Hirono (Fukushima)

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Hirono-machi
広野町
Hirono (Fukushima) (Japan)
Red pog.svg
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Fukushima
Koordinaten: 37° 13′ N, 141° 0′ O37.21445140.99451666667Koordinaten: 37° 12′ 52″ N, 140° 59′ 40″ O
Basisdaten
Fläche: 58,39 km²
Einwohner: 4985
(1. Oktober 2014)
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 07541-8
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Hirono
Baum: Kirsche
Blume: Lilium auratum
Vogel: Zosterops japonicus
Rathaus
Adresse: Hirono Town Hall
35 Aza Nawashirogae, Ōaza Shimokitaba
Hirono-machi, Futaba-gun
Fukushima 979-0402
Webadresse: www.town.hirono.fukushima.jp
Lage Hironos in der Präfektur Fukushima
Lage Hironos in der Präfektur

Hirono (jap. 広野町, -machi) ist eine Kleinstadt im Landkreis Futaba in der japanischen Präfektur Fukushima.

In Japan ist Hirono für das nationale Fußballtrainingszentrum J-Village bekannt, in dem bis zum Tōhoku-Erdbeben 2011 auch die Nationalmannschaft trainierte. Danach wurde das Trainingszentrum als Unterkunft für Arbeiter benutzt, welche der an den Aufräumarbeiten der Nuklearkatastrophe von Fukushima beteiligten waren.

Geografie[Bearbeiten]

Hirono liegt am Pazifischen Ozean. In 10 km Entfernung von der Küste steigt das Abukuma-Hochland an, das von Wäldern geprägt und weitgehend unbesiedelt ist. Dessen höchste Erhebung auf dem Gemeindegebiet ist der Gosha-yama (五社山) mit 685,3 m. An dessen Südseite entspringt auch der Fluss Asami-gawa (浅見川), der nach 21 km[1] beim Stadtzentrum in den Pazifik mündet. Weitere Flüsse auf dem Gemeindegebiet sind der etwa ein Kilometer südlicher mündende Oriki-gawa (折木川) sowie der etwa ein Kilometer nördlich mündende Kitaba-gawa (北迫川). Beide entspringen knapp außerhalb des Gemeindegebietes.

Hirono ist umgeben von Naraha im Norden und Iwaki im Süden.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei der Fundstätte Uetagō (上田郷遺跡, Uetagō iseki) wurden Keramiken aus der Jōmon-Zeit gefunden, die belegen, dass die Gegend um Hirono schon zu dieser Zeit besiedelt war.[2]

Im späten 15. Jahrhundert ließ der Iwaki-Klan auf dem 122,5 m hohen Hügel Takakura die nicht mehr erhaltene Burg Takakura (高倉城, Takakura-jō) errichten, von der aus die umliegende Region bis hin zum Nordteil des Bezirks Iwaki (磐城郡) kontrolliert wurde.[2]

Die Gemeinde Hirono entstand im Zuge der landesweiten Reorganisation des Gemeindewesens am 1. April 1889 und befand sich in dem damaligen Landkreis Naraha (, -gun). Dieser Landkreis wurde am 1. April 1896 mit dem Landkreis Shineha (, -gun) zum Landkreis Futaba (双葉郡, -gun), wörtlich: „zwei ha ()“, zusammengelegt.

Am 1. April 1940 wurde Hirono zur Kleinstadt (machi) aufgestuft.

1986 wurden in Hirono Teile eines Hadrosaurier-Skelettes gefunden, das von einigen Forschern als neue Art namens Hironosaurus (ヒロノリュウ, Hironoryū) angesehen wird.[2]

Die Stadt wurde am 11. März 2011 vom Tōhoku-Erdbeben und dem davon ausgelösten Tsunami getroffen, wobei bis zum 20. Mai zwei Tote und ein Vermisster gezählt wurden.[3] Durch die davon ausgelöste Nuklearkatastrophe von Fukushima wurde für einen 20−30-km-Umkreis um das Kraftwerk die Evakuierung empfohlen, innerhalb dessen die Stadt vollständig liegt. Am 15. März wurde die Gemeindeverwaltung zunächst in der Sporthalle von Ono untergebracht und dann am 15. April nach Iwaki verlegt.[4] Als die Regierung die Evakuierungsempfehlung Ende September 2011 zurückzog,[5] war Hirono am 14. Dezember 2011 die erste Gemeinde, die ihre Verwaltungsfunktionen wieder zurückverlegte.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Die wichtigsten Fernstraßen von Hirono sind die Jōban-Autobahn nach Misato und die Nationalstraße 6 nach Chūō (Tokio) oder Sendai.

Anschluss an das Schienennetz besteht mit der JR Jōban-Linie zum Bahnhof Nippori in Arakawa oder Iwanuma.

Die Jōban-Linie Richtung Iwanuma hat hier ihre momentane Endhaltestelle, ebenso endet die Autobahn an der Abfahrt nach Hirono, da danach jeweils die Sperrzone folgt.

Bildung[Bearbeiten]

In Hirono befindet sich die Grundschule Hirono (広野町立広野小学校, Hirono-chōritsu Hirono shōgakkō) und die Mittelschule Hirono (広野町立広野中学校, Hirono-chōritsu Hirono chūgakkō).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Am 29. Juli 2008 wurde Misato in der Präfektur Saitama zur Partnerstadt.

Kraftwerk Hirono[Bearbeiten]

Tepco betreibt ca. 3 km nördlich der Stadt das Kraftwerk Hirono. Es besitzt drei Blöcke mit 600 MW und zwei Blöcke mit 1000 MW in welchen Schweröl, Erdöl und Kohle verfeuert werden. Dieses direkt am Pazifischen Ozean gelegene Kraftwerk wurde durch das Tōhoku-Erdbeben und Tsunami 2011 beschädigt und nach vier Monaten wieder in Betrieb genommen[7][8].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 観光情報:海・山・川. Hirono, abgerufen am 22. Dezember 2011 (japanisch).
  2. a b c 50.自然と歩く広野回廊(広野町) / ふくしまの歴史と文化の回廊. Präfektur Fukushima, abgerufen am 23. Dezember 2011 (japanisch).
  3. 東日本大震災 図説集. In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 20. Mai 2011, archiviert vom Original am 19. Juni 2011, abgerufen am 22. Dezember 2011 (japanisch, Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).
  4. 4月15日(金)広野町役場湯本支所を開設します(4/13). Hirono, 20. April 2011, abgerufen am 22. Dezember 2011 (japanisch).
  5. Earthquake Report – JAIF, No. 203. JAIF, 27. September 2011, S. 4, archiviert vom Original am 11. Dezember 2011, abgerufen am 22. Dezember 2011 (englisch).
  6. 1st Fukushima town assembly held locally after evacuation. In: The Mainichi Daily News. Mainichi Shimbun-sha, 15. Dezember 2011, abgerufen am 22. Dezember 2011 (englisch).
  7. Tepco: Restoration of devastated thermal power station. Abgerufen am 26. Januar 2013.
  8. Tsuyoshi Inajima: Tokyo Electric Starts No. 1 Unit at Hirono Thermal-Power Station. Bloomberg.com. 4. Juli 2011. Abgerufen am 26. Januar 2013.