Hohe Düne

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54.17638888888912.1077777777782Koordinaten: 54° 10′ 35″ N, 12° 6′ 28″ O

Hohe Düne
Stadt Rostock
Höhe: 2 m ü. NN
Fläche: 5,2 km²
Einwohner: 620 (31. Dez. 2011)
Postleitzahl: 18119
Vorwahl: 0381
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Lage von Hohe Düne in Rostock

Hohe Düne (staatlich anerkanntes Ostseebad; offizieller Titel: Seebad[1]) ist ein Ortsteil von Rostock. Geprägt wird der Ortsteil durch den Marinestützpunkt der Deutschen Marine, durch die 25 Meter hohe Lotsenstation am Seekanal und einen Yachthafen mit Hotelkomplex. Hohe Düne kann mit einer Autofähre von Warnemünde oder aber von Osten über Hinrichshagen und Markgrafenheide erreicht werden.

Lage[Bearbeiten]

Der Ortsteil befindet sich im Norden des Stadtgebiets von Rostock gegenüber von Warnemünde auf der Ostseite des Neuen Stroms, der Mündung der Unterwarnow, zwischen Ostsee und Breitling. Seinen Namen erhielt der Ort von der Hohen Düne, die früher etwa einen Kilometer östlich der Warnowmündung an der Ostsee lag.

Geschichte[Bearbeiten]

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Yachthafen Hohe Düne, Luftbild

Im Mittelalter befand sich der erste Rostocker Ostseehafen auf dem Gebiet des heutigen Ortsteils. Die Warnow mündete zu dieser Zeit noch an verschiedenen Stellen aus dem Breitling in die Ostsee. Die Rostocker erhielten schon 1264 das städtische Recht über diesen Hafen.

Mehrfach wurde die Mündung der Warnow verändert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Neue Strom angelegt. Mit dem Bau des Überseehafens Rostock wurde Ende der 1950er der Neue Strom verbreitert und zum Seekanal.

Mit einer elektrischen Strandbahn wurde 1910 ein für die damalige Zeit sehr fortschrittliches Verkehrsmittel eingesetzt. Sie verkehrte von der Fähranlegestelle bis Markgrafenheide und wurde bei Kriegsende 1945 eingestellt und durch Busse ersetzt.

Hohe Düne war in seiner Geschichte seit 1913 stark durch militärische Nutzung, kurzzeitig auch durch zivile Flugplatznutzung geprägt. 1913 wurde der Seefliegerhorst errichtet, von dem aus 1919 eine Fluglinie Berlin–Warnemünde–Kopenhagen–Stockholm ihren Dienst aufnahm. Der Flugplatz wurde 1922 als Verkehrslandeplatz geschlossen. Der Flugzeugkonstrukteur Ernst Heinkel mietete eine Flugzeughalle und begann mit dem Bau von Flugzeugen. 1924 wurde der Flugplatz zeitweilig wieder Verkehrsflugplatz. Im Jahr 1925 erprobte die Junkers Flugzeugwerk AG auf der Strecke Berlin–Warnemünde–KarlskronaStockholm eine Nachtfluglinie. Im selben Jahr wurde die Seeflug GmbH als Ausbildungsstätte für Seeflugzeugführer und -beobachter gegründet.

Hohe Düne war damit eng mit der Geschichte des Seefluges verbunden. 1926 fand hier der Zweite Deutsche Seeflugwettbewerb statt. Um an diese Tradition zu erinnern, werden jährlich zur Hanse Sail Treffen von See- und Wasserflugzeugen durchgeführt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Flugplatz und die 1927 gegründete Deutsche Verkehrsfliegerschule 1934 der Reichswehr unterstellt. Der Flugzeugbau wird verlagert. In Hohe Düne und in Markgrafenheide entstanden Wohn- und Kasernenbauten. 1935 erfolgte die Umwandlung der Seefliegerschule in die Flugzeugführerschule (See). Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Hohe Düne wieder Verkehrsflugplatz. Die Lufthansa flog bis zum 30. April 1945 noch nach Dänemark, Schweden und Norwegen. Von 1946 bis 1947 wurden die Anlagen auf dem Flugplatz gesprengt oder demontiert.

Warnowfähre am Anleger Hohe Düne

1953 entstand in Hohe Düne auf dem ehemaligen Flugplatz von Arado die erste „AWG-Siedlung“ (Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft) der DDR[2]

Von 1965 bis 1970 wurde am Fähranleger die 25 Meter hohe Lotsenstation gebaut. Das Gebäude, von einer Gruppe um H. Schultz entworfen, ist ein Stahlskelettbau aus Betonfertigteilen mit sechs Obergeschossen auf einem Flachbau.[3]

Ein Teil der zu DDR-Zeiten militärisch genutzten Gebiete zwischen Strand und der Straße nach Markgrafenheide im Osten des Ortsteils und zwischen Wohnsiedlung und Breitling wurde nach 1990 für die öffentliche Nutzung freigegeben.

Direkt an der Ostsee wurde 2005 ein in seiner Größe beachtlicher Yachthafen mit einer Hotelanlage eröffnet. Er bietet 750 Liegeplätze[4]. Der Bau des Yachthafens in Hohe Düne war zusammen mit der Hotelanlage Bestandteil der Olympiabewerbung der Stadt Leipzig für die Olympischen Sommerspiele 2012.

Nach 2005 entstand der Wohnpark Hohe Düne (auch unter der Bezeichnung Tonnenhof bekannt) in direkter Nachbarschaft zum Seekanal südlich der ursprünglichen Siedlungsbebauung.

Marinestützpunkt[Bearbeiten]

Schiffe im Marinestützpunkt während der Hanse-Sail 2008

1956 wurde die Vierte Flottille der Volksmarine der DDR (Umbenennung 1960) begründet. Der Militärhafen wurde am nördlichen Ufer des Breitlings angelegt. 1990 wurden nach der politischen Wende die Dienstflaggen der NVA und der Volksmarine eingeholt und die Bundesdienstflagge gehisst, es erfolgte die Einrichtung der 3. Bundesgrenzschutz-Flottille. 1993 wurden das 2. und das 7. Schnellbootgeschwader von Kiel nach Warnemünde verlegt.

In Hohe Düne gibt es heute den einzigen Marinestützpunkt der Deutschen Marine in den neuen Bundesländern. Dort sind das 7. Schnellbootgeschwader und das 1. Korvettengeschwader mit Schnellbooten der Klasse 143A, Korvetten der Klasse 130 sowie Tendern der Klasse 404 stationiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.hohe-duene.de/hohe-duene-lokal/urlauberinfo.php
  2. Geschichte der WG Warnow, abgerufen am 12. November 2012
  3. Architekturführer DDR, Bezirk Rostock, Verlag für Bauwesen Berlin 1978, S. 58
  4. Karte auf www.openseamap.org

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hohe Düne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien