Hintere Eggenspitze

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Hintere Eggenspitze
Die Hintere Eggenspitze von der Ultner Hochwart (von Osten) aus gesehen, links die Vordere Eggenspitze, rechts die Lorchenspitze

Die Hintere Eggenspitze von der Ultner Hochwart (von Osten) aus gesehen, links die Vordere Eggenspitze, rechts die Lorchenspitze

Höhe 3443 m s.l.m.
Lage Grenze Südtirol / Trentino, Italien
Gebirge Ortler-Alpen
Koordinaten 46° 28′ 44″ N, 10° 46′ 37″ O46.47888888888910.7769444444443443Koordinaten: 46° 28′ 44″ N, 10° 46′ 37″ O
Hintere Eggenspitze (Südtirol)
Hintere Eggenspitze
Erstbesteigung 30. Juli 1868 durch Julius Payer und den Bergführer Johann Pinggera durch die Westwand
Normalweg Hochtour von der Höchster Hütte, über den Weißbrunnerferner und den Nordwestgrat

Die Hintere Eggenspitze (italienisch Cima Sternai) ist ein 3443 Meter hoher Berg am Beginn des Ilmenkamms der Ortler-Alpen, einem Gebirge der südlichen Ostalpen. Er liegt genau auf der Grenze zwischen den italienischen Provinzen Südtirol und Trentino. Nach Nordwesten, Nordosten, Südosten und Südwesten sendet die Spitze ausgeprägte, teilweise begehbare Grate. Der Berg erscheint von Osten gesehen als eine Fels- und Eispyramide, die durch ihre leichte Erreichbarkeit von der Höchster Hütte (Rifugio Umberto Canziani, auch Grünseehütte) aus im Sommer oft begangen wird. Im Winter führen anspruchsvolle Skitouren auf den Gipfel. Zuerst bestiegen wurde die Hintere Eggenspitze am 30. Juli 1868 durch den Kartografen und Alpenforscher Julius Payer und den Bergführer Johann Pinggera aus Sulden (Solda) über die Westwand.

Lage[Bearbeiten]

Nördlich der Hinteren Eggenspitze liegt der Gletscher Weißbrunnferner (Vedretta Fontana Bianca), die ehemals ausgedehnten Gletscher im Osten, Süden und Westen sind durch die Globale Erderwärmung auf bedeutungslose Firnfelder zusammengeschmolzen. Benachbarte Berge sind im Verlauf des Nordwestgrats die etwa ein Kilometer entfernte 3347 Meter hohe Lorchenspitze (Cima Lorchen) und im Südosten die Vordere Eggenspitze (Cima Sternai Meridionale) mit 3385 Metern Höhe. Der nach Osten einbiegende Nordostgrat läuft in den ungefähr zwei Kilometer entfernten Grünsee (Lago Verde) aus, einem Stausee, dessen Wasserspiegel auf 2529 Metern Höhe liegt. Die nächste bedeutende Siedlung ist das Dorf Gand (Ganda) bei Martell (Südtirol) im Martelltal, einem Seitental des Vinschgaus, das gut 8½ Kilometer Luftlinie in nördlicher Richtung liegt. Sulden liegt etwa 15 Kilometer entfernt im Westen.

Stützpunkte und Besteigung[Bearbeiten]

Der Weg der Erstbesteiger im Jahre 1868 führte von der südlich gelegenen Alm Malga Pra di Saènt auf 1784 Metern Höhe entlang des Wildbachs in nördlicher Richtung zum damals noch ausgedehnteren Gletscher Vedretta di Sternai und durch die Westwand zum Gipfel. Um 3.45 brach man auf und brauchte etwa 6½ Stunden für den Aufstieg. Im Anschluss wurde noch die Lorchenspitze, die Hintere Nonnenspitze (Cima di Rabbi, 3256 m) bestiegen, und um 18 Uhr erreichten sie die Sallentspitze (Cima di Saènt, 3215 m). Der Abstieg führte hinab ins Martelltal.

Der heutige Normalweg auf die Hintere Eggenspitze führt als Hochtour mit entsprechender Ausrüstung und Gletschererfahrung von der Grünseehütte, am Nordostufer des Grünsees auf 2561 Metern Höhe gelegen, aus nördlich um den See herum in westliche Richtung auf den Weißbrunnerferner. Von dort verläuft der Weg zu einer Einsattelung des Eggenspitzen-Nordwestgrats und dann in südöstlicher Richtung über den firnbedeckten Nordwestgrat zum Gipfel. Die Gehzeit beträgt laut Literatur 3 bis 4 Stunden. Weitere Routen führen über den Nordostgrat, seit 1902 über den Südostgrat im Schwierigkeitsgrad UIAA II bei einer Eisneigung von 30°, sowie durch die Westwand, den Weg der Erstersteiger, in der Kletterschwierigkeit UIAA II. Stützpunkt für diese Route ist das Rifugio Silvio Dorigoni auf 2437 Metern Höhe am oberen Ende des Val di Saènt.

Literatur und Karte[Bearbeiten]

  • Peter Holl: Alpenvereinsführer Ortleralpen, 9. Auflage, München 2003, ISBN 3-7633-1313-3.
  • Eduard Richter (Redaktion): Die Erschließung der Ostalpen, II. Band, Verlag des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Berlin, 1894.
  • Casa Editrice Tabacco, Tavagnacco: Carta topografica 1:25.000, Blatt 045, Laces / Latsch, Val Martelleo /Martell, Silandro / Schlanders.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eggenspitze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien