Hohenau an der March

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Hohenau an der March
Wappen von Hohenau an der March
Hohenau an der March (Österreich)
Hohenau an der March
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gänserndorf
Kfz-Kennzeichen: GF
Fläche: 23,39 km²
Koordinaten: 48° 36′ N, 16° 54′ O48.60555555555616.905555555556155Koordinaten: 48° 36′ 20″ N, 16° 54′ 20″ O
Höhe: 155 m ü. A.
Einwohner: 2.705 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 116 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2273
Vorwahl: 02535
Gemeindekennziffer: 3 08 27
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
2273 Hohenau an der March
Website: www.hohenau-march.at
Politik
Bürgermeister: Robert Freitag
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
16 SPÖ, 3 L. ÖVP, 1 PRO, 1 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Hohenau an der March im Bezirk Gänserndorf
Aderklaa Andlersdorf Angern an der March Auersthal Bad Pirawarth Deutsch-Wagram Drösing Dürnkrut Ebenthal Eckartsau Engelhartstetten Gänserndorf Glinzendorf Groß-Enzersdorf Groß-Schweinbarth Großhofen Haringsee Hauskirchen Hohenau an der March Hohenruppersdorf Jedenspeigen Lassee Leopoldsdorf im Marchfelde Mannsdorf an der Donau Marchegg Markgrafneusiedl Matzen-Raggendorf Neusiedl an der Zaya Obersiebenbrunn Orth an der Donau Palterndorf-Dobermannsdorf Parbasdorf Prottes Raasdorf Ringelsdorf-Niederabsdorf Schönkirchen-Reyersdorf Spannberg Strasshof an der Nordbahn Sulz im Weinviertel Untersiebenbrunn Velm-Götzendorf Weiden an der March Weikendorf Zistersdorf NiederösterreichLage der Gemeinde Hohenau an der March im Bezirk Gänserndorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Oberer Ort, Blick nach Norden
Oberer Ort, Blick nach Norden
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Hohenau an der March (slowakisch und tschechisch Cáhnov) ist eine Marktgemeinde mit 2705 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich am Dreiländereck zu Tschechien und zur Slowakei.

Geografie[Bearbeiten]

Hohenau an der March liegt am gleichnamigen Fluss im Weinviertel in Niederösterreich. Das Dreiländereck Österreichs mit Tschechien und der Slowakei liegt in der Mündung der Thaya (tschechisch: Dyje) in die March (Morava), etwa 3 km nordöstlich des Ortszentrums. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 23,37 Quadratkilometer. 6,18 Prozent der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Hohenau an der March.

Benachbarte Gemeinden sind:

Klima[Bearbeiten]

In Hohenau an der March herrscht ein pannonisches Klima. Die Klimastation Hohenau befindet sich im kontinentalsten Klima Österreichs. Die Jahresdurchschnittstemperatur im 30-jährigen Mittel 1971-2000 beträgt 9,2°C, der Jahresniederschlag liegt bei rund 500mm. Hiermit zählt Hohenau zu den wärmsten und trockensten Städten Österreichs. Charakteristisch sind lang anhaltende Hochnebeldecken im Winter und viele Sonnenstunden im Sommerhalbjahr. Jährlich gibt es etwa 100 Frosttage und 21 Eistage. Aufgrund der geringen Seehöhe und der Kontinentalität werden 62 Sommertage und 13 heiße Tage pro Jahr verzeichnet. Die Neuschneemenge liegt mit 37cm weit unter dem österreichweiten Durchschnitt. Im langjährigen Mittel gibt es 18 Gewitter, 16 davon fallen in den Zeitraum Mai - August, und einmal Hagel pro Jahr. Das Jahresmittel der Windgeschwindigkeit liegt bei 9km/h und ist im Jahresgang keinen großen Schwankungen unterworfen. Tage mit einer Windstärke von mehr als 6 Beaufort (39km/h) gibt es etwa 22 pro Jahr, vermehrt sind solche Tage von Jänner bis April anzutreffen. In Hohenau dominieren Westwinde.


Monatliche Durchschnittstemperaturen, -niederschläge und -sonnenstunden für Hohenau an der March (155m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,2 4,8 10,2 15,4 20,7 23,5 26,0 25,9 21,0 14,9 7,5 3,4 Ø 14,7
Min. Temperatur (°C) -4,5 -3,3 0,4 3,7 8,0 11,0 12,6 12,8 9,3 4,8 0,6 -2,4 Ø 4,5
Temperatur (°C) -1,4 0,2 4,6 9,2 14,3 17,3 19,3 19,0 14,4 9,0 3,6 0,3 Ø 9,2
Niederschlag (mm) 27,4 25,4 27,8 37,7 53,2 61,8 63,7 46,4 47,0 30,4 42,8 34,2 Σ 497,8
Sonnenstunden (h/d) 1,7 3,0 4,0 5,7 7,5 7,5 7,7 7,5 5,5 4,1 1,9 1,4 Ø 4,8
Regentage (d) 6,5 6,1 6,3 6,9 8,2 8,7 8,6 7,0 7,1 5,5 8,1 7,8 Σ 86,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,2
-4,5
4,8
-3,3
10,2
0,4
15,4
3,7
20,7
8,0
23,5
11,0
26,0
12,6
25,9
12,8
21,0
9,3
14,9
4,8
7,5
0,6
3,4
-2,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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c
h
l
a
g
27,4
25,4
27,8
37,7
53,2
61,8
63,7
46,4
47,0
30,4
42,8
34,2
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ortsgründung erfolgte zwischen den Jahren 1043 und 1050. Im Jahr 1359 wurde Hohenau erstmals urkundlich als Markt erwähnt. Noch um 1920 war die Mehrheit der Bevölkerung tschechischen Ursprungs.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2772 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2815 Einwohner, 1981 3205 und im Jahr 1971 3591 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Robert Freitag, Amtsleiter Erwin Gradner. Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 (2005) bei insgesamt 21 Sitzen folgende Mandatsverteilung: SPÖ: 16 (16), ÖVP-Liste: 3 (4), FPÖ: 1 (0), Pro Hohenau: 1 (1)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hohenau an der March

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaftlich bedeutend für den Ort war die Gründung der Zuckerfabrik Hohenau im Jahre 1867. 2006 ist die Zuckerfabrik des Agrana-Konzerns, offiziell auf Grund ständig fallender Zuckerpreise am Weltmarkt, geschlossen worden. Dabei wurden in der ohnehin wirtschaftlich schwachen Region ein großer Teil der Arbeitskräfte gekündigt. Es sind jedoch heute höhere Gewinnmargen im Handel mit Importzucker zu erzielen als in der Eigenproduktion, die die Eigentümer wohl zu diesem Schritt bewogen haben. Nachdem man die durch Kürzungen der Zuckerrübenkontingente betroffenen Landwirte großteils durch Förderungen entschädigte, blieb ein deutliches Manko an Arbeitsplätzen in der peripheren Region zurück.

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 105 Einheiten, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 22. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1101. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 40,8 Prozent.

Verkehr[Bearbeiten]

Marchbrücke bei Hohenau

Hohenau a.d. March wird straßenseitig erschlossen von der Bernstein Straße (B 49) und der Erdöl Straße (B 48). Bekannt ist auch der Bahnhof Hohenau an der Österreichischen Nordbahn. In diesem Bahnhof endet auch die Lokalbahn Korneuburg–Hohenau.

Am 7. Juli 2005 wurde die Marchbrücke eröffnet, der einzige Straßenübergang von Österreich in die Slowakei nördlich der Donau. Sie verbindet Hohenau mit Moravský Svätý Ján. Zuvor gab es seit Anfang der 1990er Jahre lediglich eine Pontonbrücke, welche Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen Gesamtgewicht vorbehalten war. Die einspurige Marchbrücke wurde in einer Bauzeit von zwei Jahren errichtet und hat eine Länge von 132 Metern. Um größere Schiffe passieren zu lassen, kann das Mittelbautteil um 1,6 Meter angehoben werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

  • Bruno Heilig (1888–1968), Journalist, Buchautor und Übersetzer zahlreicher Bücher
  • Eduard Köck (1891-1952), Oberpfarrer Msgr., Seelsorger am Wr. Landesgericht, "Engel der Gefangenen", hat unter 4 verschiedenen politischen Regimes sein Amt ausgeübt. Von 1938 bis 1945 musste er von insgesamt 1184 zum Tode Verurteilten 450 Häftlinge auf dem Weg zum Schafott begleiten.
  • Oskar Sima (1896–1969), österreichischer Theater- und Filmschauspieler
  • Friedrich August Potmesil (*14. August 1940, †24. September 2012), Gründer und 35 Jahre lang Mitglied der legendären Band Red Devils
  • Mo (Günter Mokesch) (* 1959), österreichischer Rockmusiker, Komponist, Musical-Darsteller und Autor


Galerie[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Für die Zuckerproduktion bestand früher ein Kühlwasserteich, der auch bei tiefen Außentemperaturen nicht zugefroren ist. Aus diesem Grund benützten diesen Teich tausende Wildenten und Wildgänse als Zwischenstopp im Winter bei ihrem Flug in den Süden. Nach der Schließung der Zuckerfabrik ist auch dieses Vogelparadies verschwunden. Anstelle des Kühlteichs wurde ein Teich zur Fischzucht errichtet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hohenau an der March – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Durchschnitt von 1971 bis 2000 laut ZAMG