Historisches Museum der Pfalz

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Historisches Museum der Pfalz
Speyer, Museum der Pfalz.JPG
Das Historische Museum der Pfalz vom Domturm aus
Daten
Ort Speyer
Art Geschichte
Architekt Gabriel von Seidl
Eröffnung 1910
Besucheranzahl (jährlich) > 200.000[1]
Betreiber Stiftung Historisches Museum der Pfalz Speyer
Leitung Alexander Schubert[2]
Website museum.speyer.de

Das Historische Museum der Pfalz liegt in der rheinland-pfälzischen Bischofsstadt Speyer in unmittelbarer Nähe des romanischen Kaiserdoms. Es besitzt etwa eine Million Exponate.

Das Museum gehört mit über 200.000[1] Besuchern pro Jahr zu den Attraktionen der Stadt, die jährlich zwei Millionen Touristen verzeichnet. Mit der Präsentation seiner reichhaltigen Sammlungen und mit seinen thematisch vielfältigen Sonderausstellungen zählt es zu den bedeutendsten Museen in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorläufer des Museums war die von Regierungspräsident Joseph von Stichaner initiierte und von dem Regierungsbaubeamten Johann Philipp Mattlener 1826 beim Dom errichtete Antikenhalle.

1869 wurden die Sammlungen des Historischen Vereins der Pfalz, des ehemaligen Rheinkreises und der Stadt Speyer zur umfassenden Darstellung der Geschichte der Pfalz vereint und vorerst im 3. OG des Schulgebäudes am Siebertplatz (heute Willy-Brandt-Platz) gelagert, welches 1866-67 auf dem Areal des ehemaligen Augustinerklosters (heute eine Hauptstelle der Sparkasse Vorderpfalz) errichtet wurde. Das heutige Museumsgebäude wurde nach Plänen des Architekten Gabriel von Seidl (1848–1913) auf dem Areal einer ehemaligen Kaserne errichtet, 1910 eingeweiht und 1990 um einen Anbau erweitert.

1985 wurde die Stiftung Historisches Museum der Pfalz Speyer Träger des Museums. Stifter sind der Bezirksverband Pfalz, die Stadt Speyer, das Bistum Speyer, die Evangelische Kirche der Pfalz, das Land Rheinland-Pfalz und der Historische Verein der Pfalz. Von 1992 bis 1999 stand das Haus unter der Leitung des Kunsthistorikers Meinrad Maria Grewenig, von 2000 bis 2005 unter der Leitung von Cornelia Ewigleben, von 2005 bis 2011 unter der Leitung des Prähistorikers Alexander Koch, bis dieser als Generaldirektor an das Deutsche Historische Museum in Berlin wechselte.[3] Nachfolger Kochs wurde der Archäologe Eckart Köhne, zuvor Leiter des Rheinischen Landesmuseums in Trier.[4], welcher aber 2014 nach Karlsruhe wechselte. Ihm folgte Alexander Schubert.[5]

Die Umwandlung in eine Stiftung und der Ausbau des Museums mit einer Sonderausstellungsfläche von 1800 Quadratmetern bildeten die Grundlagen für eine Neuorientierung des Museumskonzepts. Neben den traditionellen Aufgaben Sammeln, Bewahren und Forschen wurde im Bereich der Vermittlung mit einer konsequenten Besucherorientierung ein wichtiger neuer Akzent gesetzt. Der Museumsbesuch soll für die Besucher ein besonderes Erlebnis sein, in dem Geschichte und Kultur spannend und lebendig dargestellt werden. Das Museum will zur Beschäftigung mit der Kulturgeschichte der Region im internationalen Kontext anregen.

Leitung (Direktoren)[Bearbeiten]

Ausstellungsangebot[Bearbeiten]

„Rot Blau“, Lichtinstallation von Michael Seyl, 1998
Ansicht von Südost

Auf einer Fläche von fast 8000 Quadratmetern präsentieren die Dauerausstellungen des Museums die Geschichte der Region von der Urgeschichte über die Römerzeit bis in die Neuzeit, Sonderausstellungen beschäftigen sich mit Personen und Ereignissen von teilweise überregionaler bis globaler Bedeutung.

Dauerausstellungen[Bearbeiten]

Das Museum zeigt in seiner ständigen Sammlung folgende Schwerpunkte:

  • Domschatz
Der Speyrer Domschatz enthält bedeutende Zeugnisse des salischen Herrschergeschlechts, darunter auch die Kaiserkrone von Konrad II. aus dem Jahr 1039.
  • Des Kaisers letzte Kleider
Unter dem Titel Des Kaisers letzte Kleider. Rettung der organischen Funde aus den Kaiser- und Königsgräbern im Dom zu Speyer präsentiert das Museum die Ergebnisse zur Forschung und Konservierung bedeutender mittelalterlicher Textilien aus den Gräbern der im Dom bestatteten Kaiser und Könige
  • Urgeschichte
Die Urgeschichte der Pfalz zeigt Exponate, welche die kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in der Pfalz von den ältesten Spuren menschlicher Präsenz bis zum Vorabend der römischen Besetzung dokumentieren. Neben dem sogenannten Goldenen Hut von Schifferstadt wird auch kunstvoller Goldschmuck gezeigt.
  • Römerzeit
Die römerzeitliche Sammlung gewährt Einblicke in die Zeit, in der die Römer das Gebiet der heutigen Pfalz beherrschten, das damals zur Provinz Obergermanien gehörte. Ein besonderes Objekt aus der Zeit des Kaisers Augustus stellt dabei der Kentaurenkopf aus Homburg-Schwarzenacker (um 10 v. Chr.) dar.
  • Neuzeit
Die Neuzeit beinhaltet Information und Exponate von der Renaissance bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (von Martin Luther bis Konrad Adenauer). Den Kern der Dauerausstellung bilden das Frankenthaler Porzellan, die barocken Gemälde sowie die kostbaren Gewänder aus dem Nachlass der Familie Bassermann-Jordan sowie die schwarz-rot-goldenen Fahne, die beim Hambacher Fest getragen wurde. Von hohem künstlerischen Rang sind die Werke des in Speyer geborenen Künstlers Anselm Feuerbach.
  • Weinmuseum
Die Sammlung Weinmuseum zeigt einzigartige Exponate aus der Welt des Weins, unter anderem den ältesten je gefundenen Wein aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Sie geben einen Einblick in die Kulturgeschichte des Weinbaus und des Weinkonsums über einen Zeitraum von 2000 Jahren hinweg.
  • Evangelische Landeskirche
Gezeigt wird die Geschichte der Evangelischen Landeskirche der Pfalz. Die Präsentation spannt einen Bogen von der Vorreformation über den Reichstag zu Speyer 1529 mit der Protestation bis zur Gegenwart. Dargestellt wird der enge Zusammenhang zwischen der Entwicklung der evangelischen Kirche und der pfälzischen Geschichte.

Sonderausstellungen[Bearbeiten]

(Auswahl)

Zum 50. Jubiläumsjahr der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 präsentierte das Museum vom 31. Mai bis 17. Oktober 2004 die große Erlebnisausstellung Am Ball der Zeit. Die Fußball-Weltmeisterschaften seit 1954. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 2000 Quadratmetern erhielten die Besucher einen Überblick über alle Fußball-Weltmeisterschaften von 1954 bis 2006 im Rahmen von Politik, Wirtschaft, Kultur und Zeitgeist. Themen wie Fan- und Massenkultur im Fußballbereich oder die Globalisierung des Sports bildeten ebenso Schwerpunkte wie die Frage nach dem Einfluss des „Wunder von Bern“ 1954 auf die noch junge Bundesrepublik oder den Auswirkungen des „Sparwasser-Tors“ 1974 auf die deutsch-deutschen Beziehungen. Die Ausstellung legte dabei großen Wert auf eine erlebnisorientierte Vermittlung der sportgeschichtlichen Inhalte. Originale Exponate aus dem Umfeld der Weltmeisterschaften, persönliche Erinnerungsstücke verschiedener Spieler sowie spannende Film - und Tondokumente entführten die Besucher in die bewegende Fußballwelt. Zahlreiche Mitmach-Stationen luden zur aktiven Beteiligung ein. Ein speziell konzipierter Ausstellungsteil richtete sich zudem an Kinder und Jugendliche. Die Ausstellung war ein Gemeinschaftsprojekt des Historischen Museums der Pfalz und des Deutschen Fußball-Bundes.
Vor über 1700 Jahren versank der „Barbarenschatz“ von Neupotz in den Fluten des Rheins. Mit über 1000 Stücken aus Silber, Bronze, Messing und Eisen und einem Gewicht von mehr als 700 kg ist er der größte römerzeitliche Metallfund Europas. In einem internationalen Großprojekt präsentierte das Museum gemeinsam mit Museen in Deutschland, Belgien und Luxemburg diesen Fund der Öffentlichkeit. Der „Barbarenschatz“ besteht aus Metallobjekten unterschiedlichen Charakters wie Sakralgerät, Waffen, Münzen, Werkzeugen, Boots- und Wagenzubehör sowie Tafel- und Küchengeschirr, die auf rund 800 m² präsentiert wurden. Zur Beute der alemannischen Räuber gehörten aber auch Lebensmittel, Kleidung, Vieh, sowie Handwerker, die aufgrund ihres technischen Könnens sehr begehrt waren. Der Nachbau eines voll beladenen römischen Transportwagens auf einem Plattbodenschiff vermittelte das Gefühl, hautnah bei der Überfahrt nach Germanien dabei zu sein. Außer dem Schatzfund von Neupotz wurden zahlreiche weitere Fundstücke gezeigt. Darunter Weihgeschenke an die Götter (Votivbleche) und Schmuck aus dem Beutefund von Hagenbach. Ein weiteres Exponat der Ausstellung war der Augsburger Siegesaltar, eines der wenigen erhaltenen Schriftzeugnisse über die Geschichte der Germaneneinfälle. Das Fürstengrab von Gommern mit seinen zahlreichen römischen Objekten zeigte wiederum, dass den Germanen die Rheinüberquerung mit der gemachten Beute auch manches Mal gelang.
  • Attila und die Hunnen (2007)
Auf rund 1800 m² Ausstellungsfläche präsentierte das Museum die Geschichte und die Kultur der Hunnen. Dem Besucher wurde Mittels Rekonstruktionen, Hands-on-Objekten sowie dem Einsatz neuer Medien das nomadische Leben der Hunnen gezeigt ein überfallenes römisches Kastell, erkundete eine kirgisische Jurte. Zahlreiche Leihgaben aus dem In- und Ausland sowie aufwändige Inszenierungen ergänzten die Ausstellung und trugen zu einem umfassenden Erlebnis des kulturellen Erbes dieser einzigartigen und in vielen Bereichen fremdartigen Reiterkultur bei.
Mit der Großausstellung lud das Museum dazu ein, die Geschichte und Kultur der Samurai zu entdecken. Die Besucher begegneten den einzigartigen Rüstungen, prachtvoll und erschreckend zugleich: Kunstvoll geschmiedete Schwerter aus den Händen alter japanischer Meister. Man konnte die Bühne eines Nô-Theaters betreten und erlebte den Einfluss, den die Samurai auf Kunst und Kultur des alten Japan ausübten. Sowohl aufwändige Inszenierungen als auch Leihgaben aus hochkarätigen Sammlungen, Museen und Institutionen aus dem In- und Ausland ermöglichten es, die Welt der Samurai erstmals umfassend zu erleben. In unzähligen Schlachten eroberte sich die Kriegerkaste der Samurai im 12. Jahrhundert eine machtvolle Position an der Spitze des Staates. Bis zum Ende ihrer Herrschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts schufen sie eine bis ins kleinste Detail durchstrukturierte Gesellschaftsordnung. So waren die Samurai nicht nur mutige Kämpfer, sondern prägten die Kultur Japans als Dichter, Kalligraphen, Teemeister und Wissenschaftler.
Das Museum widmete den Wikingern eine umfassende Sonderausstellung auf rund 2000 m² Fläche und dokumentierte diese Epoche mit archäologischen und kunsthistorischen Zeugnissen. Die Leihgaben – Runensteine, Waffen, Schmuck, Silberschätze, Münzen, Schiffsteile, heidnische Grabinventare, Zeugnisse des Christentums und vieles mehr – kamen aus Museen, Sammlungen und Instituten aus den skandinavischen Ländern selbst sowie aus den Regionen, mit denen die Wikinger in Kontakt waren. Die Ausstellung bezog auch neueste Forschungsergebnisse, beispielsweise der Siedlungsgrabungen in Haithabu, sowie Erkenntnisse der experimentellen Archäologie, wie die jüngsten Seereisen auf rekonstruierten Wikingerschiffen, mit ein. Rekonstruktionen sowie der Einsatz neuer Medien trugen zu einem umfassenden Erlebnis der Kultur und Lebenswirklichkeit der „Nordmänner“ bei.
  • Hexen – Mythos und Wirklichkeit (2010)
In der Ausstellung unter dem Titel Hexen – Mythos und Wirklichkeit erlebten die Besucher wie der Hexenglauben der Vergangenheit aussah und wie sich Hexenphantasien in der Moderne entwickelten. In einem zeitlichen Bogen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart näherte sich das Museum über die Themenkomplexe Hexenglaube, Hexenverfolgung und Hexenrezeption dem Phänomen Hexe. Ausgehend vom Weltbild und dem Wissen des 16. und 17. Jahrhunderts zeigte die Ausstellung die vielfältigen Ursachen für die Hexenverfolgungen. Religionskonflikte, Kriege und die kleine Eiszeit, damit verbundene Agrarkrisen, Hungersnöte und Krankheiten, aber auch der Beginn eines neuen Medienzeitalters prägen den Lebensalltag, in dem Magie schichtübergreifend selbstverständlicher Bestandteil ist. Die Besucher lernten eine Welt kennen, in der Nierensteine von Wiederkäuern als magische Gegenstände gelten und Benediktusglöckchen zur Abwehr von Hexenzaubern und Unwettern eingesetzt werden. Seltene Schriftstücke, wie der Brief des Bamberger Bürgermeisters Johannes Junius gaben Einblick in das ergreifende Schicksal von Menschen, die Opfer der Hexenverfolgung wurden: „Unschuldig bin ich in das Gefängnis gekommen, unschuldig bin ich gemartert worden, unschuldig muß ich sterben ...,“ schrieb er 1628. Zahlreiche Objekte internationaler Provenienz veranschaulichten die mannigfaltigen Facetten des Hexenthemas.
  • Amazonen – Geheimnisvolle Kriegerinnen (5. September 2010 bis 13. Februar 2011)
In der kulturhistorischen Ausstellung unter dem Titel Amazonen – Geheimnisvolle Kriegerinnen beleuchtete das Museum das Thema in all seinen Facetten von der Antike bis in die Gegenwart. Ausgestellt wurden Waffengräber skythischer Frauen und Funde aus dem sibirischen Altai-Gebirge. Dort wurde unter einem Grabhügel die Bestattung einer jungen Kriegerin entdeckt. Das Historische Museum der Pfalz erstellte anhand ihres Schädels eine realistische Kopfrekonstruktion. Die Besucher konnten erleben, wie sich das Bild der Amazonen im Laufe der Jahrhunderte veränderte, zum beliebten Thema in Kunst und Literatur wurde und sich bis heute im Rollenverständnis der Geschlechter niederschlägt.
  • Die Salier – Macht im Wandel (10. April bis 30. Oktober 2011)
Mit einer Ausstellung unter dem Titel Die Salier. Macht im Wandel zeigte das Museum die Lebensläufe der salischen Herrscher und die Neuerungen, die sie mit ihrer Politik in Gang setzten. Das Museum hatte für seine Besucher hochkarätige Originale von Weltrang aus 50 europäischen Museen und Sammlungen nach Speyer gebracht. Nie zuvor waren diese kostbaren Fundstücke in einer Schau vereint zu sehen. Zu den Exponaten zählten Beispiele hochmittelalterlicher Buch- und Elfenbeinkunst ebenso wie archäologische Funde aus dem 11. und dem beginnenden 12. Jahrhundert. Die Besucher erhielten Einblicke in das Leben der Kaiser, verfolgten die Geschichte der jüdischen Gemeinde im mittelalterlichen Speyer und erlebten, wie auf der größten Baustelle des Mittelalters der Dom zu Speyer entstand.
  • Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin (11. März bis 2. September 2012)
Zeugnisse altägyptischer Kultur aus dem Ägyptischen Museums Turin präsentierte das Museum 2012, darunter Skulpturen Pharaonen, Mumien, unversehrt gebliebene Alltagsgegenstände und kostbare Schmuckstücke. Diese Originale kamen in der Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum Turin zum ersten Mal nach Deutschland. Zu den Objekten aus der Turiner Sammlung zählte beispielsweise die rund 3000 Jahre alte Statue des Pharaos Thutmosis I., der Sarkophag des altägyptischen Schreibers Butehamun, in dessen Inneren das sogenannte Mundöffnungsritual den Weg des Verstorbenen ins Diesseits beschreibt oder der nahezu vollständig erhaltene Fundkomplex aus dem Grab des Minhotep, dessen Beigaben von den Arbeiten der altägyptischen Werkstätten in Assiut zeugen. Die Ausstellung band wichtige Zeugnisse aus allen großen Phasen der Geschichte Ägyptens in eine Inszenierung mit interaktiven Medienstationen ein. Gleichzeitig wurden neue Forschungsergebnisse aus dem ägyptischen Assiut präsentiert, die auf der internationalen Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Sohag in Ägypten sowie von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Freien Universität Berlin basieren.

Das Junge Museum Speyer[Bearbeiten]

Seit 1999 beherbergt das Historische Museum der Pfalz das erste Kinder- und Jugendmuseum in Rheinland-Pfalz. Ein Besuch im Jungen Museum Speyer (Jumus) bietet Kindern und Jugendlichen eine altersgerechte und zugleich spannende Annäherung an Kultur und Geschichte. Interaktive Mitmachstationen, Hands-on-Objekte und erlebnisorientierte Inszenierungen ermöglichen einen spielerischen Umgang mit Geschichte. Die sogenannten Mitmachausstellungen, wie:

  • 30 Jahre Playmobil - Entdecke die Welt (2003/2004)
„Playmobil spielen ist sicherlich das Prägendste, was unserer Generation passiert ist. Playmobilfiguren sind unser großes, gemeinsames Schlüsselerlebnis“, schreibt Florian Illies in seinem Buch Generation Golf. Playmobil ist ein Generationen übergreifendes Phänomen. Die stets freundlichen 7,5 cm großen Figuren haben schon in den 1970er Jahren die Herzen der inzwischen über Dreißigjährigen erobert und entführen heute Kinder in ihre bunte und unbeschwerte Spielwelt. Auf ca. 1600 Quadratmetern zeigt die Familienausstellung detailreiche Schaustücke zu den ersten Rittern, Indianern, Bauarbeitern und deren Freunde aus den nachfolgenden Produktserien. Zum ersten Mal wurden die Prototypen von Hans Beck, dem Erfinder und Entwickler der Playmobilfiguren, ausgestellt. Zahlreiche Spielbereiche luden die jungen Besucher ein, in die Playmobilwelt einzutauchen. Installationen von Sammlern und Arbeiten von Künstlern zeigten, dass Playmobil mehr ist als nur ein einfaches Spielzeug, sondern ein Kulturphänomen.
  • ZDF tivi – Tabaluga, Löwenzahn & Co. So wird Fernsehen gemacht (2005/2006)
„Was wisst ihr über Fernsehen? Klar, jeder hat einen Fernseher zu Hause. Man macht ihn an und hat die große Programmauswahl: Nachrichten, Spielfilme, Quizshows, Videoclips... Aber was passiert in einem Fernsehstudio? Wer macht die Sendungen und wie kommen die Bilder auf den Fernsehschirm?“ ZDF tivi ‘ Tabaluga, Löwenzahn & Co. So wird Fernsehen gemacht war eine Ausstellung, die Kindern zeigte, wie Fernsehen funktioniert. Beim Mitmachen und Mitspielen lernten sie die Tricks der Fernsehmacher kennen. Gleichzeitig begegneten die kleinen Besucher vielen Freunden aus ZDF tivi, dem Kinder- und Jugendprogramm des ZDF, wie dem Raben Rudi, Löwenzahn, Tabaluga und Arktos oder Petty PuR.
  • Die Piraten. Herrscher der sieben Weltmeere“ (2006/2007)
Kanonendonner und Piratengeschrei im Alten Schloss. Wenn die Piraten zur Kaperfahrt ansetzten, wurde es gefährlich. Also aufgepasst im Alten Schloss, wo die Seeräuber ihre Säbel schwangen. Kinder von vier bis zwölf Jahren konnten hautnah als Piraten verkleidet die Kultur und Geschichte der rauen Burschen kennenlernen. Auf einer Schatzinsel nach dem vergrabenen Piratenschatz buddeln, sich an der Enterstation über das wilde Meer hangeln oder die Hängematten unter Deck auf Gemütlichkeit testen – die interaktiven Mitmach-Stationen ließen das Herz jedes Nachwuchs-Seebären höher schlagen. Soziale und wirtschaftliche Hintergründe beleuchteten die harten Lebensumstände vieler Piraten und zeigten den Unterschied zwischen Phantasie und Realität.
  • Mit den Wikingern auf großer Fahrt (2008/2009)
Um das Jahr 1000 begabt sich der Wikinger Leif Eriksson auf eine abenteuerliche und wagemutige Reise. Er segelte von Island mit einigen Frauen und Männern gen Westen. Nach vielen gefährlichen Tagen auf See gelangte er schließlich an eine Küste, eine Insel vor Amerika. Die Wikinger gingen an Land. Fortan wollten sie hier leben. Es war allerdings nicht so einfach die Dinge zu beschaffen, die man zum Leben brauchte: Nahrung, Kleidung und Werkzeug. Außerdem gab es hier fremde Menschen, Indianer. Waren sie freundlich oder auf Kampf aus? Werden die Wikinger in dem neuen Land überleben? Das Junge Museum lud Besucher ein, mit Leif Eriksson auf Entdeckungsreise zu gehen. In vielen interaktiven Stationen entdeckten die jungen Besucher, wie es den tapferen Nordmännern gelang, bis nach Amerika zu segeln. Eine Handelsniederlassung am Meer zeigte überlebenswichtige Dinge, die Leif Eriksson mit an Deck nahm. Ein großes Wikingerschiff ließ die jungen Besucher hautnah erleben, wie gefahrvoll und schwierig die Überfahrt der geschickten Seemänner war.
  • Hexen- Krötenschleim und Spinnenbein (2009/2010)
Wer träumt nicht einmal davon hexen zu können? Das Junge Museum lud dazu ein, bei einem interaktiven Erlebnisparcours durch die Ausstellung Hexen – Krötenschleim und Spinnenbein das Hexenzauberdiplom zu erlangen und gleichzeitig allerhand über die Welt der Hexen, der Zauberei und der Magie zu lernen. In einer einzigartigen Mitmach-Ausstellung, die sich an Familien mit Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren wendete, präsentierte das Museum eine magische Welt voller Geheimnisse. Die großen und kleinen Besucher trafen auf ein Hexenhaus, betraten eine Hexenküche, lernten die Hexensprache mit ihrer Schrift, ihren Symbolen und Zaubersprüchen kennen und konnten sich sogar in der Kunst des Handlesen und Wahrsagens üben. Auch in dieser Mitmach-Ausstellung gab es wieder eine Verkleidungsstation, in der sich die jungen Besucher als Magier oder als junge Hexen verkleiden konnten.
  • Burg Drachenfels – Reisen ins Mittelalter (2010/2011)
Für alle Kinder und jungen Besucher hieß es in der Mittelalter-Mitmach-Ausstellung: „Begebt Euch auf die Spuren von Kaisern und Königen, reist mit ihnen in die Welt des Mittelalters, vorbei an herrschaftlichen Städten und prächtigen Höfen. In der Familien-Mitmach-Ausstellung Burg Drachenfels – Reisen ins Mittelalter lernten die Kinder das Leben und den Alltag dieser Epoche in all seinen Facetten kennen: Auf dem städtischen Marktplatz konnten sie das geschäftige Treiben der Handwerker und Kaufleute verfolgen. Hier konnten die kleinen Besucher vieles entdecken und ausprobieren: Welche Waren bietet der Fernhändler in seinem Laden an? Wer arbeitet in den Werkstätten? Auf der beeindruckenden Dombaustelle erlebten sie, wie man mit Hilfe eines großen Krans gewaltige Mauern errichtete. Sie erkundeten die Burg Drachenfels und lernten dort lernt das Leben auf einer Burg mit prunkvollem Rittersaal, hohem Turm und düsterem Verlies kennen. Am Fuße der Burg gab es die Möglichkeit in die einfache Lebenswelt der Bauern einzutauchen und mehr über das arbeitsreiche und harte Leben der Familien auf dem Land zu erfahren. Im Scriptorium des Klosters ging es dagegen ruhig zu. Hier konnte man sich im Gestalten von Buchstaben erproben oder die Heilkräuter im Klostergarten kennen lernen. Die Ausstellung Burg Drachenfels – Reisen ins Mittelalter vermittelte mit aufwändigen Spielstationen, vielen Originalen aus dem Bestand des Historischen Museums der Pfalz und einer kindgerechten Didaktik lebendige Einblicke in das Leben der Menschen im Mittelalter.
  • Ägyptens Schätze entdecken (2012)
Begleitend zur kulturhistorischen Ausstellung präsentierte das Junge Museum eine Erlebnisausstellung, die sich vor allem an das junge Museumspublikum richtete. Originale aus dem Ägyptischen Museum Turin, aufwändige Rekonstruktionen sowie der Einsatz einer neuen Mediendidaktik ermöglichten eine direkte Auseinandersetzung mit der Geschichte des Alten Ägyptens. Wie sah das Alltagsleben am Nil aus, welche Vorstellungen hatten die Alten Ägypter vom Leben und vom Tod? Die jungen Besucher schlüpften in die Rolle von Forschern und Ägyptologen und erkundeten im Papyrusdickicht des Nils die faszinierende Tierwelt des Alten Ägyptens. Fremdartige Götter, Mischwesen aus Menschen und Tieren und geheimnisvolle Hieroglyphen warteten in einem rekonstruierten Tempel darauf, erforscht zu werden. In einem Grabungszelt konnten die Besucher Einblicke in die Arbeitswelt der Archäologen nehmen und echte Tiermumien sehen. Ein altägyptisches Boot entführte die jungen Besucher zu den wichtigsten Kultorten am Nil. Schließlich rundete der Besuch einer geheimnisvollen Grabkammer die Entdeckungsreise im Alten Ägypten ab.
  • 40 Jahre Playmobil - Eine Abenteuerreise durch die Zeit (2013/2014)
Anlässlich des 40. Geburtstags von Playmobil zeigt das Historische Museum die zweite Playmobil-Ausstellung. Diese zeigt anhand verschiedener Exponate aus den Jahren 1974 bis 2014 die Geschichte von Playmobil. Daneben gibt es auch Playmobil-Installationen von Sammlern und Künstlern die teilweise historische Szenen wie den Zug der Legionen des Publius Quinctilius Varus oder das Hambacher Fest darstellen und Spielstationen.

Das Forum[Bearbeiten]

Das „Forum“, der überdachte Innenhof

Seit 2004 verfügt das Historische Museum der Pfalz über den 650 Quadratmeter großen überdachten Innenhof des vierflügligen Gebäudes, das sogenannte „Forum“, das als Ort für Kommunikation fungiert. Seither fanden im Forum Veranstaltungen wie Konzerte, Diskussionsrunden, Vorträge, Lesungen, Film- und Theateraufführungen sowie Workshops statt. Die Glaskonstruktion, die das Forum des Museums in einer Höhe von 17 Metern überspannt, ist mit einer Fläche von 825 Quadratmetern eine architektonische Besonderheit.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Historisches Museum der Pfalz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rhein-Zeitung: Historisches Museum der Pfalz hat neuen Chef. 2. August 2011, abgerufen am 31. Oktober 2011.
  2. Mannheimer Morgen, Ausgabe vom 1. Juli 2014, Seite 22
  3. Holger Mehlig: Direktor vom Deutschen Historischen Museum mit Festakt verabschiedet. 15. März 2011, abgerufen am 31. Oktober 2011.
  4. rlp.de: Eckart Köhne wird Direktor des Historischen Museums der Pfalz. 3. August 2011, abgerufen am 31. Oktober 2011.
  5. Mannheimer Morgen, Ausgabe vom 1. Juli 2014, Seite 22
  6. SWR Fernsehen SWR Landesschau aktuell Rheinland-Pfalz vom 9. April 2014: Speyer - Neuer Direktor beim Historischen Museum der Pfalz, abgerufen am 14. April 2014

49.3156638.441566Koordinaten: 49° 18′ 56″ N, 8° 26′ 30″ O