Hofamt Priel

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Hofamt Priel
Wappen von Hofamt Priel
Hofamt Priel (Österreich)
Hofamt Priel
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Melk
Kfz-Kennzeichen: ME
Hauptort: Weins
Fläche: 39,63 km²
Koordinaten: 48° 12′ N, 15° 5′ O48.19722222222215.075240Koordinaten: 48° 11′ 50″ N, 15° 4′ 30″ O
Höhe: 240 m ü. A.
Einwohner: 1.662 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 3681
Vorwahl: 07412
Gemeindekennziffer: 3 15 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 1
3681 Hofamt Priel
Website: www.hofamtpriel.at
Politik
Bürgermeister: Friedrich Buchberger (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
14 ÖVP, 5 SPÖ
Lage der Gemeinde Hofamt Priel im Bezirk Melk
Bergland Artstetten-Pöbring Bischofstetten Blindenmarkt Dorfstetten Dunkelsteinerwald Emmersdorf an der Donau Erlauf Golling an der Erlauf Hofamt Priel Hürm Kilb Kirnberg an der Mank Klein-Pöchlarn Krummnußbaum Leiben Loosdorf Mank Marbach an der Donau Maria Taferl Melk Münichreith-Laimbach Neumarkt an der Ybbs Nöchling Persenbeug-Gottsdorf Petzenkirchen Pöchlarn Pöggstall Raxendorf Ruprechtshofen St. Leonhard am Forst St. Martin-Karlsbach St. Oswald Schollach (Niederösterreich) Schönbühel-Aggsbach Texingtal Weiten Ybbs an der Donau Yspertal Zelking-Matzleinsdorf NiederösterreichLage der Gemeinde Hofamt Priel im Bezirk Melk (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hofamt Priel ist eine Gemeinde mit 1662 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Melk in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Hofamt Priel liegt im Waldviertel am Nordufer der Donau in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 39,63 Quadratkilometer. 71,02 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Hofamt Priel (1169)
  • Rottenberg (41)
  • Rottenhof (104)
  • Weins (346)
  • Ysperdorf (39)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Priel Hofamt, Rottenhof und Weins.

Geschichte[Bearbeiten]

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Eines der ältesten Gebäude ist der Rottenhof in der gleichnamigen Katastralgemeinde. Aus dem Wappen eines der ersten Besitzer des Rottenhofes (Mangold Irnfried) geht auch das Wappen der Gemeinde Hofamt Priel hervor. In einem Auszug aus „Das Donauländchen der k.k. Patrimonialherrschaften im Viertel Obermannhartsberg in Niederösterreich“ von Johann Anton Friedrich Reil, veröffentlicht 1835, heißt es:
Den Rothenhof bei Persenbeug verkaufte 1455 König Ladislaus an Jörg Frey. 1533 war Mang (Mangold) Irnfrid Besitzer, (laut Originalkaufbriefes „wegen Altenmarkt nebst Pisching von Ulrich v. Lapitz zu Reiben u. Weittenegkh Baider Rechten Doctor an Manngen. Irnfried van Ratenhof“, und als solcher kommt er 1550 auch im Archive des Marktes Melk vor). Mangs eigene Unterschrift nebst Siegel, einer Rose mitten auf drei Zinnen folgt auf das Schreiben. Auch liest man auf seinem Grabsteine zu Gottsdorf 1568 zu seinem Namen den Zusatz „vom Rotnhof“. Mangold war ein Protestant, auch sein Sohn Andre Irnfrid, welcher 1580 im Rothenhof lebte. [2]

Kurze Zeit vor Ende des Zweiten Weltkriegs, im Mai 1945, wurden in Hofamt Priel 223 jüdische Zwangsarbeiter von einem unbekannten Kommando der SS ermordet.[3] Der im Ort als Revierinspektor der Gendarmerie tätige Franz Winkler begann direkt nach dem Vorfall mit den Ermittlungen gegen die Täter, jedoch konnten die Verantwortlichen nie gefunden werden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1648 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1624 Einwohner, 1981 1604 und im Jahr 1971 1463 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
70,32 %
(+6,86 %p)
29,68 %
(-6,86 %p)
2005

2010


Der Gemeinderat hat 19 Sitze, Bürgermeister der Gemeinde ist Friedrich Buchberger.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die ÖVP 12 und die SPÖ 7 Mandate. Bei der Gemeinderatswahl 2010 verlor die SPÖ zwei Sitze an die ÖVP.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hofamt Priel
  • Altes Bahnhofsgebäude in Weins

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 46, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 82. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 749. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,66 %.

Vereine und Organisationen[Bearbeiten]

  • ASKÖ TC Hofamt Priel
  • Musikverein Persenbeug Gottsdorf - Hofamt Priel
  • Dorferneuerungsverein Weins
  • Freiwillige Feuerwehr Weins-Ysperdorf
  • Dorferneuerungsverein Hofamt Priel

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hofamt Priel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Das Donauländchen der k.k. Patrimonialherrschaften im Viertel Obermannhartsberg in Niederösterreich, Autor: Johann Anton Friedrich Reil, 1835
  3. Das Massaker von Hofamt Priel, Autor: Eleonore Lappin (PDF; 370 kB), Mahnmal Viehofen, aufgerufen am 20. April 2012
  4. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010
  5. Zum Massaker 1945. "Als das eigentliche Rätsel österreichischer Kriminalgeschichte (sc. in dieser Causa) erweist sich das Verhalten der Nachkriegsjustiz." Konstantin Kaiser in "Zwischenwelt", Heft 1/2, Jg. 28, Mai 2012, S. 74, Rezension