HAL AMCA

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HAL AMCA
MediumCombatAircraft1.JPG
AMCA-Modell für Windkanaltest auf der Aero-India 2009
Typ: Mehrzweckkampfflugzeug
Entwurfsland: IndienIndien Indien
Hersteller: Hindustan Aeronautics
Indienststellung: In der Entwicklung

Das Advanced Medium Combat Aircraft (AMCA), ursprünglich nur als „Medium Combat Aircraft“ (dt: Mittleres Kampfflugzeug) bezeichnet, ist ein in der Entwicklung befindliches Kampfflugzeug von Hindustan Aeronautics für die indische Luftwaffe. Als Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug soll es die Mikojan-Gurewitsch MiG-27 und die SEPECAT Jaguar ersetzen, sowie den HAL Tejas im oberen Leistungsbereich ergänzen.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Bei dem AMCA-Programm handelt es sich um eine Folgeentwicklung des LCA-Programms, aus welchem der Tejas hervorging. Im August 2006 beantragte der damalige indische Verteidigungsminister Finanzmittel für Planungsstudien zur Weiterentwicklung des Tejas. Nachdem diese bewilligt worden waren, fragte die indische Luftwaffe im Oktober 2008 bei der „Aeronautical Development Agency“, die für das LCA-Programm verantwortlich war, nach, inwiefern sich die technologischen Erfahrungen weiter nutzen lassen. Daraus entstand im Februar 2009 der Auftrag zur Entwicklung des AMCA, mit dem erneut Hindustan Aeronautics beauftragt wurde. Das AMCA-Programm wurde im Februar 2009 zur Aero India erstmals öffentlich vorgestellt und ist vom Aufgaben- und Missionprofil am ehesten mit der amerikanischen F-35 Lightning II vergleichbar. Der offizielle Projektstart war am 4. Mai 2009.

Das AMCA-Projekt stellt das bisher anspruchsvollste Rüstungsprojekt der indischen Streitkräfte dar und steht im Kontext mit den Bemühungen Indiens, eine eigene unabhängige Rüstungsindustrie aufzubauen. Damit verbunden sind aber auch massive Entwicklungsrisiken. Zum einen verfügt Indien über keinerlei Erfahrung im Bereich der Tarnkappentechnik, zum anderen wurden bisher komplexe Kampfflugzeuge wie die russische Suchoi Su-30 nur importiert oder in Lizenz gefertigt. Der Tejas hat dagegen einen deutlich geringeren technischen Anspruch. Des Weiteren überschneidet sich das AMCA-Programm mit dem russischen PAK-FA-Programm, an welchem Indien beteiligt ist. Daher bestehen neben Zweifeln an der grundsätzlichen Realisierbarkeit des Projektes auch wirtschaftliche Bedenken.

Konstruktion[Bearbeiten]

Das doppelsitzige, zweistrahlige „Advanced Medium Combat Aircraft“ weist verschiedene Übereinstimmungen mit der amerikanischen F-22 Raptor auf. Trotz der Ableitung aus dem konventionellen LCA-Programm sind verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung der Radarrückstrahlfläche zu erkennen. U. a. werden die Waffen intern mitgeführt und das einfache Seitenleitwerk wird durch zwei nach außen abgewinkelten Modelle ersetzt, um so 90°-Winkel zu vermeiden. Ebenfalls von der F-22 bekannt sind die rautenförmigen Lufteinlässe, die den direkten Blick auf die Fan-Schaufeln verdecken. Als Triebwerke wird mit den von GTRE gefertigten GTX-35VS Kaveri mit Schubvektorsteuerung geplant, die dem ca. 20 Tonnen schweren Jet den Überschallflug ohne Nachbrenner ermöglichen sollen („Supercruise“). Da es aber eher unwahrscheinlich ist, dass damit die geplanten Flugleistungen erreicht werden, dürfte ein weiterentwickeltes Modell mit reduzierter Infrarotsignatur zum Einsatz kommen. Im Bereich der Avionik ist die Rede von einem modular aufgebauten System, wobei bisher noch keine weiteren Angaben dazu gemacht wurden.

Weblinks[Bearbeiten]