Hitzhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hitzhofen
Hitzhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hitzhofen hervorgehoben
48.8511.316666666667445Koordinaten: 48° 51′ N, 11° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Höhe: 445 m ü. NHN
Fläche: 33,82 km²
Einwohner: 2824 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85122
Vorwahl: 08458
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 132
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchweg 12
85122 Hitzhofen
Webpräsenz: www.hitzhofen.de
Bürgermeister: Roland Sammüller (SPD)
Lage der Gemeinde Hitzhofen im Landkreis Eichstätt
Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Regensburg Landkreis Kelheim Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Ingolstadt Haunstetter Forst Adelschlag Altmannstein Beilngries Böhmfeld Buxheim (Oberbayern) Denkendorf (Oberbayern) Dollnstein Egweil Eichstätt Eitensheim Gaimersheim Großmehring Hepberg Hitzhofen Kinding Kipfenberg Kösching Lenting Mindelstetten Mörnsheim Nassenfels Oberdolling Pollenfeld Pförring Schernfeld Stammham (bei Ingolstadt) Titting Walting Wellheim WettstettenKarte
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Hitzhofen (bairisch Hitzhofa) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Hitzhofen liegt in der Region Ingolstadt, etwa zwölf Kilometer südöstlich von Eichstätt und drei Kilometer nördlich von Eitensheim auf der Hochfläche der Südlichen Frankenalb.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Es existieren die Ortsteile Baumfeld, Mühlthal, Hitzhofen, Hofstetten und Oberzell. Der Ortsteil Hofstetten liegt etwa drei Kilometer nördlich von Hitzhofen. Oberzell schließt sich nordwestlich an Hitzhofen an. Mühlthal liegt einen Kilometer westlich, Baumfeld eineinhalb Kilometer nördlich von Hitzhofen.

Geschichte[Bearbeiten]

Hitzhofen liegt an einer vorrömischen Straße. 1129 wird ein „Udalrich de Hutishoven“, ein Ortsadeliger, als Eichstätter Ministeriale genannt. Im 12. Jahrhundert hatte das Kloster Plankstetten hier Besitz. Später kam der Ort an das Hochstift Eichstätt, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag.

Das Amt des Hochstiftes Eichstätt fiel im Reichsdeputationshauptschluss 1803 mit dem größten Teil des hochstiftischen Gebietes an das Fürstentum Eichstätt des Erzherzogs Ferdinand von Toskana. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Seit der Gebietsreform von 1972 gehört sie dem oberbayerischen Landkreis Eichstätt in seiner neuen Gestalt an.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberzell eingegliedert.[2] Hofstetten kam am 1. Mai 1978 hinzu.[3]

Religionen[Bearbeiten]

Es existieren die Katholischen Pfarreien Hitzhofen/Lippertshofen zum Bruder Klaus von Flüe und Hofstetten St. Nikolaus. Pfarrsitz ist Hitzhofen; dort steht auch das Pfarrheim St. Willibald.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.467, 1987 dann 1.892 und im Jahr 2000 2.496 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Hitzhofen hat nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 14 Mitglieder aus folgenden Fraktionen:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 16. März 2014 Roland Sammüller von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Hochaltar der alten Pfarrkirche Hitzhofen
Stuck in der alten Pfarrkirche Hitzhofen
Barocker Seitenaltar mit Nazarener-Altarbild St. Sebastian in der alten Pfarrkirche Hitzhofen
Hofstetten, Pfarrkirche
Hofstetten, Pfarrkirche, Barockausstattung

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hitzhofen[Bearbeiten]

  • Die alte Pfarrkirche „Mariä Heimsuchung“ ist ein barocker Bau von 1722. Eine Vorgängerkirche wurde zwischen 1182 und 1189 durch Bischof Otto von Eichstätt geweiht. 1594 wurde sie restauriert und konsekriert und wurde im Laufe der Zeit eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte; zudem gab es hier noch im 18. Jahrhundert die alte Marienwallfahrt „Maria im Klee“, deren Ursprung im Dunkeln liegt. Noch heute kennt man das Sprichwort: „Appertshofen am See, Hitzhofen im Klee, Pettenhofen am Sand, sind drei Kirchen wohlbekannt.“ Um 1596 hat der Turm sein heutiges Aussehen mit den Zinnengiebeln erhalten. Gabriel de Gabrieli hat 1722/23 das Langhaus entweder neu gebaut oder umgestaltet und verlängert und die Sakristei neu gebaut; es ist sein erster Kirchenbau im Landkreis Eichstätt. Bauleiter war Johann Rigalia der Jüngere. Nachträglich, 1728, wurde der Chorbogen ausgebrochen und höhergeführt. Die Stuckaturen, wohl vom Eichstätter Stuckateur Jakob Egg, und die Deckengemälde sind von 1722. Die Konsekration erfolgte am 4. Oktober 1722. Der Hochaltar ist barock von 1700. Statt eines Altarbildes steht in einer Nische das Wallfahrtsbild, eine Marien-Holzplastik (von 1470/80). Auch die Seitenaltäre sind barock, um 1700 entstanden; die Altarbilder sind später im Nazarener-Stil gemalt. Die Stuckkanzel ist ein Frührokokowerk von 1722 von Giuseppe Venino. – Die Sage erzählt, dass es im Mittelalter in Hitzhofen ein Frauenkloster gegeben hat, vielleicht stand es im Zusammenhang mit dem Ortsadel von Hitzhofen, von dem 1289 wird ein Heinrich von Hütteshofen erwähnt wird.
  • Die neue Pfarrkirche „Nikolaus von der Flüe“ wurde 1966/67 vom Münchner Architekten F. Haindl als Zentralbau in Form eines unregelmäßigen Fünfecks, dessen Mitte der Altar bildet, erbaut und birgt ältere Kunstwerke. Mit der alten Kirche ist sie durch einen Flachbau, der die Sakristei enthält, verbunden.

Hofstetten[Bearbeiten]

  • Jura-Bauernhof-Museum
  • Das ehemalige fürstbischöfliche Jagdschloss, heute im Privatbesitz, war seit 1466 dem Hochstift Eichstätt einverleibt. 1694 wurde das Schloss, ein rechteckige Weiherhausanlage mit mittelalterlichem Bergfried, in der heutigen Gestalt von Jakob Engel vollendet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es von den Schweden schwer geplündert. Neben dem fürstbischöflich-jagdlichen Zweck diente das Schloss den Ingolstädter Jesuiten als Feriendomizil.
  • Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist ein barocker Neubau von 1710, der im Auftrag von Fürstbischof Johann Anton I. Knebel von Katzenelnbogen nach Plänen von Jakob Engel errichtet wurde, und 1896 durch einen neugotischen Neubau von Friedrich Niedermeier, Regensburg, ersetzt wurde. Mit der Restaurierung 1937/38 wurde die barocke Ausstattung des Vorgängerbaus wieder hergestellt. Bischof Otto von Eichstätt weihte hier zwischen 1182 und 1189 eine Vorgängerkirche, von der noch der Turm steht; über dem romanischen Unterbau erhebt sich ein barocker Aufbau des 18. Jahrhunderts mit Kuppel. Von den Holzfiguren im Innern ist ein spätgotisches Relief der Geburt Christi mit drei singenden Engeln erwähnenswert (um 1480). Der heilige Josef mit dem Jesuskind ist eine „edle Arbeit“ (Mader, Kunstdenkmäler) um 1780, eventuell von Joseph Anton Breitenauer. An der rechten Langhauswand hängt ein Renaissance-Kruzifix aus der Werkstatt von Loy Hering. Die barocke Kanzel wurde 1960 aus St. Sebasti, Ingolstadt, erworben. Auf dem Friedhof findet man einige Grabsteine der Rokokozeit und des Klassizismus.

Wattenhofen[Bearbeiten]

  • St. Vitus-Kapelle des abgegangenen Ortes Wattenhofen, von Bischof Gundekar II. (reg. 1037–1075) geweiht, 1803 auf Befehl der toskanischen Regierung samt einer hier bestehenden, 1742 von Jakob Engel renovierten Einsiedelei abgebrochen, die Kapelle 1850 neu erbaut. Im Innern befindet sich eine Holzplastik des hl. Vitus.

Oberzell[Bearbeiten]

Mühlthal[Bearbeiten]

  • Im Gemeindeteil Mühlthal, der seit der Auseinandersetzung um das Hirschberger Erbe 1305 fürstbischöflich-hochstiftisch war, steht eine Kapelle von 1852.
  • Nördlich des Weilers befindet sich ein Grabhügel aus der Hallstattzeit.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 5150 Tausend Euro, davon waren (netto) umgerechnet 721 Tausend Euro Gewerbesteuereinnahmen. 1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe keine und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 541 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2767. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 10 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 191 ha, davon waren 181 ha Ackerfläche und 10 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

2006 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 125 Kindern
  • Kinderkrippe mit 16 Plätzen.
  • Volksschulen: 1 mit 11 Lehrern und 238 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Siegfried Schneider (* 1956), MdL, Bayerischer Staatsminister als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, sowie Vorsitzender der CSU Oberbayern.

Seit 1. Oktober 2011 Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.

Literatur[Bearbeiten]

  • Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Bayern. Mittelfranken. II. Bezirksamt Eichstätt. München 1928. (Nachdruck 1982.) S. 128f.
  • Theodor Neuhofer: Die Pfarrkirche Hitzhofen. In: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt. 2. Jg., Nr. 15 (recte: Nr. 5), 1953, S. 17–19.
  • Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt. 60, 1962/1964, S. 45–49.
  • August Sieghardt und Wilhelm Malter: Altmühltal. 3. Auflage. Glock und Lutz, Heroldsberg 1979, S. 203–205.
  • Karl Zecherle und Toni Murböck: Kirchen und Klöster im Kreis Eichstätt. Hercynia, Kipfenberg 1983, S. 40f., 118f.
  • Karl Zecherle (Redaktion): Burgen und Schlösser (im Kreis Eichstätt). Hercynia, Kipfenberg o. J. (1983), S. 24f.
  • Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart. 2. Auflage. Eichstätt 1984.
  • Ludwig Böhm: Chronik Hitzhofen. Apa, Hofstetten 1989.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hitzhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 456.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 599.