Hochschule Ostwestfalen-Lippe

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Hochschule Ostwestfalen-Lippe
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Motto Exzellente Lehre und Forschungsstärke [1]
Gründung 1. August 1971
Trägerschaft staatlich
Ort Lemgo, Detmold, Höxter, Warburg
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Präsident Oliver Herrmann
Studenten 6.361 (WS 2012/13)[2]
Mitarbeiter 613 [3]
davon Professoren 163
Jahresetat 40,1 Mio. €
Netzwerke EUA
Website www.hs-owl.de
Hauptgebäude Campus Lemgo (2010)
illuminiertes Hauptgebäude Campus Lemgo anlässlich des Herbstempfangs der Hochschule (2013)
Centrum Industrial IT (CIIT) auf dem Campus Lemgo (2010)
Gebäude auf dem Campus Detmold (2014)
Hochschulgebäude des Studienstandorts Warburg (2010)

Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe (englisch: Ostwestfalen-Lippe University of Applied Sciences, abgekürzt: Hochschule OWL oder HS OWL) ist eine Hochschule in Ostwestfalen-Lippe mit einem Schwerpunkt in den Ingenieurwissenschaften. Ihren Sitz hat die Hochschule in Lemgo 52.0160448.905406. Weitere Standorte befinden sich in Detmold 51.936258.8668, Höxter 51.766549.36891 und Warburg 51.4926279.151236. Es werden etwa 6500 Studierende von 163 Professorinnen und Professoren und rund 450 Mitarbeitern betreut.

Aufgrund ihrer Forschungsstärke wurde die Hochschule 2010 in die European University Association aufgenommen.[4] Insbesondere der Standort Lemgo befindet sich inmitten eines der wichtigsten Zentren des Maschinenbaus und der Industrieelektronik in Deutschland.

Standorte[Bearbeiten]

Historisch bedingt profilieren sich die Standorte wie folgt:

In Lemgo befinden sich die Fachbereiche 2 (Medienproduktion), 4 (Life Science Technologies), 5 (Elektrotechnik und Technische Informatik), 6 (Maschinentechnik und Mechatronik) und 7 (Produktion und Wirtschaft). Hier finden sich die meisten Studiengänge eines Standorts und die beiden Forschungsinstitute der Hochschule.

Detmold beherbergt die Fachbereiche 1 (Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur) und 3 (Bauingenieurwesen) und zeigt damit eine deutliche Ausrichtung auf das Bauwesen.

Höxter konzentriert sich mit den Fachbereichen 8 (Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik) und 9 (Landschaftsarchitektur und Umweltplanung) auf technische umweltbezogene und landschaftsgestaltende Themen. Darüber hinaus ist es möglich, angewandte Informatik mit der Studienrichtung Wirtschaftsinformatik/Betriebliche IT-Systeme zu studieren.

Im Rahmen des Ausbaus der Fachhochschulen in NRW wurde 2009 der Studienort Warburg eingerichtet.[5][6] Hier werden Ingenieurstudiengänge angeboten, die einerseits an der Hochschule und andererseits dual studiert werden können. Es wird in Warburg in zwei Semestern das theoretische Grundlagenwissen vermittelt, welches in den nachfolgenden Semestern in Lemgo vertieft wird.[7]

Forschung[Bearbeiten]

An der Hochschule OWL wird Forschung in verschiedenen Bereichen betrieben, insbesondere auf dem Gebiet der Informationstechnik in vernetzten technischen Systemen (Industrial IT) und der Lebensmittelsicherheit. Diese beiden Profilbereiche wurden als Kompetenzplattformen vom Land NRW gefördert.[8] Aus diesen Kompetenzplattformen ist Ende 2006 das Institut für Industrielle Informationstechnik (kurz: inIT) und Anfang 2011 das in NRW erste Forschungsinstitut für Lebensmitteltechnologie (kurz ILT-NRW) entstanden.[9]

Der Fachbereich Elektrotechnik und Technische Informatik der Hochschule OWL zählt zu den forschungsstärksten Fachbereichen an Fachhochschulen in Deutschland.[10][11][12]. Durch eingeworbene Drittmittel, die häufig auf Kooperationen mit Unternehmen aus der Region beruhen, verfügen manche Professuren der Hochschule über einen großen Stab wissenschaftlicher Mitarbeiter.[13]. Die Elektrotechnik gehört im CHE-Ranking 2013/2014 zu den drei besten Studiengängen deutschlandweit[12]. Im Rahmen einer Public Private Partnership entstand im Jahr 2010 das Centrum Industrial IT (CIIT) auf dem Campus in Lemgo. Das CIIT ist ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, das Informations- und Kommunikationstechnologien für die Intelligente Automation nutzbar machen soll. Für die Erprobung und Demonstration neuer Automatisierungslösungen wurde im CIIT die Lemgoer Modellfabrik als Versuchsfeld eingerichtet.

Anfang Oktober 2009 wurde das Fraunhofer-Kompetenzzentrum Industrial Automation gegründet, das ebenfalls im CIIT angesiedelt ist.[14] Anfang 2012 wurde es zum ersten Fraunhofer-Anwendungszentrum in Kooperation mit einer Fachhochschule in Deutschland ausgebaut.[15]

Das CIIT mit dem Hochschulinstitut inIT und dem Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation bildet eines der drei regionalen Leistungszentren des BMBF-Spitzencluster Intelligente Technische Systeme Ostwestfalen-Lippe (its OWL), der sich in der dritten Förderrunde Anfang 2012 durchsetzte.[16]

Lehre[Bearbeiten]

Studiengänge nach Studienort[Bearbeiten]

Nachfolgend werden folgende Abkürzungen verwendet:

  • B = Bachelor-Studiengang
  • M = Master-Studiengang
  • D = Dualer Studiengang
  • P = Promotionsstudiengang

Detmold[Bearbeiten]

Höxter[Bearbeiten]

Lemgo[Bearbeiten]

Warburg[Bearbeiten]

Promotionsmöglichkeit[Bearbeiten]

Im Juni 2011 wurde zwischen der Informatik der Universität Paderborn und dem Institut für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL eine Vereinbarung für die Durchführung von kooperativen Assistenzpromotionen geschlossen.[19] Im April 2013 gründeten das Institut für industrielle Informationstechnik und die Universität Paderborn das internationale Promotionskolleg Intelligente Systeme in der Automation (ISA) als gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung. In diesem führen jeweils ein Professor des inIT und einer der Uni Paderborn Stipendiaten mit einem Thema aus dem Bereich der intelligenten Automation strukturiert zur Promotion.[20]

Rankings[Bearbeiten]

Der Studiengang Elektrotechnik der Hochschule wurde mehrfach ausgezeichnet. So gehörte er im CHE-Ranking 2010 zu den forschungsstärksten Studiengängen in Deutschland[11] und im CHE-Ranking 2013/2014 zu den drei besten Studiengängen deutschlandweit[12].

Geschichte[Bearbeiten]

Technikum Lage: Ein Vorläufer der heutigen Hochschule OWL (2011). Das Gebäude gehört heute nicht mehr zur Hochschule OWL, sondern beherbergt die Musikschule Lage.

Bereits in den 1920er und 1930er Jahren gab es in Lemgo eine Ingenieurschule, die 1938 geschlossen wurde, weil die meisten Studenten und Dozenten zur Wehrmacht wechselten. Im Zuge der Neugründungen staatlicher Ingenieurschulen nahm die „Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Lemgo“ am 1. Oktober 1964 ihren Betrieb mit 36 Studenten des Maschinenbaus auf. Diese staatliche Ingenieurschule sollte die private Ingenieurschule Lage ersetzen. Die Unterbringung erfolgte zunächst im Lindenhaus und in der Schule in der Echternstraße. Als zweite Abteilung wurde am 1. Oktober 1965 die Fachrichtung Maschinenbau-Fertigungstechnik eingerichtet, heute der Fachbereich 7 „Produktion und Wirtschaft“ und am 1. April 1966 als dritte Abteilung die Fachrichtung „Allgemeine Elektrotechnik“, heute der Fachbereich 5 „Elektrotechnik und Technische Informatik“[21][22] Die Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Lemgo wurde dann mit ihren drei Abteilungen Teil der am 1. August 1971 gegründeten „Fachhochschule Lippe“ mit Sitz in Lemgo.

Im Zuge der Hochschulneuordnung in Nordrhein-Westfalen und der damit verbundenen Abschaffung der Gesamthochschulen wurde zum 1. Januar 2002 die Abteilung Höxter der Universität-Gesamthochschule Paderborn Teil der Hochschule, die seitdem „Fachhochschule Lippe und Höxter“ (FH LuH) hieß und drei Standorte hatte: Lemgo, Detmold, Höxter. 2007 beschloss der Senat die Umbenennung in „Hochschule Ostwestfalen-Lippe“ mit Wirkung zum 1. Januar 2008. Begründet wurde dies mit der Breite des Studienangebots und der damit verblassenden Spezialisierung sowie als Bekenntnis zur Region.

Vorläuferinstitutionen[Bearbeiten]

  • Baugewerkschule Höxter (gegründet 1864)
  • Baugewerkschule Lemgo (gegründet 1891)
  • Polytechnikum Lage (gegründet 1906)
  • Tischlerfachschule Detmold (gegründet 1893 durch den Tischlermeister Ludwig Reineking als Tagesschule; ab 1921 unter dem Leiter Friedrich Meyer Entwicklung zu moderner Fachschule; seit 1954 Fachschule für Holzbetriebstechnik und Innenarchitektur; 1971 Überleitung der Innenarchitekturschule in den Fachbereich „Architektur“ der Fachhochschule Lippe [23])
  • Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Lemgo (gegründet 1964)
  • Fachhochschule Lippe (gegründet 1971)
  • Fachhochschule Lippe und Höxter (2002, nach Zusammenschluss der Fachhochschule Lippe mit der Abteilung Höxter als Teil der Universität-Gesamthochschule Paderborn)

Rektoren und Präsidenten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe[Bearbeiten]

Name von bis
Werner Rappaport 1971 1976
Karl Friedrich Saur 1976 1980
Wolfgang Zimmermann 1980 1984
Dietrich Lehmann 1984 2002
Tilmann Fischer 2002 2011
Oliver Herrmann 2011

Hochschulrat[Bearbeiten]

Der Hochschulrat der Hochschule OWL besteht derzeit aus den folgenden Mitgliedern:

Studienbeiträge[Bearbeiten]

Die Studienbeiträge wurden wie bei vielen Hochschulen zum Wintersemester 2006/2007 auch an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit dem Höchstsatz von 500 Euro eingeführt. Die Studierendenschaft stellte im Senat der Hochschule den Antrag auf Senkung der Beiträge auf 350 Euro. Der Senat stimmte am 2. Dezember 2009 mit 13 „Ja“-Stimmen, 7 „Nein“-Stimmen und einer Enthaltung für den Antrag der Studierenden; im Sommersemester 2010 wurden entsprechend Beiträge in Höhe von 350 Euro erhoben. Zum Wintersemester 2011/2012 trat die Abschaffung der Studiengebühren durch die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen in Kraft.[24]

Studentische Institutionen[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 gründete sich das OWL-Racing-Team als Formula Student Team der Hochschule am Standort Lemgo. Dieses Team nimmt am internationalen Konstruktionswettbewerb der Formula SAE teil, bei dem Studententeams aus der ganzen Welt mit selbst konstruierten und gefertigten Rennwagen gegeneinander antreten.

Das Campusradio Triquency wird an allen drei Standorten terrestrisch ausgestrahlt. Zusätzlich gibt es einen Internetstream. Außerdem gibt es mit Dreist.tv einen von Studenten betriebenen Hochschulsender (IPTV).

Auf dem Gelände der Standorte Höxter und Lemgo werden jeweils eine metrologischen Station Campuswetter betrieben, die es ermöglichen, das Thema Metrologie bzw. Prozessinformatik in Messstationen mit praktischen Bezug zu lehren. Die Daten der Stationen werden in Echtzeit im Internet präsentiert.[25][26]

Umfeld der Hochschule (Campus Lemgo)[Bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe des Campus in Lemgo bietet der Landesverband Lippe über 300 teilmöblierte Apartments in mehreren Studentenwohnheimen an.[27] Ab 2013 sind in unmittelbarer Nähe des Campus in Lemgo weitere Studentenwohnheime in privater Trägerschaft mit über 100 Apartments entstanden [28]. Ebenfalls am Campus befindet sich die Lipperlandhalle, ein Sport-, Kultur,- und Kongresszentrum, das auch für Lehrveranstaltungen und Kongresse der Hochschule genutzt wird. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Campus Lemgo über die Linie 1 des Stadtbus Lemgo oder mit der RB73 (Bielefeld-Lage-Lemgo) der Eurobahn an der Haltestelle Lemgo-Lüttfeld fußläufig erreichbar.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hochschule Ostwestfalen-Lippe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ausführung zu Markenzeichen auf der Hochschul-Webseite(Zugriff: 7. März 2013)
  2. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  3. Mitarbeiterzahl auf der Hochschul-Webseite www.hs-owl.de (Zugriff: 13. Oktober 2012)
  4. EUA-Webseite. eua.be, abgerufen am 3. November 2010.
  5. Ausbau der Fachhochschullandschaft NRW. Abgerufen am 25. November 2013.
  6. HS OWL: Wir über uns. Abgerufen am 25. November 2013.
  7. Studienort Warburg. Abgerufen am 8. Dezember 2009.
  8. Kompetenzplattformen in NRW. innovation.nrw.de im Internet Archive, abgerufen am 2. Mai 2014.
  9. Pressemitteilung Hochschule OWL. 14. Januar 2011, abgerufen am 25. November 2013.
  10. Pressemitteilung HS OWL. 23. März 2009, abgerufen am 25. November 2013.
  11. a b CHE-Hochschulranking 2010/2011. ranking.zeit.de, abgerufen am 3. Mai 2010.
  12. a b c CHE-Hochschulranking 2013/2014. ranking.zeit.de, abgerufen am 3. Mai 2013.
  13. Mitarbeiter des Instituts für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL. inIT der HS OWL, abgerufen am 2. Mai 2014.
  14. Fraunhofer IOSB-INA Kompetenzzentrum Industrial Automation. iosb-ina.fraunhofer.de, abgerufen am 2. Mai 2014.
  15. Ausbau zum deutschlandweit ersten Fraunhofer-Anwendungszentrum an einer Hochschule. wissenschaft.nrw.de, abgerufen am 9. Juni 2014.
  16. Pressemitteilung des inIT zur Bekanntgabe der Förderzuweisung. inIT der HS OWL, 19. Januar 2012, abgerufen am 2. Mai 2014.
  17. Graduate School ISA Abgerufen 8. Juni 2013.
  18. Internationaler Masterstudiengang Information Technology. it-master.org, abgerufen am 21. August 2010.
  19. Pressemeldung der Universität Paderborn der Kooperation zwischen der HS OWL und der Uni PB für Promotionen. Uni Paderborn, abgerufen am 10. Juni 2011.
  20. Graduate School ISA. isa-owl.de, abgerufen am 2. Mai 2013.
  21. Ausführungen W. Nerreter. Abgerufen am 28. Dezember 2009. PDF; 86 kB
  22. Webseite FB6 der Hochschule OWL. HS OWL, abgerufen am 2. Januar 2014.
  23. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe [1] (Zugriff: 9. Juni 2014)
  24. NRW schafft Studiengebühren ab. nrw.de, abgerufen am 21. Juni 2011.
  25. Homepage der meteorologischen Station Höxter. HS OWL, abgerufen am 14. Juli 2011.
  26. Homepage der meteorologischen Station Lemgo. HS OWL, abgerufen am 14. Juli 2011.
  27. Landesverband Lippe. Landesverband Lippe, abgerufen am 2. Mai 2010.
  28. Wohnen in OWL. HS OWL, abgerufen am 1. Mai 2014.
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