Hobo with a Shotgun

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Filmdaten
Originaltitel Hobo with a Shotgun
Produktionsland Kanada
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 86 Minuten
Altersfreigabe FSK ungeprüft
SPIO/JK: Strafrechtlich unbedenklich (beschlagnahmt)
Stab
Regie Jason Eisener
Drehbuch John Davies
Produktion Rob Cotterill
Niv Fichman
Paul Gross
Frank Siracusa
Musik Adam Burke
Darius Holbert
Russ Howard III
Kamera Karim Hussain
Besetzung

Hobo with a Shotgun ist ein kanadischer Spielfilm aus dem Jahr 2011. Er basiert auf einem der Fake-Trailer von Grindhouse. Regie führte Jason Eisener, die Hauptrolle des Hobo wurde mit Rutger Hauer besetzt. Der Drehort war in Halifax, Nova Scotia, Kanada. Der Film hatte am 21. Januar 2011 Premiere beim Sundance Film Festival.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Ein namenloser Streuner (engl. hobo) landet nach einer Fahrt mit einem Güterzug in der Stadt Hopetown, in der er ein neues Leben beginnen will. Doch die Stadt wird vom Gangsterboss Drake und dessen Söhnen Ivan und Slick beherrscht. Kaum dort angekommen, muss er mit ansehen wie Drake zusammen mit seinen Söhnen dessen eigenen Bruder misshandelt und schließlich vor dem versammelten Publikum bestialisch tötet. Der Hobo träumt davon, sich einen Rasenmäher zu kaufen, um damit als Landschaftsgestalter Geld zu verdienen. Dafür sammelt er Leergut. Einen von Drakes Söhnen erwischt der Streuner, als jener und seine Freunde sich über die junge Prostituierte Abby hermachen wollen, woraufhin ihn der Streuner ohnmächtig schlägt und aufs Polizeirevier trägt. Doch die Polizei arbeitet mit Drake zusammen und ruft Drakes anderen Sohn herbei, der dem Streuner "Scum" (Abschaum) in den Oberkörper ritzt. Blutüberströmt rettet sich der Streuner zu Abby auf den Straßenstrich, die ihn eine Nacht in ihrer Wohnung schlafen lässt.

Am nächsten Tag verdient sich der Streuner das Geld für den Rasenmäher, indem er sich gegen Geld für ein Video misshandeln lässt. Doch als er den Rasenmäher kaufen will, wird das Geschäft von drei Männern überfallen. Der Streuner schnappt sich eine im Geschäft angebotene Schrotflinte (engl. shotgun) und schießt die Gangster nieder. Da die Schrotflinte genau so viel kostet wie der Rasenmäher, kauft er sich die Schrotflinte und reinigt die Stadt von Kriminellen.

Die Bevölkerung der Stadt wird zu großen Fans vom Streuner, was dem Drake-Clan missfällt. Drakes Söhne richten daraufhin in einem Schulbus mithilfe eines Flammenwerfers ein Massaker an den Kindern an, um die Eltern zu verängstigen, damit sie gegen den Streuner kämpfen. Die Bevölkerung macht aus Angst vor Drakes Bande Jagd auf alle Obdachlosen und die sie dafür halten und richtet unter ihnen ein Massaker an. Der Streuner kann unterdessen Abby vor einem sadistischen Polizisten retten und wird von Abby in ihrer Wohnung versteckt. Dabei werden sie jedoch beobachtet und Drakes Söhne brechen in die Wohnung ein. Während Ivan den Streuner mittels Schlittschuhen foltert (im Film ein übliches Mittel, das als skaterape – Schlittschuh-Vergewaltigung – bezeichnet wird), sägt Slick Abby langsam mit einer großen Säge in den Hals. Der Streuner schafft es, sich einen Toaster zu schnappen, damit einen Tritt zu blocken und anschließend Stromschocks durch die Schlittschuhe zu leiten. Während er einen von Drakes Söhnen so außer Gefecht gesetzt hat, rettet er Abby und entmannt ihren Peiniger mit der Schrotflinte, woraufhin Ivan die Flucht ergreift.

Der Streuner bringt Abby ins Krankenhaus. Drake, nun um einen Sohn ärmer, setzt seine zweiköpfige Elite-Einheit, genannt „die Plage“ - bestehend aus Rip und Grinder, auf den Streuner an. Als der Streuner das Krankenhaus verlassen will, macht er einen Abstecher, um sich die Neugeborenenstation anzusehen. Weil „die Plage“ fast alle Krankenhausangestellten auf ihrem Weg tötet, was aufgrund ihrer Tötungsart – sie umwickeln den Hals des Opfers und schießen das Seil mit einer Harpune an die Decke – zu einem Stromausfall führt, wird dem Streuner klar, dass Abby in großer Gefahr ist. Doch „die Plage“ hat sich in Abbys Zimmer versteckt und überwältigt den Streuner, als er sie retten will. „Die Plage“ transportiert den Streuner in ihr Heim, wo der Streuner in einer Zelle wieder aufwacht. Abby nimmt in dessen die dabei verlorene Schrotflinte an sich, klaut den Rasenmäher und baut ihn um.

Als Drake gerade die Tötungszeremonie vor dem versammelten Publikum inszeniert, taucht Abby auf und bedroht erst einmal Ivan. Drake tötet Ivan, nachdem eine „der Plagen“ ihn als ersetzbar bezeichnet. Eine der Plagen greift Abby an und wird von ihr erschossen und geschreddert. Sie verhindert die Enthauptung des Streuners, wird danach aber von Drake überwältigt. Dieser steckt ihre Hand in den Rasenmäher. Abby jedoch nutzt den nun spitzen Knochen ihres Arms und sticht auf Drake ein. Dann befreit sie den Streuner aus der Foltervorrichtung, der sich den am Boden liegenden Drake endgültig vorknüpfen will. Währenddessen trifft jedoch die Polizei ein und droht, den Streuner zu töten, sollte er Drake erschießen. Das bis an die Zähne bewaffnete Publikum ist jedoch anderer Meinung und richtet die Waffen auf den Polizeichef. Der Streuner erschießt Drake, die Polizei erschießt den Streuner und das Publikum erschießt die Polizei.

Kritik[Bearbeiten]

Mike Hale befand in der New York Times, der Film werde, da der Regisseur die extrem triviale Geschichte sehr geradlinig und nur wenig ironisch inszeniere, die meisten Zuschauer langweilen und Unbehagen verursachen, besonders wegen Szenen wie der, die zeigt, wie Kinder in einem Bus bei lebendigem Leib verbrennen. Die Leistung Rutger Hauers bei der Darstellung des Hobos wurde dagegen gelobt.[2]

Rüdiger Suchsland (film-dienst) bezeichnete Hobo with a Shotgun als eine der Entdeckungen beim 44. Festival de Cinema Fantastic in Sitges. Er sei ein „harter Rache-Film in der Tradition der "schmutzigen" 1970er-Jahre-B-Movies“. „Rutger Hauer, originales Technicolor-Material und Splatter-Effekte“ erwiesen sich als „bei genauerem Hinsehen bestechende Kombination“.[3]

Stefan Jung bespricht den Film im Lexikonartikel der Enzyklopädie des Phantastischen Films als markanten Vertreter des jüngeren Grindhouse- bzw. Exploitationfilms. Der Streifen lebe von der Rekrutierung des Hauptdarstellers Rutger Hauer und besteche als High-Concept-Film mit formaler Explizitheit; das ästhetische Interesse des Films, so Jung, mache sich besonders bei der Wahl der Bildgestaltung (Farbgebung und Beleuchtung) bemerkbar mit einem auffälligen Retro-Technicolor-Logo im Vorspann als „höchst selbstreflexives formales Kennzeichen“. So wird in Hobo with a Shotgun „das ‘Schauspiel’ zum obersten Gebot“.[4]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film kam am 4. Oktober 2012 von Universum Film in die deutschen Videotheken. Da auch eine geschnittene Fassung keine FSK-Freigabe bekam, entschied man sich, nur die ungekürzte Fassung zu veröffentlichen, die von der Juristenkommission der SPIO das Siegel „strafrechtlich unbedenklich“ bekam.[5] Ein Tag später kam der Film in den Verkauf.

Die Bundesprüfstelle widersprach der Auffassung der SPIO/JK, indem sie bei der Indizierung am 31. Dezember 2012 eine strafrechtliche Relevanz feststellte und den Film somit auf Liste B indizierte.[6]

Im Mai 2014 wurde der Einziehungsbeschluss veröffentlicht, womit der Vertrieb des Films in Deutschland untersagt ist.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://sundance.slated.com/2011/films/hobowithashotgun_sundance2011
  2. Rezension der New York Times
  3. Rüdiger Suchsland: Sitges film-dienst, October 2011.
  4. Stefan Jung: Hobo with a Shotgun, in: Enzyklopädie des Phantastischen Films, Dezember 2012.
  5. Hobo with a Shotgun ist strafrechtlich unbedenklich auf Schnittberichte.com
  6. Hobo with a Shotgun wird auf Liste B indiziert auf Schnittberichte.com
  7. schnittberichte.com, abgerufen am 30. Mai 2014