Historisches Lexikon der Schweiz

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Die ersten drei Bände des HLS in den drei Sprachausgaben
Chefredaktor Marco Jorio

Das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) ist eine Enzyklopädie, welche den Stand des Wissens über die Geschichte der Schweiz darstellt.

Die online Ausgabe des HLS (auch eHLS / eDHS / eDSS) ist eine Fortsetzung eines von 1988 bis 2014 gelaufenen Projekts, die parallel zur gedruckten Ausgabe seit 1998 erscheint. Ende 2014 umfasste sie rund 36'200 Artikel in jeder der drei Hauptsprachen der Schweiz (rund 108'600 Artikeln insgesamt).[1]

Vorgänger des HLS war das Historisch-Biographische Lexikon der Schweiz (HBLS), das Victor Attinger zwischen 1921 und 1934 herausgegeben hatte.

Organisation[Bearbeiten]

Herausgeberin des HLS ist die Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), die unter dem Patronat der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften und der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte steht. Die Finanzierung des gut 106 Millionen Franken teuren Jahrhundertwerkes erfolgte durch die Schweizerische Eidgenossenschaft aus Steuergeldern.[1][2]

Die Redaktion umfasst(e) etwa vierzig Mitarbeiter, insgesamt arbeite(te)n über 2'500 Autoren am Projekt.[3][1] Hinzu kommen(kamen) 100 Berater und rund 200 Übersetzer.[4] Chefredaktor war, bis Ende 2014, der Historiker Marco Jorio. Das nun multimediale Projekt Neues HLS leitet Christian Sonderegger.[3]

Werk, Sprachversionen[Bearbeiten]

Das gedruckte Werk erschien – und die Onlineausgabe erscheint – in vollem Umfang in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch. Auf Französisch heisst es Dictionnaire historique de la Suisse (DHS), auf Italienisch Dizionario storico della Svizzera (DSS). Die Beiträge der Autoren werden in die jeweils anderen Sprachen übersetzt.

Gedruckte Ausgabe[Bearbeiten]

Auf der Grundlage einer bis 1995 abgeschlossenen Stichwortliste brachte das HLS jährlich einen Band heraus.[2] So entstanden bis 2014 dreizehn Bände und rund 60'000 Artikel zu Personen, Familien, Orten und Sachthemen. 2002 erschien der erste Band, im Herbst 2011 der zehnte, im Oktober 2014 der dreizehnte und letzte.[1]

In der vierten Landessprache Rätoromanisch erscheinen seit 1999 Ortsartikel als jährliche Vorabpublikationen. In den Jahren 2010 und 2012 erschienen die beiden Bände des Lexicon istoric retic (LIR), der zweibändigen rätoromanischen Teilausgabe in Rumantsch Grischun. Diese Ausgabe hat zum Ziel, die Entwicklung des rätischen und bündnerischen Raumes, also des heutigen dreisprachigen Kantons Graubünden sowie einiger angrenzender Regionen, in ihren historischen und kulturellen Zusammenhängen möglichst umfassend darzustellen.

Die gedruckte Ausgabe umfasst insgesamt 41 Bände, je 13 Bände auf Deutsch, Französisch, Italienisch sowie zwei Bände der 2012 erschienenen rätoromanischen Teilausgabe.

Online Ausgabe[Bearbeiten]

Historisches Lexikon der Schweiz
hls-dhs-dss.ch (de/fr/it), e-lir.ch (rm)
Registrierung nein
Sprachen deutsch, französisch, italienisch, rätoromanisch
Eigentümer Webredaktion HLS
Urheber Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, Schweizerische Gesellschaft für Geschichte, Autorenkollektiv
Erschienen 1998

Seit 1998 ist eine online Version im World Wide Web abrufbar. Das so genannte e-HLS / e-DHS / e-DSS enthält die volle Stichwortliste sowie die von der Schlussredaktion freigegebenen Artikel, jedoch keine Illustrationen. Seit 2004 ist auch das e-LIR rätoromanisch online. Die Namenregister mit aktualisierten Zusatzinformationen und den bio-bibliographischen Angaben werden seit 2009 auch in das Biographie-Portal integriert.

Neues HLS[Bearbeiten]

Anfang August 2013 startete das Projekt Neues HLS unter der Leitung von Christian Sonderegger (bis Ende 2014 Stellvertreter des Chefredaktors). Ziel ist der Aufbau einer erweiterten multimedialen, mehrsprachigen und ständig aktualisierten Online-Ausgabe (Online-Datenbank). Sie soll sowohl eine breite Öffentlichkeit wie auch die Wissenschafter weltweit ansprechen. Der Start des Neuen HLS erfolgt offiziell im Januar 2017. Auf diesen Zeitpunkt hin wird die Stiftung aufgelöst und das HLS wird zu einem Unternehmen der Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW).

Für die Übergangsphase 2015-2016 hat der Stiftungsrat des HLS Ende 2014[5] Beat Immenhauser als Delegierter des Stiftungsrats für die Geschäftsführung ernannt (stellvertretender Generalsekretär der SAGW und Stiftungsratsmitglied des HLS), und Christian Sonderegger als Projektleiter Neues HLS mit der operative Leitung des HLS betraut.

Bibliographie[Bearbeiten]

Gedruckte Ausgabe[Bearbeiten]

In deutscher Sprache – Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)

In französischer Sprache – Dictionnaire historique de la Suisse (DHS)

In italienischer Sprache – Dizionario storico della Svizzera (DSS)

In Rumantsch Grischun – Lexicon istoric letic (LIR)

Online Ausgabe[Bearbeiten]

  • hls-dhs-dss.ch – Historisches Lexikon der Schweiz / Dictionnaire historique de la Suisse / Dizionario storico della Svizzera (eHLS/eDHS/eDSS)
  • e-lir.ch – Lexicon istoric letic (eLIR), die Rätoromanische Ausgabe

Siehe auch[Bearbeiten]

  • swissworld – offizielle Landeskundeportal der Schweiz
  • Austriaforum (Österreichlexikon) – ähnliches Projekt, Universität Graz

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Xaver Bischof: Das Historische Lexikon der Schweiz und die Ostschweiz, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 123. Jg. 2005, S. 209–215 (Digitalisat).
  • Peter Haber: Historisches Lexikon der Schweiz, in: Traverse, 2007, 40, S. 127–133 (PDF, 114 KB).
  • Renato Morosoli: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Arbeitsstelle Kanton Zug, in: Tugium, Jahrbuch des Kantons Zug, 2000, 16, S. 9–16 (PDF, 152 KB; Download nur nach Anmeldung; nach unten blättern, da erste Seite fast leer ist!). [Behandelt insbesondere die Arbeitsweise bei der Artikelerstellung.]

Weblinks[Bearbeiten]

(das Werk selbst siehe oben)

Artikel, Berichte:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Das Historische Lexikon der Schweiz am Ziel!, Medientext HLS, 24. Oktober 2014
  2. a b Thomas Maissen: Das letzte und das erste seiner Art. Das «Historische Lexikon der Schweiz» liegt mit dem dreizehnten Band abgeschlossen vor. In: Neue Zürcher Zeitung vom 31. Dezember 2014, internationale Ausgabe, S. 42.
  3. a b Mitarbeiter / Zentralredaktion, HLS/DHS/DSS Web
  4. Liste der Übersetzer
  5. Wichtige Schritte zum Neuen HLS, Martine Brunschwig Graf, Stiftungsratspräsidentin des HLS, HLS 12/2014 (Meldung auf HLS Web)