Hintersee (Vorpommern)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Hintersee führt kein Wappen
Hintersee (Vorpommern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hintersee hervorgehoben
53.62764114.26164514Koordinaten: 53° 38′ N, 14° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Am Stettiner Haff
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 44,42 km²
Einwohner: 336 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17375
Vorwahl: 039776
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 051
Adresse der Amtsverwaltung: Hans-Fischer-Straße 21
17367 Eggesin
Webpräsenz: www.hintersee-online.de
Bürgermeisterin: Edelgard Ziegfeld
Lage der Gemeinde Hintersee im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
Über dieses Bild

Hintersee ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern an der deutsch-polnischen Grenze. Sie wird vom Amt Am Stettiner Haff mit Sitz in Eggesin verwaltet.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Luftbild

Hintersee liegt im äußersten Osten Vorpommerns. Mit hinter dem See ist der (abgelassene) ehemalige Ahlbecker See - heute das Naturschutzgebiet Seegrund - gemeint. Inmitten der Ueckermünder Heide ist Hintersee von einer wald- und wasserreichen Landschaft umgeben. Bis zum Stettiner Haff sind es neun Kilometer. Die nächste Stadt (Eggesin) ist 15 km entfernt, die Stadt Pasewalk 22 km. Nördlich der Gemeinde liegen der Neuwarper See und das Stettiner Haff, östlich der Große Mützelburger See. Durch seine Fennlandschaft besitzt das Gebiet eine vielfältige Flora und Fauna.

Zu Hintersee gehört der Ortsteil Zopfenbeck.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gebiet der Ueckermünder Heide wurde im 17. Jahrhundert Teer gebrannt und Holzkohle geschwelt. Ausgangspunkt der Entwicklung Hintersees war der heutige Ortsteil Zopfenbeck, in dem bis 1940 noch Kohlenschwelerei betrieben wurde. Dieser Ort wurde 1743 als Kolonie am Südufer des damaligen Ahlbecker Sees angelegt. Mit der Trockenlegung weiterer Sumpfflächen und dem Ablassen des Sees in die Randow sowie über den Teufelsgraben in den Neuwarper See entstand langsam das langgezogene Dorf Hintersee. Die Bewohner lebten traditionell von der Holzverarbeitung und der Landwirtschaft. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Wirtschaft in Hintersee mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz - ein Sägewerk und eine Molkerei wurden errichtet. Ein Sportverein wurde gegründet, der Radsport-Club 1906 „Frisch Auf“. Heute künden einige Fachwerkhäuser von dieser Gründerzeit.

Um das Jahr 1930 hatte die Gemarkung der Gemeinde Hintersee eine Flächengröße von 3,9 km², und auf dem Gemeindegebiet standen zusammen 130 Wohnhäuser an vier verschiedenen Wohnorten:[2]

  1. Forsthaus Entepöl (heute polnisch Dobieszczyn)
  2. Forsthaus Zopfenbeck
  3. Hintersee
  4. Riether Neuhaus

Im Jahr 1925 hatte die Gemeinde Hintersee 850 Einwohner, die auf 217 Haushaltungen verteilt waren.[2]

Durch die Grenzziehung 1945 verlief die Bahnlinie Stettin-Neuwarp teils auf polnischer, teils auf deutscher Seite. Der deutsche Anteil wurde als Reparation in die Sowjetunion verbracht.

Die Einwohnerzahl ist seit 1990 - wie in Vorpommern insgesamt - rückläufig.

Bis 1945 gehörte auch der Wohnort Forsthaus Entepöl zur Gemeinde Hintersee. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Forsthaus Entepöl auf polnischem Gebiet und wurde in Dobieszczyn umbenannt.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

  • 1862: 816, darunter ein Katholik und fünf Juden[3]
  • 1925: 850, darunter drei Katholiken, aber keine Juden[2]
  • 2011: 353

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Zu den heute ansässigen Firmen zählen ein Baugeschäft, eine Bau- und Kupferklempnerei, ein Fuhrunternehmen, ein Betrieb für Sanitärtechnik und Heizungsbau, eine Tischlerei und das Landgut Seegrund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Hintersee (Vorpommern)

  • In der Ueckermünder Heide befinden sich in der Nähe des Dorfs an der Straße von Ueckermünde nach Stettin das sogenannte Barnimskreuz und ein Gedenkstein. Die beiden Denkmäler stehen an der Stelle, an der Barnim II. nach der Sage 1295 von dem Ritter Vidanz Muckerwitz aus Vogelsang erstochen worden sein soll.[4][5]
  • Am Wanderweg in Ludwigshof entlang der ehemaligen Bahnstrecke wurden Holzplastiken aufgestellt, die auf einem Holzbildhauersymposium des Kulturwerkes Vorpommern-Ueckermünde e. V. entstanden.
  • Der Maler und Grafiker Klaus Parche betrieb bis 2007 eine Galerie in Hintersee. Heute sind seine Bilder in Ueckermünde zu sehen. Die Alte Galerie ist heute privat bewohnt.
  • Im örtlichen Sportverein „Frisch Auf“ 1906 Hintersee e. V. stehen unter anderem Kunstradfahren, Volleyball, Radsport und Kegeln auf dem Programm.
  • Das traditionelle Hinterseer Volkssportfest zu Pfingsten (inklusive des Einzelzeitfahrens über ca. 17 km am Pfingstmontag) ist ein sportlicher Höhepunkt in der Region mit zahlreichen Teilnehmern.
St.-Johannes-Kirche in Hintersee

Dorfkirche[Bearbeiten]

Die St. Johanneskirche in Hintersee wurde 1899 fertiggestellt. Am Bauplatz stand vorher eine alte Fachwerkscheune, die mit Rollen versehen und versetzt wurde - ein bemerkenswerter Vorgang zur damaligen Zeit. Die Scheune steht heute noch. Die Kirche ist ein neogotischer Bau mit einem schlanken Turm. 1985 und 1990 wurden Sanierungsarbeiten durchgeführt (Chorraum, Kupferdach).

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Aus westlicher Richtung kommend, fährt man über Eggesin oder Ueckermünde - Luckow, Ahlbeck und Gegensee. Die nördliche Strecke über Ludwigshof besteht aus Kopfsteinpflaster. Die Straße aus Süden (von Löcknitz), die ab Rothenklempenow am Anfang der 1990er Jahre ähnlich der Ludwigshofer Strecke aus einer Mischung von Sand, Kopfsteinen und großen Schlaglöchern bestand, wurde inzwischen auch mit den Ortsdurchfahrten (2013) in Grünhof und Glashütte neu gebaut. Gleichzeitig entstand ein straßenbegleitender Radweg bis Grünhof. Über den 1992 angelegten und im Juni 2008 geöffneten Pkw-Grenzübergang von Hintersee (L 28) nach Dobieszczyn (Forsthaus Entepöl ) auf polnischer Seite ist die Innenstadt von Szczecin (Stettin) über Tanowo (Falkenwalde) in 30 Minuten zu erreichen. Diese Strecke wird auch mit einer öffentlichen Buslinie bedient.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hintersee (Vorpommern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Hintersee im ehemaligen Kreis Ueckermünde in Pommern (2011).
  3. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 1, Anklam 1865, S. 1070-1071
  4. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtuns Vor- und Hinterpommern. Teil I: Allgemeine Einleitung und die Beschreibung des Preußischen Vorpommern, Stettin 1779, S. 41, Nr. (5)b.
  5. http://www.hintersee-online.de/barnim.html