Hoffnung

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hoffnung (Begriffsklärung) aufgeführt.
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Es fehlt leider die gesamte psychologische Perspektive. Hoffnung ist, wie u.a. Charles R. Snyder nachgewiesen hat, eine machtvolle Determinante für Erfolg.[1] Das sollte im Artikel auch dargestellt werden.

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Die Hoffnung (allegorische Darstellung um 1540)

Hoffnung (vgl. mittelniederdt.: hopen „hüpfen“, „[vor Erwartung unruhig] springen“, „zappeln“) ist eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes in der Zukunft eintritt, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht. Das kann ein bestimmtes Ereignis sein, aber auch ein grundlegender Zustand wie etwa anhaltende Gesundheit oder finanzielle Absicherung. Hoffnung ist die umfassende emotionale und unter Umständen handlungsleitende Ausrichtung des Menschen auf die Zukunft. Hoffend verhält sich der Mensch positiv zur Zeitlichkeit seiner Existenz.

Hoffnung kann begleitet sein von der Angst und der Sorge, dass das Erwünschte nicht eintritt. Ihr Gegenteil ist die Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit, die Resignation oder die Depression.

Hoffnung ist auch eine der drei christlichen Tugenden: Glaube, Liebe und Hoffnung.

Sprachliche Verwendung[Bearbeiten]

Hoffnung (altgr. ελπίς, lat. spes) hatte historisch betrachtet zunächst noch keine eindeutig positive Konnotation, die sie im Deutschen Sprachgebrauch aufweist. Das griechische Wort elpis heißt neutral einfach soviel wie Erwartung. Erwartet wird etwas Zukünftiges und das kann sowohl etwas Gutes als auch etwas Schlechtes sein.[2]

Im Deutschen hingegen besitzt "Hoffnung" einen eindeutig positiven Sinn. Man hofft auf das Gelingen einer Sache. Dieser positiv konnotierte Sinn ist vorrangig auf die christliche Prägung zurückzuführen. Beispiele für diesen Sprachgebrauch sind etwa: Es besteht noch Hoffnung oder das Sprichwort Die Hoffnung stirbt zuletzt; auch die veralteten Wendungen für "Schwangerschaft" wie in der Hoffnung oder auch guter Hoffnung sein zeugen von diesem positiven Sinn, in dem das Wort Hoffnung normalerweise gebraucht wird. Steht das Wort dagegen im Plural, hat es im Sprachgebrauch meist eine negative Wertung: Du solltest dir besser keine Hoffnungen machen.

Soll ausgedrückt werden, dass die Hoffnung nicht berechtigt ist, spricht man von einem Wunschtraum oder einer Illusion; das Gegenteil von Hoffnung ist dagegen Verzweiflung.

Philosophie[Bearbeiten]

Großflächiges Vaclav-Havel-Zitat über Hoffnung, gefunden an der Giebelwand eines Wohnblocks in Weimar in der Ettersburger Strasse (stadtauswärts rechts)

Vor allem in der Theorie Ernst Blochs ist Hoffnung auch ein philosophisches Prinzip. Bloch bezieht sich auf gesellschaftliche Kämpfe, die immer wieder durch Hoffnungen vorangetragen werden. Diese Hoffnungen durchflössen – in seiner eigenen Begrifflichkeit – gesellschaftliche Entwicklungen wie ein „Wärmestrom“. Als historisches Beispiel führt er die in den Bauernkriegen 1525 in Deutschland unterlegenen Bauern an, die dennoch auf die Verwirklichung ihrer Forderungen durch die nachfolgenden Generationen hofften:

„Geschlagen ziehen wir nach Haus
– unsere Enkel fechtens besser aus.“

Friedrich Nietzsche schreibt in Menschliches, Allzumenschliches über die Hoffnung in Anlehnung an die Büchse der Pandora: "Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert."

Reflexion in den Religionen[Bearbeiten]

Die Hoffnung – Skulptur von Jacques Du Broeucq (1541–1545).
Blumen des Gedenkens und der Hoffnung auf den Bahngleisen der Entladerampe im KZ Auschwitz-Birkenau, März 2007

Christentum[Bearbeiten]

Römisch-Katholische Kirche[Bearbeiten]

Der Katholik hofft auf das ewige Leben.

Papst Benedikt XVI. widmete der Hoffnung eine Enzyklika („In der Hoffnung gerettet“, lateinisch Spe salvi von 2007). Darin heißt es:

„Ja, wir müssen alles tun, um Leid zu überwinden, aber ganz aus der Welt schaffen können wir es nicht – einfach deshalb nicht, weil wir unsere Endlichkeit nicht abschütteln können und weil niemand von uns imstande ist, die Macht des Bösen, der Schuld, aus der Welt zu schaffen, die immerfort – wir sehen es – Quell von Leiden ist. Das könnte nur Gott: Nur ein Gott, der selbst in die Geschichte eintritt, Mensch wird und in ihr leidet.“

Die Hoffnung war bereits im Neuen Testament ein Kernwort. Die Heilige Schrift ist Quelle der Hoffnung: „... durch den Trost der Schrift Hoffnung haben“ (Römerbrief 15,4). Die Rettung ist in der Hoffnung begründet: „... Denn wir sind zwar gerettet, aber auf Hoffnung.“ (Römerbrief 8,24). Hoffnung hat im christlichen Glauben Ewigkeitswert: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe.“ (1. Korintherbrief 13,13) Glaubende Christen werden aufgerufen, Rechenschaft über ihre Hoffnung abzugeben: „Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.“ (1. Petrusbrief 3,15)

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Der Reformator Martin Luther prägte in seiner Bibelübersetzung von 1545 den Begriff "der Gott der Hoffnung". "Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit Freude und Friede ..." (Römerbrief 15, 13). So ist Gott selbst die Quelle und Grundlage der christlichen Hoffnung und Zuversicht. An anderer Stelle beschreibt Luther die Hoffnung als Summe der ganzen christlichen Lehre:

"In den Worten 'Ich hoffe auf den Herrn' ist die Summe der ganzen christlichen Lehre enthalten, welche nicht im Augenschein, sondern im Hoffen beruht". [3]

Baptisten[Bearbeiten]

Der Baptist hofft auf "Gottes neue Welt" - so lautet die Überschrift des letzten Kapitels der Rechenschaft vom Glauben der deutschsprachigen Baptisten. Dieser Ausblick beeinflusst auch bereits jetzt seine Grundstimmung, da er das Gerettetsein als wichtiger einschätzt als gegenwärtige Probleme.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Bloch: Werkausgabe: Band 5: Das Prinzip Hoffnung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-28154-2
  • Benedikt XVI., Enzyklika "Spe salvi" über die christliche Hoffnung, 30. November 2007
  • swissfuture Schweizerische Vereinigung für Zukunftsforschung: Forschungsbericht Hoffnung 2010, publiziert im open space als pdf für free download: [1]
  • Reiner Andreas Neuschäfer: Das Welt- und Geschichtsverständnis aus christlicher Hoffnung. Klett, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-12-006669-9

Lieder[Bearbeiten]

  • Damit ihr Hoffnung habt von der Kölner A-cappella Gruppe Wise Guys.
  • Herr, du gibst uns Hoffnung, du änderst unser Leben" Peter Strauch
  • Hoff, o du arme Seele" in "Befiehl du deine Wege" Paul Gerhardt

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hoffnung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Hoffnung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Hoffnung – Zitate

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Charles R. Snyder et al.: The Will and the Ways: Development and Validation of an Individual-Differences Measure of Hope, Journal of Personality and Social Psychology, Band 60, Heft 4, 1991
  2. W. Goert: Art. "Hoffnung", in: HWPh, Bd. 3, S.1157.
  3. Lutherlexikon, hrsg. v. Kurt Aland, Göttingen 1989, 4. Aufl., S. 181, ISBN 3-525-03272-2
  4. Franz Graf-Stuhlhofer: Basis predigen. Grundlagen des christlichen Glaubens in Predigten, dazu eine didaktische Homiletik für Fortgeschrittene. VTR, Nürnberg 2010, S. 21-28: "Die Grundstimmung des Geretteten".