Hog Farm

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Die Hog Farm („Schweinefarm“) war eine frühe Hippie-Kommune in den San Gabriel Mountains außerhalb von Sunland-Tujunga und wurde 1965 von Hugh Romney (alias Wavy Gravy) und seinen Freunden gegründet. Auf der Farm waren deren Bewohner bestrebt ein neues gesellschaftliches System zu entwickeln, das nicht dem herkömmlichen American way of life entsprach. Dazu gehörte neben dem Versuch der freien Liebe auch das Experimentieren mit halluzinogenen Drogen. Die Erziehung ihrer Kinder folgte antiautoritären Grundsätzen, darin beinhaltet war auch die Anwesenheit der Kinder bei Gruppensexveranstaltungen oder auch die Tolerierung von Drogenkonsum von Minderjährigen.

Entstanden aus einer realen Schweine Farm, entwickelte sich die Hog Farm sehr schnell zu einer Keimzellen der aufstrebenden Hippie-Bewegung. Neben der Nähe zu diversen Rockbands war vor allem die Werbewirksamkeit eines Konvois von bunt bemalten, ausrangierten alten Linienbussen, so genannten Art Cars namens „Further“, für diese Führungsrolle verantwortlich. Mit diesen fuhren ihre Mitglieder kreuz und quer durchs Land und veranstalteten Happenings. Diese erregten Aufmerksamkeit und erweckten dadurch Zugehörigkeitsgefühle oder regten andere zu ähnlich gelagerten Nachfolgereaktion an. (Siehe in diesem Zusammenhang Manson Family & Diane Lake).[1].

Die Band Grateful Dead gehörte zum näheren Umfeld der frühen Hippie-Kommune. Auch einige Mitglieder des Aktivisten-Kollektivs The Merry Pranksters lebten auf der Hog Farm.[2]

Woodstock[Bearbeiten]

Beim legendären Woodstock-Festival 1969 unterstützten Hogfarmer die Sicherheitskräfte.[3] [4] Die Hogfarmer waren zehn Tage vor Beginn des Festivals eingeflogen worden, in der Hoffnung diese Gruppe von Peaceniks würde deeskalierend auf Festivalteilnehmer einwirken können. Die Hogfarmer zeigten sich sehr motiviert, sie halfen beim Bühnenaufbau, kochten in Großküchen für die Festivalbesucher und nahmen sich gelegentlich auch Festivalbesuchern an, die Aufgrund von Drogeneinnahme (z.B. LSD) orientierungslos waren. Auch bei kleineren Verletzungen, wie z. B. den häufig vorgekommenen Schnittwunden wegen herumliegender Flaschen, unterstützte die Gruppe die ca. 50 Ärzte, die nachträglich eingeflogen worden waren. Diese mussten sich außerdem mit einer großen Anzahl von Sonnenbränden und Hitzeschlägen befassen. Angesichts der Menschenmasse (über 500.000), die das Festival überflutete, blieb das Wirken der anzahlig geringen Hogfarmer eine positiv vermerkte Randerscheinung. Die Regierung des Staates New York erklärte das Festivalgelände und die angrenzende Region schon am ersten Tag zum Katastrophengebiet. Dadurch wurde der Einsatz militärischer Hilfskräfte ermöglicht, die mittels Helikoptern dringend benötigte Naturalien wie Wasser, Nahrung aber auch Medikamente, Ärzte und Sanitäter in das Krisengebiet einflogen.

Zitate[Bearbeiten]

Zitat:

  • «Woodstock, das waren für mich die Leute, das war das Auskommen miteinander, das Teilen, die Sorge, das Verarzten, das Füttern», schrieb Lisa Law von der Hog Farm, die an jenen Tagen für Zehntausende kochte. «Wir waren zum ersten Mal für etwas verantwortlich, und wir haben der Welt gezeigt, wie das Leben sein könnte. ‹Wir hätten die Welt verändern, ihr eine neue Ordnung geben können›, hat Graham Nash geschrieben. Ob dieses Gefühl jemals wieder entstehen kann?»[3]
  • Woodstock-Macher John Roberts über die Hog Farmer in "Making Woodstock"
Die Hog Farmer versorgten die Acid-Kranken, halfen beim Bühnenaufbau und verteilten Reis an hungrige Hippies. Kopf der Schweinebauern war ein gemütlicher Kerl namens Wavy Gravy. Er war für John Roberts der Star der Show.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Berliner Gesellschaft zum Studium sozialer Fragen e.V. (BGSSF e.V.)
  2. Steward Brand auf T-h-e-n-e-t.com
  3. a b news.de: Vom Mythos einer generation
  4. Musikwirtschaftsforschung: 40 Jahre Woodstock – Wirtschaftsdebakel und Mythos
  5. BR-online: Schweinebauern und die Polizei

34.277951-118.324476Koordinaten: 34° 16′ 41″ N, 118° 19′ 28″ W