Historisches Museum Basel

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Das Historische Museum Basel (HMB) zählt zu den grössten und bedeutendsten Museen dieser Art in der Schweiz und ist eines der fünf staatlichen Museen in Basel. Der Hauptteil der Sammlung wird im Museum für Geschichte in der Barfüsserkirche im Zentrum der Stadt Basel ausgestellt. Direktorin ist seit August 2012 Marie-Paule Jungblut.[1] Das Motto des Museums lautet Geschichte bewegt.

Das Historisches Museum Basel in der Barfüsserkirche

Institution[Bearbeiten]

Das Museum beherbergt die umfassendste kulturhistorische Sammlung am Oberrhein, und seine Ausstellungsfläche beträgt etwa 6200 .

Das Museum ist eine eigenständige Institution, ihr Träger ist der Kanton Basel-Stadt. Es ging 1894 aus der 1856 geschaffenen Mittelalterlichen Sammlung hervor. Seinen Ursprung hat es aber, wie das Kunstmuseum Basel, in der bürgerlichen Kunstkammer der Familie Amerbach im 16. Jahrhundert.

2013 erhält das Museum ein neues Corporate Design, seine Abkürzung HMB und erstmals ein Logo und das Motto (siehe oben). Die vier Ausstellungshäuser werden eindeutig identifizierbarer umbenannt in: Museum für Geschichte, Barfüsserkirche; Museum für Musik, Im Lohnhof; Museum für Pferdestärken, Merian Gärten Brüglingen und Museum für Wohnkultur, Haus zum Kirschgarten.

Das Museum verteilt sich auf vier Ausstellungsgebäude. Drei davon befinden sich im Zentrum der Stadt und eines etwas ausserhalb in der Brüglinger Ebene.

Standorte[Bearbeiten]

Museum für Geschichte, Barfüsserkirche[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Innenansicht auf einer Postkarte von 1894

Der Bettelorden der Franziskaner erbaute 1298 die spätgotische Barfüsserkirche. Als aber die Franziskaner die Kirche in der Folge der Reformation von 1529 aufgaben, wurde sie schrittweise profaniert und anderweitig genutzt. So diente die ehemalige Kirche seit Mitte des 19. Jahrhunderts gar als Salz- und Warenlager. Als die Kandidatur von Basel um den Standort eines Schweizerischen Landesmuseums scheiterte, richtete man das Historische Museum 1894 in der Barfüsserkirche ein. Um Stellfläche zu gewinnen zog man in den Seitenschiffen Emporen ein. Zwischen 1975 und 1981 musste wegen der immer noch wirkenden Salzrückstände das Museum restauriert werden und man brachte eine Neuordnung in die Sammlung. Die seitlichen Emporen wurden herausgerissen und der Kirchenraum wurde resakralisiert. Daneben wurde das gezeigte Museumsgut reduziert und ein Teil in das neu geschaffene Untergeschoss verlegt.

Ausstellungsgut[Bearbeiten]

Innenansicht heute
Adam und Eva von Hans Wydyz

Die Ausstellung in der Barfüsserkirche zeigt Zeugnisse der Kunst des Kunsthandwerks und der Alltagskultur. Dabei bilden das Mittelalter und die Renaissance bishin zur Barockzeit die Schwerpunkte. Sie bietet Einblick in die Geschichte der Stadt Basel und in die des Oberrheingebietes.

Beachtenswert sind vor allem:

Museum für Wohnkultur, Haus zum Kirschgarten[Bearbeiten]

Koordinaten: 611500 / 26683147.55217.5914

Das Haus zum Kirschgarten
Treppenhaus des Hauses zum Kirschgarten

Geschichte[Bearbeiten]

Das Haus zum Kirschgarten wurde zwischen 1777 und 1780 für den «Bändelherren» (Seidenbandfabrikanten) und Obersten Johann Rudolf Burckhardt erbaut. Das Haus, dessen Architekt Ulrich Büchel war, gilt als das vornehmste Bürgerpalais von Basel. Nach verschiedenen Besitzerwechseln wurde das Haus 1951, verbunden mit dem Nachbarhaus, dem kleinen Kirschgarten, als Wohnmuseum eingerichtet.

Ausstellungsgut[Bearbeiten]

Die Hälfte der fünfzig Ausstellungsräume ist den bürgerlichen Wohnräumen des 18. und 19. Jahrhunderts in Basel gewidmet. Dazu gesellen sich bedeutende Fachsammlungen.

Sehenswert sind vor allem:

Museum für Musik, Im Lohnhof[Bearbeiten]

Koordinaten: 611255 / 26712547.5547447.58815

Lohnhof am Kohlenberg mit dem Museum für Musik im Zellentrakt
Foyer des Museums für Musik

Geschichte[Bearbeiten]

Im Stadtzentrum über dem Barfüsserplatz, gegenüber der Barfüsserkirche, befindet sich der Gebäudekomplex des mittelalterlichen Chorherrenstifts St. Leonhard. Ab 1669 hatten dort die Lohnherren (Vorsteher über das Bauwesen) ihren Sitz, weshalb der Komplex Lohnhof heisst. Von 1835 bis 1995 dienten die Bauten als Untersuchungsgefängnis. Dazu waren grössere Um- und Ausbauten, unter anderem von 1852 bis 1855 und 1897, nötig. Nach der Aufhebung des Gefängnisses wurde der Lohnhof von 1996 bis 2000 zu Wohnungen, einem Hotel und dem Musikmuseum umgebaut. Im Jahr 2000 konnte das Musikmuseum eröffnet werden. Es belegt den ehemaligen Zellentrakt.

Ausstellungsgut[Bearbeiten]

In einundzwanzig Zellen werden fünf Jahrhunderte europäischer Musikgeschichte gezeigt, mit den drei folgenden Schwerpunkten:

Über ein multimediales Informationssystem kann dabei die Welt der Instrumente klingend erfahren werden.

Museum für Pferdestärken, Merian Gärten Brüglingen[Bearbeiten]

Das Museum für Pferdestärken, Merian Gärten Brüglingen in der Brüglinger Ebene

Koordinaten: 613228 / 26521247.53757.6143

Lage und Geschichte[Bearbeiten]

Das Museum für Pferdestärken, Merian Gärten Brüglingen befindet sich in einer Scheune des ehemaligen Landguts von Christoph Merian in Brüglingen bei Münchenstein am südöstlichen Stadtrand von Basel. Gebäude und Areal gehören der Christoph Merian Stiftung. Das Museum wurde 1981 als Kutschenmuseum und viertes Ausstellungsgebäude des Historischen Museums Basel eröffnet.

In den Jahren 1837 bis 1839 erstellte der Basler Architekt Melchior Berri im Auftrag von Christoph Merian nördlich des Herrschaftshauses Villa Merian, im Vorder-Brüglingen, ein Pächterhaus mit «Ökonomiegebäude». Der ursprüngliche Bau der ersten grossen Scheune ist 1905 abgebrannt. Der stattliche Ersatzbau datiert von 1906.

Ausstellungsgut[Bearbeiten]

Im Museum zeigt:

Diese Transportmittel, aus Basler Privatbesitz, dokumentieren den Verkehr und die Mobilität vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, vor dem Siegeszug des Verbrennungsmotors. Daneben findet sich auch diverse Kutschen- und Fuhrwerk-Zubehör wie Beschirrungen und Kutscherlivreen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Historisches Museum Basel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage Historisches Museum Basel, abgerufen am 3. Januar 2013