Hoffmannscher Ringofen
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Der Hoffmannsche Ringofen ist eine Einrichtung zum effektiven kontinuierlichen Brennen von Ziegeln aus Ton. Er wurde 1858 vom Ingenieur Friedrich Eduard Hoffmann (1818 - 1900) entwickelt. Das Erprobungsmuster befand sich in Scholwin bei Stettin.
[Bearbeiten] Funktionsprinzip
Der Ringofen besteht aus einem großen Kreis oder Oval mit etwa 14 bis 20 Kammern, in denen unabhängig voneinander ein Feuer unterhalten werden kann, das die ebenfalls in der Kammer befindlichen getrockneten Rohlinge brennt. Nach erfolgtem Brennvorgang lässt man in einer Kammer das Feuer verlöschen, und die nächste Kammer wird mit Brennstoff beschickt. Dadurch wandert in ca. 1 bis 2 Wochen das Feuer einmal um das Oval. Durch erfindungsreiche Be- und Entlüftung der Kammern erwärmen die gerade gebrannten Ziegel die Zuluft für das Feuer, was diese wiederum schneller abkühlen lässt, während die heißen Abgase die Rohlinge trocknen und vorerhitzen. Gegenüber der beheizten befinden sich die jeweils kühlsten Kammern. Hier werden die fertigen Ziegel entnommen und die Kammer dann neu mit Rohlingen befüllt.
[Bearbeiten] Bedeutung
1859 erhielt der Baumeister Friedrich Eduard Hoffmann in Preußen und Österreich ein Patent zur „Erfindung eines ringförmigen Ofens zum ununterbrochenen Brennen aller Arten von Ziegeln, Tonwaren, Kalk, Gips und dergleichen“.
Der Ringofen revolutionierte die Ziegelindustrie des 19. Jahrhunderts. Der kontinuierliche Brand lieferte zum ersten Mal eine gleichbleibende Qualität der Ziegel, während das Ergebnis in den vorher üblichen Kammeröfen nach jedem Brand anders aussah. Außerdem brannten die Ringöfen erstmals ununterbrochen Tag und Nacht, was den Bedarf an Arbeitskräften sprunghaft anwachsen ließ, zugleich aber auch eine vorher nie gekannte Steigerung der Ziegelproduktion ermöglichte.
Seit 1859 änderte sich das Bild der Häuser von grau (Schilf- und Strohdach, Strauch-, Holz-, Lehmwände) zu rot (Dachpfannen, Ziegelhaus, weniger Feuergefahr). Ziegelrohre ermöglichten Kanalisation sowie unterirdische Drainage und Entwässerung von Feldern. Heute erfolgt die Ziegelherstellung maschinell. Einige wenige Ringöfen blieben erhalten und werden als Industriedenkmale geschützt. In Entwicklungsländern werden sie aber weiterhin verwendet. So sind zum Beispiel im Kathmandutal in Nepal 2009 noch über 90 Ringöfen im Betrieb.
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Ringofen im Ziegeleipark Mildenberg bei Zehdenick, ovaler Grundriss |
Ringofen in Wiesenburg-Reetz |
Ringofen in Großtreben |
[Bearbeiten] Weblinks
- Funktionsweise des Hoffmannschen Ringofens mit 16 Kammern (pdf; 97 kB)
- Bilder eines Ringofens in Nepal
52.3852777777789.6561111111111Koordinaten: 52° 23′ 7″ N, 9° 39′ 22″ O

