Hoheneck (Ludwigsburg)

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48.9097222222229.2063888888889256Koordinaten: 48° 54′ 35″ N, 9° 12′ 23″ O

Hoheneck
Höhe: 256 m
Einwohner: 4849 (31. Jan. 2009)
Eingemeindung: 1926
Postleitzahl: 71642
Vorwahl: 07141

Das frühere Burgstädtchen Hoheneck ist seit 1926 ein Stadtteil der Kreisstadt Ludwigsburg.

Geographie[Bearbeiten]

Hoheneck liegt nordöstlich der Kernstadt zwischen dem Favoritepark und dem linken Neckarufer.

Geschichte[Bearbeiten]

Burgruine Hoheneck
Alter Ortskern
Wolfgangskirche
Ruhbank von 1814
Ein Zug der Oberleitungs-Bahn erreicht aus Ludwigsburg kommend Alt-Hoheneck

Aus römischer Zeit finden sich in Hoheneck Spuren eines ehemaligen villa rustica (römischer Gutshofs). Ein Ziegelbrennofen wurde offenbar noch Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. betrieben.[1]

Im Mittelalter wird Hoheneck erstmals als eine Burg zum „hohen Eck“ erwähnt. Vermutlich wurde die Burg um 1200 durch die Markgrafen von Baden erbaut, die das edelfreie Rittergeschlecht der Hacken mit ihr belehnten. Im Jahr 1252 wird ein Ritter Wolfram von Hoheneck, „Wolframus miles de Hohennegk“, erwähnt.[2] Das Siegel eines „Cunradus Hagonis de Hoheneg“, findet sich auf einer Urkunde von 1254.[3] Die erste Erwähnung einer Siedlung bei der Burg „Hohenegge“ datiert auf das Jahr 1291. [4] Durch die Heirat mit Anna von Hoheneck gelangte Johann von Rechberg-Bargau zeitweilig in den Besitz von Teilen der Burg und des Ortes. Er ließ um 1340 die Siedlung mit drei Toren ummauern und durch zwei Schenkelmauern mit der Burg verbinden. Aus ihrem Heiratsgut stiftete das Ehepaar Frucht- und Weingülten aus Benningen an die Dominikaner von Schwäbisch Gmünd.[5] 1345 erhoben die Hacken von Hoheneck den Ort mit Zustimmung der badischen Markgrafen zur Stadt. Nachdem die Württemberger mit ihrer zielstrebigen Territorialpolitik bereits im Jahr 1360 Rechte an der Burg und der Stadt erworben hatten, die sie weiterhin an die Hacken verpfändeten, ging Hoheneck vermutlich schon Ende des 14. Jahrhunderts ganz in ihren Besitz der Grafen von Württemberg über. Die Burg wurde scheinbar nicht mehr genutzt und zerfiel. [6] Unter württembergischer Herrschaft wurde das Amt Hoheneck gebildet. Dazu gehörten u.a. auch Neckarweihingen und Hochberg. 1551 wurde das Amt dem Obervogt in Marbach unterstellt. 1559 wurde eine Vorstadt vor dem Vorderen Tor, etwa an der heutigen Brunnengasse, erwähnt. Im hinteren Bereich bei der Kirche standen zwei Keltern und ein Pfarrhaus. In einer der Keltern war im oberen Stockwerk das Rathaus untergebracht.

1643 wurde der Ort während des Dreißigjährigen Kriegs geplündert und brannte fast vollständig nieder. Die ehemaligen Stadtrechte fielen in Vergessenheit. Hoheneck wurde Pfarrdorf, das zusammen mit dem restlichen Miniaturamt Hoheneck-Neckarweihingen 1719 in das neue Amt Ludwigsburg eingegliedert wurde. [7]

Ende des 18. Jahrhunderts und zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstehen neue Wohnplätze. Die alte Stadtbefestigung mit ihren Toren wurde abgerissen. 1837 wurde am Hungerberg eine Ziegelei errichtet. Ende des 19. Jahrhunderts wohnten bereits fast 100 Einwohner im Täle.

1892 errichtete die Stadt Ludwigsburg ein Wasserwerk, bei dessen Ausbau man einige Jahre später auf eine Kochsalzquelle stieß. 1907 war die Eröffnung für das Heilbad Hoheneck. Kurhotels und ein Kurhaus folgten. Dennoch muss Hoheneck bis heute auf den Titel Bad verzichten. Von Juni 1911 an war Hoheneck durch die Ludwigsburger Oberleitungs-Bahn mit dem Ludwigsburger Bahnhof verbunden, die Endstation befand sich beim Heilbad. Der elektrische Betrieb wurde im Frühjahr 1926 eingestellt und durch Omnibusse der damals neugegründeten Ludwigsburger Verkehrslinien ersetzt. Ebenfalls 1926 wurde Hoheneck nach Ludwigsburg eingemeindet.

Eine neue Siedlung, die sogenannte Neustadt, entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts entlang der oberen Ludwigsburger Straße.

Schrägaufzug[Bearbeiten]

Zwischen dem neuen Heilbad und dem Parkplatz an der Uferstraße verkehrt ein aufzugartiger, fahrerloser Schrägaufzug.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der alte Ortskern von Hoheneck ist aufgrund seiner zum Teil noch sehr gut erhaltenen Fachwerkhäuser und der kleinen mittelalterlichen Wolfgangskirche sehenswert.

Die Bergnase bei der Ruine auf dem Schlossberg bietet Ausblick über die Schleifen des Neckars, die umliegenden Weinberge und auf Ludwigsburg und dessen Residenzschloss.

Bei Bauarbeiten eines Neubaugebiets nahe dem Favoritepark wurden Reste eines römischer Gutshof entdeckt, dessen Grundrisse heute offengelegt sind. Informationstafeln geben Auskunft über die ausgestellten archäologischen Funde.

Umspannwerk[Bearbeiten]

Ein Teil der großen Freiluftschaltanlage des Umspannwerks
Leistungsschalter sowie kombinierte Strom- und Spannungswandler eines 400/220-kV-Transformators

Hoheneck ist seit 1926 Standort großer Umspannwerke mehrerer Energieversorgungsunternehmen (Amprion, EnBW, Süwag), die auf verschiedenen Spannungsebenen miteinander gekoppelt sind. Erstellt wurden die Anlagen im Zuge des Baues der Nord-Süd-Leitung. Sie sind bis heute ein zentraler Knotenpunkt im Stromnetz Baden-Württembergs.

Das Umspannwerk verfügt über einen Gleisanschluss, welcher von der Bahnstrecke Backnang-Ludwigsburg abzweigt. Auf dem Werksgelände befinden sich umfangreiche Gleisanlagen, zum An- und Abtransport, sowie für die Verladung von Transformatoren.


Zwischen diesem Umspannwerk und dem Umspannwerk in Rommerskirchen ging am 5. Oktober 1957 die erste 380-kV-Leitung in Deutschland in Betrieb.



Panoramabild; östlicher Teil der Anlage

Zum Umspannwerk gehört auch ein 77 Meter hoher, als Stahlfachwerkturm ausgeführter Richtfunkturm.

Vereine[Bearbeiten]

Die Kultur- und Sportvereinigung Hoheneck feiert 2010 das 100-jährige Bestehen. Folgende Abteilungen sind im Verein integriert: Fußball, Gesang, Handball, Tennis, Tischtennis und Turnen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  2. Wirtembergisches Urkundenbuch. Band IV, Nr. 1227. Stuttgart 1883, S. 295 f. (Digitalisat, Onlineausgabe)
  3. Wirtembergisches Urkundenbuch. Band V, Nr. 1282. Stuttgart 1889, S. 45 f. (Digitalisat, Onlineausgabe)
  4. Wirtembergisches Urkundenbuch. Band IX, Nr. 4106. Stuttgart 1907, S. 447 f. (Digitalisat, Onlineausgabe)
  5. Rink, Joseph Alois, Familiengeschichte der Grafen und Herren von Rechberg und Rothenlöwen Teil 1, Abschnitt 4, Absatz 4, § 3 - Von Ulrich II zu Hohenstaufen und dessen Nachkommen (Manuskript)
  6. Siehe: Landesarchiv Stuttgart, Bestand A 602, Nr 9577 = WR 9577 und ebenda: Bestand A 602 Nr 9578 = WR 9578
  7. Franz Moegle-Hofacker: Zur Geschichte der Kellerei Hoheneck. In: Landesarchiv Baden Württemberg, Juni 2008, Einführung in den Bestand H 101/27

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hoheneck (Ludwigsburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien