sturmbahn wurde mit Stahlhelm, Fecht(Holz)-MPi und Gasmaskentasche überwunden. Es wurde entweder die Felddienstuniform (Sommer/Winter) oder, auf Befehl, die sogenannte Schwarzkombi (schwarzer Arbeitsoverall) getragen. Folgende Stationen waren zu bewältigen:

  • ca. 20m Kriech bzw. Übersteigehindernis
  • (Wasser)graben ca 2m breit
  • Eskaladierwand 2m hoch
  • Seilhindernis: Ein in ca. 3m höhe gespanntes Tau musste hängend oder obenauf auf ca. 15-20m überwunden werden.
  • Kanalhindernis (Soldatenjargon: Fuchsbau): Zwei Gullyeinstiege die durch einen 10m langen Kanal verbunden waren, mussten durchquert werden. Es wurde auf den Einstieg geklettert, hineingesprungen, durch den Kanal geglitten (die Fecht-MPi dabei an der Seite, sie wurde gern voraus durch den Kanal geschoben), über zwei eiserne Trittstufen im Ausstieg nach oben geklettert und dann herausgesprungen (abgeflankt).
  • Hauswand mit oberem und unteren Fenster: An der Hauswand hängt ein Seil mit dessen Hilfe man in das untere Fenster gelangt. Von dort aus musste man auf der anderen Seite auf ein ca. 1m höher gelegenes Brett steigen und aus ca. 4m höhe ca. 2m weit auf ein in ca. 3m hohe befindliches Betonelement springen. Dann noch mal auf das 1,5m hohe Betonelement.
  • Sprung am Ende der Sturmbahn in ein Schützenloch, Gasmaske aufsetzen und zum Anfang der Sturmbahn zurücklaufen.
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