Hogback

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Dieser Artikel erläutert einen Grabsteintyp; zur geologischen Formation Hogback siehe Hogback (Geologie)
Grabsteine in Penrith, links und rechts jeweils ein Keltenkreuz und vier Hogbacks
Ein schottischer Hogback (Kirche von Dalserf); 1897 dort gefunden
Hogback in der Kathedrale von Brechin
Hogback aus dem Kelvingrove Museum, Glasgow
Hogback von Govan Old Church

Ein Hogback (Ziegenrücken) ist ein wikingerzeitlicher, skulpierter Grabstein, der zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert besonders häufig in Nordengland und typologisch different in Schottland, sowie mit je einem Exemplar in Irland und Wales vorkommt. Die Verbreitung erfolgte zuerst im Danelag (Cumbria und Yorkshire) und erweiterte sich nur vereinzelt nach Cornwall, Derbyshire, Zentralschottland und auf die Orkney (Deerness Halbinsel und auf dem Friedhof der Boniface Church auf Papa Westray) und auf den Shetlands. In Irland ist nur der Hogback von Castledermot im County Kildare bekannt.

Zeitstellung[Bearbeiten]

Hogbacks treten ab 920 n. Chr., also während der Regierungszeit des dänischen Königs Gorm in Northumberland auf, nicht jedoch außerhalb der Britischen Inseln.

Form[Bearbeiten]

Der Umriss von Hogbacks ist einem wikingerzeitlichen Gebäudetyp[1] (vergl. z. B. Fyrkat und Trelleborg) nachempfunden wie er in den Wikingerburgen z.B. in Trellborg nachgewiesen wurde. Also über die gesamte Länge wie ein Schweinerücken gebogen und seitlich gebaucht, also im Schnitt schiffsförmig, allerdings mit stumpfem Bug und Heck.

Einige Steine haben an beiden Enden eine große Bärenplastik als Abschluss oder sind mit Totenschiffen, Schlangen, anderem Getier, mit Ringknoten aber auch anthropomorph verziert. Das hauptsächliche Zierelement sind schuppenartige Dachschindeln. Ein kürzlich auf der Wirral-Halbinsel entdeckter Hogback, ist das kleinste Beispiel für diese Art von Steindenkmal. Die aufwendige Dekoration ist identisch mit Typen in North Yorkshire.

Fundplätze[Bearbeiten]

Hogbacks fanden sich beinahe nie am originalen Ort. Ein Hogback in situ befindet sich bei der Abtei von Inchcolm am Firth of Forth. Die größte Sammlung (11) befindet sich heute in den Kirchen von Brampton in Yorkshire und Govan in Glasgow. Von den fünf auf Orkney gefundenen existieren nur noch vier, und diese sind wahrscheinlich von einem deutlich späteren Zeitpunkt erstellte Kopien von Steinen, die im Süden angetroffen wurden. Ein Hogback findet sich auf dem Friedhof der St Boniface's Church auf Papa Westray. Das Fragment des Hogback von Deerness befindet sich im Museum von Kirkwall. Andere Hogbacks befinden sich in Bedale und Repton (Derbyshire), Heysham, (Lancashire), Penrith, Burnsall, Appleby, Hexham Abbey, Sockburn of the Tees, Luss, Govan und Meigle in Schottland.

Literatur[Bearbeiten]

  • R. N. Bailey: Viking Age Sculpture in Northern England. Collins Archaeology, London 1980 ISBN 0-00-216228-8
  • Richard Fawcett/David McRoberts/Fiona Stewart: Inchcolm Abbey and Island. H.M.S.O. 1989. ISBN 1-900168-51-0
  • James T. Lang: The Hogback: a Viking colonial Monument. Anglo-Saxon Studies; 3, Oxford 1984.
  • Anna Ritchie: Hogback Gravestones at Govan and beyond. Friends of Govan Old, Glasgow 2004, ISBN 0-9545321-1-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. T. Lang, Hogback monuments in Scotland, Proc. Soc. Ant. Scot. 105, 2002, 206

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hogback – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien