Hochschule Esslingen

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Hochschule Esslingen
Logo
Motto Nah an Mensch und Technik
Gründung 1868
Trägerschaft staatlich
Ort Esslingen am Neckar
Bundesland Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Rektor Christian Maercker
Studenten 6.051 WS 2013/14
Mitarbeiter 522 (ohne 451 Lehrbeauftragte)
davon Professoren 207
Jahresetat 30 Mio. Euro
Netzwerke HAWtech
Website www.hs-esslingen.de

Die Hochschule Esslingen ist eine Hochschule in Esslingen am Neckar. Sie beherbergt 11 Fakultäten mit 25 Bachelor- und 10 Masterstudiengängen. Ingenieurwesen, Betriebswirtschaft, Sozial- und Pflegewissenschaften sind Schwerpunkte der Hochschule Esslingen. Standorte der Hochschule sind Esslingen am Neckar (Stadtmitte und Flandernstraße) sowie Göppingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Durch die Fusion der beiden zuvor eigenständigen Hochschulen Fachhochschule für Technik Esslingen (FHTE) und Fachhochschule Esslingen – Hochschule für Sozialwesen (HfS), entstand 2006 die heutige Hochschule Esslingen.[1] Die Geschichte ihrer Vorläuferschulen geht bis 1868 zurück.[2]

Geschichte der ehemaligen Fachhochschule für Technik[Bearbeiten]

Ehemaliges Logo der Fachhochschule für Technik

Als Gründungsjahr der Hochschule gilt das Jahr 1868, als an der Königlich Württembergischen Baugewerbeschule in Stuttgart eine Abteilung zur Ausbildung von Maschinenbauingenieuren eingerichtet wurde. Nach jahrelangem Bemühen der Esslinger Industrie und besonders des Kommerzienrats Paul F. Dick wurde diese Abteilung 1914 nach Esslingen verlegt und unter dem Namen Königlich Württembergische Höhere Maschinenbauschule eröffnet. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt die Schule den Namen Staatlich Württembergische Höhere Maschinenbauschule Esslingen. 1927 wurden Abteilungen für Feinmechanik und Mengenfertigung sowie für Elektrotechnik eingerichtet. 1938 erfolgte die Umbenennung in Staatliche Ingenieurschule Esslingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete 1947 eine Abteilung für Heizung und Lüftung, zwei Jahre später wurde die Abteilung Elektrotechnik in Starkstromtechnik und Nachrichtentechnik aufgeteilt. Im Jahre 1971 wurde die Schule in Fachhochschule für Technik Esslingen (FHTE) umbenannt und die Fachbereiche Informatik und Wirtschaftsingenieurwesen entstanden. 1979 zog der Fachbereich Wirtschaftsingenieurswesen ins Hochschulzentrum an der Flandernstraße, die Fachbereiche Nachrichtentechnik und Informatik folgten 1984. Vier Jahre später, 1988 wurde die Außenstelle in Göppingen mit den Studiengängen Maschinenbau/Fertigungssysteme und Mikroelektronik/Mikromechanik gegründet, in Göppingen entstand dann 1995 auch der Fachbereich Mechatronik. Ein Jahr später kam es zur Vereinigung der Fachbereiche Nachrichtentechnik und Technische Informatik zum Fachbereich Informationstechnik. Im Jahr 1998 wurde die Graduate School gegründet, welche das Studienangebot einerseits um Masterstudiengänge erweiterte und andererseits - erstmals an der Hochschule - ein englischsprachiges Bildungsangebot schuf. Seit dem Wintersemester 2005/2006 sind alle technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge auf das Bachelor/Master-System umgestellt.

Geschichte der ehemaligen Fachhochschule für Sozialwesen[Bearbeiten]

Ehemaliges Logo der Fachhochschule für Sozialwesen

Auf Grundlage einer Stiftung der württembergischen Königin Charlotte wurde 1917 die soziale Frauenschule des schwäbischen Frauenvereins in Stuttgart gegründet, die erste Vorläuferin der HfS. 1930 entstand eine zweite Einrichtung, das Jugendleiterinnen-Seminar. Aus den beiden Einrichtungen wurde 1972 die Fachhochschule für Sozialwesen (später Fachhochschule Esslingen — Hochschule für Sozialwesen, kurz HfS). Neben der ehemaligen Fachhochschule für Sozialwesen Mannheim und der Alice Salomon Hochschule Berlin war die HfS eine von nur drei selbstständigen Fachhochschulen mit einer spezifischen Ausrichtung auf das Sozial- und Gesundheitswesen in Deutschland. Ab dem Wintersemester 2004/2005 wurden die Studiengänge auf das Bachelor-System umgestellt. Der erste Master-Studiengang der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege begann ein Semester später, also im Sommersemester 2005.

Die Hochschule Esslingen seit 2006[Bearbeiten]

Im Jahr 2006 fusionierten die beiden Esslinger Fachhochschulen Fachhochschule für Technik (FHTE) und Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Sozialwesen (HfS). Der neue Name der Hochschule lautet seither Hochschule Esslingen. Gleichzeitig ging die Zuständigkeit vom Studentenwerk Hohenheim auf das Studentenwerk Stuttgart über. Im Wintersemester 2006/2007 wurde der neue Bachelor-Studiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege eingeführt, zum Wintersemester 2007/08 kam der Master-Studiengang Innovationsmanagement in der Fakultät Betriebswirtschaft hinzu. Weitere Neuerungen gab es zum Wintersemester 2007/08, als die Master-Studiengänge „Automotive Systems“ und „Design and Development in Automotive and Mechanical Engineering“ in der Graduate School sowie der Master-Studiengang „Energie- und Gebäudemanagement“ der Fakultät Versorgungstechnik und Umwelttechnik eingerichtet wurden. Im Sommer 2012 wurde das Institut für Weiterbildung der Hochschule Esslingen (IWHE) zur Förderung der wissenschaftlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung gegründet. Das IWHE übernimmt die Organisation und Durchführung von Weiterbildungsprogrammen sowie Veranstaltungen wie Tagungen und Kongresse.

Standorte[Bearbeiten]

Standort Hochschulzentrum (Flandernstraße)

Zur Hochschule Esslingen gehören folgende drei Standorte:

  • Esslingen Stadtmitte
  • Esslingen Flandernstraße
  • Göppingen

Der Standort Stadtmitte befindet sich direkt in Esslingen und wird auch als „der Stall“ bezeichnet. Jedoch nicht weil der neoklassizistische Altbau oder der futuristische Neubau aus dem Jahr 1992 einem Stall ähneln, sondern weil sich die Schule ursprünglich neben dem königlichen Reitstall befand. Am Standort Stadtmitte befinden sich, neben diversen Fakultäten, das Akademische Auslandsamt, das Café Einstein, die Mensa, das Rechenzentrum, das Rektorat sowie die Verwaltung der Hochschule Esslingen.

Der Standort Flandernstraße befindet sich im nördlichen Teil von Esslingen und bietet, dank seiner erhöhten Lage, eine gute Aussicht auf Esslingen und das Neckartal. Von Studenten wird der große Betonbau aus den 1960er Jahren auch als „Akropolis“ bezeichnet. Am Standort Flandernstraße befinden sich Fakultäten, die Bibliothek der Hochschule Esslingen, das HZE Café und das Institut für Fremdsprachen.

Im 23 Kilometer entfernten Göppingen befindet sich der 1988 gegründete, gleichnamige, dritte Standort der Hochschule Esslingen. Der „Campus der kurzen Wege“ beherbergt neben zwei Fakultäten, eine Cafeteria, eine Bibliothek und das Café Campus.

Fakultäten und Studiengänge[Bearbeiten]

Fakultät Standort Abschluss Studiengang Anmerkung
Angewandte Naturwissenschaften Stadtmitte Bachelor of Science Biotechnologie
Angewandte Naturwissenschaften Stadtmitte Bachelor of Science Chemieingenieurwesen/Farbe und Lack
Angewandte Naturwissenschaften Stadtmitte Master of Science Angewandte Oberflächen– und Materialwissenschaften in Kooperation mit der Hochschule Aalen
Angewandte Naturwissenschaften Stadtmitte Master of Engineering Umweltschutz in Kooperation mit den Hochschulen Nürtingen, Reutlingen und Stuttgart
Betriebswirtschaft Flandernstraße Bachelor of Science Internationale Technische Betriebswirtschaft
Betriebswirtschaft Flandernstraße Bachelor of Engineering Wirtschaftsingenieurwesen
Betriebswirtschaft Flandernstraße Master of Science Innovationsmanagement
Fahrzeugtechnik Stadtmitte Bachelor of Engineering Fahrzeugtechnik Schwerpunkte: Antrieb, Fahrwerk und Regelsysteme, Karosserie, Service
Graduate School Flandernstraße Master of Engineering Automotive Systems in englischer Sprache
Graduate School Flandernstraße Master of Engineering Design and Development in Automotive and Mechanical Engineering in englischer Sprache
Graduate School Flandernstraße Master of Business Administration International Industrial Management in englischer Sprache
Grundlagen Stadtmitte Bachelor of Science Ingenieurpädagogik

Informationstechnik - Elektrotechnik

für das Lehramt an beruflichen Schulen; in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
Grundlagen Stadtmitte Bachelor of Science Ingenieurpädagogik

Fahrzeugtechnik - Maschinenbau

für das Lehramt an beruflichen Schulen; in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
Grundlagen Stadtmitte Bachelor of Science Ingenieurpädagogik

Maschinenbau - Automatisierungstechnik

für das Lehramt an beruflichen Schulen; in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
Grundlagen Stadtmitte Bachelor of Science Ingenieurpädagogik

Elektrotechnik – Informationstechnik || für das Lehramt an beruflichen Schulen; in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg

Grundlagen Stadtmitte Bachelor of Science Ingenieurpädagogik

Versorgungstechnik – Maschinenbau

für das Lehramt an beruflichen Schulen; in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
Informationstechnik Flandernstraße Bachelor of Engineering Softwaretechnik und Medieninformatik Schwerpunkte: Medientechnik, Softwaretechnik
Informationstechnik Flandernstraße Bachelor of Engineering Technische Informatik
Maschinenbau Stadtmitte Bachelor of Engineering Maschinenbau Schwerpunkte: Maschinenbau/Entwicklung und Konstruktion, Maschinenbau/Entwicklung und Produktion
Mechatronik und Elektrotechnik Göppingen Bachelor of Engineering Mechatronik/Automatisierungstechnik
Mechatronik und Elektrotechnik Göppingen Bachelor of Engineering Mechatronik/Elektrotechnik
Mechatronik und Elektrotechnik Göppingen Bachelor of Engineering Mechatronik/Feinwerktechnik
Mechatronik und Elektrotechnik Göppingen Bachelor und Facharbeiterbrief MechatronikPlus
Mechatronik und Elektrotechnik Göppingen Duales Studium MechatronikCom
Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege Flandernstraße Bachelor of Arts Bildung und Erziehung in der Kindheit
Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege Flandernstraße Bachelor of Arts Pflege/Pflegemanagement
Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege Flandernstraße Bachelor of Arts Pflegepädagogik
Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege Flandernstraße Bachelor of Arts Soziale Arbeit
Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege Flandernstraße Master of Arts Pflegewissenschaft
Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege Flandernstraße Master of Arts Soziale Arbeit
Versorgungstechnik und Umwelttechnik Stadtmitte Bachelor of Engineering Versorgungstechnik und Umwelttechnik
Versorgungstechnik und Umwelttechnik Stadtmitte Master of Engineering Energie- und Gebäudetechnik
Wirtschaftsingenieurwesen Göppingen Bachelor of Engineering Wirtschaftsinformatik
Wirtschaftsingenieurwesen Göppingen Bachelor of Engineering Internationales Wirtschaftsingenieurwesen

Hochschulpartnerschaften[Bearbeiten]

Die Hochschule Esslingen arbeitet eng mit Unternehmen aus der Industrie, Wirtschaft und Verbänden zusammen.

Industrieunternehmen[Bearbeiten]

Zu den Förderern[3] der Hochschule Esslingen gehören u. a. folgende Unternehmen:

Deutsche Hochschulpartnerschaften[Bearbeiten]

Unter dem Motto „Starke Regionen, starke Hochschulen – Interessen verbinden“ hat sich die HochschulAllianz für Angewandte Wissenschaften (HAWtech) als Gegenstück der TU9 zusammengeschlossen.

Die Hochschulföderation SüdWest (HfSW) vernetzt die baden-württembergischen Hochschulen Aalen, Esslingen, Heilbronn, Mannheim, Ravensburg-Weingarten und die Hochschule der Medien Stuttgart. Die Mitgliedshochschulen bündeln ihre Kräfte, um insbesondere ihre Leistungsstärke in der angewandten Lehre und Forschung weiter zu entwickeln. In Kooperationsprojekten möchten die Mitgliedshochschulen Erfahrungen teilen, Synergien ausschöpfen und gemeinsam Antworten auf die zunehmende Komplexität im Hochschulraum geben.

Internationale Hochschulpartnerschaften[Bearbeiten]

Die Hochschule Esslingen hat Partnerschaften zu 60 Hochschulen auf der ganzen Welt, wodurch jährlich rund 150 Austauschstudierende und bis zu 90 internationale Master-Studierende nach Esslingen kommen.

Die Chinesisch-Deutsche Hochschule für angewandte Wissenschaften (CDHAW) in Shanghai ermöglicht chinesischen und deutschen Studierenden einen Doppelabschluss. Die CDHAW ist ein Zusammenschluss von 27 deutschen Hochschulen.

An der Hochschule Esslingen kann der Bachelor of Engineering in Fahrzeugtechnik, Mechatronik und Elektrotechnik und Versorgungstechnik und Umwelttechnik sowohl als chinesischer als auch als deutscher Abschluss absolviert werden.

Der Freundeskreis der CDHAW sorgt für die nachhaltige ideelle und materielle Förderung der CDHAW in allen Fragen der Lehre und Forschung durch Zuwendungen an Einrichtungen der CDHAW und durch Stipendien, Zuschüsse oder Prämien an deren Studierende oder einen Stipendienfonds.

Internationalisierung[Bearbeiten]

Internationalisierung und Studierendenmobilität sind wesentlicher Bestandteil des Studiums an der Hochschule Esslingen. Das Akademische Auslandsamt und das Institut für Fremdsprachen bereiten darauf vor und unterstützen die Studierenden der Hochschule Esslingen bei einem Auslandsaufenthalt.

Drei Master-Studiengänge in englischer Sprache vermitteln Wissen in Betriebswirtschaft im industriellen Umfeld, in der Automatisierungstechnik, in Fahrzeugtechnik und im Maschinenbau. Die Studiengänge sind unter dem Dach der Graduate School angesiedelt.

Für Bachelor-Studiengänge können sich ausländische Studierende bewerben, die die deutsche Sprachkompetenz erlangt haben.

Traditionen[Bearbeiten]

Eine erwähnenswerte Tradition an der Hochschule Esslingen ist der jährlich stattfindende Kandelmarsch, bei dem die Absolventen der technischen Studiengänge in Frack und Zylinder und mit einer Leiter durch die Altstadt Esslingens marschieren. In Esslingen besteht mit der Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft Esslingen (FTAG) eine Arbeitsgruppe der Akaflieg, außerdem seit 2006 mit dem "Rennstall" eine Projektgruppe, die recht erfolgreich an der Formula Student teilnimmt.

Rankings[Bearbeiten]

Die Fakultäten Betriebswirtschaft, Maschinenbau, Informationstechnik sowie Mechatronik und Elektrotechnik belegten Spitzenpositionen bei Rankings. 2011 belegte die Hochschule Esslingen im Ranking der Wirtschaftswoche vom 18. April 2011 [4] im Maschinenbau Platz 1, Wirtschaftsingenieurwesen und Mechatronik und Elektrotechnik Platz 2 und Informationstechnik Platz 4.

Ehrensenatoren[Bearbeiten]

  • Eberhard Bauer [5]
  • Klaus Freytag
  • Eugen Hahn
  • Richard Günter Hirschmann
  • Heinz Illi
  • Ewald Kübler
  • Eugen Megerle
  • Werner Niefer
  • Alfred Meier
  • Martha Munz-Magenwirth
  • Emil Reiber
  • Hans-Joachim Schöpf
  • Louis Schuler-Voith
  • Kurt Stoll
  • Wilfried Stoll
  • Thomas Walker
  • H. Dieter Werner
  • Wolfgang Wolf
  • Wolfgang von Zeppelin

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wirtschaftlichkeit kleinerer Fachhochschulen (PDF-Datei, 25 kB), Drucksache 13/613 (9. Januar 2002), Landtag von Baden-Württemberg, Seite 2.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGeschichte. Hochschule Esslingen, abgerufen am 17. Mai 2012.
  3. Hochschule Esslingen: Industrielle Förderer der Hochschule Esslingen. Abgerufen am 21. Februar 2013.
  4. Wirtschaftswoche: Ranking der Wirtschaftswoche vom 18. April 2011. Abgerufen am 23. März 2012.
  5. Hochschule Esslingen: Ehrensenatoren abgerufen am 5. Mai 2012

48.7380555555569.3110277777778Koordinaten: 48° 44′ 17″ N, 9° 18′ 40″ O