Historische Kommission für Hessen

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Die Historische Kommission für Hessen ist eine wissenschaftliche Gesellschaft, die die Aufgabe hat, die Geschichte Hessens, seiner einstigen Territorien und der mit ihm historisch verbundenen Landschaften zu erforschen und die Forschungsergebnisse zu veröffentlichen. Sie wurde 1897 gegründet.

Geschichte[Bearbeiten]

Treibende Kraft für die Gründung der Historischen Kommission für Hessen war Goswin Freiherr von der Ropp, Professor für mittlere und neuere Geschichte an der Philipps-Universität Marburg. Die Historische Kommission sollte zwischen der universitären und der regionalen Forschung vermitteln. Ausgeschlossen werden sollte dabei auch, dass sie eine Konkurrenz zu den von Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein 1819 gegründeten Monumenta Germaniae Historica würde.

Am 10. Juli 1897 wurde die Historische Kommission für Hessen und Waldeck dann an der Philipps-Universität Marburg mit „unbeschränktem Selbstbestimmungsrecht“ gegründet. Die Gründungsversammlung beschloss Aufgabe und Zweck und fasste sie in Statuten zusammen. Sie sollte „Quellen und Darstellungen der hessischen und waldeckischen Geschichte in einer den Forderungen der Wissenschaft entsprechenden Weise“ herausgeben.

Trotz vorausgegangener Anregungen und Bemühungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde sowie des Oberhessischen Geschichtsvereins in Gießen wurde die Historische Kommission unabhängig von Geschichtsvereinen gegründet.

Organisation[Bearbeiten]

Die Historische Kommission für Hessen hat ihren Sitz in Marburg und ist traditionell eng mit dem Hessischen Staatsarchiv Marburg verbunden. Ihr Vorsitzender, der geschäftsführende Vorstand, der Hauptausschuss und die Mitgliederversammlung sind die Organe der Kommission.

Mitglieder der Kommission sind Stifter, Patrone und wissenschaftliche Mitglieder. Diese bilden die Mitgliederversammlung und werden durch sie berufen, wissenschaftliche Mitglieder aufgrund wissenschaftlicher Verdienste. Stifter und Patrone können Einrichtungen oder Personen werden, die die Ziele der Kommission fördern. In der Regel sind das kommunale Gebietskörperschaften, kirchlichen Einrichtungen, Verbände, Firmen, Geschichtsvereine oder Museen aus dem Tätigkeitsbereich der Kommission.

Den geschäftsführenden Vorstand bilden Vorsitzender, Schatzmeister und Schriftführer. Der geschäftsführende Vorstand erledigt die laufenden Geschäfte und ist der Mitgliederversammlung für die Geschäftsführung verantwortlich.

Spenden und Zuwendungen gingen und gehen der Kommission von öffentlicher und privater Hand zu. Weiter gibt es gezielte finanzielle Beiträge zu Einzelvorhaben, wie z. B. dem Druck von Urkundenbüchern. Regelmäßige Beiträge erwachsen aus dem Kreis der Patrone und Stifter. Jährliche Kassenberichte legen das Finanzgebaren der Kommission offen, werden der Mitgliederversammlung vorgelegt und in den Jahresberichten veröffentlicht.

Heutige Arbeit[Bearbeiten]

In den über 100 Jahren ihres Bestehens ist die Kommission politisch und konfessionell unabhängig und ausschließlich wissenschaftlich orientiert geblieben. Sie konnte ihre Unabhängigkeit bewahren, selbst in den Zeiten des Nationalsozialismus und trotz staatlicher Zuschüsse und ist nicht wie andere Initiativen in eine staatliche Forschungsstelle übergegangen.

Die Kommission hat anfangs vor allem Quellen bearbeitet und herausgegeben. Dies wurde später durch die Herausgabe von Monographien, Einzeluntersuchungen und Biographien ergänzt.

Der N. G. Elwert-Verlag in Marburg ist als Kommissionsverlag für die Historische Kommission für Hessen tätig. Lediglich die Monographien zur hessischen Kulturgeschichte erschienen im Deutschen Kunstverlag, die Briefe des 19. Jahrhunderts im Erich-Schmidt-Verlag. Die Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte werden gemeinsam mit der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt im Selbstverlag herausgegeben. In der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Kommissionen in Hessen gibt die Historische Kommission für Hessen die Zeitschrift „Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte" in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg mit heraus.

Weblinks[Bearbeiten]