Historisches Museum der Pfalz

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Historisches Museum der Pfalz
Speyer, Museum der Pfalz.JPG
Das Historische Museum der Pfalz vom Domturm aus
Daten
Ort Speyer
Art Geschichte
Architekt Gabriel von Seidl
Eröffnung 1910
Besucheranzahl (jährlich) > 200.000[1]
Betreiber Stiftung Historisches Museum der Pfalz Speyer
Leitung Alexander Schubert[2]
Website museum.speyer.de
ISIL DE-MUS-126810

Das Historische Museum der Pfalz liegt in der rheinland-pfälzischen Bischofsstadt Speyer in unmittelbarer Nähe des romanischen Kaiserdoms. Es besitzt etwa eine Million Exponate.

Das Museum gehört mit über 200.000[1] Besuchern pro Jahr zu den Attraktionen der Stadt, die jährlich zwei Millionen Touristen verzeichnet. Mit der Präsentation seiner reichhaltigen Sammlungen und mit seinen thematisch vielfältigen Sonderausstellungen zählt es zu den bedeutendsten Museen in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Vorläufer des Museums war die von Regierungspräsident Joseph von Stichaner initiierte und von dem Regierungsbaubeamten Johann Philipp Mattlener 1826 beim Dom errichtete Antikenhalle, in der vor allem steinerne Objekte gezeigt wurden, während die übrigen im Rathaus lagerten. Auch das Heidentürmchen wurde einige Male genannt, es dürfte aber lediglich als Magazin gedient haben.

1869 wurden die Sammlungen des Historischen Vereins der Pfalz, des ehemaligen Rheinkreises und der Stadt Speyer zur umfassenden Darstellung der Geschichte der Pfalz vereint und wie bereits vor der Errichtung des Gebäudes angedacht in sechs Räumen im Ostflügel des dritten Geschosses des 1866-67 auf dem Areal des ehemaligen Augustinerklosters errichteten Schulgebäudes am Siebertplatz (heute Willy-Brandt-Platz) ausgestellt, an dessen Stelle sich heute eine Hauptstelle der Sparkasse Vorderpfalz befindet. 1873 wurden einige Objekte aus der Antikenhalle in Kellerräume des Schulgebäudes gebracht, aber bereits kurz darauf auf dem Hof aufgestellt, da die Kellerräume wohl an Privatpersonen vermietet worden waren. 1874 wurden die Objekte schließlich vom Hof der Schule und aus der Antikenhalle in die ehemalige Werkstatt der Schule gebracht. Gleichzeitig wuchs die im dritten Obergeschoss ausgestellte Sammlung, sodass sie sich schließlich über das gesamte dritte Obergeschoss des Ostflügels erstreckte. Daraufhin begann man in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dom auf dem Areal einer ehemaligen Kaserne mit der Errichtung des heutigen Gebäudes nach Plänen des Architekten Gabriel von Seidl (1848–1913). Ende 1909 zogen die Sammlungen aus der Schule in das neue Gebäude, welches schließlich 1910 eingeweiht und 1990 mit einem Anbau erweitert wurde.

1985 wurde die Stiftung Historisches Museum der Pfalz Speyer Träger des Museums. Stifter sind der Bezirksverband Pfalz, die Stadt Speyer, das Bistum Speyer, die Evangelische Kirche der Pfalz, das Land Rheinland-Pfalz und der Historische Verein der Pfalz. Von 1992 bis 1999 stand das Haus unter der Leitung des Kunsthistorikers Meinrad Maria Grewenig, von 2000 bis 2005 von Cornelia Ewigleben, von 2005 bis 2011 des Prähistorikers Alexander Koch, bis dieser als Generaldirektor an das Deutsche Historische Museum in Berlin wechselte.[3] Nachfolger Kochs wurde der Archäologe Eckart Köhne, zuvor Leiter des Rheinischen Landesmuseums in Trier.[4], der 2014 nach Karlsruhe wechselte. Ihm folgte Alexander Schubert.[5]

Die Umwandlung in eine Stiftung und der Ausbau des Museums mit einer Sonderausstellungsfläche von 1800 Quadratmetern bildeten die Grundlagen für eine Neuorientierung des Museumskonzepts. Neben den traditionellen Aufgaben Sammeln, Bewahren und Forschen wurde im Bereich der Vermittlung mit einer konsequenten Besucherorientierung ein wichtiger neuer Akzent gesetzt. Der Museumsbesuch soll für die Besucher ein besonderes Erlebnis sein, in dem Geschichte und Kultur spannend und lebendig dargestellt werden. Das Museum will zur Beschäftigung mit der Kulturgeschichte der Region im internationalen Kontext anregen.

Leitung (Direktoren)[Bearbeiten]

Ausstellungsangebot[Bearbeiten]

„Rot Blau“, Lichtinstallation von Michael Seyl, 1998
Ansicht von Südost

Auf einer Fläche von fast 8000 Quadratmetern präsentieren die Dauerausstellungen des Museums die Geschichte der Region von der Urgeschichte über die Römerzeit bis in die Neuzeit, Sonderausstellungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Familien beschäftigen sich mit Personen und Ereignissen von teilweise überregionaler bis globaler Bedeutung.

Dauerausstellungen[Bearbeiten]

Das Museum zeigt in seiner ständigen Sammlung folgende Schwerpunkte:

Domschatz[Bearbeiten]

Der Speyrer Domschatz enthält bedeutende Zeugnisse des salischen Herrschergeschlechts, darunter auch die Kaiserkrone von Konrad II. aus dem Jahr 1039.

Des Kaisers letzte Kleider[Bearbeiten]

Unter dem Titel Des Kaisers letzte Kleider. Rettung der organischen Funde aus den Kaiser- und Königsgräbern im Dom zu Speyer präsentiert das Museum die Ergebnisse zur Forschung und Konservierung bedeutender mittelalterlicher Textilien aus den Gräbern der im Dom bestatteten Kaiser und Könige

Urgeschichte[Bearbeiten]

Die Urgeschichte der Pfalz zeigt Exponate, welche die kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in der Pfalz von den ältesten Spuren menschlicher Präsenz bis zum Vorabend der römischen Besetzung dokumentieren. Neben dem sogenannten Goldenen Hut von Schifferstadt wird auch kunstvoller Goldschmuck gezeigt.

Römerzeit[Bearbeiten]

Die römerzeitliche Sammlung gewährt Einblicke in die Zeit, in der die Römer das Gebiet der heutigen Pfalz beherrschten, das damals zur Provinz Obergermanien gehörte. Ein besonderes Objekt aus der Zeit des Kaisers Augustus stellt dabei der Kentaurenkopf aus Homburg-Schwarzenacker (um 10 v. Chr.) dar.

Neuzeit[Bearbeiten]

Die Neuzeit beinhaltet Information und Exponate von der Renaissance bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (von Martin Luther bis Konrad Adenauer). Den Kern der Dauerausstellung bilden das Frankenthaler Porzellan, die barocken Gemälde sowie die kostbaren Gewänder aus dem Nachlass der Familie Bassermann-Jordan sowie die schwarz-rot-goldenen Fahne, die beim Hambacher Fest getragen wurde. Von hohem künstlerischen Rang sind die Werke des in Speyer geborenen Künstlers Anselm Feuerbach.

Weinmuseum[Bearbeiten]

Die Sammlung Weinmuseum zeigt einzigartige Exponate aus der Welt des Weins, unter anderem den ältesten je gefundenen Wein aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Sie geben einen Einblick in die Kulturgeschichte des Weinbaus und des Weinkonsums über einen Zeitraum von 2000 Jahren hinweg.

Evangelische Landeskirche[Bearbeiten]

Gezeigt wird die Geschichte der Evangelischen Landeskirche der Pfalz. Die Präsentation spannt einen Bogen von der Vorreformation über den Reichstag zu Speyer 1529 mit der Protestation bis zur Gegenwart. Dargestellt wird der enge Zusammenhang zwischen der Entwicklung der evangelischen Kirche und der pfälzischen Geschichte.

Sonderausstellungen[Bearbeiten]

(Auswahl)

Anselm Feuerbach (2002/2003)[Bearbeiten]

Anselm Feuerbach (1829-1880) gehört zu den bedeutendsten Malern des 19. Jahrhunderts. Der international bekannte Künstler wurde am 12. September 1829 in Speyer geboren. In Feuerbachs Werken verbinden sich klassische Elemente mit Einflüssen aus der romantischen Schule sowie Tendenzen der traditionellen Salonmalerei. Der Zeitgenosse und zeitweilige Weggefährte Arnold Böcklins steht in der Tradition der Historienmalerei und ist zugleich einer der großen Porträtmaler seiner Zeit. Die Ausstellung "Anselm Feuerbach" ist die erste umfassende Retrospektive des Malers seit 1976. Nahezu 100 Werke aus 35 Museen dokumentieren wesentliche Aspekte seines malerischen Anliegens. Feuerbachs Frauenbild zwischen Ideal und Realität, sein künstlerisches Sendungsbewusstsein und sein persönliches Scheitern bilden ebenso wie die Sehnsucht nach Italien und seine Vorliebe zu musikalischen und poetischen Themen Schwerpunkte in der Ausstellung. Ein multimedialer Informationsbereich lädt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Künstlerpersönlichkeit Anselm Feuerbach und seiner Zeit ein.

Am Ball der Zeit – Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaften seit 1954 (2004)[Bearbeiten]

Zum 50. Jubiläumsjahr der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 präsentierte das Museum vom 31. Mai bis 17. Oktober 2004 die große Erlebnisausstellung Am Ball der Zeit. Die Fußball-Weltmeisterschaften seit 1954. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 2000 Quadratmetern erhielten die Besucher einen Überblick über alle Fußball-Weltmeisterschaften von 1954 bis 2006 im Rahmen von Politik, Wirtschaft, Kultur und Zeitgeist. Themen wie Fan- und Massenkultur im Fußballbereich oder die Globalisierung des Sports bildeten ebenso Schwerpunkte wie die Frage nach dem Einfluss des „Wunder von Bern“ 1954 auf die noch junge Bundesrepublik oder den Auswirkungen des „Sparwasser-Tors“ 1974 auf die deutsch-deutschen Beziehungen. Die Ausstellung legte dabei großen Wert auf eine erlebnisorientierte Vermittlung der sportgeschichtlichen Inhalte. Originale Exponate aus dem Umfeld der Weltmeisterschaften, persönliche Erinnerungsstücke verschiedener Spieler sowie spannende Film – und Tondokumente entführten die Besucher in die bewegende Fußballwelt. Zahlreiche Mitmach-Stationen luden zur aktiven Beteiligung ein. Ein speziell konzipierter Ausstellungsteil richtete sich zudem an Kinder und Jugendliche. Die Ausstellung war ein Gemeinschaftsprojekt des Historischen Museums der Pfalz und des Deutschen Fußball-Bundes.

Geraubt und im Rhein versunken – der Barbarenschatz (2006)[Bearbeiten]

Vor über 1700 Jahren versank der „Barbarenschatz“ von Neupotz in den Fluten des Rheins. Mit über 1000 Stücken aus Silber, Bronze, Messing und Eisen und einem Gewicht von mehr als 700 kg ist er der größte römerzeitliche Metallfund Europas. In einem internationalen Großprojekt präsentierte das Museum gemeinsam mit Museen in Deutschland, Belgien und Luxemburg diesen Fund der Öffentlichkeit. Der „Barbarenschatz“ besteht aus Metallobjekten unterschiedlichen Charakters wie Sakralgerät, Waffen, Münzen, Werkzeugen, Boots- und Wagenzubehör sowie Tafel- und Küchengeschirr, die auf rund 800 m² präsentiert wurden. Zur Beute der alemannischen Räuber gehörten aber auch Lebensmittel, Kleidung, Vieh, sowie Handwerker, die aufgrund ihres technischen Könnens sehr begehrt waren. Der Nachbau eines voll beladenen römischen Transportwagens auf einem Plattbodenschiff vermittelte das Gefühl, hautnah bei der Überfahrt nach Germanien dabei zu sein. Außer dem Schatzfund von Neupotz wurden zahlreiche weitere Fundstücke gezeigt. Darunter Weihgeschenke an die Götter (Votivbleche) und Schmuck aus dem Beutefund von Hagenbach. Ein weiteres Exponat der Ausstellung war der Augsburger Siegesaltar, eines der wenigen erhaltenen Schriftzeugnisse über die Geschichte der Germaneneinfälle. Das Fürstengrab von Gommern mit seinen zahlreichen römischen Objekten zeigte wiederum, dass den Germanen die Rheinüberquerung mit der gemachten Beute auch manches Mal gelang.
Nach Speyer wurde die Ausstellung bis Oktober 2012 im Römischen Museum Augsburg, im Musée National d’Histoire et d’Art Luxembourg, im Rheinischen Landesmuseum Bonn, im Parc archéologique Bliesbruck-Reinheim, im Museum und Park Kalkriese, im Museumszentrum Mistelbach und im Museo Arqueológico de Alicante weitergezeigt.

Attila und die Hunnen (2007)[Bearbeiten]

Auf rund 1800 m² Ausstellungsfläche präsentierte das Museum die Geschichte und die Kultur der Hunnen. Dem Besucher wurde Mittels Rekonstruktionen, Hands-on-Objekten sowie dem Einsatz neuer Medien das nomadische Leben der Hunnen gezeigt ein überfallenes römisches Kastell, erkundete eine kirgisische Jurte. Zahlreiche Leihgaben aus dem In- und Ausland sowie aufwändige Inszenierungen ergänzten die Ausstellung und trugen zu einem umfassenden Erlebnis des kulturellen Erbes dieser einzigartigen und in vielen Bereichen fremdartigen Reiterkultur bei.

Samurai (2008)[Bearbeiten]

Mit der Großausstellung lud das Museum dazu ein, die Geschichte und Kultur der Samurai zu entdecken. Die Besucher begegneten den einzigartigen Rüstungen, prachtvoll und erschreckend zugleich: Kunstvoll geschmiedete Schwerter aus den Händen alter japanischer Meister. Man konnte die Bühne eines Nô-Theaters betreten und erlebte den Einfluss, den die Samurai auf Kunst und Kultur des alten Japan ausübten. Sowohl aufwändige Inszenierungen als auch Leihgaben aus hochkarätigen Sammlungen, Museen und Institutionen aus dem In- und Ausland ermöglichten es, die Welt der Samurai erstmals umfassend zu erleben. In unzähligen Schlachten eroberte sich die Kriegerkaste der Samurai im 12. Jahrhundert eine machtvolle Position an der Spitze des Staates. Bis zum Ende ihrer Herrschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts schufen sie eine bis ins kleinste Detail durchstrukturierte Gesellschaftsordnung. So waren die Samurai nicht nur mutige Kämpfer, sondern prägten die Kultur Japans als Dichter, Kalligraphen, Teemeister und Wissenschaftler.

Die Wikinger (2009)[Bearbeiten]

Das Museum widmete den Wikingern eine umfassende Sonderausstellung auf rund 2000 m² Fläche und dokumentierte diese Epoche mit archäologischen und kunsthistorischen Zeugnissen. Die Leihgaben – Runensteine, Waffen, Schmuck, Silberschätze, Münzen, Schiffsteile, heidnische Grabinventare, Zeugnisse des Christentums und vieles mehr – kamen aus Museen, Sammlungen und Instituten aus den skandinavischen Ländern selbst sowie aus den Regionen, mit denen die Wikinger in Kontakt waren. Die Ausstellung bezog auch neueste Forschungsergebnisse, beispielsweise der Siedlungsgrabungen in Haithabu, sowie Erkenntnisse der experimentellen Archäologie, wie die jüngsten Seereisen auf rekonstruierten Wikingerschiffen, mit ein. Rekonstruktionen sowie der Einsatz neuer Medien trugen zu einem umfassenden Erlebnis der Kultur und Lebenswirklichkeit der „Nordmänner“ bei.

Hexen – Mythos und Wirklichkeit (2010)[Bearbeiten]

In der Ausstellung unter dem Titel Hexen – Mythos und Wirklichkeit erlebten die Besucher wie der Hexenglauben der Vergangenheit aussah und wie sich Hexenphantasien in der Moderne entwickelten. In einem zeitlichen Bogen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart näherte sich das Museum über die Themenkomplexe Hexenglaube, Hexenverfolgung und Hexenrezeption dem Phänomen Hexe. Ausgehend vom Weltbild und dem Wissen des 16. und 17. Jahrhunderts zeigte die Ausstellung die vielfältigen Ursachen für die Hexenverfolgungen. Religionskonflikte, Kriege und die kleine Eiszeit, damit verbundene Agrarkrisen, Hungersnöte und Krankheiten, aber auch der Beginn eines neuen Medienzeitalters prägen den Lebensalltag, in dem Magie schichtübergreifend selbstverständlicher Bestandteil ist. Die Besucher lernten eine Welt kennen, in der Nierensteine von Wiederkäuern als magische Gegenstände gelten und Benediktusglöckchen zur Abwehr von Hexenzaubern und Unwettern eingesetzt werden. Seltene Schriftstücke, wie der Brief des Bamberger Bürgermeisters Johannes Junius gaben Einblick in das ergreifende Schicksal von Menschen, die Opfer der Hexenverfolgung wurden: „Unschuldig bin ich in das Gefängnis gekommen, unschuldig bin ich gemartert worden, unschuldig muß ich sterben ...,“ schrieb er 1628. Zahlreiche Objekte internationaler Provenienz veranschaulichten die mannigfaltigen Facetten des Hexenthemas.

Amazonen – Geheimnisvolle Kriegerinnen (2010/2011)[Bearbeiten]

In der kulturhistorischen Ausstellung unter dem Titel Amazonen – Geheimnisvolle Kriegerinnen beleuchtete das Museum das Thema in all seinen Facetten von der Antike bis in die Gegenwart. Ausgestellt wurden Waffengräber skythischer Frauen und Funde aus dem sibirischen Altai-Gebirge. Dort wurde unter einem Grabhügel die Bestattung einer jungen Kriegerin entdeckt. Das Historische Museum der Pfalz erstellte anhand ihres Schädels eine realistische Kopfrekonstruktion. Die Besucher konnten erleben, wie sich das Bild der Amazonen im Laufe der Jahrhunderte veränderte, zum beliebten Thema in Kunst und Literatur wurde und sich bis heute im Rollenverständnis der Geschlechter niederschlägt.

Die Salier – Macht im Wandel (2011)[Bearbeiten]

Mit einer Ausstellung unter dem Titel Die Salier. Macht im Wandel zeigte das Museum die Lebensläufe der salischen Herrscher und die Neuerungen, die sie mit ihrer Politik in Gang setzten. Das Museum hatte für seine Besucher hochkarätige Originale von Weltrang aus 50 europäischen Museen und Sammlungen nach Speyer gebracht. Nie zuvor waren diese kostbaren Fundstücke in einer Schau vereint zu sehen. Zu den Exponaten zählten Beispiele hochmittelalterlicher Buch- und Elfenbeinkunst ebenso wie archäologische Funde aus dem 11. und dem beginnenden 12. Jahrhundert. Die Besucher erhielten Einblicke in das Leben der Kaiser, verfolgten die Geschichte der jüdischen Gemeinde im mittelalterlichen Speyer und erlebten, wie auf der größten Baustelle des Mittelalters der Dom zu Speyer entstand.

Ägyptens Schätze entdecken – Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin (2012)[Bearbeiten]

Zeugnisse altägyptischer Kultur aus dem Ägyptischen Museum Turin präsentierte das Museum 2012. Darunter Skulpturen von Pharaonen, Mumien, unversehrt gebliebene Alltagsgegenstände und kostbare Schmuckstücke. Diese Originale kamen in der Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum Turin zum ersten Mal nach Deutschland. Zu den Objekten aus der Turiner Sammlung zählte beispielsweise die rund 3000 Jahre alte Statue des Pharaos Thutmosis I., der Sarkophag des altägyptischen Schreibers Butehamun, in dessen Inneren das sogenannte Mundöffnungsritual den Weg des Verstorbenen ins Diesseits beschreibt oder der nahezu vollständig erhaltene Fundkomplex aus dem Grab des Minhotep, dessen Beigaben von den Arbeiten der altägyptischen Werkstätten in Assiut zeugen. Die Ausstellung band wichtige Zeugnisse aus allen großen Phasen der Geschichte Ägyptens in eine Inszenierung mit interaktiven Medienstationen ein. Gleichzeitig wurden neue Forschungsergebnisse aus dem ägyptischen Assiut präsentiert, die auf der internationalen Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Sohag in Ägypten sowie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Freien Universität Berlin basieren.

Königreich Pfalz – Die Ausstellung (2013)[Bearbeiten]

Infolge des Wiener Kongresses fiel die Pfalz 1816 an das Königreich Bayern, welches damals von Maximilian I. Joseph regiert wurde, der aus der Zweibrücker Linie des Adelsgeschlechts der Wittelsbacher stammte. Die Ausstellung zeigte anhand von etwa 3000 Objekten aus pfälzischen und bayerischen Museen, darunter Leihgaben aus dem Bayerischen Nationalmuseum, von der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen sowie aus dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds, wie unter der Herrschaft Maximilians und seiner Nachfolger, welche ausnahmslos auch seine Nachkommen waren, die Pfalz zu dem wurde, was sie heute ist, wie die Könige die Pfalz prägten und welche zum Teil sehr bedeutende Personen aus der Pfalz kamen. Die Ausstellung war gleichzeitig der Auftakt zu einer Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen des „Wittelsbacherjahrs 2013“.

1914–1918 – Die Pfalz im Ersten Weltkrieg (2014 bis 2018)[Bearbeiten]

Mit dem Schlaglicht „1914-1918 – Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“ präsentiert das Historische Museum der Pfalz Speyer seit 29. Mai 2014 seine historische „Kriegssammlung“ aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Erstmals wird damit die weitgehend unbekannte Sammlung wichtiger Zeitzeugnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Über Plakate aus den besetzten Gebieten Belgiens und Frankreichs, Druckschriften, Kriegspostkarten und Erinnerungsgegenstände und unterstützt durch Medienstationen und eine moderne Szenographie erhält der Besucher einen intensiven Zugang zur Lebenswirklichkeit vor hundert Jahren. Die Wandtexte der Ausstellung erscheinen auch in französischer und englischer Sprache. Gezeigt wird die Pfalz in ihrer Rolle als wichtiger Versorgungsraum nahe der Kriegsfront. Lazarette, Kriegsgefangenenlager, Rüstungsindustrie, die schwierige Ernährungslage und der Umgang mit dem Trauma des Krieges werden dabei ebenso thematisiert wie das private und öffentliche Gedenken an den Ersten Weltkrieg.

Titanic – Die Ausstellung: Echte Funde, wahre Schicksale (im Original „Titanic: The Artifact Exhibition“, 2014/2015)[Bearbeiten]

Die Ausstellung „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ basiert auf der bereits in Paris, Amsterdam und Brüssel gezeigten Ausstellung „Titanic: The Artifact Exhibition“ und zeigt neben 250 Originalstücken, welche im Rahmen der Expeditionen zwischen 1987 und 2010 geborgen wurden, auch Rekonstruktionen verschiedener Räumlichkeiten der Titanic. Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung auch die Hintergründe der Planung, die Umstände des Untergangs der Titanic sowie die Gründe der Passagiere mit diesem Schiff zu reisen.

Junges Museum Speyer[Bearbeiten]

Seit 1999 beherbergt das Historische Museum der Pfalz das erste Kinder- und Jugendmuseum in Rheinland-Pfalz. Ziel dieses sogenannten Jungen Museums (JuMus) ist eine für Kinder und Jugendliche altersgerechte Präsentation von historischen Themen. Dies geschieht einerseits durch interaktive Mitmachstationen, Hands-on-Objekte und erlebnisorientierte Inszenierungen innerhalb von Dauer- und Sonderausstellungen, aber auch durch Mitmachausstellungen zu Themen, die gerade in einer Sonderausstellung behandelt werden und durch Sonderausstellungen über Kinderthemen, wie Playmobil oder Modellbahnen.

(Auswahl)

Augsburger Puppenkiste – Spiegel der Welt (2001)[Bearbeiten]

Vom 13. April bis zum 29. Juli 2001 zeigte das Historische Museum der Pfalz Speyer die Ausstellung Augsburger Puppenkiste. Die Ausstellung des Jungen Museums Speyer präsentierte die Stars der legendären Augsburger Puppenkiste wie Jim Knopf und Urmel aus dem Eis. In der Ausstellung begegneten die Besucher den Helden ihrer Kindheit: Jim Knopf, Urmel aus dem Eis, Der Kleine König Kalle Wirsch, Der Löwe, Kapitän Knack, Bill Bo und seine Bande, Kater Mikesch und der ewig singende Seelöwe. Die Besucher trafen unzählige alte Bekannte und erlebten die Fernsehgeschichte der Augsburger Puppenkiste neu. In der Ausstellung gab es ein Kino, in dem die beliebtesten Fernsehproduktionen der Augsburger Puppenkiste, wie zum Beispiel Urmel aus dem Eis zu sehen waren. Puppen in Kisten inszenieren, so lässt sich das Prinzip der Ausstellung in knappe Worte fassen. Die Form der Darstellung war authentisch, da die Schreiner, Dekorateure, Putzmacher und Beleuchter der Puppenkiste das Innenleben der Kisten gestalteten. Sie war überraschend, da der Besucher bei jeder Geschichte neue Einblicke in die Vielfalt von Oehmischens Marionettentheater gewann. Neben den „Fernseh-Stars“ der Augsburger Marionetten waren auch weniger bekannte aber nicht minder interessante Figuren aus Inszenierungen für Erwachsene zu sehen. Vor über 50 Jahren, am 26. Februar 1948, öffnete Walter Oehmichen zum ersten Mal die Deckel seiner Augsburger Puppenkiste. Das Märchen Der gestiefelte Kater war die erste von vielen hundert Geschichten, die seitdem von der Puppenkiste erzählt wurden. Längst waren die Kinder von einst Eltern oder Großeltern und schauten sich die liebgewonnenen Kindheitserinnerungen mit ihren eigenen Kindern oder Enkeln an. Die Ausstellung ermöglichte dem Besucher, auch hinter die Kulissen zu blicken. Beispielsweise erfuhr er, wie die Marionetten entstanden: In liebevoller Handarbeit wurden die Charakterköpfe aus Lindenholz geschnitzt. Der Körper erhielt seine verblüffende Beweglichkeit durch Ringschrauben, Stoff- und Lederverbindungen an den entscheidenden Stellen. Die Augsburger Puppenkiste ist ein Familienbetrieb. Hannelore Marschall, die Tochter Walter Oehmichens und ihr Sohn Jürgen Marschall schnitzten die Puppenköpfe. Im Jahr 1953 wurde mit Peter und der Wolf erstmals eine Aufführung der Augsburger Puppenkiste im Fernsehen übertragen. 1961 gelang der große Durchbruch mit Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Die Ausstellung vermittelte neue Einblicke in die Vielfalt von Oehmichens Marionettentheater. Neben den Stars der Augsburger Marionetten, sind waren weniger bekannte, aber nicht minder interessante Figuren aus Inszenierungen für Erwachsene zu sehen. Ein attraktives Begleitprogramm mit Workshops und Aktionstagen ergänzte die Ausstellung.

Eiszeit – Mensch, Mammut und Naturgewalten (2001/2002)[Bearbeiten]

Das Eiszeitalter (2,4 Millionen Jahre bis 11.500 vor heute) gehört zu den spannendsten Zeitabschnitten der Erdgeschichte. Riesige Gletscher bedeckten während der Kaltzeiten weite Teile Europas. In diese Phase der Erdgeschichte fiel auch die Entwicklung zum modernen Menschen. Fundstellen des Homo erectus, des Neandertalers und des ersten modernen Menschen geben ein Zeugnis, wie unsere Vorfahren in Europa Fuß fassten und die ersten Kulturen entstanden. In der Ausstellung wurde die Menschheitsentwicklung von den Wurzeln in Afrika bis zum Ende der Eiszeit anhand ausgewählter Exponate verdeutlicht. Die Werkzeuge der ersten Urmenschen waren genauso vertreten wie die ältesten europäischen Kunstwerke aus Elfenbein oder Knochen, die am Ende der Eiszeit entstanden. Die wichtigsten eiszeitlichen Tiere, wie das Mammut oder das Wollnashorn wurden nicht nur anhand von Skelettfunden, sondern auch als lebensgroße, computergesteuerte Nachbildungen in der Ausstellung präsentiert. Die Eiszeit war eine Erlebnisausstellung für die ganze Familie. Die Präsentation sprach alle Sinne an. Man erfuhr die eisige Kälte, erforschte im Schein einer Taschenlampe eine eiszeitliche Bilderhöhle oder wanderte über Fußspuren, die flüchtende Tiere der letzten Eiszeit hinterlassen hatten. In einer Feldstation konnte man selber Forschen und Mammuthaare und andere eiszeitliche Präparate unter dem Mikroskop betrachten.

Hatschepsut – Königin Ägyptens (2002)[Bearbeiten]

Das Historische Museum der Pfalz zeigte die Ausstellung Hatschepsut – Königin Ägyptens. Die Faszination des Alten Ägyptens ist ungebrochen. Eine der bedeutendsten Gestalten in der mehr als 3000jährigen Geschichte des Landes war Königin Hatschepsut. Sie war die einzige Frau auf dem ägyptischen Thron und regierte mehr als zwanzig Jahre (1490–1468 v. Chr.). Nach dem Tode ihres Gatten und Halbbruders Thutmosis II. gelangte Hatschepsut an Stelle ihres noch minderjährigen Stiefsohnes Thutmosis III. auf den Thron. Im zweiten Jahr ihrer Herrschaft ließ sie sich zur Königin ausrufen und verdrängte den zum Pharao proklamierten Thutmosis III. für die Zeit ihres Lebens. Einer der bekanntesten Tempel Ägyptens, das Terrassenheiligtum von Deir el-Bahari in der Nähe von Luxor, wurde von ihr errichtet. Die Ausstellung illustrierte mit wertvollen Exponaten den politischen Anspruch Hatschepsuts wie auch den hohen Stand der ägyptischen Kunst in dieser Zeit. Ein eigener Bereich der Ausstellung führte die jungen Besucher in die geheimnisvolle Welt des Alten Ägyptens ein. Zur Präsentation wurde ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum und der Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin.

Modellbahnen, Teddys und Puppen (2002/2003)[Bearbeiten]

Beeindruckende Modelleisenbahnen von Märklin, prächtige Puppenhäuser und Stofftiere von Steiff luden zum Staunen und zum Spielen ein. In diesem Jahr feierte nicht nur der Steiff-Teddy, sondern auch der Metallbaukasten von Märklin den 100. Geburtstag. Die Ausstellung präsentierte verschiedene historische Kästen, die das Herz junger Erfinder höher schlagen ließenen. Daneben wurden Raritäten gezeigt, die längst aus den Kinderzimmern verschwunden sind: Dampfmaschinen und historisches Blechspielzeug ließen Erinnerungen an vergangene Zeiten wach werden. Schon immer setzten sich Kinder im Spiel mit der Welt der Erwachsenen auseinander. Die liebevoll gestalteten Spielzeugwelten der Modelleisenbahnen und Puppenstuben sind spannende Zeitdokumente. Sie spiegeln Gesellschaft, Kultur und Technik ihrer jeweiligen Entstehungszeit wieder. Zahlreiche Spielstationen luden zum Mitspielen ein.

Ritter (2003)[Bearbeiten]

Das Historische Museum der Pfalz Speyer zeigte die große Ausstellung Die Ritter und griff damit die bislang ungebrochene Faszination des mittelalterlichen Rittertums auf. Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hatte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck übernommen. Die Ausstellung zeigte auf 1300 qm die zentralen Lebensbereiche, die unlösbar mit dem Rittertum verbunden sind: Kampf und Turnier, Leben auf der Burg, Feste, Alltagsleben und die Minne. Schließlich wurde dem Nachleben ritterlicher Vorstellungen und Ideale bis in unsere Zeit hinein nachgegangen. Originalexponate wie Waffen, Rüstungen und Helme für Kampf und Turnier, Jagdutensilien, Spielwürfel, Schachfiguren und Musikinstrumente, aber auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Keramik für Tisch und Herd oder reich verzierte Ofenkacheln spiegelten die verschiedenen Facetten des ritterlichen Lebens wider. Modelle, Inszenierungen und multimediale Elemente vermittelten dem Besucher ein lebendiges Bild der Zeit und der Lebensbedingungen der Ritter. Nachbildungen von Rüstungsteilen und Waffen, die vom Besucher in die Hand genommen und angelegt werden konnten, schildern einen realitätsnahen Eindruck vom ritterlichen Leben. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz. Die zahlreichen geschichtsträchtigen Burgen in der Pfalz und im Elsass machten Geschichte besonders eindrücklich erlebbar. Veranstaltungen zum Thema fanden sowohl im Historischen Museum als auch auf verschiedenen Burgen in der Pfalz und im Elsass statt. Zur Ausstellung erschien ein Begleitprogramm. Die Ausstellung wurde von einer eigenen familienfreundlichen Ausstellung für Kinder und Jugendliche begleitet. Anknüpfend an die Lebenswelt junger Menschen beschäftigte sich die Präsentation in erster Linie mit der Kindheit und Erziehung der zukünftigen Ritter und Damen im Mittelalter. Verschiedene Hands-on-Objekte luden Kinder und Jugendliche ein, sich auf spielerische Weise dem Thema der Ritter zu nähern. Die Begleitpräsentation des Jungen Museums Speyer erweiterte auf 500 qm die Ausstellung Die Ritter im Historischen Museum der Pfalz um einen Erlebnisbereich für die ganze Familie. Originale, Reproduktionen und Nachbauten zeigten die Lebenswelt der Kinder und jungen Menschen auf einer mittelalterlichen Burg. Hier erfuhren Besucher nicht nur allerhand über den Aufbau von Burgen sondern auch über das Alltagsleben der Kinder und ihre Erziehung zum Ritter oder zur Dame. Vieles konnte angefasst und ausprobiert werden. In einer inszenierten Burgküche konnte eine Tafelrunde mit Geschirr und Lebensmitteln nachgestellt werden, die auf dem mittelalterlichen Speiseplan zu finden waren. Fast alle Gebrauchsgegenstände, die die Menschen zum Leben benötigten, mussten selbst hergestellt werden. Fertigprodukte waren im Mittelalter unbekannt. Die Besucher erfuhren, wie mühsam es ist, Wolle zu spinnen oder Stoffe zu weben. Eine Ritterrüstung zu tragen ist sehr anstrengend. Originalgetreue Rekonstruktionen von Rüstung und Waffen konnten während der Führungen anprobiert werden und rückten das romantische Ritterbild etwas zurecht. Ein großer Spielbereich mit zahlreichen Attraktionen vermittelte etwas vom Flair der mittelalterlichen Turniere. Hier durfte richtig getobt werden. So konnte man auf einer Kletterburg den Sturm auf die Burg üben oder an einer Stechpuppe seine Geschicklichkeit prüfen. Mit Bausteinen konnten die gewonnenen Anregen gleich in eigene Bauwerke umgesetzt werden. Und natürlich durfte auf einer Burg ein unheimlicher Geheimgang nicht fehlen. In einem am Wochenende betreuten Aktionsbereich ließ es sich wunderbar basteln oder kalligraphische Kenntnisse erwerben.

30 Jahre Playmobil – Entdecke die Welt (2003/2004)[Bearbeiten]

„Playmobil spielen ist sicherlich das Prägendste, was unserer Generation passiert ist. Playmobilfiguren sind unser großes, gemeinsames Schlüsselerlebnis“, schreibt Florian Illies in seinem Buch Generation Golf. Playmobil ist ein Generationen übergreifendes Phänomen. Die stets freundlichen 7,5 cm großen Figuren haben schon in den 1970er Jahren die Herzen der inzwischen über Dreißigjährigen erobert und entführen heute Kinder in ihre bunte und unbeschwerte Spielwelt. Auf ca. 1600 Quadratmetern zeigte die Familienausstellung detailreiche Schaustücke zu den ersten Rittern, Indianern, Bauarbeitern und deren Freunde aus den nachfolgenden Produktserien. Zum ersten Mal wurden die Prototypen von Hans Beck, dem Erfinder und Entwickler der Playmobilfiguren, ausgestellt. Zahlreiche Spielbereiche luden die jungen Besucher ein, in die Playmobilwelt einzutauchen. Installationen von Sammlern und Arbeiten von Künstlern zeigten, dass Playmobil mehr ist als nur ein einfaches Spielzeug, sondern ein Kulturphänomen.
Nach Speyer wurde die Ausstellung bis Oktober 2007 im Maximilianpark Hamm, im Niederrheinisches Museum Kevelaer, im Bilderbuchmuseum Burg Wissem Troisdorf Troisdorf, im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim und im Kulturhistorisches Museum Magdeburg gezeigt.

ZDF tivi – Tabaluga, Löwenzahn & Co. So wird Fernsehen gemacht (2005/2006)[Bearbeiten]

„Was wisst ihr über Fernsehen? Klar, jeder hat einen Fernseher zu Hause. Man macht ihn an und hat die große Programmauswahl: Nachrichten, Spielfilme, Quizshows, Videoclips... Aber was passiert in einem Fernsehstudio? Wer macht die Sendungen und wie kommen die Bilder auf den Fernsehschirm?“ ZDF tivi ‘ Tabaluga, Löwenzahn & Co. So wird Fernsehen gemacht war eine Ausstellung, die Kindern zeigte, wie Fernsehen funktioniert. Beim Mitmachen und Mitspielen lernten sie die Tricks der Fernsehmacher kennen. Gleichzeitig begegneten die kleinen Besucher vielen Freunden aus ZDF tivi, dem Kinder- und Jugendprogramm des ZDF, wie dem Raben Rudi, Löwenzahn, Tabaluga und Arktos oder Petty PuR.
Nach ihrer Station in Speyer wurde die Ausstellung ab März 2007 im Maximilianpark Hamm gezeigt.

Die Piraten – Herrscher der sieben Weltmeere“ (2006/2007)[Bearbeiten]

Kanonendonner und Piratengeschrei im Alten Schloss. Wenn die Piraten zur Kaperfahrt ansetzten, wurde es gefährlich. Also aufgepasst im Alten Schloss, wo die Seeräuber ihre Säbel schwangen. Kinder von vier bis zwölf Jahren konnten hautnah als Piraten verkleidet die Kultur und Geschichte der rauen Burschen kennenlernen. Auf einer Schatzinsel nach dem vergrabenen Piratenschatz buddeln, sich an der Enterstation über das wilde Meer hangeln oder die Hängematten unter Deck auf Gemütlichkeit testen – die interaktiven Mitmach-Stationen ließen das Herz jedes Nachwuchs-Seebären höher schlagen. Soziale und wirtschaftliche Hintergründe beleuchteten die harten Lebensumstände vieler Piraten und zeigten den Unterschied zwischen Phantasie und Realität.
Nach Speyer wurde die Ausstellung ab November 2008 im Landesmuseum Württemberg Stuttgart weitergezeigt.

Mit den Wikingern auf großer Fahrt (2008/2009)[Bearbeiten]

Um das Jahr 1000 begab sich der Wikinger Leif Eriksson auf eine abenteuerliche und wagemutige Reise. Er segelte von Island mit einigen Frauen und Männern gen Westen. Nach vielen gefährlichen Tagen auf See gelangte er schließlich an eine Küste, eine Insel vor Amerika. Die Wikinger gingen an Land. Fortan wollten sie dort leben. Es war allerdings nicht so einfach, die Dinge zu beschaffen, die man zum Leben brauchte: Nahrung, Kleidung und Werkzeug. Außerdem gab es dort fremde Menschen, Indianer. Waren sie freundlich oder auf Kampf aus? Werden die Wikinger in dem neuen Land überleben? Das Junge Museum lud Besucher ein, mit Leif Eriksson auf Entdeckungsreise zu gehen. In vielen interaktiven Stationen entdeckten die jungen Besucher, wie es den tapferen Nordmännern gelang, bis nach Amerika zu segeln. Eine Handelsniederlassung am Meer zeigte überlebenswichtige Dinge, die Leif Eriksson mit an Deck nahm. Ein großes Wikingerschiff ließ die jungen Besucher hautnah erleben, wie gefahrvoll und schwierig die Überfahrt der geschickten Seemänner war.

Hexen – Krötenschleim und Spinnenbein (2009/2010)[Bearbeiten]

Wer träumt nicht einmal davon hexen zu können? Das Junge Museum lud dazu ein, bei einem interaktiven Erlebnisparcours durch die Ausstellung Hexen – Krötenschleim und Spinnenbein das Hexenzauberdiplom zu erlangen und gleichzeitig allerhand über die Welt der Hexen, der Zauberei und der Magie zu lernen. In einer einzigartigen Mitmach-Ausstellung, die sich an Familien mit Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren wendete, präsentierte das Museum eine magische Welt voller Geheimnisse. Die großen und kleinen Besucher trafen auf ein Hexenhaus, betraten eine Hexenküche, lernten die Hexensprache mit ihrer Schrift, ihren Symbolen und Zaubersprüchen kennen und konnten sich sogar in der Kunst des Handlesen und Wahrsagens üben. Auch in dieser Mitmach-Ausstellung gab es wieder eine Verkleidungsstation, in der sich die jungen Besucher als Magier oder als junge Hexen verkleiden konnten.

Burg Drachenfels – Reisen ins Mittelalter (2010/2011)[Bearbeiten]

Für alle Kinder und jungen Besucher hieß es in der Mittelalter-Mitmach-Ausstellung: „Begebt Euch auf die Spuren von Kaisern und Königen, reist mit ihnen in die Welt des Mittelalters, vorbei an herrschaftlichen Städten und prächtigen Höfen. In der Familien-Mitmach-Ausstellung Burg Drachenfels – Reisen ins Mittelalter lernten die Kinder das Leben und den Alltag dieser Epoche in all seinen Facetten kennen: Auf dem städtischen Marktplatz konnten sie das geschäftige Treiben der Handwerker und Kaufleute verfolgen. Hier konnten die kleinen Besucher vieles entdecken und ausprobieren: Welche Waren bietet der Fernhändler in seinem Laden an? Wer arbeitet in den Werkstätten? Auf der beeindruckenden Dombaustelle erlebten sie, wie man mit Hilfe eines großen Krans gewaltige Mauern errichtete. Sie erkundeten die Burg Drachenfels und lernten dort lernt das Leben auf einer Burg mit prunkvollem Rittersaal, hohem Turm und düsterem Verlies kennen. Am Fuße der Burg gab es die Möglichkeit in die einfache Lebenswelt der Bauern einzutauchen und mehr über das arbeitsreiche und harte Leben der Familien auf dem Land zu erfahren. Im Scriptorium des Klosters ging es dagegen ruhig zu. Hier konnte man sich im Gestalten von Buchstaben erproben oder die Heilkräuter im Klostergarten kennen lernen. Die Ausstellung Burg Drachenfels – Reisen ins Mittelalter vermittelte mit aufwändigen Spielstationen, vielen Originalen aus dem Bestand des Historischen Museums der Pfalz und einer kindgerechten Didaktik lebendige Einblicke in das Leben der Menschen im Mittelalter.

Ägyptens Schätze entdecken (2011/2012)[Bearbeiten]

Begleitend zur kulturhistorischen Ausstellung präsentierte das Junge Museum eine Erlebnisausstellung, die sich vor allem an das junge Museumspublikum richtete. Originale aus dem Ägyptischen Museum Turin, aufwändige Rekonstruktionen sowie der Einsatz einer neuen Mediendidaktik ermöglichten eine direkte Auseinandersetzung mit der Geschichte des Alten Ägyptens. Wie sah das Alltagsleben am Nil aus, welche Vorstellungen hatten die Alten Ägypter vom Leben und vom Tod? Die jungen Besucher schlüpften in die Rolle von Forschern und Ägyptologen und erkundeten im Papyrusdickicht des Nils die faszinierende Tierwelt des Alten Ägyptens. Fremdartige Götter, Mischwesen aus Menschen und Tieren und geheimnisvolle Hieroglyphen warteten in einem rekonstruierten Tempel darauf, erforscht zu werden. In einem Grabungszelt konnten die Besucher Einblicke in die Arbeitswelt der Archäologen nehmen und echte Tiermumien sehen. Ein altägyptisches Boot entführte die jungen Besucher zu den wichtigsten Kultorten am Nil. Schließlich rundete der Besuch einer geheimnisvollen Grabkammer die Entdeckungsreise im Alten Ägypten ab.

40 Jahre Playmobil – Eine Abenteuerreise durch die Zeit (2013/2014)[Bearbeiten]

Anlässlich des 40. Geburtstags von Playmobil fand im Historischen Museum die zweite Playmobil-Ausstellung statt. Sie zeigte anhand verschiedener Exponate aus den Jahren 1974 bis 2014 die Geschichte von Playmobil. Daneben gab es auch Playmobil-Installationen von meist erwachsenen Sammlern und Künstlern mit teilweise historischen Szenen wie dem Zug der Legionen des Publius Quinctilius Varus oder dem Hambacher Fest und Spielstationen, die zum Teil Playmobilobjekten nachempfunden waren.
Nach Speyer wird die Ausstellung von März 2015 bis Oktober 2015 in der Festung Koblenz-Ehrenbreitstein gezeigt, danach soll sie von November 2015 bis Februar 2016 im Braunschweigisches Landesmuseum zu sehen sein und anschließend von März 2016 bis September 2016 im Maximilianpark Hamm.

Das Forum[Bearbeiten]

Das „Forum“, der überdachte Innenhof

Seit Ende 2003 verfügt das Historische Museum der Pfalz über den 650 Quadratmeter großen überdachten Innenhof des vierflügligen Gebäudes, das sogenannte Forum als Ort der Kommunikation. Seither fanden dort Veranstaltungen wie Konzerte, Diskussionsrunden, Vorträge, Lesungen, Film- und Theateraufführungen sowie Workshops statt. Die Glaskonstruktion, die das Forum in einer Höhe von 17 Metern überspannt, ist mit einer Fläche von 825 Quadratmetern eine architektonische Besonderheit.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Historisches Museum der Pfalz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rhein-Zeitung: Historisches Museum der Pfalz hat neuen Chef. 2. August 2011, abgerufen am 31. Oktober 2011.
  2. Mannheimer Morgen, Ausgabe vom 1. Juli 2014, Seite 22
  3. Holger Mehlig: Direktor vom Deutschen Historischen Museum mit Festakt verabschiedet. 15. März 2011, abgerufen am 31. Oktober 2011.
  4. rlp.de: Eckart Köhne wird Direktor des Historischen Museums der Pfalz. 3. August 2011, abgerufen am 31. Oktober 2011.
  5. Mannheimer Morgen, Ausgabe vom 1. Juli 2014, Seite 22
  6. SWR Fernsehen SWR Landesschau aktuell Rheinland-Pfalz vom 9. April 2014: Speyer – Neuer Direktor beim Historischen Museum der Pfalz, abgerufen am 14. April 2014

49.3156638.441566Koordinaten: 49° 18′ 56″ N, 8° 26′ 30″ O